--- title: "Corona-Anschaffungen: Unifarm-Chef unter Korruptionsverdacht" url: "https://adz.news/artikel/artikel/corona-anschaffungen-unifarm-chef-unter-korruptionsverdacht" subtitle: "Manager soll 760.000 Euro Schmiergeld gefordert haben" date: "2020-06-24" modified: "2020-06-24" category: "Inland" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Corona-Anschaffungen: Unifarm-Chef unter Korruptionsverdacht ![](https://adz.news/fileadmin/_processed_/5/9/csm_justice-2060093_pixabay_d262356aa2.jpg) *Symbolbild: Pixabay* **Bukarest** (ADZ) - Der Chef des staatlichen Arzneimittel-Vertriebsunternehmens Unifarm S.A., Adrian Ionel, steht wegen seiner in Zeiten der Corona-Pandemie getätigten Anschaffungen im dringenden Verdacht der Großkorruption. Wie die Antikorruptionsbehörde DNA am Dienstag in einer Presseerklärung mitteilte, hat sie strafrechtliche Ermittlungen gegen den Unifarm-Manager eingeleitet, dem sie Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch, Beihilfe zur Einflussnahme, Falschbeurkundung und Begünstigung vorwirft. Konkret soll der Unifarm-Chef Mitte März, zu Beginn des hierzulande verhängten Notstands, 760.000 Euro Schmiergeld für die Direktvergabe eines Auftrages über die Anschaffung von insgesamt 250.000 Schutzanzügen sowie drei Millionen Atemschutz-Masken gefordert haben. Die von der Firma BSG Business Select letztlich gelieferte Ware türkischer Herkunft – bloß 26.000 Stück Schutzkleidung und eine Million Masken – erwies sich indes insbesondere im Fall des FFP-Atemschutzes als qualitätsmäßig nicht vertragskonform, was Unifarm jedoch nicht davon abhielt, die Anschaffung als erfolgreich durchgezogen zu melden – offenbar auf Anordnung des Managers hin. Laut Korruptionsjägern handelte Ionel für die direkte Auftragsvergabe eine 18-prozentige „Provision“ (knapp 6 Millionen Lei) für sich und weitere leitende Mitarbeiter aus, davon wollte er umgerechnet 670.000 Euro selbst kassieren – wozu es allerdings nicht mehr kam, da die Firma die „Provision“ nie berappte und der Unifarm-Chef den Vertrag schließlich einseitig aufkündigte. Ionel wurde am Dienstag unter Polizeiaufsicht gestellt; Gesundheitsminister Nelu Tătaru kündigte an, ihn umgehend entlassen zu wollen, sollte der Verwaltungsrat des Staatsunternehmens sich nicht selbst zu diesem Schritt durchringen.