Sechs Jahre Arbeit, mehr als hundert Partnerorganisationen, vier Landeskreise in Westrumänien und eine Gemeinschaft, die weiter wächst. Die Botschaft der Temeswarer Lebensmittelbank lautet dabei: Lebensmittel sind wertvoll, Ressourcen sind nicht unbegrenzt, und Solidarität kann aus überschüssiger Nahrung konkrete Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen machen.
Am 29. September, dem Internationalen Tag gegen Lebensmittelverluste und -verschwendung, blickt die Temeswarer Lebensmittelbank auf sechs Jahre Tätigkeit zurück. In dieser Zeit ist ein Netzwerk entstanden, das heute über hundert soziale Partnerorganisationen in den Landeskreisen Temesch/Timiș, Karasch-Severin, Hunedoara und Arad umfasst.
Hinter der Arbeit der Lebensmittelbank stehen zahlreiche Spender, Produzenten, Geschäfte, Unternehmen, Förderer, Freiwillige und soziale Organisationen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Lebensmittelüberschüsse nicht weggeworfen werden, sondern Menschen erreichen, die Unterstützung benötigen. Die Partnerorganisationen verteilen die Lebensmittel unter anderem an Kinder, Familien, ältere Menschen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine funktionierende logistische Infrastruktur. Für die Sammlung und Weitergabe von Lebensmitteln werden geeignete Räume, Transportmittel und spezielle Ausrüstung benötigt. Ein aktuelles Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Access, durch die die Lebensmittelbank ein Kühlfahrzeug anschaffen konnte. Damit können größere Mengen von Lebensmitteln abgeholt und Produkte, die eine kontrollierte Temperatur benötigen, sicher transportiert werden.
Die Lebensmittelbank setzt zugleich stärker auf Prävention. Denn Lebensmittelverschwendung lässt sich nicht allein dadurch reduzieren, dass überschüssige Produkte gerettet werden. Deshalb spielt die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit Comtim wurde das Bildungsprojekt „Jurnalul lui Timi“ („Timis Tagebuch“) ins Leben gerufen. Dabei geht es um Fragen wie: Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie viel Arbeit steckt hinter einer Mahlzeit? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit Lebensmitteln um und wie können wir Verschwendung vermeiden?
Die Initiatoren sehen Schulen als wichtigen Ausgangspunkt für nachhaltige Veränderungen. Was Kinder über den Wert von Lebensmitteln und einen verantwortungsvollen Konsum lernen, kann auch in die Familien getragen werden und langfristig das Verhalten in der Gesellschaft beeinflussen.
Auch Unternehmen und die breite Öffentlichkeit sollen einbezogen werden. Workshops zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sowie Informationsangebote sollen zeigen, dass bereits alltägliche Entscheidungen einen Unterschied machen können – etwa beim Einkauf, bei der Lagerung oder bei der Verwendung von Lebensmitteln.
Nach sechs Jahren zieht die Lebensmittelbank Temeswar eine klare Bilanz: Große Veränderungen entstehen nicht unbedingt durch spektakuläre Aktionen, sondern durch viele kleine Beiträge. Ein Unternehmen, das überschüssige Lebensmittel spendet, ein Lehrer, der mit seinen Schülern über Verschwendung spricht, ein Freiwilliger, der seine Zeit zur Verfügung stellt, oder eine Organisation, die Lebensmittel in konkrete Hilfe verwandelt – jeder Beitrag kann Teil einer größeren Wirkung werden.
Die Regionalbank für Lebensmittel Temeswar ruft deshalb am 29. September und darüber hinaus Unternehmen, Schulen, Familien und Einzelpersonen dazu auf, sich gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren. Unternehmen können durch die Spende von Überschüssen zur Versorgung sozial benachteiligter Menschen beitragen. Haushalte können ihre Einkäufe besser planen, Lebensmittel richtig lagern und vorhandene Produkte bewusster verwenden.
Für die kommenden Jahre bleibt das Ziel der Temeswarer Lebensmittelbank, noch mehr Lebensmittel zu retten, Verschwendung weiter zu reduzieren, Bildungsangebote auszubauen und das Netzwerk der Partner zu erweitern.
Die Temeswarer Lebensmittelbank ist Mitglied im Verband der Lebensmittelbanken in Rumänien (FBAR). Dies ist eine nationale gemeinnützige Organisation, die das Netzwerk regionaler Lebensmittelbanken im Land zusammenführt und koordiniert. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen und Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Der FBAR wurde als Verband gegründet, um die 2016 mit der Eröffnung der ersten Lebensmittelbank in Bukarest begonnenen Bemühungen zu bündeln, und ist aktives Mitglied der Europäischen Föderation der Lebensmittelbanken (FEBA). Derzeit gibt es neun regionale Lebensmittelbanken in Rumänien – neben Bukarest in Klausenburg/Cluj-Napoca, Roman, Kronstadt/Brașov, Großwardein/Oradea, Temeswar, Konstanza, Craiova und Galatz.
Diese Banken fungieren als logistische Brücken zwischen Wirtschaftsakteuren (Herstellern, Einzelhändlern, Distributoren), die Lebensmittelüberschüsse besitzen, und bedürftigen Bevölkerungsgruppen. Die geretteten Lebensmittel (die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, beschädigte Verpackungen oder Etikettierungsfehler aufweisen) werden kostenlos abgeholt und über ein umfangreiches Netzwerk von über 910 Partner-NGOs an etwa 340.000 Begünstigte (Kinder in Sozialzentren, alleinstehende ältere Menschen, benachteiligte Familien) weiterverteilt.
