--- title: "Fiskalrat-Chef: Neuwahlen würden für Rumänien „Ramsch“ bedeuten" url: "https://adz.news/artikel/artikel/fiskalrat-chef-neuwahlen-wuerden-fuer-rumaenien-ramsch-bedeuten" subtitle: "Analysten der Ratingagentur Standard & Poor’s in Bukarest eingetroffen" date: "2026-09-25" modified: "2026-09-25" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Fiskalrat-Chef: Neuwahlen würden für Rumänien „Ramsch“ bedeuten ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/original_govr4840.jpg) *Vertreter der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) bei einem Treffen am Donnerstag bei der Regierung | Foto: gov.ro* **Bukarest** (ADZ) – Experten der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) sind am Donnerstag in der Hauptstadt eingetroffen, um die Kreditwürdigkeit des Landes zu bewerten – ihr Fazit will die US-Ratingagentur sodann am 2. Oktober bekannt geben. S&P gilt als strengste der drei großen Ratingagenturen, Rumänien muss entsprechend erneut um seine Bonität zittern, nachdem das Land im Sommer einer Herabstufung seines bereits auf der letzten Stufe liegenden Investment-Grade-Ratings in den spekulativen Ramschbereich durch die Ratingagentur Fitch nur knapp entgangen war. Fitch hatte in ihrer Bewertung hervorgehoben, dass die politische Instabilität nach dem Sturz der Regierung Bolojan die Planbarkeit der Politik über 2026 hinaus erheblich verringert habe, was den Zugang zu EU-Mitteln sowie die Bemühungen, das Haushaltsdefizit weiter abzubauen, gefährde. Vor dem Hintergrund des S&P-Besuchs warnte Fiskalrat-Chef Daniel Dăianu daher eindringlich, dass Rumäniens Politiker „mit dem Feuer spielen“: Das Land brauche dringend eine voll handlungsfähige Regierung – sollte es nämlich zu vorgezogenen Neuwahlen kommen, drohe Rumänien unweigerlich eine Herabstufung seiner Bonität auf „Ramsch“, mahnte Dăianu. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde sich S&P „nicht beeilen, Rumänien herabzustufen“, sondern fürs Erste verfolgen wollen, ob eine neue Regierung zustande kommt und ob der Haushaltsentwurf 2027 darauf abzielen wird, das Haushaltsdefizit des Landes weiter abzubauen, so Dăianu. Eine Herabstufung auf „Junk“ („Ramsch“) würde faktisch bedeuten, dass Rumäniens Kreditwürdigkeit als hochriskant eingestuft wird. Die Folgen wären Kapitalflucht sowie höhere Zinsen und teurere Kredite – der Staat hätte letztlich Mühe, Löhne und Renten zu bezahlen.