--- title: "Schickimicki-Feier der PSD schlägt weiter hohe Wellen" url: "https://adz.news/artikel/artikel/schickimicki-feier-der-psd-schlaegt-weiter-hohe-wellen" subtitle: "Adrian Năstase: „Was hätte Ion Iliescu dazu gesagt?“" date: "2026-11-05" modified: "2026-11-05" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Schickimicki-Feier der PSD schlägt weiter hohe Wellen **Bukarest** (ADZ) – Der Eklat um die opulente Tauffeier, die der Temescher Kreisratschef Alfred Simonis (PSD) letzte Tage für seinen Sohn steigen ließ und an der ein Großteil der PSD-Politprominenz teilnahm, flaut nicht ab: In Austeritätszeiten zu klotzen und dabei auch noch die Presse hinzuzubitten, sei eine „totale Schnapsidee“ gewesen, rügte der frühere PSD- und Regierungschef Adrian Năstase in einer ersten Reaktion. Ihm sei außerdem zugetragen worden, dass die Parteigranden aus diesem Anlass auch die Rückkehr der PSD an die Macht hätten feiern wollen, sagte der Ex-Politiker in einem Podcast der Online-Zeitung Gândul. Das Bestreben der Genossen, dabei einen möglichst eleganten Auftritt hinzulegen, werde die Partei noch bitter bezahlen – wie, bleibe abzuwarten. Ihm selbst hätten die von den TV-Sendern ausgestrahlten Aufnahmen buchstäblich die Sprache verschlagen – er habe sich entgeistert gefragt, was der langjährige PSD-Chef und erste Nachwendepräsident Ion Iliescu wohl dazu gesagt hätte, eröffnete Năstase. Für ihn sei unbegreiflich, was die PSD-Führung sich dabei gedacht habe – derlei Bilder würden nämlich „ewig“ im kollektiven Gedächtnis erhalten bleiben. Klotzen habe für eine politische Partei, die mit immerhin elf Ministern in der Regierung vertreten sei, tabu zu sein, fügte der 76-Jährige hinzu. Und auch UDMR-Chef Hunor Kelemen erklärte unverblümt, angesichts der Aufnahmen von der Glamour-Feier „völlig perplex“ gewesen zu sein. Die Art, wie sich die PSD-Granden aufgeführt hätten, habe „arrogant“ gewirkt – aus seiner Sicht sei die angerollte Empörungswelle der Menschen durchaus verständlich. Politiker hätten nachzuvollziehen, dass man nicht „eines predigen“ und sich anschließend im völligen Widerspruch dazu benehmen könne, so Kelemen.