# Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien > Deutschsprachige Tageszeitung aus Rumänien, herausgegeben vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien: Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und den Lokalredaktionen in Bukarest, Hermannstadt, Kronstadt und Temeswar. Online seit 2011, Archiv mit über 70.000 Artikeln. Die Serviceseiten der Website und die Volltexte der neuesten Artikel, erzeugt aus denselben Inhalten, die auch der Browser bekommt. Das Verzeichnis mit Links zu den einzelnen Seiten und Rubriken steht in `/llms.txt`; ältere Artikel sind über das Monatsarchiv und die Sitemap erreichbar. ## Über uns **Wir über uns:** Die „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ) erscheint seit Anfang 1993 als unabhängige Tageszeitung fünf Mal pro Woche (von Dienstag bis Samstag). In der zweiten Hälfte des Jahres 1992 hatte das Redaktionsteam der Vorgängerzeitung „Neuer Weg" (1949-1992) beschlossen, den Neuanfang zu wagen und das Blatt grafisch und inhaltlich umzugestalten. Es ist die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Mittel- und Osteuropa. Sie informiert über Rumänien insgesamt und über die hier lebende deutsche Minderheit. Die Zeitung wird in Rumänien und im Ausland vertrieben (vorwiegend über Abonnements). Sie wird von Angehörigen der deutschen Minderheit gelesen wie auch von deutschsprachigen Ausländern, die an Informationen über Rumänien interessiert sind (Unternehmer, Diplomaten, Studenten). *[HTML](/shortcuts/ueber-uns) · [Markdown](/shortcuts/ueber-uns.md)* ## Suche *[HTML](/shortcuts/suche) · [Markdown](/shortcuts/suche.md)* ## Abos **Täglich aktuell informiert** Wir informieren Sie täglich aktuell in deutscher Sprache über die wichtigsten Ereignisse aus Rumäniens Politik, Wirtschaft und Kultur. Erhalten Sie die ADZ von Dienstag bis Samstag bequem zu Ihnen nach Hause oder ins Büro und nutzen Sie unser Jahresabonnement zum Vorzugspreis. Bestellen Sie bis zum 20. eines Monat und erhalten Sie die ADZ zum nächsten Ersten. **Inland** Abonnnements innerhalb Rumäniens erhalten Sie monatlich bereits für 20 Lei. Mit einem Jahresabonnement sparen Sie zusätzlich: Für 200 Lei können Sie die ADZ täglich zwölf Monate lesen, zahlen aber einen Vorteilspreis. Einfach unser Aboformular online ausfüllen und per E-Mail an unseren Aboservice einsenden. Alle Informationen zu Zahlung und Versand finden Sie im Formular. **Ausland** Die ADZ erhalten Sie außerhalb Rumäniens für monatlich 20 Euro. Im Jahresabonnement zahlen Sie für zwölf Monate unseren Vorzugspreis von 200 Euro. Die aktuellen Ausgaben der ADZ senden wir Ihnen ein Mal pro Woche gesammelt zu. Einfach unser Aboformular online per E-Mail an unseren Aboservice einsenden. Alle Informationen zu Zahlung und Versand finden Sie im Formular**.** Für weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: Tel.: +40 (0) 21 317 89 18 (rumänisch) +40 (0) 21 317 89 16 (deutsch) Fax: +40 (0) 21 317 89 17 E-Mail: [aboservice@adz.news](mailto:aboservice@adz.news) ### **ADZ-Abo online bestellen** Möchten Sie die Print-Ausgabe der ADZ abonnieren? [Bitte klicken Sie hier](https://adz.news/shortcuts/abos/online-abo) *[HTML](/shortcuts/abos) · [Markdown](/shortcuts/abos.md)* ## Anzeigen **Werben auf gut Deutsch** Die ADZ ist die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Osteuropa und informiert ihre Leser täglich über aktuelle Entwicklungen in Rumäniens Politik, Wirtschaft und Kultur sowie über das Neueste aus aller Welt. Für deutschsprachige Wirtschaftsvertreter, Diplomaten und Touristen, Angehörige der deutschen Minderheit und an Rumänien Interessierte weltweit ist die ADZ ein unverzichtbares Medium, das kompetent von Dienstag bis Samstag aus seinen Redaktionen in Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Temeswar/Timișoara und Kronstadt/Brașov berichtet. Profitieren auch Sie von über 60 Jahren Zeitungstradition und erreichen Sie mit einer Anzeige in der ADZ ihre deutschsprachige Zielgruppe in Rumänien ohne Streuverluste. **Von der Titelseite bis zur Kleinanzeige** Ob print oder online, wir beraten Sie gern und finden gemeinsam die passende Werbemöglichkeit für Sie und Ihr Unternehmen. Platzieren Sie Ihre Anzeige optimal in thematisch passendem Rahmen, in unseren Sonderseiten und Lokalbeilagen. Für die Ausarbeitung eines individuellen Angebots steht Ihnen unser Anzeigenservice jederzeit gern zur Verfügung. Unsere **[Broschüre zu Anzeigenpreisen und Mediadaten](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/ADZ-Anzeigenpreise-Mediadaten_2019.pdf)** bietet Ihnen einen ersten Überblick über unsere Konditionen. Unsere Online-Angebote finden Sie [**hier**](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/Preise_Onlinewerbung_adz.ro.pdf)(deutsch) und **[hier](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/Preturi_reclama_online_ADZ.pdf)** (rumänisch). Neben unserer Hauptausgabe mit täglich acht Seiten, erscheint die ADZ zudem mit regelmässigen Beilagen und veröffentlicht einmal jährlich das Deutsche Jahrbuch fü Rumänien: **Hauptausgabe** [(Probeexemplar)](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/Probe_ADZ_Hauptexemplar.pdf) - täglich aktuelle Informationen aus Rumäniens Politik, Wirtschaft und Kultur - Umfang: acht Seiten - Erscheinungsrhythmus: täglich, Dienstag bis Samstag - Anzeigenschluss: tärglich 10 Uhr vormittags für übernächste Ausgabe **TV-Programm** [(Probeexemplar)](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/ADZ-Probe-TV.pdf) - aktuelles Programm rumärnischer und deutscher Fernseh- und Radiostationen - Umfang: vier Seiten - Erscheinungsrhythmus: 1x wöchentlich, Dienstag - Anzeigenschluss: Mittwoch der Vorwoche **Banater Zeitung**[(Probeexemplar)](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/ADZ-Probe-BZ.pdf) - Lokalbeilage für Temeswar und das Banat - Umfang: acht Seiten - Erscheinungsrhythmus: 1x wöchentlich, Mittwoch - Anzeigenschluss: Donnerstag der Vorwoche **Karpatenrundschau** [(Probeexemplar)](https://adz.news/fileadmin/user_upload/pdfs/ADZ-Probe-KR.pdf) - Lokalbeilage für Kronstadt und Siebenbürgen - Umfang: vier Seiten - Erscheinungsrhythmus: 1x wöchentlich, Donnerstag - Anzeigenschluss: Freitag der Vorwoche *[HTML](/shortcuts/anzeigen) · [Markdown](/shortcuts/anzeigen.md)* ## Jobs **Praktikant/innen gesucht** Die ADZ sucht regelmäßig Praktikant/innen für ihre Zentralredaktion in Bukarest im redaktionellen Bereich. **Wir bieten:** - Mitwirkung an redaktionellen Arbeiten (Themen setzen, Recherchieren, Verfassen eigener Beiträge, Redigieren von Artikeln) - Vermittlung grundsätzlicher journalistischer Kenntnisse - Möglichkeit zu eigenverantwortlicher Arbeit **Voraussetzungen:** - (abgeschlossenes) Hochschulstudium - erste Erfahrungen im journalistischen Bereich von Vorteil - Fähigkeit zum eigenständigen Arbeiten - ausgezeichnete Kenntnisse der deutschen Sprache - Rumänischkenntnisse von Vorteil Da wir Praktika leider nicht vergüten können, möchten wir alle Studierenden darauf aufmerksam machen, dass bei einer Praktikumsdauer von mindestens 91 Tagen die Möglichkeit zu einer Förderung im Rahmen des ERASMUS-Programms besteht. Zu den Modalitäten informieren Sie sich bitte beim zuständigen Büro Ihrer Hochschule. ***Ihre Kurzbewerbung richten Sie per E-Mail an: [jobs@adz.news](mailto:jobs@adz.news). Weitere Informationen telefonisch unter +40 (0) 21 317 89 14.*** *[HTML](/shortcuts/jobs) · [Markdown](/shortcuts/jobs.md)* ## Links **Unsere Links-Seite ist zurzeit in Bearbeitung. Danke für Ihr Verständnis.** **Presse / Rundfunk / Blogs:** [Siebenbuerger.de](https://www.siebenbuerger.de) [Hermannstädter Zeitung](https://www.hermannstaedter.ro) [FunkForum](http://www.funkforum.net) [Radio Rumänien Neumarkt](https://www.radioneumarkt.ro) [Radio Rumänien Temeswar](http://www.funkforum.net/audio/deutsch/) [Radio Siebenbürgen](https://radio-siebenbuergen.de) **Kulturzentren / Vereine / Stiftungen / Organisationen:** [City Compass](https://www.citycompass.ro)*[– Stadtführungen, Onlineführer und mehr](https://www.citycompass.ro)* [Deutsches Kulturzentrum Kronstadt](http://kulturzentrum-kronstadt.ro/de/) [Demokratisches Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt](http://forumkronstadt.ro/) [Deutsches Kulturzentrum Klausenburg](http://www.kulturzentrum-klausenburg.ro/) [Evangelische Akademie Siebenbürgen](http://www.eas.neppendorf.de/) [Kirchenburgen in Siebenbürgen](http://www.kirchenburgen.ro/) [Evangelische Kirche A.B. in Rumänien](http://www.evang.ro) [Jugendzentrum Seligstadt](http://seligstadt.ro/) [Jugendbegegnungszentrum Holzmengen](http://holzmengen.wordpress.com/) [Deutsch-Weißkirch](http://www.deutsch-weisskirch.ro/) [Saxonia-Stiftung](http://fundatia.saxonia.ro/home/) **Kulturinstitute:** [Casa de Cultură "Friedrich Schiller"](http://www.casaschiller.ro/) [Goethe Institut](https://www.goethe.de/ins/ro/de/index.html) [Österreichisches Kulturforum](https://www.bmeia.gv.at/kf-bukarest/) **Kulturaustausch:** [Institut für Auslandsbeziehungen](https://www.ifa.de) **Botschaften:** [Deutsche Botschaft Bukarest](http://www.bukarest.diplo.de/Vertretung/bukarest/de/Startseite.html) [Österreichische Botschaft Bukarest](http://www.bmeia.gv.at/botschaft/bukarest.html) [Botschaft der Schweiz in Bukarest](http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/eur/vrou/embbuc.html) **Theater / Kino:** [Deutsche Abteilung des Radu-Stanca-Theaters in Hermannstadt](http://www.sibfest.ro/TNRS1.aspx) [Deutsches Staatstheater Temeswar](http://www.teatrulgerman.ro/index.php?id=20&L=2) [Transilvania International Film Festival](http://www.tiff.ro/) [Astra Film Festival](http://www.astrafilm.ro/) **Musik:** [Filarmonica George Enescu](http://fge.org.ro/ro.html) **Literatur:** [Bibliothek des Goethe-Institutes Bukarest](http://www.goethe.de/ins/ro/buk/wis/bib/deindex.htm) [Cărturesti](http://carturesti.ro/) *[HTML](/shortcuts/links) · [Markdown](/shortcuts/links.md)* ## Rss-Feed ****Unsere Artikel können Sie auch per RSS-Feed wie folgt abonnieren:**** Globaler Feed: [https://adz.news/artikel.xml](https://adz.news/artikel.xml) Inlands-Nachrichten: [https://adz.news/inland.xml](https://adz.news/inland.xml) Meinung und Bericht: [https://adz.news/meinung-und-bericht.xml](https://adz.news/meinung-und-bericht.xml) Wirtschafts-Nachrichten: [https://adz.news/wirtschaft.xml](https://adz.news/wirtschaft.xml) Lokal-Nachrichten: [https://adz.news/lokales.xml](https://adz.news/lokales.xml) Kultur-Nachrichten: [https://adz.news/kultur.xml](https://adz.news/kultur.xml) Tourismus-Nachrichten: [https://adz.news/tourismus.xml](https://adz.news/tourismus.xml) Nachrichten aus der Banater Zeitung: [https://adz.news/banater-zeitung.xml](https://adz.news/banater-zeitung.xml) Nachrichten aus der Karpatenrundschau: [https://adz.news/karpatenrundschau.xml](https://adz.news/karpatenrundschau.xml) *[HTML](/shortcuts/rss-feed) · [Markdown](/shortcuts/rss-feed.md)* ## Impressum **Herausgeber:** Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien RO-550185 Hermannstadt/Sibiu, General Magheru-Str. 1-3 Telefon/Fax: +40-269-217841 E-Mail: [dfdr@rdslink.ro](mailto:dfdr@rdslink.ro) Website: [www.fdgr.ro](http://www.fdgr.ro/de/index.php) *Print-Ausgabe*: ISSN 1221-7956 *Online-Ausgabe*: ISSN 1841-4346 **Redaktion:** Banul Dumitrache 40 Bukarest Telefon: +40 (0) 21 317 89 15 Fax: +40 (0) 21 317 89 17 E-Mail: [info@adz.news](mailto:info@adz.news) Website: [www.adz.news](http://www.adz.news) ***Chefredakteurin:*** Nina May ***Buchhaltung*****:** Mimi Enache ***Gestaltung der Webseite:*** [Cubus Arts](http://cubus.ro/ro) [Xeneris Media](http://www.xeneris.net/) *[HTML](/shortcuts/impressum) · [Markdown](/shortcuts/impressum.md)* ## Kontakt **Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien** Banul Dumitrache 40 023765 Bukarest, Sector 2 Telefon: +40 (0) 21 317 89 15 Fax: +40 (0) 21 317 89 17 E-Mail: [info@adz.news](mailto:info@adz.news) Website: [www.adz.news](http://www.adz.news) **Chefredaktion:** Telefon: +40 (0) 21 317 89 15 **Nachrichtenabteilung:** Telefon: +40 (0) 21 317 89 19, E-Mail: [info@adz.news](mailto:info@adz.news) **Anzeigen:** Telefon: +40 (0) 21 317 89 16/18, E-Mail: [anzeigen@adz.news](mailto:anzeigen@adz.news) **Aboservice:** Telefon: +40 (0) 21 317 89 16/18, E-Mail: [aboservice@adz.news](mailto:aboservice@adz.news) **Korrespondentenbüros** **Hermannstadt/Sibiu:** Telefon/Fax: + 40 (0) 269 21 11 62, E-Mail: [hermannstadt@adz.news](mailto:hermannstadt@adz.news) **Kronstadt/Brașov:** Telefon/Fax: +40 (0) 268 47 58 41, E-Mail: [kronstadt@adz.news](mailto:kronstadt@adz.news) **Reschitza/Reșița:** Telefon/Fax: +40 (0) 255 21 03 95, E-Mail: [wkremmadz@gmail.com](mailto:wkremmadz@gmail.com) **Sathmar/Satu Mare:** Telefon/Fax: +40 (0) 261 71 17 40, E-Mail: [rist@adz.news](mailto:rist@adz.news) **Temeswar/Timișoara:** Telefon/Fax: +40 (0) 256 49 82 10, E-Mail: [temeswar@adz.news](mailto:temeswar@adz.news) *[HTML](/shortcuts/kontakt) · [Markdown](/shortcuts/kontakt.md)* ## Cookies ### Politica de colectare acord cookie Această politică se referă la cookie-urile de pe pagina web adz.ro **CE ESTE UN COOKIE?** Cookie-ul este un fișier de mici dimensiuni, format din litere și numere, care va fi stocat pe computerul, terminalul mobil sau alte echipamente ale unui utilizator de pe care se accesează internetul. Cookie-ul este instalat prin solicitarea emisă de către un web-server unui browser (ex: Internet Explorer, Chrome) și este complet “pasiv” (nu conține programe software, viruși sau spyware și nu poate accesa informațiile de pe hard driverul utilizatorului). **LA CE SUNT FOLOSITE COOKIE-URILE?** Aceste fișiere fac posibilă recunoașterea terminalului utilizatorului și prezentarea conținutului într-un mod relevant, adaptat preferințelor utilizatorului. Cookie-urile asigură utilizatorilor o experiență plăcută de navigare și susțin eforturile adz.ro pentru a oferi servicii comfortabile utilizatorilor: ex: – preferințele în materie de confidențialitate online, publicitate relevantă. 