--- title: "Studie des Landwirtschaftsministeriums belegt doppelte Produktionsstandards" url: "https://adz.news/artikel/artikel/studie-des-landwirtschaftsministeriums-belegt-doppelte-produktionsstandards" subtitle: "Gleicher Markenname – unterschiedliche Qualität" date: "2017-07-30" modified: "2018-10-22" category: "Inland" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Studie des Landwirtschaftsministeriums belegt doppelte Produktionsstandards ![](https://adz.news/fileadmin/news_import/super.jpg) *Laborergebnisse belegen nun auch für Rumänien abweichende Produktionsstandards bei EU-weit verkauften Lebensmitteln bestimmter Marken. Symbolfoto: pixabay.com* **Bukarest** (Mediafax/ADZ) – Eine Studie im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bestätigt einen lange gehegten und diskutierten Verdacht: In Lebensmitteln, die unter demselben Markennamen in der Europäischen Union erhältlich sind, finden sich in Rumänien abweichende oder minderwertige Rezepturen. Für die Untersuchung wurden europaweit 29 Stichproben entnommen, insbesondere bei Fleisch- und Wurstwaren. Denen wurden Produkte gegenübergestellt, die hierzulande unter derselben Marke verkauft werden. Die vergleichende Untersuchung ergab, dass der Fett- und Eiweißgehalt der in Rumänien vertriebenen Ware von jenem der in den anderen EU-Staaten verkauften Produkte abweicht – eine in Rumänien erworbene Markensalami hat demnach mehr Fett und weniger Fleisch als ihr in einem anderen EU-Land gekauftes Pendant. Vertreter des Landwirtschaftsministeriums weisen indessen ausdrücklich darauf hin, dass von den untersuchten Produkten keinerlei Gefahr für den Verbraucher ausgehe. Stein des Anstoßes sei vielmehr der in West- und Osteuropa abweichende Nährstoffgehalt bei gleicher Etikettierung des Produkts. Landwirtschaftsminister Petre Daea kündigte auf einer Pressekonferenz an, die Ergebnisse schnellstmöglich an die EU-Kommission weiterleiten und auf eine juristische Untersuchung drängen zu wollen. Konkrete Markennamen wurden dabei jedoch nicht genannt. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, hat die in ost- und westeuropäischen Ländern voneinander abweichenden Produktionsstandards unterdessen als „inakzeptabel“ bezeichnet. Die EU-Kommission werde dieser Diskriminierung ein Ende bereiten.