--- title: "Minderheitskabinett Niculescu auf der Zielgeraden" url: "https://adz.news/artikel/artikel/minderheitskabinett-niculescu-auf-der-zielgeraden" subtitle: "Techno-PSD-Regierung kann auf Mehrheit für ihre Investitur bauen" date: "2026-10-16" modified: "2026-10-16" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Minderheitskabinett Niculescu auf der Zielgeraden ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/Fotos/Behoerden_Logos/Sigla_guvernului_Romaniei_versiunea_2016_cu_coroana.png) **Bukarest** (ADZ) – Die gravierendste Regierungskrise der Nachwendezeit nähert sich ihrem Ende – zumindest vorerst bzw. für die nächsten sechs Monate: Der designierte Premierminister Luca Niculescu hat es dank der gezielt an die Presse durchgesickerten Drohung des Staatsoberhauptes bezüglich vorgezogener Neuwahlen geschafft, sich eine Mehrheit zu sichern, die ihn und sein Techno-PSD-Kabinett voraussichtlich Anfang kommender Woche bestätigen wird. PNL, UDMR, Minderheiten-Fraktion und die ultrarechte Splitterfraktion UPR erklärten sich bereit, die neue Minderheitsregierung aus dem Parlament heraus zu dulden, zuzüglich der PSD-Parlamentarier kann Niculescu daher bei der Investitur-Abstimmung auf mindestens 270 Stimmen bauen – weit mehr als die nötigen 233. Politikbeobachter rechnen allerdings mit einer kurzlebigen Regierung, deren Aufgabe hauptsächlich darin bestehen dürfte, den dringenden Nachtragshaushalt in Windeseile zu billigen und anschließend den Haushaltsentwurf 2027 anzupacken. PSD-Chef Sorin Grindeanu betonte nämlich gleich nach Bekanntgabe der Regierungsbeteiligung seiner Partei, dass die PSD die Regierungsaktivität, einschließlich jene des Regierungschefs, nach sechs Monaten zu „bewerten“ gedenke – mit der gleichen Strategie hatte sie auch den scheidenden Premier Ilie Bolojan (PNL) abgesägt. Auch die Powerfrau der PSD und amtierende Bürgermeisterin von Craiova, Lia Olguța Vasilescu, hatte erst letzte Tage geäußert, dass man Niculescu „nach einem halben Jahr loswerden“ könne, „wenn er uns nicht passt“. Der 55-Jährige übermittelte dem Parlament am Donnerstag sein Regierungsprogramm und die Liste seiner Kabinettsmitglieder. Die Anhörungen der Minister-Kandidaten dürften am Montag, die Investitur-Abstimmung tags darauf stattfinden.