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Aceste date sunt criptate într-un mod care face imposibil accesul persoanelor neautorizate la ele. *[HTML](/privacy/cookie-policy) · [Markdown](/privacy/cookie-policy.md)* ## Datenschutz / Confidenţialitate [click aici pentru varianta în limba Română](https://adz.news/privacy/privacy-policy#c239) ## DATENSCHUTZBESTIMMUNGEN Die Vertraulichkeit und der Schutz der personenbezogenen Daten ist für die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien sehr wichtig. Aus diesem Grund erklären wir Ihnen hiermit, welche Daten wir sammeln, warum wir das tun und die Art und Weise wie wir ihre Daten benutzen, veröffentlichen, weitergeben und speichern. ### 1. Identität der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien Falls Sie Fragen bezüglich dieser Vertraulichkeitsverordnung haben, können Sie uns, indem Sie die weiter unten angegebenen Daten benutzen, kontaktieren: **Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien** Banul Dumitrache 40 Bukarest Telefon: +40 (0) 21 317 89 15 Fax: +40 (0) 21 317 89 17 E-Mail: info@adz.ro Website: [www.adz.ro](http://www.adz.ro) **Postanschrift**: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, Of.p. 18, ghișeul 3, CP 21, 014820 București, sector 1 Unsere Leser, Besucher und Kunden können Fragen in Verbindung mit dem Datenschutz, der Vertraulichkeit und der Sicherheit der personenbezogenen Daten an die Chefredakteurin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, Rohtraut Wittstock, an die E-Mail-Adresse [info@adz.ro](mailto:info@adz.ro) schicken. ### 2. Angaben zu den Daten die wir sammeln Beim Besuchen unserer Webseite adz.ro werden Informationen über ihre IP-Addresse für einen begrenzten Zeitraum auf dem Server abgespeichert. Beim Abgeben eines Kommentars zu einem unserer Artikel werden folgende personenbezogenen Daten übernommen und gespeichert: - Name - Email Beim Bestellen eines ADZ-Abos über unsere Webseite werden folgende personenbezogenen Daten übernommen und gespeichert: - Name und Vorname - Firma - Angaben zur Adresse (inkls. Postleitzahl, Orschaft und Kreis) - Telefonnummer - E-Mail-Addresse ### 3. Wozu nutzen wir Ihre Daten? Die IP-Addresse der Besucher unserer Webseite wird genutzt um in Kombination mit weiteren (nicht personenbezogenen) Daten in den Log-Dateien des Webservers Statistiken, Auswertungen und Marktstudien zu erstellen. Die Daten welche über das Kommentarformular übermittelt werden, werden von uns genutzt um sie im Anhang des entsprechenden Beitrags zu publizieren. Die Publikation erfolgt nach einer vorherigen manuellen Freischaltung. Ebenso kann die übermittelte Email-Addresse genutzt werden um eine Hauptverbindung zwecks Kommunikation mit Ihnen festzulegen. Die Daten welche beim Bestellen eines ADZ-Abos über unsere Webseite übermittelt werden nutzen wir zu folgenden Zwecken: - Um eine Hauptverbindung zwecks Kommunikation mit Ihnen festzulegen (E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Adresse, Name, Vorname) - Um Sie als Vertragspartei zu identifizieren Ihre Daten werden nur zu den oben genannten Zwecken verwendet und dürfen auch nicht an Dritte weitergeleitet werden, es sei denn: - Sie haben einer Weiterleitung an Dritte eingewilligt (z.B. in Falle von Kurieren, Postzustellern) - es liegt ein begründeter Verdacht auf Datenmissbrauch vor ### 4. Rechtsgrundlage Grundverordnung der EU betreffs des allgemeinen Datenschutzes (DSGVO). Die Verarbeitung ihrer Daten erfolgt aufgrund deiner Zustimmung entweder, wenn die Verarbeitung für die Durchführung eines Vertrags erforderlich ist, in dem Sie als Vertragsseite aufgeführt sind oder wenn vor der Schließung eines Vertrags Maßnahmen ergriffen werden müssen infolge ihres Antrags, , lt. DSGVO Art. 6 (1) (a) - (b). Sie können jederzeit ihre Einwilligung hinsichtlich der Verarbeitung der personenbezogenen Daten zurückziehen, indem Sie uns kontaktierst und dabei die Kontaktdaten unter Art. 1 benutzen. Um einen Vertrag mit der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien zu schließen, um sich der angebotenen Dienstleistungen zu erfreuen, müssen Sie uns die erforderlichen personenbezogenen Daten erteilen. ### 5. Wie schützen wir Ihre Daten? Daten welche Sie übermitteln sind in Datenbanken und Dateien gespeichert, die sich auf verschiedene Servern in verschiedenen Rechenzentren befinden. Der Zugriff auf die Datenbanken und Dateien erfolgt nur durch Benutzername und Passwort gesicherte Schnittstellen. Zugang zu den gespeicherten Daten haben nur unsere Angestellten und jene folgender Subunternehmer: - S.C. CUBUS ARTS S.R.L.- die uns Programmier und Wartungs-Dienstleistungen anbietet, sowie Hosting-Dienstleistungen für die Plattform über welche die PDF-Ausgabe der ADZ versandt wird. - Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media) - welche uns die Infrastruktur für das Hosting der Webseite [https://adz.ro](https://adz.ro) zur Verfügung stellt. Alle Subunternehmer setzen technische und organisatorische Maßnahmen ein, um die Sicherheit ihrer personenbezogener Daten im Falle von unbeabsichtigter oder rechtswidriger Zerstörung oder unbeabsichtigtem Verlust, Änderung, nicht authorizierter Nutzung, nicht authorizierter Änderung, Veröffentlichung oder Zugriff und gegen jede andere Form der rechtswidrigen Verarbeitung zu gewährleisten. **5.1. Integrität** Um die Integrität sicherzustellen, sind alle Übermittlungen der Daten verschlüsselt, um den besten Praktiken hinsichtlich der Sicherung der Vertraulichkeit und der Integrität der Daten zu entsprechen. Wir benutzen die Secure Socket Layer (SSL) – Technologie, um die Kommunikation zwischen Ihnen und unserer Webseite abzusichern. Für Transitdaten verwendet die Dienstleistung standardisierte Transportprotokolle für die Industrie sowohl zwischen den Anlagen und den Datenzentren als auch innerhalb der Datenzentren. **5.2. Vertraulichkeit** Alle Mitglieder der Belegschaft sind einer gänzlichen Vertraulichkeit unterworfen, und die Subunternehmen und die Nachverarbeiter müssen eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben, falls die gänzliche Vertraulichkeit nicht Teil der Vereinbarung zwischen den Seiten ist. Immer wenn das berechtigte Personal auf die personenbezogenen Daten zugreift, ist der Zugang nur durch eine verschlüsselte Verbindung möglich. **5.3. Transparenz** Die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wird Sie ununterbrochen über die Änderungen hinsichtlich der Verfahren zum Schutz der Vertraulichkeit und der Sicherheit der Daten informieren, einschließlich Praktiken und Richtlinien. Sie können jederzeit Informationen beantragen betreffs des Ortes und der Art und Weise, wie die Daten gespeichert, gesichert und benutzt sind. **5.4. Die Fähigkeit einzugreifen** Die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien erlaubt es, dass du jederzeit das Recht und die Freiheit hast, die gänzliche Löschung der personenbezogenen Daten aus useren Datenbeständen, durch Verschicken einer E-Mail mit der entsprechenden Aufforderung an die Adresse info@adz.ro zu wählen. Wenn man das Löschen der Daten wählt, hat das Auswirkungen nur für die Zukunft, die Verarbeitung, die vor der Option des Löschens der Daten erfolgte, bleibt weiterhin gültig. **5.5. Überwachung** S.C. CUBUS ARTS S.R.L. und Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media) verwenden Berichte und Sicherheitsmitteilungen, um Zugriffsversuche oder arglistige Benutzung zu verfolgen und um potenzielle Bedrohungen auf proaktiver Weise zu identifizieren und ihnen entgegenzuwirken. Verwaltungsvorgänge, einschließlich des Zugriffs auf das System, werden aufgezeichnet, um ein Verzeichnis der Aktionen bereitzustellen, falls nicht authorisierte oder zufällige Änderungen vorgenommen werden. Die Leistung und die Verfügbarkeit des Systems werden von den dafür vorgesehenen Überwachungsdiensten verfolgt. **5.6. Bescheid betreffs der Verletzung der personenbezogenen Daten** Falls Ihre Daten gefährdet sind, wird die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien Ihnen und die zuständigen Aufsichtsbehörde(n) innerhalb von 72 Stunden durch E-Mail über das Ausmaß des Verstoßes Bescheid geben, über die betroffenen Daten, über jegliche Auswirkung auf den Dienst und den Aktionsplan der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien mit Maßnahmen, um die Daten zu sichern und um jede mögliche negative Auswirkung auf die Betroffenen einzugrenzen. „Die Verletzung personenbezogener Daten" bedeutet eine Sicherheitsverletzung, die zu der Zerstörung, dem Verlust, der Veränderung, der unbefugter Enthüllung oder dem unberechtigtem Zugriff auf personenbezogene Daten führt, die übermittelt, gespeichert oder auf andere Weise verarbeitet werden, im Zusammenhang mit der Bereitstellung des Dienstes. ### 6. Weitergabe von Informationen an Subunternehmer und Partner Für das Anbieten der Dienstleistungen der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien arbeiten wir mit verschiedenen vertrauenswürdigen Subunternehmen und Partnern zusammen, und zwar: - **Kuriere und Post**: CN POȘTA ROMÂNĂ SA - CNPR - wir geben Namen und Adressdaten weiter - **Subunternehmen**: - S.C. CUBUS ARTS S.R.L., Mitropoliei Straße, Nr. 25, Stadt Sibiu, Kreis Sibiu, Postleitzahl 505179, Rumänien – dieses Subunternehmen liefert den Programmier und Wartungs-Service für die Internetseite [https://adz.ro](https://adz.ro.), sowie Hosting-Dienste für die Plattform zum Versenden der PDF-Ausgabe der ADZ. Hier werden einschließlich personenbezogene Daten gespeichert und übertragen. - Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media), Wieblinger Weg 17, 69123 Heidelberg - Deutschland – dieses Subunternehmen liefert Hosting-Dienste für die Internetseite [https://adz.ro](https://adz.ro.). Hier werden einschließlich personenbezogene Daten gespeichert und übertragen. Die Subunternehmen, welchen wir die personenbezogenen Daten übertragen, entsprechen den DSGVO-Vorschriften. Wir werden die Einhaltung der von der DSGVO auferlegten Normen durch Subunternehmen und Nachverarbeiter überwachen, um sicherzustellen, dass die Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes erfüllt werden. Die Änderungen hinsichtlich der Ergänzungen oder Ersetzung der Nachunternehmen oder der Partner, die die personenbezogenen Daten bearbeiten, werden durch die Aktualisierung der vorliegenden Unterlage gemeldet. Sie haben die Möglichkeit, sich solcher Änderungen zu widersetzen und die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien zu kündigen. **6.2 Rechtsverbindliche Offenlegung** Die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wird die Daten des Kunden den rechtsmäßigen Stellen offenlegen, wenn dessen Zustimmung existiert oder wenn eine gesetzliche Anforderung vorliegt. Die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wird versuchen, die Offenlegung der Daten auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. ### 7. Links von Drittanbietern Gelegentlich können wir nach eigenem Ermessen Produkte und Dienstleistungen von Drittanbietern auf unserer Internetseite berücksichtigen und anbieten. Diese Seiten von Drittanbietern verfügen über gesonderte Datenschutzrichtlinien. Demzufolge übernehmen wir keine Verantwortung und wir haften nicht für den Inhalt und den Aktivitäten dieser verlinkten Webseiten. Dennoch versuchen wir die Integrität unserer Webseite zu schützen und jedwelches Feedback betreffs dieser Webseiten zu bekommen. ### 8. Wo speichern wir die Informationen? Die personenbezogenen Daten werden Datenbanken und Dateien der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien gespeichert. Diese Datenbanken und Dateien werden Ihrerseits in Rechenzentrum in Deutschland und Rumänien gespeichert. ### 9. Zugriff, Datenübertragung, Migrations- und Übertragungshilfe Sie können jederzeit die Bestätigung von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien erhalten, dass ihre personenbezogenen Daten verarbeitet werden oder nicht. Sie können jederzeit eine vollständige Abschrift der Daten bestellen. ### 10. Antrag auf Korrektur, Einschränkung oder Löschung personenbezogener Daten **10.1. Korrektur** Sie können jederzeit ohne unbegründetes Verzögern die Korrektur der ungenauen personenbezogenen Daten, die Sie betreffen, erhalten, gemäß der Klausel 5.4. **10.2. Verarbeitungseinschränkung der personenbezogenen Daten** Sie können jederzeit von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien beantragen, die Verarbeitung der personenbezogenen Daten einzuschränken, wenn Folgendes zutrifft: A. Wenn Sie die Richtigkeit der personenbezogenen Daten bestreiten: In diesem Fall gilt die Einschränkung für einen Zeitraum, der unserem Unternehmen erlaubt, die Richtigkeit der personenbezogenen Daten zu überprüfen. B. Wenn die Verarbeitung rechtswidrig ist und Sie sich der Löschung der personenbezogenen Daten widersetzt und stattdessen die Einschränkung ihrer Benutzung beantragen. C. Wenn die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien nicht mehr die personenbezogenen Daten zwecks Verarbeitung benötigt, aber diese von Ihnen verlangt werden zwecks Festlegung, Ausübung und Verteidigung von Rechtsansprüchen. **10.3. Löschung** Sie können die Löschung der personenbezogenen Daten, die Sie betreffen, ohne unbegründete Verzögerung beantragen und die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wird die personenbezogenen Daten ohne unbegründete Verzögerung löschen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft: A. wenn die personenbezogenen Daten nicht mehr für die Zwecke, für die sie erhoben wurden, benötigt werden; B. wenn Sie ihre Zustimmung, auf der die Verarbeitung beruht, zurückziehen und es keine andere rechtliche Grundlage für die Verarbeitung gibt; C. wenn die personenbezogenen Daten rehtswidrig verarbeitet wurden; D. wenn die personenbezogenen Daten gelöscht werden müssen, um einer rechtlichen Verpflichtung nach EU- oder nationalem Recht nachzukommen. Die Löschung aller Daten erfolgt durch das Absenden einer E-Mail mit der entsprechenden Nachricht and [info@adz.ro](mailto:info@adz.ro) ### 11. Beibehaltung (Speicherung) der Daten **11.1. Richtlinien zur Datenspeicherung** Wenn nicht explizit anders vermerkt werden die Daten über einen Zeitraum von 5 Jahren gespeichert. ### 12. Kooperation Die Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien wird mit Ihnen zusammenarbeiten, um die Einhaltung der anwendbaren Bestimmungen betreffs des Datenschutzes zu sichern, so zum Beispiel um es Ihnen möglich zu machen, die Ausübung der Rechte der betroffenen Personen wirksam gewährleisten zu können (das Recht auf Zugriff, auf Korrektur, auf Löschung, auf Sperrung, auf Widerspruch), Vorfälle zu verwalten, einschließlich Untersuchungen im Falle eines Sicherheitsvorfalls. ### 13. Anzeige/ Klage Sie können eine Klage betreffs der Verarbeitungsweise der personenbezogenen Daten bei der Nationalen Aufsichtsbehörde für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten einreichen. ### 14. Ihre Zustimmung Indem Sie die Dienstleistungen, die von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien angeboten werden, verwenden, sind Sie mit der vorliegenden