--- title: "Leseecke" url: "https://adz.news/artikel/artikel/leseecke" date: "2020-07-22" modified: "2020-07-22" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Leseecke **Arnold Schlachter** **Monatsgedicht Juli** **Kitschige Nacht** Seht ihr die reizende Lichtung? Dort stiegen schon schwellend im Licht des Abends sich ballende Wolken und Regen vernebelt die Sicht, so nass waren dann ihre Klöße von Landschaft und dampfend kredenzt, sie zeigten sich beide die Blößen, weil jegliche Kleidung begrenzt, sie sahen wie steigende Stämme in üppige Blattwerke fuhren, wie Äpfel gefahrlos sich wogen und Äste sich biegend sie trugen, sie hörten den kühlenden Hauch, den die sommernde Nacht mit sich bringt und öffneten Sinne und spürten wie Rauschendes durch ihre Blutbahnen dringt. **Alexandrina Paul** **Das Meer** Das Meer ist wie das Leben, mal ruhig, den Himmel widerspiegelnd und glitzernd im Sonnenschein. Das Wasser ist klar und rein. Ein leichter Wind spielt mit den Wellen, es könnte nicht schöner sein. Das Meer ist wie das Leben, mal unruhig, wenn die Wellen heftig am Ufer zerbrechen. Und aufbrausend, wenn der Wind mit voller Stärke weht. Der Himmel ist so dunkel, als wenn die Welt untergeht. Das Meer ist wie das Leben, mal still und besonnen, wenn die Wogen sich glätten und die Sonne strahlt. Mal stürmisch wenn ein Gewitter mit voller Stärke naht. Das Leben ändert sich mit den Zeiten, Licht und Sonne gefolgt von finsterem Wind abwechseln sich geschwind, so wie das Schicksal es uns bestimmt. **Die Illusion** Ich hab´ mich in eine Illusion verliebt. In ein Wesen, das es so gar nicht gibt. Ich hab´ all meine Gefühle, Wünsche und Träume in meiner Illusion vereint. Nein! Nicht du bist damit gemeint! Du bist ganz anders und doch so real, aber leider nicht mein Ideal. Doch mag ich dich so wie du bist. Wenn das nicht wahre Liebe ist! **Arthur Funk** **beschenkt** gern wollt´ ich mich schenken dem leben der wahrheit der gerechtigkeit dem schönen dem reinen der ehrlichkeit und so weiter, und so fort. auch träumt´ ich davon zu schenken mich der liebe der gutherzigkeit dem mitleid der freundschaft der treue der hilfsbereitschaft dem guten willen etc. etc. all diesen hätt´ ich mich hingegeben, willenlos. doch nein, es kam anders: lüge verrat intrige bösartigkeit unverständnis erreichten mich bald samt anderem dergleichen. Zu genüge war ich nun beschenkt. *Die Autoren sind Mitglieder des Literaturkreises „Stafette” aus Temeswar.*