--- title: "Bukarest erlebt gewaltsamsten Protest der letzten Jahre" url: "https://adz.news/artikel/artikel/bukarest-erlebt-gewaltsamsten-protest-der-letzten-jahre" subtitle: "Schafzüchter-Demo von Ultrarechten und Hooligans gekapert" date: "2026-09-16" modified: "2026-09-16" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Bukarest erlebt gewaltsamsten Protest der letzten Jahre **Bukarest** (ADZ) – Die Hauptstadt hat am Dienstag den gewaltsamsten Straßenprotest seit dem 10. August 2018 erlebt, als das Kabinett Dăncilă bekanntlich eine friedliche Antiregierungsdemo gewaltsam niederschlagen ließ: Eine nicht zugelassene Demo der Schafzüchter vor dem Regierungssitz artete in Chaos und Gewalt aus, nachdem Politiker und Anhänger der ultrarechten AUR, SOS sowie des prorussischen Rechtsextremisten Călin Georgescu den Protest politisch kaperten und mit Knüppeln, Steinen, Blumentöpfen sowie Gartenmobiliar der an den Victoriei-Platz anrainenden Cafés und Restaurants auf die anwesenden Gendarmen losgingen. Die Gendarmerie sah sich genötigt, mit einem Großaufgebot ihrer Spezialeinheiten gegen die rund 3000 hochaggressiven Demonstranten, zu denen sich auch Fußball-Rowdies gesellt hatten, vorzugehen – die Spezialkräfte setzten massiv Tränengas ein, um ein Eindringen der Hooligans in den Regierungssitz zu verhindern. Gewaltsame Protestler blockierten zudem die an den Victoriei-Platz angrenzenden Straßen, sodass der Verkehr im Hauptstadtzentrum stundenlang zum Erliegen kam. Mindestens zwei Dutzend Personen, darunter zehn Gendarmen und zwei Journalisten, wurden verletzt, knapp 50 Hooligans in Gewahrsam genommen. Interims-Premier Ilie Bolojan (PNL) forderte in einer ersten Reaktion ein sofortiges Ende der Gewalt – friedliche Proteste seien ein wesentlicher Ausdruck der Demokratie, Gewalt indes unentschuldbar; niemand gewinne, „wenn das Land von Hass zerrissen wird“. Präsident Nicușor Dan verurteilte den gewaltsamen Protest auf das Schärfste und betonte in einem Posting, dass „Aufwiegelung zu Gewalt sowie die Bemühungen verantwortungsloser Politiker, soziale Spannungen künstlich zu schüren“, drastisch geahndet werden müssen.