--- title: "FILM DER WOCHE" url: "https://adz.news/artikel/artikel/film-der-woche-1466" subtitle: "„Nikolaikirche“ um 18 Uhr bei Cărturești" date: "2011-11-23" modified: "2018-10-22" category: "Banater Zeitung" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # FILM DER WOCHE ****Das DAAD-Lektorat und das Deutsche Kulturzentrum Temeswar/Timișoara zeigen** morgen in der Teestube der Cărturești-Buchhandlung (Mercy-Straße Nr. 7) einen neuen deutschen Film. Im Rahmen des Projekts „All das war Deutschland... auch“ wird um 18 Uhr der Film „Nikolaikirche“ (1995, 133 Min.) in der Regie von Frank Beyer vorgeführt. Der Film läuft auf Deutsch mit englischen Untertiteln. Der Eintritt ist frei.** Leipzig, in den unruhigen Jahren von 1987 bis zur Nacht des 9. November 1989: Ein tiefer Riss geht durch die Funktionärsfamilie Bacher. Dem plötzlichen Tod des Familienpatriarchen Albert Bacher, eines hoch dekorierten Offiziers der Volkspolizei, stehen die Familienmitglieder fassungslos gegenüber: Die Tochter Astrid Protter stürzt in eine tiefe Lebenskrise und will nicht mehr, wie gewohnt, funktionieren. Abseits des linientreuen Wegs sucht sie Gleichgesinnte, die sie während dieser Zeit der nahenden Veränderung in der Friedensbewegung findet. Doch so einfach kann sie sich nicht dem Kreis der Montagsgebete in der Nikolaikirche des Pastors Ohlbaum anschließen. Dagegen stehen die Interessen ihres Bruders Alexander „Sascha“ Bacher, Hauptmann im Ministerium für Staatssicherheit. Die gefährliche Spirale von dogmatischer Engstirnigkeit, staatlichem Druck und innerfamiliärer Bespitzelung dreht sich immer weiter, private und gesellschaftliche Konflikte kulminieren. „Nikolaikirche“ ist die Verfilmung eines gleichnamigen Romans von Erich Loest, der auch am Drehbuch mitwirkte. Der Film in der Regie von Frank Beyer beleuchtet die letzten Monate der DDR und zeigt, wieso sich so viele Menschen in der Leipziger Nikolaikirche versammelten. „Nikolaikirche“ entstand als zweiteilige Fernseh-Produktion. Es gibt noch eine kürzere Kinofassung, die vom Regisseur selbst erstellt wurde. Die Filmreihe „All das war Deutschland... auch“ endet am 8. Dezember mit der Tragikomödie „Good bye, Lenin“ aus dem Jahr 2003.