Vertraulichkeitspolitik einverstanden. ### 15. Änderungen unserer Datenschutzbestimmungen Wenn wir uns dazu entschließen, die Datenschutzbestimmungen zu ändern, werden wir diese Änderungen auf dieser Seite vornehmen und wir werden das Änderungsdatum der Datenschutzbestimmungen von weiter unten aktualisieren. Diese Datenschutzbestimmungen wurde zum letzten Mal am 21. Mai 2019 geändert. --- ## POLITICA DE CONFIDENȚIALITATE Confidențialitatea dumneavoastră este importantă pentru publicația "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien". Scopul acestei Politici de confidențialitate este să vă explice ce date culegem, de ce le culegem și modul în care folosim, dezvăluim, transferăm și stocăm datele dvs. ### 1. Identitatea: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien", denumit în continuare ADZ Dacă aveți întrebări cu privire la această politică de confidențialitate, ne puteți contacta utilizând informațiile de mai jos: **Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien** Banul Dumitrache 40 Bukarest Telefon: +40 (0) 21 317 89 15 Fax: +40 (0) 21 317 89 17 E-Mail: info@adz.ro Website: [www.adz.ro](http://www.adz.ro) **Adresa de corespondență**: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, Of.p. 18, ghișeul 3, CP 21, 014820 București, sector 1 Clienții noștri pot trimite întrebări în legătură cu protecția datelor, confidențialitatea și securitatea datelor cu caracter personal către redactorul șef al ADZ, Rohtraut Wittstock, la adresa de email [info@adz.ro](mailto:info@adz.ro). ### 2. Ce informații colectăm? Dacă vizitați pagina noastră web adz.ro colectăm și stocăm adresa dvs. IP pe o perioadă limitată în fișierele de log al serverului web. Dacă postați un comentariu la unul dintre articole următoarele date vor fi colectate și salvate: - Nume - Email Dacă alegeți să încheiați un abonament al ziarului ADZ prin siteul nostru web, următoarele date personale vor fi colectate și salvate: - Nume și Prenume - Firma - Date despre adresa (inclusiv codul poștal, orașul, județul și țara) - Număr telefon - Adresa de email ### 3. Pentru ce folosim informațiile dvs.? Adresele IP a vizitatorilor siteului sunt folosite în combinație cu alte date din log-urile serverului (care nu sunt personale) pentru a genera statistici, evaluări și studii de piață. Datele care sunt trimise prin formularul de comentarii le folosim pentru a le publica în secțiunea de comentarii a articolelor de presă. Publicarea se face după o verificare și confirmare manuală a conținutului. 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Prelucrarea datelor dvs. se face fie pe baza consimțământului tău, fie în cazul în care prelucrarea este necesară pentru executarea unui contract la care sunteți parte sau pentru a lua măsuri la solicitarea dvs. înainte de a încheia un contract, cf. GDPR art. 6 (1) (a) - (b). Puteți oricând să retrageți consimțământul privind prelucrarea datelor personale, contactându-ne utilizând informațiile de contact de la Art. 1 Pentru a încheia un contract cu ADZ, în vederea beneficierii de serviciile oferite, trebuie să ne furnizați datele personale necesare. ### 5. Cum protejăm informațiile dvs.? Datele dvs. sunt stocate în baze de date localizate pe servere din diferite centre de date. Accesul la bazele de date se face doar prin interfețe securizate cu username și parolă. Doar angajatii noștri și cei ai subcontractanților menționați mai jos au acces la datele personale: - S.C. CUBUS ARTS S.R.L.- die uns Programmier und Wartungs-Dienstleistungen anbietet, sowie Hosting-Dienstleistungen für die Plattform über welche die PDF-Ausgabe der ADZ versandt wird. - Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media) - welche uns die Infrastruktur für das Hosting der Webseite [https://adz.ro](https://adz.ro) zur Verfügung stellt. Toți subcontractanții implementează măsuri tehnice, fizice și organizaționale pentru a menține securitatea datelor dvs. personale împotriva distrugerii accidentale sau ilegale sau a pierderii accidentale, modificării, utilizării neautorizate, modificărilor neautorizate, divulgării sau accesului și împotriva oricărei alte forme de prelucrare ilegală. **5.1. Integritate** Pentru a asigura integritatea, toate transmisiile de date sunt criptate pentru a se alinia cu cele mai bune practici pentru protejarea confidențialității și a integrității datelor. Utilizăm tehnologia Secure Socket Layer (SSL) pentru a transmite comunicațiile dintre dvs. și aplicație. Pentru datele în tranzit, serviciul utilizează protocoale de transport standard pentru industrie atât între dispozitive și centrele de date cât și în interiorul centrelor de date. **5.2. Confidențialitate** Toți membrii personalului sunt supuși unei confidențialități depline, iar subcontractanții și subprocesorii trebuie să semneze un acord de confidențialitate, în cazul în care confidențialitatea totală nu face parte din principala înțelegere dintre părți. Ori de câte ori datele personale sunt accesate de personal autorizat, accesul este posibil numai printr-o conexiune criptată. **5.3. Transparență** ADZ vă va informa în permanență despre modificările aduse proceselor pentru a proteja confidențialitatea și securitatea datelor, inclusiv practicile și politicile. Puteți cere oricând informații despre locul și modul în care datele sunt stocate, securizate și utilizate. **5.4. Abilitatea de a interveni** ADZ permite ca în orice moment să aveți dreptul și libertatea de a opta pentru ștergerea totală a datelor cu caracter personal din bazele de date și fișierele ADZ prin trimiterea unui e-mail cu un mesaj corespunzător la adresa info@adz.ro. Optarea pentru ștergerea datelor va avea efecte doar pentru viitor, prelucrarea efectuată anterior opțiunii de ștergere a datelor rămâne în continuare valabilă. **5.5. Monitorizarea** S.C. CUBUS ARTS S.R.L. și Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media) utilizează rapoarte și notificări de securitate pentru a monitoriza tentative de acces sau utilizare frauduloasă și pentru a identifica și contracara în mod proactiv potențialele amenințări. Operațiile administrative, inclusiv accesul la sistem, sunt înregistrate pentru a furniza un istoric al acțiunilor dacă se fac modificări neautorizate sau accidentale. Performanța și disponibilitatea sistemului sunt monitorizate de serviciile de monitorizare dedicate. **5.6. 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Pentru a putea oferi serviciile ADZ colaborează cu diverși subcontractanți de încredere, și anume: - **Servicii de curierat și poștă**: CN POȘTA ROMÂNĂ SA - CNPR - cărora le predăm numele, prenumele și adresa; - **Subcontractanți**: - S.C. CUBUS ARTS S.R.L., strada Mitropoliei, nr. 25, oraș Sibiu, județ Sibiu, cod poștal 505179, România – acest subcontractant prestează servicii de programare și mentenanță pentru site-ul nostru [https://adz.ro](https://adz.ro.). Deasemenea prestează servicii de găzduire pentru platforma de transmitere a versiunii PDF a ziarului nostru. Aici sunt stocate și transferate inclusiv date cu caracter personal. - Hendrik Heinl, Harald Nikolaus GbR (Xeneris media), Wieblinger Weg 17, 69123 Heidelberg - Germania – acest subcontractant prestează servicii de găzduire pentru site-ul nostru [https://adz.ro](https://adz.ro.). Aici sunt stocate și transferate inclusiv date cu caracter personal. Subcontractanții cărora le transferăm date personale se conformează cu prevederile GDPR. Vom monitoriza menținerea standardelor impuse de GDPR de către subcontractori și subprocesori pentru a se asigura că sunt îndeplinite cerințele privind protecția datelor. Modificările privind adăugarea sau înlocuirea subcontractanților sau a partenerilor care manipulează datele cu caracter personal vor fi anunțate prin actualizarea prezentului document. Aveți posibilitatea de a vă opune unor astfel de modificări și de a rezilia contractul. **6.2 Divulgarea obligatorie din punct de vedere legal** ADZ va divulga datele clientului către organele de drept dacă există acceptul dvs. sau dacă este o cerință legală. ADZ va încerca să limiteze divulgarea datelor la strictul necesar. ### 7. Link-uri către terțe părți Ocazional, la discreția noastră, putem să includem sau să oferim produse sau servicii ale terților pe site-ul nostru. Aceste site-uri terțe părți au politici de confidențialitate separate. Prin urmare, nu avem nici o responsabilitate sau răspundere pentru conținutul și activitățile acestor site-uri web conectate. Cu toate acestea, încercăm să protejăm integritatea site-ului nostru și să primim orice feedback cu privire la aceste site-uri web. ### 8. Unde stocăm informațiile? Datele personale sunt stocate în baze de date și fișiere a ADZ. Aceste baze de date și fișiere sunt localizate fizic pe echipamente de calcul din Germania și România. ### 9. Acces, transfer de date, migrare și asistență de transfer Puteți obține în orice moment confirmarea de la ADZ cu privire la faptul că datele personale referitoare la dvs. sunt procesate sau nu. Puteți să comandați în orice moment o copie completă a datelor. ### 10. Solicitarea de rectificare, restrângere sau ștergere a datelor cu caracter personal **10.1. Rectificare** Puteți obține în orice moment, fără întârzieri nejustificate, rectificarea datelor personale inexacte referitoare la dvs., cf. clauza 5.4. **10.2.** Restricționarea prelucrării datelor cu caracter personal Puteți oricând să solicitați ADZ să restricționeze prelucrarea datelor cu caracter personal atunci când se aplică una dintre următoarele: a) dacă contestați acuratețea datelor personale, caz în care restricționarea se aplică pentru o perioadă care să permită companiei noastre să verifice corectitudinea datelor personale; b) dacă prelucrarea este ilegală și vă opuneți ștergerii datelor cu caracter personal și solicitați în schimb restricția de utilizare a acestora; c) dacă ADZ nu mai are nevoie de datele cu caracter personal în scopul prelucrării, dar ele sunt solicitate de dvs. pentru stabilirea, exercitarea sau apărarea revendicărilor legale. **10.3. Ștergere** Poți să solicitați, fără întârziere nejustificată, ștergerea datelor cu caracter personal care vă privesc și ADZ va șterge datele cu caracter personal fără întârzieri nejustificate atunci când se aplică una dintre următoarele: a) dacă datele cu caracter personal nu mai sunt necesare pentru scopurile pentru care au fost colectate; b) dacă retrageți consimțământul pe care se bazează prelucrarea și nu există altă bază legală pentru prelucrare; c) dacă datele cu caracter personal au fost prelucrate ilegal; d) dacă datele cu caracter personal trebuie să fie șterse pentru a respecta o obligație legală din legislația UE sau națională. Ștergerea tuturor datelor se poate face prin trimiterea unui e-mail cu un mesaj corespunzător la adresa de email [info@adz.ro](mailto:info@adz.ro) ### 11. Retenția (păstrarea) datelor **11.1. Politica de păstrare a datelor** Exceptând cazurile în care este menționat explicit o altă perioadă, datele se vor stoca pe o durată de 5 ani. ### 12. Cooperare ADZ va coopera cu dvs. pentru a asigura respectarea dispozițiilor aplicabile privind protecția datelor, de ex. pentru a vă permite să garantați în mod eficient exercitarea drepturilor subiecților datelor (dreptul de acces, rectificare, ștergere, blocare, opoziție), să gestionați incidentele, inclusiv investigații în cazul unui incident de securitate. ### 13. Denunțare/ Plângere Puteți depune plângere față de modalitatea de prelucrare a datelor personale la Autoritatea Națională de Supraveghere a Prelucrării Datelor cu Caracter Personal. ### 14. Consimțământul tău Utilizând serviciile oferite de ADZ, sunteți de acord cu această Politică de confidențialitate. ### 15. Modificări ale politicii noastre de confidențialitate Dacă vom decide să modificăm Politica de confidențialitate, vom opera respectivele modificări pe această pagină și vom actualiza data de modificare a Politicii de confidențialitate de mai jos. Această politică de confidențialitate a fost modificată ultima dată la 23. mai 2019. *[HTML](/privacy/privacy-policy) · [Markdown](/privacy/privacy-policy.md)* ## Regierungschef Niculescu schließt Steuererhöhungen nicht aus **Bukarest** (ADZ) – Der neue Regierungschef Luca Niculescu (parteilos) hat auf seiner ersten Pressekonferenz mögliche Steueranhebungen nicht ausgeschlossen. Natürlich wünsche sich niemand, neue Steuern einzuführen oder die bestehenden anzuheben, doch hänge die Entscheidung letztlich von den haushalts- und finanzpolitischen Eckdaten zu Jahresende ab, sagte der Premier nach der ersten Sitzung seines Minderheitskabinetts. Auch in puncto Rentenerhöhungen ab 2027 gab sich Niculescu bedeckt – ein Rentenplus könne gleichfalls erst gegen Ende des Jahres festgelegt werden, nachdem man im Bilde sei über die makroökonomische Lage des Landes. Der Premier versicherte jedoch, dass sein Techno-PSD-Kabinett alles unternehmen werde, um vor allem sozial Benachteiligten unter die Arme zu greifen. Niculescu betonte ausdrücklich, dass das mit der EU-Kommission vereinbarte Defizitziel um jeden Preis eingehalten werden müsse, und erinnerte daran, dass Rumänien heuer einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf „Ramsch“ nur knapp entgangen sei, wobei die drei großen Ratingagenturen bereits Anfang kommenden Jahres erneut zu Besuch erwartet würden. Als Antwort auf die Frage eines Journalisten, ob er sich selbst als „Marionetten“-Premier empfinde, verwies der Ex-Diplomat darauf, im Zuge der Mehrheitsfindung auf eine Koalitionsregierung gehofft und bei etlichen politischen Parteien angeklopft zu haben – letzten Endes habe sich jedoch bloß die PSD zu einer Regierungsbeteiligung bereit erklärt. Seine eigenen Empfindungen angesichts eines weitgehend mit PSD-Ministern besetzten Minderheitskabinetts seien „eher unwichtig“, Hauptsache bleibe, dass das Land nach einer knapp halbjährigen politischen Krise wieder über eine handlungsfähige Regierung verfüge, so Niculescu. *2026-10-22 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/regierungschef-niculescu-schliesst-steuererhoehungen-nicht-aus) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/regierungschef-niculescu-schliesst-steuererhoehungen-nicht-aus.md)* ## Nach Drohnenangriffen: NATO verstärkt Präsenz im Schwarzen Meer **Brüssel/Bukarest** (ADZ) – Die NATO hat wegen der zunehmenden Drohnenangriffe auf Handelsschiffe vor der rumänischen und bulgarischen Schwarzmeerküste die Entsendung „zusätzlicher Mittel“ in die Region angekündigt. Dazu gehörten „Unterstützung für Überwachung, Aufklärung und forensische Analyse“, wie