--- title: "Liberale: De-facto-Premierminister ist PSD-Chef Sorin Grindeanu" url: "https://adz.news/artikel/artikel/liberale-de-facto-premierminister-ist-psd-chef-sorin-grindeanu" subtitle: "Luca Niculescu bloß für „Zeremonien, Besuche und Postings“ zuständig" date: "2026-10-27" modified: "2026-10-27" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Liberale: De-facto-Premierminister ist PSD-Chef Sorin Grindeanu **Bukarest** (ADZ) – Das Verhalten von PSD-Chef Sorin Grindeanu erinnert diese Tage zunehmend an jenes seines vorbestraften Amtsvorgängers Liviu Dragnea, der sich gleichfalls als „starker Mann“ des Landes sowie als De-facto-Regierungschef aufgeführt hatte, nachdem er das Amt von Strohpuppen wie Viorica Dăncilă sowie Grindeanu selbst besetzen ließ. Ähnlich wie Dragnea gibt auch Grindeanu den Ministern des PSD-Minderheitskabinetts mittlerweile vor, was sie als Nächstes anzupacken hätten: So ließ der PSD-Chef die Minister jüngst in einem Facebook-Posting wissen, welches ihre Prioräten für die laufende Woche seien – wer nicht liefere, habe seinen Hut zu nehmen, hatte Grindeanu dabei unumwunden gewarnt. PNL-Generalsekretär Dan Motreanu reagierte prompt: Es sei gut zu wissen, wer in der neuen Regierung das Sagen habe – nachdem Grindeanu den PSD-Ministern vorgegeben habe, welche Maßnahmen sie im Laufe dieser Woche zu ergreifen hätten, sei ziemlich klar, wie die Rollenverteilung aussehe: Der PSD-Chef lege Prioritäten, Zuständigkeiten und Fristen fest, während der formale Premierminister Luca Niculescu (parteilos) sich offenbar auf „Zeremonien, offizielle Besuche und amtliche Facebook-Postings“ zu beschränken habe, schrieb Motreanu bei Facebook. Dem liberalen Europaabgeordneten zufolge hat „Grindeanu das Sagen“, während Vizepremier Marian Neacșu (PSD) den gesamten Regierungsapparat koordiniere und Niculescu die Regierung lediglich „zu vertreten“ habe. Auch Liberalenchef Ilie Bolojan warf PSD-Chef Grindeanu vor, sich „wie ein De-facto-Premierminister“ aufzuführen – zurzeit scheine er bereits im Begriff zu sein, „Scheingründe“ für ein möglicherweise verfehltes Defizitziel zu erfinden, schrieb der Ex-Regierungschef bei Facebook.