NATO-Sprecherin Allison Hart in Brüssel nach einer rumänischer- und bulgarischerseits beantragten Sitzung des Nordatlantikrats mitteilte. „Wir werden weiterhin geschlossen auftreten und dafür sorgen, dass wir bereit und in der Lage sind, jeder Bedrohung zu begegnen“, fügte Hart im Onlinedienst X hinzu. Nach Angaben des militärischen NATO-Sprechers Martin O’Donnell will das Verteidigungsbündnis zusätzliche Seefernaufklärungsflugzeuge, Radarsysteme, Drohnen und Sprengstoffanalyseteams in die Schwarzmeerregion entsenden. Erst am Wochenende hatten zwei F16-Kampfjet-Piloten der rumänischen Luftwaffe zwei russische Angriffsdrohnen mit Düsenantrieb vom Typ Geran 4 unweit von Sulina über dem Schwarzen Meer abgeschossen, nachdem es in den letzten drei Monaten sowohl vor der rumänischen als auch der bulgarischen Küste insgesamt zehn Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gegeben hatte – sechs hatten Frachtern in den rumänischen, vier in den bulgarischen Hoheitsgewässern gegolten. Drei der getroffenen Schiffe sanken, dabei kamen 13 Seeleute ums Leben, während weitere 19 als vermisst gelten. In Bukarest verlautete der neue Außenminister und bisherige Botschafter Rumäniens bei der NATO, Dan Neculăescu (parteilos), dass seine oberste Priorität die Sicherheit des Landes und seiner Bürger sei – einen besonderen Vorrang wolle er dabei auch der Schwarzmeerregion einräumen, die aus seiner Sicht fortan „im Fokus der euroatlantischen Agenda“ zu stehen habe. *2026-10-22 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/nach-drohnenangriffen-nato-verstaerkt-praesenz-im-schwarzen-meer) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/nach-drohnenangriffen-nato-verstaerkt-praesenz-im-schwarzen-meer.md)* ## Fritz: Beziehung zu Dan anders als früher **Bukarest** (ADZ) – USR-Chef Dominic Fritz hat sich nach dem Gang der Partei in die Opposition geäußert, dass Reformisten und Nationalliberale weiterhin gemeinsam daran arbeiten wollen, eine Regierung ohne PSD und AUR zu ermöglichen, die echte Reformen umsetzt. Eine Fusion der beiden Parteien schloss Fritz aus. Mit dem PNL-Vorsitzenden Ilie Bolojan arbeite er konstruktiv zusammen. Eine solche Zusammenarbeit halte auch unterschiedliche Meinungen und Auffassungen aus. Zu dem Verhältnis der Partei zu Präsident Nicușor Dan sagte Fritz, es sei nicht mehr das gleiche wie zum Zeitpunkt, an dem man gemeinsam aufgebrochen war. Sehr viele Wähler Dans berichten von ihrer Enttäuschung; sie hätten für eine mutige Reformagenda gestimmt. Nun kontrolliere faktisch die PSD die Macht im Land, ohne über eine echte Mehrheit im Parlament zu verfügen. Das ist für eine überwältigende Mehrheit der Bürger enttäuschend“, sagte Fritz bei einer Pressekonferenz. Zugleich erklärte er, die USR schließe kein Druckmittel aus, das ihr in der Opposition zur Verfügung stehe. Außerdem werde die Partei keinerlei Absprachen unterstützen, mit denen die PSD versucht, ihren Willen durchzusetzen, sagte Fritz. *2026-10-22 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/fritz-beziehung-zu-dan-anders-als-frueher) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/fritz-beziehung-zu-dan-anders-als-frueher.md)* ## Bergleute beenden Protest in Vulcan **Bukarest** (ADZ) – Vertreter der Behörden und des Arbeitgebers haben am Mittwochabend mit Dutzenden von Bergleuten verhandelt, die sich seit fast zwei Tagen im Bergwerk Vulcan im Schiltal eingeschlossen hatten. Sie versprachen, die Gehaltsprobleme der Belegschaft zu lösen. Nach den Gesprächen erklärten sich die Bergleute bereit, den Protest zu beenden. Für einige von ihnen mussten während des Protests untertage Krankenwagen gerufen werden. Der Regelbetrieb des Bergwerks wurde inzwischen wiederaufgenommen. Staatssekretär Marius Poșa vom Energieministerium erwähnte den Entwurf eines Gesetzes, das Ausnahmen der Verordnung zur Begrenzung der Verdienste der Beschäftigten zulassen soll. Die Bergleute könnten auf diese Weise mehr Geld erhalten. Die Finanzierung sei gesichert, da 106 Beschäftigte entlassen werden sollen. Der Nationale Gewerkschaftsbund Cartel ALFA erklärte, Bergarbeiter verdienten Respekt und gerechte Löhne statt Diskriminierung und administrative Unsicherheit. *2026-10-22 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/bergleute-beenden-protest-in-vulcan) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/bergleute-beenden-protest-in-vulcan.md)* ## Rechtsstaatlichkeit verschlechtert sich **Bukarest** (ADZ) – Rumänien hat bei der Rechtsstaatlichkeit in den vergangenen drei Jahren deutlich an Boden verloren. Das geht aus dem Jahresbericht 2026 der internationalen Organisation World Justice Project (WJP) hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Im diesjährigen Rechtsstaatsindex sank Rumäniens Gesamtwert um 1,1 Prozent. Unter 143 Ländern belegt das Land weltweit Rang 45. In der Region, zu der Europa und Nordamerika gehören, liegt Rumänien auf Platz 28 von 31 Ländern. Auch weltweit hat sich die Ziviljustiz in 64 Prozent der untersuchten Länder verschlechtert, die Strafjustiz in 58 Prozent. Unzulässige Einflussnahme der Regierung erweist sich dabei in beiden Bereichen als wesentlicher Faktor. Der Rechtsstaatsindex des World Justice Project gilt als eine der wichtigsten unabhängigen Quellen für Daten zur Rechtsstaatlichkeit weltweit. Er beruht auf Befragungen von Fachleuten und der Bevölkerung und erfasst 143 Länder und Gebiete, in denen insgesamt 95 Prozent der Weltbevölkerung leben. *2026-10-22 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/rechtsstaatlichkeit-verschlechtert-sich) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/rechtsstaatlichkeit-verschlechtert-sich.md)* ## Randbemerkungen: Türkisch zum Mittleren Osten Abdullah Gül (76), türkischer Politiker mit beeindruckender Karriere (Ministerpräsident und Außenminister, Parteimitbegründer, 11. Präsident der Republik 2007-2014, seit 2007 parteilos, derzeit nicht im öffentlichen Leben präsent und verdächtigt, dass er eine Partei gründen will), meldet sich mit einer Stellungnahme in der Öffentlichkeit. Diesmal ging es dem fließend Englisch und Arabisch Sprechenden darum, seine Meinung zum aktuellen USA-Iran-Konflikt kundzutun: der Iran sollte sein jetziges „Opportunitätsfenster“ gegenüber den USA dringend nutzen. „Am 28. Februar haben Israel und die USA die Welt geschockt durch ihre Angriffe auf den Iran und die Ermordung des Obersten Ayatollahs Ali Khamenei.“ Gül betont die hohe Zahl ziviler Opfer im neu entfachten Krieg im Mittleren Osten und die vielen Kinder, die die USA bei einem Luftangriff auf eine Schule ermordeten. Nicht unerwähnt lässt er die Gegenangriffe des Irans auf Israel und die US-Stützpunkte in diesem Raum, nicht zuletzt die Blockade der Straße von Hormus. Den Kriegsausbruch nennt er eine „einseitige Aggression“, welcher „die internationale Legitimation gefehlt“ habe und die zur „Destabilisierung des gesamten Mittleren Ostens“ geführt hat. Die arabischen Länder seien angegriffen worden vom Iran oder Repressalien ausgesetzt, weil sie US-Stützpunkte auf ihrem Hoheitsgebiet dulden. Sämtliche Länder der Welt müssten seither wirtschaftliche Zusatzkosten schultern wegen des rasanten Anstiegs der Energiepreise. Die Golfstaaten koste es große Imageverluste wegen Sicherheitsmängeln. Im Weiteren zitiert Gül einen Beitrag der „New York Times“ vom 7. April, wo im Detail geschildert wird, wie leicht es dem Israeli Bibi Netanyahu gefallen war, den US-Präsidenten Trump zu überzeugen, den Iran zu überfallen. Das zeige einerseits, wie simpel es sei, Trump zu überzeugen, die USA in einen Krieg zu stürzen. Die Supermacht, strotzend vor Nuklearwaffen! Offensichtlich fehlten den USA Brems- und Überprüfungsmechanismen für Entscheidungsfälle betreffs Krieg und Frieden! Der Vorgang bezeuge auch die maßlose Selbstüberschätzung des US-Präsidenten – damit implizite der US-Administration – nach dem „Sieg“ über Maduro-Venezuela. Trump und sein Famulus Hegseth meinten sich wohl nach Venezuela als Militärmacht unüberwindbar. Der Iran belehrte sie eines Besseren – ohne dass beide bisher die Lehre kapiert hätten! Dass die einzige Ähnlichkeit zwischen dem Iran und Venezuela in deren schier unerschöpflichen Ölreserven liege, sei wahrscheinlich auch das einzige Interesse, das diese Räume beim geldgeilen Dealer Trump wecken. Nun habe sich Trump vor den Midterm-Wahlen im Iran festgebissen. Zudem haben die Golfstaaten, aber auch Saudi Arabien (nach den Huthi-Angriffen) begriffen, dass die „Garantiemacht“ USA sich schwertut im Mittleren Osten, ja, vom durchhaltenden Iran in Schach gehalten wird. US-Aktiva im Golf mutierten vom Garantie- zum Wackelfaktor. Folglich diversifizieren die arabischen Staaten ihre Partnerschaften. China winkt mit Konfuzius-Lächeln. Dem Iran hat sich gerade jetzt, vor den Midterms, ein Opportunitätsfenster aufgetan, sagt Gül, mit dem Nachweis, trotz US- und israelischer Übermacht diesen Paroli bieten, widerstehen zu können. Gül: „Der Iran sollte kurzfristige Vorteile nicht mit langfristig wirkenden Siegen verwechseln. Vorsicht ist angesagt.“ Bei Friedensverhandlungen seien dem Iran „maximalistische Forderungen“ tabu. „Aber vom Momentanvorteil könnte er profitieren, nutzen, was er bisher herausschlagen konnte.“ Auf zwei Aspekte sei zu achten: a) die innere Ordnung des Iran und der Wohlstand der Bevölkerung – eine Ur-Staatsaufgabe; b) die breiter gefächerte regionale Ordnung, die potenzielle Vielfalt gegenseitig vorteilhafter regionaler Zusammenarbeit. Iran und Saudi Arabien sollten ihre Beziehungen rasch normalisieren. *2026-10-22 · Werner Kremm · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/randbemerkungen-tuerkisch-zum-mittleren-osten) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/randbemerkungen-tuerkisch-zum-mittleren-osten.md)* ## Kreative Gegenstände für zu Hause **Zum Frühstück ein Gedicht schreiben, sich eine Geschichte ausdenken, die auf Kacheln abgebildet ist oder mitten im Bücherregal ein Tor in eine andere Welt entdecken – anhand kreativer Gegenstände ist das möglich.** **Entweder, man kauft sie für sich selbst oder man verschenkt sie besonders kreativen Freunden – Kühlschrankmagnete, Story Tiles und Book Nooks werden reine Inspiration schenken. Es handelt sich um kreative Ideen, die in den 90er Jahren, 2008 und 2013 erfunden wurden und seither Menschen auf der ganzen Welt begeistern. Denn mit diesen Gegenständen wird der Alltag zum Abenteuer. Außerdem besteht Suchtpotential! Sowohl Kühlschrankmagnete als auch Story Tiles und Book Nooks sind Gegenstände, die man sammeln kann – je mehr, desto besser und kreativer wird es zu Hause.** **Lyrik auf dem Kühlschrank** „Ein Pferd treibt feuerrot durch Autobahnen des Weltalls”. Mit Hilfe von kleinen magnetischen Täfelchen, die an jedem Kühlschrank, Heizkörper oder an sonstigen Metallteilen haften, können surrealistische Gedichte wie dieses entstehen. Kühlschrankpoesie (im Englischen als Magnetic Poetry bekannt) ist ein beliebtes kreatives Spiel und Text-Werkzeug. Es besteht aus hunderten kleinen Magnetplättchen, auf denen einzelne Wörter, Silben, Satzzeichen oder Wortendungen aufgedruckt sind. Diese lassen sich frei an Kühlschranktüren oder anderen metallischen Oberflächen zu Gedichten, lustigen Sprüchen oder kleinen Botschaften zusammenfügen. Das Konzept wurde Anfang der 1990er-Jahre von dem Amerikaner Dave Kapell erfunden. Literarisch gesehen gehört sie zur Konkreten Poesie, da durch das spielerische Verschieben der vorgegebenen Wörter ganz neue, oft unerwartete, lustige oder surreale Bedeutungszusammenhänge entstehen. Die Wörter können zu verschiedenen Sätzen kombiniert werden, je nach Bedarf. Die Nachrichten auf dem Kühlschrank dienen zur Alltags-Kommunikation. In Wohngemeinschaften oder Familien werden sie oft als interaktives Kommunikationsmittel genutzt, bei dem Mitbewohner bestehende Gedichte verändern oder darauf antworten. Die Magnetsets sind ein klassisches Geschenk für Sprachbegeisterte, Literaturfans, Schriftsteller und alle, die kreativ sind. Ein Set besteht meist aus mehreren hundert Magnetplättchen mit verschiedenen Begriffen, Artikeln und Satzzeichen. Jeder, der am Kühlschrank vorbeigeht, kann bestehende Sätze verändern, erweitern oder völlig neue Kreationen hinterlassen. Im Handel gibt es unzählige Varianten zu kaufen – von Standardsets bis hin zu speziellen Editionen mit Dialekten, Sprachen und zu verschiedenen Themen. Mit den kleinen Magneten kann man auch spielen - jemand fängt eine Geschichte mit drei Wörtern an, und jeder, der an der Küche vorbeikommt, muss sie um ein Wort oder einen Satz erweitern. **Kacheln, die Geschichten erzählen** Im Bauch eines blauen Wals schwimmt ein kleiner, türkisfarbener Fisch. Zwei Buben mit Flügeln wie Schmetterlinge sitzen auf einer Blume. Ein Tintenfisch sitzt auf dem Kopf einer Frau. Eine Geschichte, mit Fliesen oder Kacheln erzählt – das sind Story Tiles. Auf jeder Kachel ist eine Story in Miniatur abgebildet – oder der Anfangspunkt für eine Story. Ob als Wanddekoration, Blickfang auf dem Schreibtisch oder als besonderes Geschenk – die Fliese mit integriertem Aufhängesystem ist vielseitig einsetzbar. Dank der traditionellen, handgebrannten Herstellung ist die Fliese hitze- und wasserbeständig, was sie besonders langlebig und pflegeleicht macht. StoryTiles werden in den Niederlanden von Hand gebrannt und werden hier seit dem 16. Jahrhundert hergestellt. Die Motive basieren oft auf historischen, altniederländischen Motiven wie dem berühmten Delfter Blau, kombiniert mit modernen, augenzwinkernden Details. Da es über 300 verschiedene Motive zu Themen wie Geburt, Hochzeit, Umzug oder Jubiläen gibt, werden sie gezielt als Erinnerungsstücke gesammelt oder verschenkt. Die Fliesen kann man wie kleine Kunstwerke aufhängen. Sie können auch aufgestellt werden und seit einiger Zeit gibt es sie auch in kleinerem Format als Kühlschrankmagnet. Und falls man Story Tiles sammelt, kann man aus mehreren Fliesen eine große Geschichte entwickeln. Selbst heute findet ihr diese Kacheln noch oft in alten holländischen Gebäuden. Die alten Kacheln sind bekannt für ihre einzigartigen Farben. Marga van Oers, die Künstlerin hinter den StoryTiles, hat genau mit diesen Kacheln anfangen. StoryTiles sind ein gutes Beispiel wie sich traditionelles Handwerk und modernes Design verbinden. **Eintauchen in Phantasiewelten aus dem Bücherregal** Mitten in der Bibliothek, zwischen Büchern platziert, befindert sich ein geheimer Durchgang, eine verwinkelte Gasse, eine alte Bibliothek, ein Café oder eine magische Fantasiewelt. Ein Book Nook ist ein kunstvoll gestaltetes Miniatur-Diorama, das sich passgenau zwischen Bücher in einem Regal einfügt. Es wirkt wie ein kleines, verborgenes Tor zu einer anderen Welt, die direkt aus dem Bücherregal herauszuschauen scheint. Bei Book Nooks handelt sich um schmale, meist etwa 20 Zentimeter tiefe Zwischenräume, die mithilfe von Spiegel- oder Tiefeneffekten, feiner Bemalung und eingebauter LED-Beleuchtung eine dreidimensionale Straßenszene, eine Zauberbibliothek oder eine alte Gasse simulieren. Der Trend entstand um 2018 in Japan – maßgeblich populär gemacht durch den japanischen Künstler Monde – und verbreitete sich über Social Media rasant auf der ganzen Welt. Book Nooks gibt es entweder als vorgefertigte DIY-Bastelsets aus lasergeschnittenem Holz, Papier, Stoff und Metall oder als handgefertigte Unikate. Die Bausätze enthalten meist 70 bis über 300 Einzelteile. Sie zeigen entweder magische Welten (Zauberschulen, Geheimlabore, Zaubertränke-Läden und verwunschene Gassen, inspiriert durch Fantasy-Klassiker), historische Städte (alte europäische Kopfsteinpflaster-Gassen, viktorianische Bibliotheken oder traditionelle japanische Kirschblüten-Alleen, Cyberpunk-Straßenzüge, futuristische Bahnhöfe oder gemütliche Leseecken im Miniaturformat oder winterliche Weihnachtsdörfer und herbstliche Landschaften. Schenken kann man sie Bücherfans, Bastlern oder Modellbau-Einsteigern, die sie auch als stimmungsvolle Raum- oder Schreibtischdeko verwenden können. Einfache Einsteigermodelle benötigen etwa vier bis sechs Stunden Bauzeit, während komplexe Bausätze zehn bis 15 Stunden oder mehrere Abende beanspruchen können. *2026-10-22 · Elise Wilk · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/kreative-gegenstaende-fuer-zu-hause) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/kreative-gegenstaende-fuer-zu-hause.md)* ## Ausstellung über Rumäniens ersten Weltraumflug **Arad** – Anlässlich des 45. Jahrestages des ersten rumänischen Weltraumflugs eröffnet das Arader Museum am Freitag, um 14 Uhr, im Kulturpalast eine Sonderausstellung über den Kosmonauten Dumitru-Dorin Prunariu. Der heute 74-Jährige war am 14. Mai 1981 gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Leonid Popow an Bord von Sojus 40 zur Raumstation Saljut 6 gestartet und verbrachte knapp acht Tage im All. Bis heute ist er der einzige Rumäne, der ins Weltall geflogen ist. Die Ausstellung zeigt seltene Dokumente, historische Zeitungen, Medaillen, Abzeichen und Originalgegenstände aus Weltraummissionen. Die Exponate stammen aus der Privatsammlung des Künstlers und Designers Alec Bartos aus Klausenburg/Cluj Napoca, der auch die Ausstellung kuratiert. Zu den besonderen Stücken gehört historisches Filmmaterial zur Mondlandung von 1969. Ehrengast der Eröffnung ist Dumitru-Dorin Prunariu persönlich. Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember jeweils dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. *2026-10-22 · Astrid Weisz · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/ausstellung-ueber-rumaeniens-ersten-weltraumflug) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/ausstellung-ueber-rumaeniens-ersten-weltraumflug.md)* ## Die Hoffnung auf „freiwillige Zusammenschlüsse“ **Reschitza** – Nachdem die Regierung Luca Niculescus (eigentlich durch die Hintertür wieder der PSD) ihr 126-seitiges Regierungsprogramm vorgelegt hat, in dem neue Maßnahmen in Richtung einer Verwaltungsreform (wie alles in diesem vage gehaltenen Regierungsprogramm: skizziert) sind, haben im Banater Bergland die Überlegungen begonnen zum Schicksal der zahlreichen Ortschaften/Kommunen, die weniger als 1500 Einwohner haben. Im Landeskreis Karasch-Severin betrifft das faktisch jeden fünften Bewohner des ländlichen Raums. Die PSD- und regierungsfreundlichen Medien sprechen protzend von einer „umfassenden“ Verwaltungsreform, „gestützt auf ein Funktionsaudit und die Reorganisierung der zentralen Institutionen, um Überlappungen von Kompetenzen auszuschalten“. Die zahlenmäßige Bestimmung der Personalbesetzung soll nicht mehr nach dem starren Prinzip prozentfixierter Personalreduzierungen durchgeführt werden – ein „Uniformierungsprinzip“ – sondern aufgrund objektiver Faktoren geschehen – etwa reelles Arbeitsvolumen pro Beamtenkopf, Zahl der Steuerzahler in der Ortschaft oder im Ortschaftskonglomerat, zu erledigende Dossiers/Arbeitsmappen pro Beamter usw. Zusammenschlüsse von Ortschaften zu „administrativen Konsortien“ aufgrund demokratischer Entscheidungen der Ortsbewohner sollen auch finanziell ermutigt werden (was auch die Bolojan-Regierung, mit sehr bescheidenem „Erfolg“, versucht hat), wo u.a. gemeinsame Urbanismus-Dienstleistungen, eine gemeinsam geführte Buchhaltung, Rechtsbeistand, Ankäufe zum Gemeinwohl, Akquirierung von EU-Mitteln, Human Resources, oder ein gemeinsam genutztes IT-Netzwerk zum Einsatz kommen sollen. Nicht zuletzt soll es zu auf mindestens drei Jahre voraussehbaren „legislativen Formeln“ kommen. Ob auch haushaltsmäßig, darüber lässt uns das Regierungsprogramm, wie in vielem, wenn es konkret wird, im Unklaren. Immerhin: das Programm der PSD-Niculescu-Regierung listet ein 16-Punkte-Programm für diese „Verwaltungsreform“ auf, die viel vom politischen Wunschdenken vergangener Jahre aufgesogen hat – aber keine konkreten Umsetzungsmodalitäten vorschlägt. Weswegen man davon ausgehen darf, dass wohl, dem „normalen“ Gang der Dinge in diesem Land nach zu urteilen, wenig in diesem Bereich passieren wird. Immerhin verspricht das Regierungsprogramm den 429 Verwaltungseinheiten Rumäniens, die weniger als 1500 Einwohner aufweisen, dass sie Vorrang genießen werden bei Finanzierungsprogrammen, wenn sie sich freiwillig zusammenschließen (damit wird die Bolojan-Idee weiter warmgehalten). Im Banater Bergland beträfe das 29 der 69 Kommunen (also 38 Prozent). In diesen Ortschaften leben zum jetzigen Zeitpunkt 27.258 Bürgerinnen und Bürger, was rund 21,6 Prozent der ländlichen Bevölkerung des Banater Berglands entspricht (auf dem Land leben im Banater Bergland insgesamt 126.359 Bürgerinnen und Bürger, die Säuglinge mit eingeschlossen). Finanzierungsvortritt im Fall von freiwilligen Zusammenschlüssen gäbe es im Bildungsbereich und im Gesundheitswesen, bei der sozialen Inklusion, bei baulicher Infrastruktur, lokalem Kulturgut und Digitalisierung – alles aufgrund eines Punktesystems, „nach transparenten Kriterien“. Kommt nur auch darauf an, wer diese Kriterien bestimmt und bewertet ... Allerdings: es gibt zu alldem noch keinen klaren gesetzlichen Rahmen und aus bisherigen Vorstößen in diese Richtung ist bereits hinreichend bekannt, dass die Prozesse in eine solche Richtung nicht gerade wie geschmiert laufen. *2026-10-22 · Werner Kremm · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/die-hoffnung-auf-freiwillige-zusammenschluesse) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/die-hoffnung-auf-freiwillige-zusammenschluesse.md)* ## Neues städtisches Krankenhaus **Temeswar** – Die Stadtverwaltung Temeswar/Timișoara treibt die Vorbereitungen für den Bau eines neuen städtischen Krankenhauses voran. Im Mittelpunkt mehrerer Gespräche, die in den vergangenen Tagen im Rathaus stattgefunden haben, stand die Anpassung des rechtlichen Rahmens für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP). Ziel ist es, klare und verlässliche Regeln für die Umsetzung des Großprojekts zu schaffen. An den Beratungen beteiligten sich Vertreter des rumänischen Finanzministeriums, der International Finance Corporation (IFC), einer Einrichtung der Weltbankgruppe, des Commercial Law Development Program (CLDP) des US-Handelsministeriums sowie Vertreter der Wirtschaft. Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters mit Bürgermeisterbefugnissen, Ruben Lațcău, ist Temeswar die erste Kommunalverwaltung Rumäniens, die bei der Entwicklung eines Projekts in öffentlich-privater Partnerschaft dieses Stadium erreicht hat. Die Stadt benötige dringend ein modernes Krankenhaus, zumal das derzeitige städtische Krankenhaus seine Tätigkeit auf 14 Gebäude im Stadtgebiet verteile und Patienten aus der gesamten Westregion Rumäniens versorge. Gleichzeitig solle das Vorhaben den Weg für weitere öffentlich-private Partnerschaften ebnen und zur Schaffung eines transparenten und berechenbaren Rechtsrahmens beitragen, erklärte Lațcău. Mit den Gesprächen sollen die nächsten Schritte zur Umsetzung des Projekts vorbereitet und Investoren aus dem In- und Ausland gewonnen werden. Die Stadtverwaltung strebt einen möglichst breiten Wettbewerb bei der Auswahl des Konsortiums an, das das neue Krankenhaus errichten und anschließend rund 20 Jahre lang betreiben soll. Das neue städtische Krankenhaus soll im Norden von Temeswar, in der Nähe des Sport- und Nutzflugplatzes, auf einem Grundstück der Stadt entstehen. Die Investition wird auf mehr als 141 Millionen Euro geschätzt. Geplant ist eine modulare Bauweise, die eine spätere Erweiterung ermöglicht. In einer ersten Phase soll das Krankenhaus über 300 Betten verfügen und zahlreiche medizinische Abteilungen, die derzeit auf verschiedene Standorte verteilt sind, unter einem Dach vereinen. Das dreigeschossige Gebäude soll so gestaltet werden, dass die wichtigsten medizinischen Einrichtungen leicht erreichbar und auf kurzen Wegen miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss sind die Notaufnahme, der Aufnahmebereich sowie die diagnostischen Einrichtungen vorgesehen. In den oberen Stockwerken sollen unter anderem die Operationssäle, die Intensivstation und weitere medizinische Abteilungen untergebracht werden. Zur Ausstattung gehören eine moderne Notaufnahme mit einem Hubschrauberlandeplatz für medizinische Rettungseinsätze sowie ein Operationsbereich mit 20 postoperativen Betten. Vorgesehen sind Fachabteilungen für Innere Medizin, Gastroenterologie, Kardiologie, Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Neurochirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Augenheilkunde. Hinzu kommen medizinische Bildgebung, Endoskopie, ein Labor mit Blutbank sowie eine Rehabilitationsabteilung mit 30 Betten. *2026-10-22 · Raluca Nelepcu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/neues-staedtisches-krankenhaus) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/neues-staedtisches-krankenhaus.md)* ## „Lösen wir es nicht auf, belügen wir uns selber auch weiterhin“ **Hermannstadt** – „Wenn wir uns darauf beschränken, alles stets nur vom Augenblick an zu betrachten, als die Russen die Macht im Land an sich rissen, wird weiterhin unter den Teppich gekehrt, was sich vorher ereignet hatte“, schärfte Journalist Filip Florian (58) am Freitagabend, dem 9. Oktober, sich selbst und seinem Publikum im Kellerraum der Humanitas-Buchhandlung in Hermannstadt/Sibiu ein. „Die Zwischenkriegszeit war von Gutem gekennzeichnet, aber auch von sehr schlechten Dingen“, und in Person von Schriftsteller und Übersetzer Marin Mălaicu-Hondrari war auf dem Podium der Präsentation ein ungefähr gleichaltriger Mitredner beteiligt, der Autor Filip Florian glatt aus der Seele zu sprechen schien, und im Tandem mit dem Gast aus Bukarest unabsichtlich einen schlagenden Beweis dafür lieferte, dass für diesmal gar auch ein recht erbitterter Freund und Verfechter der pro-russischen Wählergesellschaft aufmerksam Platz als Zuhörer im literarisch beliebten Untergeschoss genommen hatte. „Das arithmetische Mittel“, vom Polirom-Verlag herausgegeben, ist der fünfte und neueste Roman von Filip Florian, einem akademisch ausgebildeten Geologen und Geophysiker. Auf 370 Seiten schildert er, wie der fiktive Ex-Unterleutnant Tudi Blădoianu sein Dasein in einem Dachboden Bukarests fristet und zu meistern versucht. Die 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts neigen sich dem Ende zu, und aus Angst vor der Verhaftung durch die russischen Truppen zieht der Hauptprotagonist es vor, sein karges und nicht heizbares Versteck unter keinen Umständen zu verlassen. Die „Media aritmetică“ von Filip Florian ist ausführliches Tagebuch eines Regime-Gegners, der sich von Rumäniens sowjetischen Machthabern nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aufspüren lassen möchte. Die Frage, ob dem Buch ohne politische Vorbehalte zu vertrauen wäre, wurde zur Stunde der Vorstellung in Hermannstadt eindeutigst entschärft: „Bald 40 Jahre sind schon vergangen, und wir sind immer noch energisch Kämpfer gegen Ceaușescu“, erklärte Filip Florian, und „alles, was in den 30er- und 40er-Jahren unter den Tisch fallen gelassen wurde, ist bereit, Rumänien zu regieren“. Marin Mălaicu-Hondrari schlug sofort auch in die gleiche Kerbe, da „wir es als Nation niemals begriffen haben, die Dinge bis zum Ende zu lösen“. Deutschlands Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl war einmal an einem polnischen Bahnhof aus dem Zug ausgestiegen, um vor den Bürgern Polens niederknieend um Verzeihung zu bitten. „Bei uns“, so Mălaicu-Hondrari, „werden die Pogrome von Jassy und Odessa teils noch immer verneint“. „Ich glaube an den Pinocchio-Effekt“, so Filip Florian zu seiner Roman-Taktik. „Die erschaffenen Personen drängen ihrerseits in eine bestimmte Richtung, und wenn man sich ihnen mit allzu viel Bedürfnis nach Kontrolle nähert, ersticken sie daran. Ich habe eine irrsinnige Leidenschaft für dieses Thema empfunden.“ Die „Media aritmetică“ spielt statistisch im Bukarest und Rumänien der frühen Nachkriegszeit, orientiert sich inhaltlich aber auch am bedenklichen Sog des ideologischen Gegenpols zum Kommunismus. Dass Marin Mălaicu-Hondrari eingangs vom Hakenkreuz sprach, das Dichter Octavian Goga sich auf eigenen Wunsch dem Revers seines Rocks zur Beerdigung anheften ließ, brachte einen Zuhörer im leider nur kleinen Publikum der Buchvorstellung zum großen Thema kräftig in Rage: Samuel von Bruken-thal gilt in regionalen Kreisen, die sich offensiv gegen Rumäniens Mitgliedschaft in westlichen Bündnissen aussprechen, als „Faschist“. Dozentin Alina Bako von der Lucian-Blaga-Universität empfiehlt, den neuen Roman von Filip Florian „in Ruhe“ zu lesen. „So, wie er auch geschrieben wurde.“ Weil er um „den Sinn“ kreist, „in dem das Individuum sich in Beziehung zur Geschichte setzt“, wie Professorin Teodora Coman vom Hermannstädter Gymnasium Nr. 18 dem „arithmetischen Mittel“ bescheinigt. In der Überschneidung von Faschismus und Kommunismus ein nicht leichtes Unterfangen, dem Filip Florian jedoch gewachsen ist. Mit der Feststellung, dass „in der Literatur die persönlichen Geschichten funktionieren und nicht die aus den Lehrbüchern“, behält Marin Mălaicu-Hondrari vollkommen recht. *2026-10-22 · Klaus Philippi · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/loesen-wir-es-nicht-auf-beluegen-wir-uns-selber-auch-weiterhin) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/loesen-wir-es-nicht-auf-beluegen-wir-uns-selber-auch-weiterhin.md)* ## Nationaler Holocaust-Gedenktag in Karlsburg begangen **Karlsburg** - Ein Gedenken mit Konzert fand am 9. Oktober in der Synagoge von Karlsburg/Alba Iulia statt. Der Tag wurde im Mai 2004 als nationaler Holocaust-Gedenktag in Rumänien eingeführt – und erinnert an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus Bessarabien und der Bukowina nach Transnistrien. Die Deportationen begannen systematisch am 9. Oktober 1941 unter dem Regime von Marschall Ion Antonescu. Ein Grußwort sprach einleitend Lia Borza, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde. Anschließend sprach Gottesdienstleiter Avram Faibiș Gebete. Die Gedenkrede hielt zu diesem Anlass die Historikerin Dr. Andreea Rotche: „Nach dem 22. Juni 1941 fand die Operation zur ,Säuberung des Gebiets‘ in Bessarabien und der Bukowina statt, die folgende Maßnahmen umfasste: die Verhaftung und Erschießung von Juden, die Zusammenführung der Juden in Ghettos und Lagern (die Ghettos in Chișinău und Cernăuți sowie drei große Lager in Bessarabien – Secureni, Ediniți, Vertiujeni) und Deportationen über den Dnjestr.“ Das Datum markiert den Beginn der Vertreibungen und Ermordungen. Die Zahl der rumänischen Juden und der Juden aus den unter rumänischer Verwaltung stehenden Gebieten, die während des Holocausts ermordet wurden, könne nicht mit absoluter Genauigkeit ermittelt werden, so Andreea Rotche: „Die Internationale Kommission zur Erforschung des Holocausts in Rumänien kam zu dem Schluss, dass während des Holocausts in Rumänien und in den unter seiner Kontrolle stehenden Gebieten zwischen 280.000 und 380.000 rumänische und ukrainische Juden ermordet wurden oder starben. Zwischen 105.000 und 120.000 deportierte rumänische Juden starben infolge der Deportationen nach Transnistrien. Das Gedenken am Holocaust-Gedenktag müsse zu einem besseren Verständnis dieser kollektiven Tragödie führen, so die Rednerin: „Wenn wir die Geschichte kennen, lernen wir aus der Vergangenheit und können in der Gegenwart Toleranz und Respekt gegenüber anderen Ethnien und Religionen fördern.“ Der Tag gebe Anlass über die Folgen der Errichtung eines totalitären Regimes nachzudenken und insbesondere, wie dieses die Bürgerrechte und -freiheiten beeinflusst. Abschließend zitierte die Rednerin den Holocaustüberlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, der die Erinnerung ins Zentrum stellte: „Das ist mein größtes Anliegen: die Erinnerung, das Reich der Erinnerung. Ich möchte dieses Reich schützen und bereichern, ihm huldigen und ihm dienen.“ Ein Konzert gaben nach der Gedenkveranstaltung Ioan Chiciudean (Tenor), Ruben Morar (Klavier) und Nicolas Bogdan Velicea (Tenor). *2026-10-22 · Aurelia Brecht · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/nationaler-holocaust-gedenktag-in-karlsburg-begangen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/nationaler-holocaust-gedenktag-in-karlsburg-begangen.md)* ## Finanzierung für das Dach des Altemberger-Hauses **Hermannstadt** – Das Brukenthalmuseum erhält neue Finanzierungsmittel für Sicherungs- und Reparaturarbeiten am Altemberger-Haus in Hermannstadt/Sibiu. Wie die Museumsleitung mitteilt, konnte ein Vertrag mit dem Nationalen Institut für Kulturerbe/Institutul Național al Patrimoniului (INP) geschlossen werden. Darin wurde ein nicht rückzahlbarer Zuschuss für das Projekt „Sicherungs- und Notfallmaßnahmen für das Dach des Altemberger-Turms“ festgelegt. Der Gebäudeteil ist Bestandteil des Historischen Museums und gehört zum Brukenthalmuseum. Die Summe der bewilligten Förderung beträgt 500.000 Lei. Das Projekt wird im Rahmen des Teilprogramms „Notfallmaßnahmen (vor und nach Katastrophen)“ finanziert, das dem Schutz historischer Denkmäler gewidmet ist, die dringende Maßnahmen erfordern. „Das Altemberger-Haus ist ein wichtiger Bestandteil der Hermannstädter Identität und steht in Verbindung mit einer seiner herausragenden Persönlichkeiten, Thomas Altemberger.“ Man habe die Verantwortung, dieses Erbe zu bewahren, so die Museumsleitung: „Die vom Nationalen Institut für Kulturerbe (INP) bereitgestellten Mittel ermöglichen es uns, einen konkreten Schritt in diese Richtung zu unternehmen. Mit diesem Projekt setzt das Brukenthalmuseum seine Bemühungen zum Schutz und zur Erhaltung des von ihm verwalteten Kulturerbes fort mit der Verantwortung, es an künftige Generationen weiterzugeben. Wir danken dem Nationalen Institut für Kulturerbe für die gewährte Unterstützung und für die Förderung der Maßnahmen, die zum Schutz der historischen Denkmäler erforderlich sind“, erklärte Dr. Raluca Teodorescu, Leiterin des Brukenthalmuseums, anlässlich der Mittelvergabe. *2026-10-22 · Aurelia Brecht · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/finanzierung-fuer-das-dach-des-altemberger-hauses) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/finanzierung-fuer-das-dach-des-altemberger-hauses.md)* ## Ein besonderer Fund auf dem Zentralfriedhof in Hermannstadt **Unter dem Motto „Gemeinsam Geschichte bewahren“ fand Anfang Oktober 2026 die zweite, von mir initiierte Pflegeaktion im evangelischen Teil des Hermannstädter Zentralfriedhofs statt. Sie hinterließ weit mehr als nur sichtbar gepflegte Grabstätten: Sie führte zu einer Entdeckung, in der sich Geschichte, Erinnerung und persönliches Schicksal auf eindrucksvolle Weise berührten.** Unter der fachkundigen Leitung von Helga Farcasiu, der Friedhofspflegebeauftragten der Evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt/Sibiu, widmeten sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Brukenthalgymnasiums, Sybille Ungar und ich erneut zwei Tage lang mit großer Sorgfalt dem Erhalt dieses besonderen historischen Ortes. Unterstützung erhielten wir von Jaroslaw Potempa, einem aus Oberschlesien stammenden Arbeitskollegen, von der in Berlin geborenen Katrin Lederer, deren siebenbürgische Wurzeln nach Heltau/Cisnădie führen, sowie von Dieter Krauss aus Agnetheln/Agnita. Als sich der zweite Arbeitstag seinem Ende zuneigte, führte Helga Farcasiu die Gruppe zu einer fast vollständig überwucherten Grabstätte, über der sich ein filigraner Rosenbogen aus Metall erhob. Unter dichtem Efeu, den Ranken einer verwilderten Rose und üppigem Wildwuchs zeichnete sich zunächst kaum mehr als eine undeutliche Kontur ab. Erst bei genauerem Hinsehen offenbarte sich der außergewöhnliche Fund: Stück für Stück trat eine Frauenbüste hervor, die offenbar über lange Zeit dem Blick der Friedhofsbesucher entzogen gewesen war. Mit größter Behutsamkeit und in achtsamer Rücksicht auf die historische Substanz entfernte die Gruppe den dichten Bewuchs. Nachdem die Büste vorsichtig aus der festen Umklammerung des Efeus gelöst worden war, wurde sie zunächst an einem geschützten Ort abgelegt. Ein Bruch auf ihrer Rückseite machte deutlich, dass vor einer erneuten Aufstellung zunächst eine fachgerechte Sicherung erforderlich war. Die Grabstätte A40-g-17 ist die gemeinsame Ruhestätte von Reinhold Reiß, seiner Ehefrau Mathilde „Tilla“ Reiß-Schneider und Rudolf Schneider, Mathildes Bruder. Mit den freigelegten Namen gewann der Fund eine unvermutete persönliche und familiengeschichtliche Tiefe. Sichtbar wurde nicht nur ein kunstvoll gestaltetes Grabmal, sondern ein Ort, an dem sich die Erinnerung an individuelle Lebenswege und familiäre Verbundenheit bewahrt hat. Zunächst entdeckte die Gruppe eine Marmorplatte, die vorsichtig freigelegt wurde; anschließend trat nach und nach die gesamte Grabplatte hervor. Für Sybille, Jaroslaw und Peter war dies ein besonderer und bewegender Augenblick. Die Verbindung aus handwerklicher Arbeit, unerwarteter Entdeckung und wieder sichtbar gewordener Erinnerung verlieh dem Einsatz eine Bedeutung, die weit über die reine Grabpflege hinausging. Besonders berührend ist die persönliche Inschrift, mit der Reinhold seiner Frau Tilla Reiss-Schneider über den Tod hinaus seine Dankbarkeit ausdrückte: „Mein Sonnenschein warst Du in diesem Weltgetriebe, drum bring ich auch im Nachhinein Dir Dank für Deine Liebe. (Reinhold)“ Diese wenigen Zeilen verleihen der Grabstätte eine eindringliche menschliche Stimme und lassen die Verbundenheit des Ehepaares noch heute spürbar werden. Nach behutsam ausgeführten Reparatur- und Sicherungsarbeiten konnte die Büste schließlich wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufgestellt werden. Damit erhielt die Grabstätte einen wesentlichen Teil ihrer einstigen Gestaltung zurück. Zugleich wurde ein sichtbares Zeichen dafür gesetzt, wie viel durch sorgfältige, gemeinschaftlich getragene Pflege für den Erhalt des kulturellen Erbes erreicht werden kann. Ein herzlicher Dank gilt Helga Farcasiu für ihre kompetente, engagierte und umsichtige Betreuung. Ebenso danken wir Dieter Krauss für seine tatkräftige Unterstützung sowie Pfarrer Hans-Georg Junesch und dem Pfarrsekretariat für ihre organisatorische Hilfe und die Verpflegung der Beteiligten. Unser Dank schließt darüber hinaus Ilse und Friedrich Philippi, Doris Köber und Christa Manta Klemens ein, die den Einsatz auf unterschiedliche Weise unterstützt haben. Die Bilanz der beiden Arbeitstage kann sich sehen lassen: Rund 50 Gräber wurden von Efeu und anderem Wildwuchs befreit, sieben Grabsteine konnten befestigt und damit vor weiterem Verfall geschützt werden. Trotz der körperlich anspruchsvollen Arbeit kamen Freude, Begegnung und Geselligkeit nicht zu kurz. Wie umfangreich der Einsatz war, zeigten nicht zuletzt zwei bis zum Rand mit Grünschnitt gefüllte Container. Ein herzlicher Dank gilt deshalb auch der Friedhofsverwaltung, die deren Bereitstellung und Abholung über die städtische Müllabfuhr SOMA ermöglichte. Unter diesem Motto „Gemeinsam Geschichte bewahren“ sind alle Interessierten herzlich eingeladen, sich an den kommenden Pflegeaktionen im evangelischen Teil des Zentralfriedhofs in Hermannstadt zu beteiligen. Mitmachen kann jeder, der sich für die Geschichte Hermannstadts und den Erhalt historischer Grabstätten interessiert oder Freude an sinnvoller gemeinschaftlicher Arbeit im Freien hat. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend sind ein respektvoller Umgang mit dem historischen Ort, Sorgfalt bei der Arbeit und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für ein wertvolles kulturelles Erbe zu übernehmen. Jede helfende Hand trägt dazu bei, Grabstätten wieder sichtbar zu machen, persönliche Erinnerungen vor dem Vergessen zu bewahren und ein bedeutendes Kapitel der Stadtgeschichte für kommende Generationen zu erhalten. *2026-10-22 · Peter Budz · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/ein-besonderer-fund-auf-dem-zentralfriedhof-in-hermannstadt) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/ein-besonderer-fund-auf-dem-zentralfriedhof-in-hermannstadt.md)* ## Neue Regierung voll einsatzfähig: 280 Stimmen für Luca Niculescu **Bukarest** (ADZ) – Die von dem parteilosen Luca Niculescu geführte Regierung hat im Parlament 280 Stimmen erhalten, 47 mehr als die erforderliche Mehrheit. Dennoch wird sie nur von einer Minderheit im Parlament getragen. Rumänien habe keine Zeit mehr zu verlieren, sagte Niculescu im Parlament. Das Vertrauen des Parlaments verpflichte die Regierung zu verantwortungsvollem Handeln, erklärte Ministerpräsident Luca Niculescu nach der Abstimmung. In den Reden vor der Abstimmung warfen die wichtigsten Akteure mit Anklagen um sich. PSD-Chef Sorin Grindeanu drohte, „das Scheitern der Regierung Bolojan öffentlich bloßzustellen“. Der PNL-Vorsitzende Ilie Bolojan, dessen Partei für die neue Regierung stimmte, konterte, die PSD erfinde bereits eine „schwere Erblast“, um zu vertuschen, dass sie ihre falschen Versprechen nicht einhalten kann. „Eins muss klar sein“, betonte Bolojan: „Es gibt keine schwere Erblast. Der Haushalt ist stabilisiert.“ Wie die PNL stimmte auch der UDMR für die Regierung und geht in die Opposition. Parteichef Hunor Kelemen sprach von einer „letzten Chance für ein demokratisches Rumänien“ und betonte: „Der Dialog wird bei jedem Gesetzentwurf und jeder Verordnung notwendig sein.“ Von den bisherigen Regierungsparteien stimmte nur die USR gegen das neue Kabinett. Der Abgeordnete Radu Miruță konterte nach Angriffen der Sozialdemokraten: Eine „PSD mit Führungspolitikern, bei denen Bestechungsgeld im Kofferraum gefunden wurde“, könne keine Lösungen beanspruchen. Auch die AUR stimmte gegen die Regierung. Staatschef Nicușor Dan dankte bei der Vereidigung am selben Abend dem scheidenden Premierminister Ilie Bolojan und formulierte drei zentrale Erwartungen an Nachfolger Niculescu: Haushaltsdisziplin, wirtschaftliche Erholung und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Parlament. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/neue-regierung-voll-einsatzfaehig-280-stimmen-fuer-luca-niculescu) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/neue-regierung-voll-einsatzfaehig-280-stimmen-fuer-luca-niculescu.md)* ## Was will Niculescu? Premier legt Regierungspläne offen **Bukarest** (ADZ) – In seiner Rede vor dem Parlament hat der neue Premierminister vor allem auf die wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen aufmerksam gemacht: Rumänien müsse seine Wirtschaft wieder in Schwung bringen und zugleich das Haushaltsdefizit senken. Niculescu kündigte auch gezielte Hilfen für sozial schwache Bürger, Einsparungen beim Staat und zusätzliche Investitionen an. Die Renten sollen ab 2027 wieder steigen, jedoch habe die Regierung dabei auch den Abbau des Haushaltsdefizits zu berücksichtigen, sagte Niculescu. Besonders unterstützen wolle sie Rentner mit niedrigen Bezügen, Familien mit geringen Einkommen und Haushalte, die unter hohen Energiekosten leiden. Die Hilfen sollen gezielt bei den Betroffenen ankommen. Eine sofortige Aufholung aller bisherigen Kaufkraftverluste könne er jedoch nicht versprechen. Die Regierung will die öffentlichen Finanzen weiter stabilisieren und ihre Zusagen zum Defizitabbau einhalten. Unberechtigte Vergünstigungen und Privilegien sollen wegfallen. Bevor der Staat den ehrlichen Steuerzahlern zusätzliche Lasten aufbürde, müsse er seine eigenen Ausgaben senken und Verschwendung in Behörden und Staatsunternehmen beseitigen. Dauerhafte Ausgaben dürften nur dann beschlossen werden, wenn dafür eine dauerhafte Finanzierung gesichert sei und das Finanzministerium zugestimmt habe. Niculescu kündigte an, den einheitlichen Steuersatz beizubehalten und die Mindeststeuer auf den Umsatz von Unternehmen zum 1. Januar 2027 abzuschaffen, um Investitionen zu erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Niculescu will auch die Kosten für Strom in strategisch wichtigen Industriezweigen senken und den Parteien einen nationalen Energiepakt mit einer Laufzeit von zehn Jahren vorschlagen. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/was-will-niculescu-premier-legt-regierungsplaene-offen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/was-will-niculescu-premier-legt-regierungsplaene-offen.md)* ## Liberale Rebellen vom Gang in die Opposition wenig begeistert **Bukarest** (ADZ) – Die Liberalen haben ihren Gang in die Opposition angetreten, was ihren Rebellen-Flügel offenbar wenig begeistert. So forderte der zu den „Putschisten“ gehörende Klausenburger Kreisratschef Alin Tișe alle liberalen Amtsträger auf, die Vorgabe des Parteichefs bezüglich ihres Rücktritts zu ignorieren – kein einziger Liberaler habe sein Amt niederzulegen, vielmehr sei der inkompetente Parteivorstand derjenige, der zurücktreten müsse, schrieb Tișe bei Facebook. Dessen ungeachtet legten elf der insgesamt zwölf liberalen Staatssekretäre ihr Amt umgehend nieder – einzig der Staatssekretär im Verkehrsministerium Ionel Scrioșteanu, der dem zu den Rebellen gehörenden Ilfover Kreisratschef Hubert Thuma nahesteht, verweigerte zunächst seinen Abgang, wurde von Interims-Premier Ilie Bolojan jedoch vor dessen Mandatsende prompt freigestellt. Auch zehn liberale Präfekten und Unterpräfekten legten bereits ihre Ämter nieder. Auf die Frage der Medien, ob Bolojan die PNL angesichts der internen Spannungen vor einem Bruch bewahren könne, entgegnete Fraktionschef Daniel Fenechiu, dass die Mehrheit der Liberalen geschlossen hinter ihrem Parteichef stehe – jene, die darauf bauen würden, dass Bolojans Führungsposition nach seinem Abgang als Premier ins Wanken gerate, hätten „falsch gewettet“. Bezüglich der Rebellen stellte Fenechiu klar, dass die PNL „mit keiner Söldnerarmee in den Krieg ziehen“ werde – PNL-Chef Bolojan sei gerade im Begriff, den Wiederaufbau der Partei anzupacken. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/liberale-rebellen-vom-gang-in-die-opposition-wenig-begeistert) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/liberale-rebellen-vom-gang-in-die-opposition-wenig-begeistert.md)* ## Die PSD will Social Media-Verbot für unter 14-Jährige **Bukarest** (ADZ) – Die PSD bereitet nach Angaben ihres Vizevorsitzenden Bogdan Ivan eine Gesetzesinitiative vor, die ein nationales Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren vorsieht. Das Gesetzesvorhaben der Sozialdemokraten erfolgt, nachdem letzte Tage ein 13-jähriger Bistritzer Schüler eine Lehrerin sowie einen 12-jährigen Mitschüler, der ihr zur Hilfe geeilt war, mit einem Messer verletzt und seine Tat davor auf einer Social-Media-Plattform angekündigt hatte. Ivan zufolge strebt die Gesetzesinitiative der PSD „keine Zensur“ bzw. Einschränkung der freien Meinungsäußerung an, sondern zielt vor allem darauf ab, Regeln einzuführen, die Kinder und Jugendliche im Internet schützen. Die Vorlage werde drei Grundregeln aufstellen – nämlich a) ein nationales Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige, sodann b) ein begrenzter Social-Media-Zugang mit ausdrücklicher Einwilligung der Eltern für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren und c) ein Verbot unerwünschter und unangeforderter Mitteilungen von Erwachsenen an Minderjährige. Man dürfe nicht untätig zusehen und abwarten, bis es zu einer weiteren Tragödie komme, betonte der sozialdemokratische Politiker. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/die-psd-will-social-media-verbot-fuer-unter-14-jaehrige) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/die-psd-will-social-media-verbot-fuer-unter-14-jaehrige.md)* ## Präsident beruft CSAT ein **Bukarest** (ADZ) – Staatspräsident Nicușor Dan hat für Donnerstag eine Sitzung des Obersten Verteidigungsrates des Landes (CSAT) einberufen – es ist die erste, an der der frischgebackene Premierminister Luca Niculescu (parteifrei) und die neuen Ressortchefs der im CSAT vertretenen Schlüsselministerien teilnehmen. Auf der Tagesordnung sollen die zunehmenden russischen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer bzw. in den rumänischen Hoheitsgewässern sowie weitere Rüstungsbeschaffungen stehen. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/praesident-beruft-csat-ein-1) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/praesident-beruft-csat-ein-1.md)* ## Zugebissen: Neue Alte, alte Neue Während in mehreren europäischen Ländern Proteste und Demonstrationen die Schlagzeilen bestimmten, herrscht im Donau-Karpatenraum fast idyllische Ruhe. Rumänien bereitet sich, wie gewohnt, auf eine neue Blütezeit vor. Eine jener Blütezeiten, deren Ertrag sich meist auf die Karrierewege von Parteifunktionären beschränkt. Rumänien hat wieder eine Regierung. Genauer: Es wird sehr wahrscheinlich eine haben. Zum Zeitpunkt der Niederschrift fehlt noch die formale Zustimmung des Parlaments, doch das gehört – in diesem Fall – zu jenen institutionellen Ritualen, deren Einfluss auf das Endergebnis ungefähr dem einer Kirchenkerze auf die Erdrotation entspricht. Nach mehr als fünf Monaten politischer gehobener Algebra im Cotroceni-Palast ist die Rechnung des ersten Mathematikers des Volkes aufgegangen. Die PSD kontrolliert die wichtigsten Ministerien, besetzt den Großteil des Kabinetts und hält erneut die Hand am Steuer jenes Staates, den sie seit Jahrzehnten abwechselnd ruiniert, repariert und anschließend wieder reparaturbedürftig macht. Bemerkenswert ist die ideologische Elastizität der Sozialdemokratie. Maßnahmen, die vor wenigen Monaten noch als nationaler Ausverkauf galten, erscheinen nun als patriotische Wirtschaftsförderung. Der Börsengang profitabler Staatsunternehmen etwa. Was unter der Vorgängerregierung als Verrat am nationalen Interesse gebrandmarkt wurde, firmiert heute als nachhaltige Strategie zur Modernisierung der Wirtschaft. Premier Luca Niculescu durfte sich die Unterstützung der Liberalen und der Union der Ungarn vertraglich sichern. Die Liberalen erklärten dabei mit jener Begeisterung, die man gewöhnlich bei einer Zahnwurzelbehandlung beobachten kann, ihre Zustimmung. Rumänien dürfe schließlich nicht weiter ohne Regierung mit vollen Befugnissen dastehen, ließ man wissen. Das Land stehe sonst vor einem Sprung ins Leere ohne Fallschirm. Offiziell gilt die Unterstützung nur für sechs Monate. Inoffiziell weiß jeder, dass in Bukarest kaum etwas dauerhafter ist als ein vorübergehendes politisches Arrangement. Wer einmal an den Hebeln der Macht sitzt, lässt diese selten freiwillig los. Schon gar nicht mit Blick auf die Wahlen 2028. Zuvor musste allerdings die obligatorische Maskerade im Parlament aufgeführt werden. Die Anhörungen der Ministerkandidaten in den Fachausschüssen gehören zu den liebevoll gepflegten Ritualen der rumänischen Demokratie. Die Medien erhalten niveaulose Inhalte, die mehrere Stunden Sendezeit mit Analysen ermöglichen. Die Abgeordneten dürfen sich empören. Die Kandidaten dürfen Antworten vermeiden. Danach wird abgestimmt. Das Ergebnis hat einen bemerkenswerten Vorteil: Es kann vom Premier problemlos ignoriert werden. Doch die eigentliche Arbeit beginnt ohnehin erst nach der Regierungsbildung. Die PSD weiß seit Jahrzehnten, dass Wahlen nicht in Bukarest gewonnen werden, sondern „im Territorium“. Deshalb wird in den kommenden Monaten ein großzügiger Austausch politischer Kader einsetzen. Wer noch eine Leitungsfunktion innehat und die falsche Parteifarbe trägt, wird bald Gelegenheit erhalten, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Ist diese Übung abgeschlossen, darf die Regierung in den traditionellen Wintermodus übergehen. Sie wird das schwere Erbe ihrer Vorgänger beklagen, schwierige Rahmenbedingungen dia-gnostizieren und jede Verantwortung dort suchen, wo sie gerade nicht sitzt. Denn das bleibt die eigentliche Konstante der rumänischen Politik: Nicht Programme regieren das Land, sondern Gedächtnislücken. Wer einen Winter politisch übersteht, darf sich bereits als erfolgreicher Staatsmann betrachten. Und so blickt Rumänien erneut einer glanzvollen Zukunft entgegen. Die neuen Alten können nun zufrieden sein, denn die alten Neuen sitzen an den Hebeln. Die Blütezeit kommt bestimmt. Spätestens kurz vor den nächsten Wahlen. *2026-10-21 · Roger Pârvu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/zugebissen-neue-alte-alte-neue) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/zugebissen-neue-alte-alte-neue.md)* ## Eine neue Terrasse für Holzmengen **Fünf angehende Gärtnermeister aus Bayern haben im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Erasmus+ Projekts zwei Terrassenebenen mit Natursteinmauern und Kräuterbeeten angelegt. Die Bauarbeiten am ehemaligen evangelischen Pfarrhaus, unmittelbar neben der historischen Kirchenburg, wurden am Freitag, dem 9. Oktober, abgeschlossen. Entstanden ist ein neuer Aufenthaltsbereich: Dieser soll künftig den Besuchern des Burgcafés, den der CEPIT-Verein ab 2027 betreiben möchte, offenstehen und zum Verweilen einladen.** Rund 1200 Kilometer legten die fünf Landschaftsgärtner aus Bayern für ihren Arbeitseinsatz zurück. Vom 2. bis 12. Oktober hielten sie sich im Pfarrhaus Holzmengen/Hosman auf, um das Projekt in ihrer Freizeit umzusetzen. Dafür nahmen sie eigens Urlaub. Die Teilnehmer absolvieren an der Landshuter Fachschule eine berufliche Weiterbildung zum Gärtnermeister in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Diese baut auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung und praktischer Berufserfahrung auf. Der Unterricht findet jeweils von November bis März statt – dazwischen arbeiten die angehenden Gärtnermeister in ihren Betrieben. Begleitet wurde die Gruppe von den Lehrkräften Jan-Philipp Wassermann und Markus Wittenzeller von der Fachschule Gartenbau in Landshut. Auf dem Gelände entstanden so zwei Terrassenebenen, deren Höhenunterschied durch eine Natursteinmauer aus regionalem Sandstein abgefangen wird. Zwei Kräuterbeete mit für die Gegend typischen Kräutern ergänzen die Gestaltung. Die Pflanzen wurden von der Baumschule Schwab aus Ingolstadt gespendet – die Geiger Group Romania unterstützte das Projekt mit Kies- und Sandspenden. Besonders anspruchsvoll gestaltete sich die Verarbeitung der unregelmäßigen Sandsteine. Jeder Stein musste sorgfältig ausgewählt und passend versetzt werden. Neben handwerklichem Geschick waren dabei Teamarbeit, Improvisation und gestalterische Entscheidungen gefragt. Gerade diese Herausforderung reizte Stefan Moll: „Ich arbeite gerne mit Naturstein. Da muss man ein bissl basteln und denken.“ Eine weitere Besonderheit ergab sich aus dem Denkmalschutz des historischen Gebäudeensembles. Bei den Maurerarbeiten kam deshalb Kalkmörtel zum Einsatz, wie er bereits vor Jahrhunderten verwendet wurde. Das Material ist mit historischen Bauweisen vereinbar und fügt sich in den Charakter der Anlage ein. Die Verwendung traditioneller Materialien war damit nicht nur eine handwerkliche, sondern auch eine denkmalpflegerische Entscheidung. Auch Tim Gallemann sah in dem Aufenthalt eine besondere Gelegenheit: „So eine Chance bekommt man vielleicht nie wieder.“ Besonders interessant fand er die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten und dabei historische Bauweisen kennenzulernen und möglichst originalgetreu umzusetzen. **Von der Idee zum europäischen Gemeinschaftsprojekt** Dem Arbeitseinsatz ging eine mehr als einjährige Planungsphase voraus. Erasmus+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das unter anderem internationale Lernaufenthalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Teilnahme setzt eine erfolgreiche Antragstellung voraus. Zudem müssen die Projekte bestimmte Anforderungen erfüllen, etwa klar definierte Lernziele, eine strukturierte Durchführung und die Dokumentation der Ergebnisse. Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Projekts spielte Lorenz Prügl: Der angehende Gärtnermeister betreibt seit 2024 ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen in Holzmengen und besucht derzeit die Fachschule Gartenbau in Landshut. Durch seine Verbindungen nach Siebenbürgen entstand der Kontakt zum Verein „Europäisches Jugendbegegnungszentrum Kirchenburg Holzmengen“ (CEPIT). Prügl unterstützte die Arbeiten mit seinem Unternehmen unentgeltlich. Die übrigen Materialkosten übernahm der CEPIT-Verein, der auch das Burgcafé betreibt. Für Lorenz Prügl hatte das Vorhaben eine besondere persönliche Bedeutung: „Ich wollte meinen Mitschülern meine zweite Heimat zeigen.“ Gleichzeitig begeisterte ihn die Möglichkeit, an einem historischen Gebäudeensemble mit traditionellen Materialien zu arbeiten. Wichtig war ihm auch, dass die Arbeit über den Aufenthalt hinaus Bestand hat: „Ich wollte bei einem Projekt mitmachen, von dem die Allgemeinheit etwas hat.“ Wie viele Beteiligte zum Gelingen beigetragen haben, hebt auch Ruth Istvan vom CEPIT-Verein hervor: „Dass dieser Einsatz möglich war und erfolgreich abgeschlossen werden kann, ist vielen begünstigenden Umständen und engagierten Mitdenkern und -planern zu verdanken. Nicht zuletzt hat auch noch das sonnige Herbstwetter ein i-Tüpfelchen draufgesetzt. An dem Ergebnis der Aktion werden wir sehr lange unsere Freude haben!“ Projektteilnehmerin Esther Schmid-Bodler schätzt besonders den Blick über den eigenen Alltag hinaus: „Es ist spannend, Menschen aus anderen Kulturkreisen zu begegnen und die eigene Komfortzone zu verlassen.“ Erfahrungen mit internationalen Hilfsprojekten hat sie bereits gesammelt – in Kenia beteiligte sie sich am Bau von Einrichtungen für eine Kindertagesstätte. Auch in Holzmengen sei es ihr wichtig, etwas zu schaffen, das den Menschen vor Ort langfristig Freude bereitet. Neben den handwerklichen Erfahrungen spielte das gemeinsame Leben und Arbeiten eine wichtige Rolle. Robin Menge wollte „mal einen neuen Ort sehen und mit Leuten zusammenarbeiten, mit denen man sonst nur im Klassenzimmer sitzt“. Auch die Unterbringung in der Jugendherberge im Pfarrhaus während des Arbeitseinsatzes nahm er mit Humor: „Das einfache Leben hält frisch, und man schläft gut.“ **Ein historischer Ort mit Zukunft** Das Dorf Holzmengen blickt auf eine jahrhundertelange siebenbürgisch-sächsische Geschichte zurück. Sein Wahrzeichen ist die evangelische Kirchenburg mit einer romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Auswanderung eines Großteils der siebenbürgisch-sächsischen Bevölkerung stellte den Erhalt der historischen Gebäude vor große Herausforderungen. Seit 1996 setzt sich der CEPIT-Verein für die Sanierung und eine neue Nutzung des Ensembles ein. Das ehemalige Pfarrhaus dient heute als Unterkunft für Jugendgruppen und internationale Gäste. Kulturveranstaltungen, Freiwilligeneinsätze, der Weihnachtsmarkt und das Holzstock-Festival machen die Kirchenburg zu einem lebendigen Begegnungsort. Das Erasmus+ Projekt fügt sich in diese Entwicklung ein. Es zeigt, wie internationale Zusammenarbeit, berufliche Weiterbildung und freiwilliges Engagement zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes beitragen können. Für die angehenden Gärtnermeister aus Bayern bleibt der Einsatz nicht nur eine besondere handwerkliche Erfahrung, sondern auch eine persönliche Begegnung mit Siebenbürgen und seinen Menschen. *2026-10-21 · Markus Wittenzeller (Fachschule Gartenbau, Landshut) und Ruth Istvan (CEPIT-Verein, Holzmengen) · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/eine-neue-terrasse-fuer-holzmengen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/eine-neue-terrasse-fuer-holzmengen.md)* ## „Für mich ist Heimat nicht nur der Ort, an dem man geboren wurde“ **Für Paul Kaiser ist die Verbundenheit mit der alten Heimat und der Gemeinschaft ein wichtiger Teil seines Lebens. 1976 geboren, kam er 1990 als Jugendlicher mit seiner Familie aus der sathmarschwäbischen Ortschaft Schandra/Șandra nach Deutschland. Zunächst lebte er in Hersbruck, bevor er 1998 nach Nürnberg zog. Schon früh engagierte sich der Vater von drei Söhnen für die Schandremer Gemeinschaft: 1992 trat er der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Schandra bei und wirkte zunächst in der Tanzgruppe mit. Mit der Zeit übernahm er weitere organisatorische Aufgaben. Seit 2013 ist er Vorsprecher der Heimatortsgemeinschaft. Auch in der Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben bringt er sich seit vielen Jahren ein: Seit 2008 organisiert er sportliche Aktivitäten im Kreisverband Nürnberg, seit 2018 auch auf bayerischer Ebene.** **Im Interview mit ADZ-Redakteur Arthur Glaser spricht Paul Kaiser über seinen persönlichen Weg, seine Motivation für das langjährige ehrenamtliche Engagement, die Arbeit der HOG Schandra und die Bedeutung von Heimat. Er erzählt, was ihn mit dem Sathmarland verbindet und was notwendig ist, damit der Zusammenhalt der Schandremer und Sathmarer Schwaben auch in Zukunft bestehen bleibt.** **Herr Kaiser, Sie engagieren sich in der HOG Schandra und als Vorstandsmitglied der Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben in Deutschland. Was motiviert Sie persönlich, sich so intensiv für die Gemeinschaft einzusetzen?** Ich bin selbst in Schandra geboren und fühle mich meiner alten Heimat bis heute sehr verbunden. 1990 bin ich im Alter von 13 Jahren nach der Revolution mit meiner Familie nach Deutschland gekommen. Ich bin verheiratet und Vater von drei Kindern. Schon in jungen Jahren habe ich in unserer Tanzgruppe mitgewirkt, später Fußballturniere organisiert und seit 2013 bin ich im Vorstand der HOG Schandra tätig. Außerdem engagiere ich mich im Vorstand der Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben. Bis 2021 war ich außerdem mehr als 20 Jahre als Fußballtrainer im Jugend- und Erwachsenenbereich tätig. Auch beruflich bin ich seit vielen Jahren mit meinem Arbeitgeber verbunden: Dort habe ich meine Ausbildung gemacht und bin inzwischen seit 34 Jahren tätig. Seit 18 Jahren arbeite ich als Abteilungsleiter. Wir sind sieben Vorstandsmitglieder, die gemeinsam versuchen, unsere Gemeinschaft voranzubringen. Mir persönlich sind vor allem der Zusammenhalt und das Miteinander wichtig. Ich organisiere gerne und bringe Menschen zusammen. Besonders stolz bin ich auf unseren Gemeinschaftsgarten in Hersbruck. Dort treffen wir uns regelmäßig zum Grillen, Singen und Tanzen. Für mich ist dieses Engagement eine Herzensangelegenheit. **Was bedeutet es für Sie persönlich, zwischen zwei Heimaten aufzuwachsen und zu leben, und was möchten Sie Ihren drei Söhnen über Ihre sathmarschwäbischen Wurzeln mit auf den Weg geben?** Als ich als Jugendlicher aus dem kleinen Dorf Schandra nach Nürnberg kam, war das zunächst ein großer Kulturschock – allerdings im positiven Sinne. Ich kam aus einer Diktatur in ein freies Land. Besonders beeindruckt hat mich, wie anders hier gelernt und miteinander umgegangen wurde. In der Schule und auch im kirchlichen Bereich erlebte ich einen respektvollen Umgang, ohne Gewalt. Aus Rumänien kannte ich damals noch die Prügelstrafe. Der Anfang war trotzdem nicht ganz einfach. Wir hatten zunächst keinen festen Wohnsitz, ich musste immer wieder neue Menschen kennenlernen und mich auf neue Situationen einstellen. Mit der Zeit habe ich mich aber in Franken eingelebt und hier meine Heimat gefunden. Wenn ich meinen drei Söhnen von früher erzähle, sind sie oft erstaunt und stellen viele Fragen. Sie interessieren sich für ihre Wurzeln und zeigen das auch auf ihre Weise: Sie tragen gerne Trikots der rumänischen Nationalmannschaft oder von Olimpia Satu Mare. Auch im Urlaub sind sie gerne im Sathmarland. Wir alle freuen uns darüber, wie positiv sich Rumänien entwickelt hat. Unsere sathmarschwäbische Kultur ist sehr vielfältig. Sie besteht nicht nur aus unseren eigenen Traditionen. Im Laufe der Generationen haben wir auch viel Schönes und Wertvolles von unseren ungarischen, rumänischen und anderen Nachbarn und Minderheiten übernommen. Gerade dieses Miteinander und die gegenseitigen Einflüsse machen unsere Kultur so besonders. Meinen Söhnen möchte ich mitgeben, dass sie stolz auf ihre sathmarschwäbische Herkunft sein und ihre Wurzeln nicht vergessen sollen. Gleichzeitig sollen sie offen für andere Kulturen bleiben und verstehen, dass beide Heimaten zu ihrer Geschichte gehören. Wir sind sehr glücklich, im Frankenland zu leben, und fühlen uns hier zu Hause. Aber Schandra und das Sathmarland werden immer ein Teil von uns bleiben. **Die HOG Schandra gehört zu den besonders aktiven Heimatortsgemeinschaften innerhalb der Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben. Was zeichnet Ihre Gemeinschaft aus, und welche Veranstaltungen prägen den Jahreskalender der HOG?** Was unsere HOG besonders auszeichnet, ist der enge Zusammenhalt. Die meisten von uns leben im Raum Nürnberg. Wir sind sieben Vorstandsmitglieder, kennen uns praktisch seit unserer Geburt und verstehen uns bis heute hervorragend. Dieser Zusammenhalt ist nicht selbstverständlich. Schon unsere Vorgänger haben es so gelebt und uns damit ein gutes Beispiel gegeben. Über das Jahr verteilt gibt es viele Gelegenheiten, bei denen wir zusammenkommen. Wir feiern gemeinsam Silvester, manchmal auch Fasching, und veranstalten unser Sportfest, den Traubenball, die Glasa und die Nikolausfeier. Außerdem fahren wir immer wieder gemeinsam nach Rumänien oder unternehmen Urlaubsreisen an andere Orte. Das alles stärkt unsere Freundschaften und lässt die Gemeinschaft lebendig bleiben.Wie eng wir miteinander verbunden sind, zeigt sich nicht nur bei fröhlichen Anlässen. Auch bei Beerdigungen stehen wir zusammen und erweisen unseren Landsleuten die letzte Ehre. Dabei kommen oft zwischen 100 und 250 Menschen zusammen. Das ist ein starkes Zeichen von Verbundenheit und gegenseitigem Respekt. Insgesamt kann ich sagen: Wir fühlen uns in unserer Gemeinschaft wohl. Es ist schön, Menschen um sich zu haben, mit denen man aufgewachsen ist, die gemeinsame Erinnerungen teilen und auf die man sich verlassen kann. **Sie haben im Juni „80 Jahre Schandremer in Hersbruck“ gefeiert – das ist ein besonderes Jubiläum. Was bedeutete dieser Jahrestag für Sie persönlich, und was sollte man über die Geschichte der Schandremer unbedingt wissen?** Dieses Jubiläum war für mich ein besonderer und bewegender Moment. Es erinnert an die Generation unserer Eltern, Großeltern und Verwandten, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten und in Hersbruck einen Neuanfang wagten. Auch Verwandte von mir gehörten zu denjenigen, die damals nach Deutschland kamen. Deshalb ist diese Geschichte auch Teil meiner eigenen Familiengeschichte. Mich beeindruckt besonders, was diese Menschen trotz aller Schwierigkeiten aufgebaut haben. Sie haben sich eine neue Existenz geschaffen und gleichzeitig ihre Traditionen und ihre Gemeinschaft bewahrt. Bei der Jubiläumsfeier haben mich besonders unsere Jugend mit ihrer Präsentation und die vielen Helfer beeindruckt, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben. Das hat mir gezeigt, dass unsere Gemeinschaft auch nach 80 Jahren lebendig ist. **Die ersten Schandremer Familien kamen 1946 nach Hersbruck, nachdem sie ihre Heimat im Sathmarland verlassen mussten. Wie gelang es den Menschen damals, in der Fremde Fuß zu fassen, und welche Rolle spielten dabei die gegenseitige Hilfe innerhalb der Gemeinschaft und die Aufnahme durch die Hersbrucker Bevölkerung?** Der Anfang war sicherlich nicht einfach. Viele fanden zunächst im sogenannten „Anker“ Unterkunft und wurden später bei Bauernfamilien in Hersbruck und Umgebung aufgenommen. Sie mussten sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden und sich Schritt für Schritt ein neues Leben aufbauen. Dabei war der Zusammenhalt untereinander besonders wichtig. Man half sich gegenseitig, unterstützte sich und hielt zusammen. Ebenso wichtig war die Aufnahme durch die Hersbrucker Bevölkerung. Dafür können wir bis heute dankbar sein. Wenn wir heute auf 80 Jahre Schandremer in Hersbruck zurückblicken, sehen wir, was aus diesem schwierigen Anfang entstanden ist: eine starke Gemeinschaft, die bis heute besteht. **Beim Jubiläum waren auch die jüngeren Generationen aktiv beteiligt: Jugendliche trugen Tracht, wirkten am Gottesdienst mit und gestalteten die historische Bilderausstellung. Wie gelingt es Ihnen, Kinder, Enkel und Urenkel für die Geschichte ihrer Vorfahren zu begeistern?** Ich glaube, das Wichtigste ist, die Jugend nicht nur einzuladen, sondern sie aktiv einzubinden und ihnen Verantwortung zu übertragen. Bei unserer Jubiläumsfeier hat mich die Präsentation der jungen Generation besonders beeindruckt. Es war schön zu sehen, mit wie viel Engagement sie dabei war. Ein weiteres schönes Beispiel ist unser Gesangschor, in dem mehrere Generationen gemeinsam unsere alten schwäbischen Lieder singen. Das ist wirklich toll und zeigt, dass unsere Traditionen weiterleben. Ich selbst habe früher in der Tanzgruppe mitgemacht und weiß, wie wichtig solche gemeinsamen Aktivitäten sind. Mein Wunsch ist, dass unsere Jugend das weiterführt, was unsere Vorgänger vor Jahrzehnten aufgebaut haben, und auch eigene Ideen einbringt. **Die Schandremer sind Teil der größeren Gemeinschaft der Sathmarer Schwaben. Welche Bedeutung hat der Zusammenhalt über den eigenen Heimatort hinaus? Wie pflegen Sie die Beziehungen zu anderen Sathmarer Schwaben und zur alten Heimat Schandra im heutigen Rumänien?** Wir Schandremer sind Teil der großen Gemeinschaft der Sathmarer Schwaben. Uns verbinden gemeinsame Wurzeln, unsere Sprache, Kultur und Geschichte. Deshalb ist es wichtig, auch über den eigenen Heimatort hinaus Kontakte zu pflegen und zusammenzuarbeiten. Besonders am Herzen liegt mir die Verbindung zu unserer alten Heimat. Ich habe selbst viele schöne Erinnerungen an Schandra. Natürlich gab es auch mühsame Zeiten. Ich erinnere mich beispielsweise an meinen täglichen Schulweg nach Bildegg: 14 Kilometer hin und zurück mit dem Fahrrad auf Schotterstraßen. Das war damals alles andere als ein Vergnügen! Seit 2013 habe ich vier Busfahrten ins Sathmarland organisiert. Wir haben immer in Sathmar gewohnt und von dort aus verschiedene Ausflüge unternommen. So konnten wir unsere alte Heimat und die umliegenden Ortschaften besuchen und schöne gemeinsame Erinnerungen schaffen. Auch hier in Hersbruck pflegen wir unsere Gemeinschaft, be-sonders in unserem Garten, wo wir grillen, singen und tanzen. Für mich ist Heimat nicht nur der Ort, an dem man geboren wurde, sondern auch die Menschen, die gemeinsamen Erinnerungen und die Verbundenheit, die über Generationen bestehen bleibt. **Wenn Sie in die Zukunft blicken: Was wünschen Sie sich für die HOG Schandra und für die Schandremer Gemeinschaft?** Ich wünsche mir vor allem, dass unser Zusammenhalt erhalten bleibt und unsere Gemeinschaft weiterhin lebendig ist. Besonders wichtig ist mir, dass die jüngere Generation Verantwortung übernimmt und das weiterführt, was unsere Vorgänger aufgebaut haben. Dafür müssen wir sie einbinden, unterstützen und ihnen auch etwas zutrauen. Ich hoffe, dass unsere Veranstaltungen weiterhin gut besucht werden, unser Gemeinschaftsgarten ein lebendiger Treffpunkt bleibt und wir auch in Zukunft gemeinsam unsere Traditionen pflegen. Natürlich wünsche ich mir auch, dass die Verbindung zu Schandra und zum Sathmarland nicht verloren geht. Mein größter Wunsch ist, dass wir weiterhin zusammenhalten, unsere Wurzeln nicht vergessen und unsere Gemeinschaft auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt. *2026-10-21 · Arthur Glaser · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/fuer-mich-ist-heimat-nicht-nur-der-ort-an-dem-man-geboren-wurde) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/fuer-mich-ist-heimat-nicht-nur-der-ort-an-dem-man-geboren-wurde.md)* ## Preisgekröntes Kino kommt nach Großwardein **Großwardein** – Das renommierte Filmfestival „Les Films de Cannes“ gastiert erstmals in Großwardein/Oradea. Vom 29. Oktober bis zum 1. November erwartet das Publikum ein Programm mit preisgekrönten Filmen, einer Begegnung mit Schauspielerin Anamaria Marinca und einem Konzert mit bekannter Filmmusik. Den Auftakt bildet am Donnerstag, dem 29. Oktober, um 19 Uhr im Museumskomplex Țării des Kreischgebietes die Vorführung von Cristian Mungius Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“, der 2007 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. Hauptdarstellerin Anamaria Marinca ist persönlich anwesend und stellt sich anschließend den Fragen des Publikums. Der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind. Am Freitag, dem 30. Oktober, um 13 Uhr folgt im Amphitheater des Museums ein vokal-symphonisches Konzert mit Filmmusik, dargeboten vom Chor und Orchester der Universität Großwardein. Auch hier ist der Eintritt frei. Vom 30. Oktober bis zum 1. November zeigt das Cinema Palace weitere ausgezeichnete Filme sowie Produktionen, die in diesem Jahr im offiziellen Wettbewerb von Cannes Premiere feierten. Dazu zählt „La Bola Negra“ von Javier Calvo und Javier Ambrossi, das den Preis für die beste Regie ex aequo erhielt. Die Vorführung ist für Freitag, den 30. Oktober, um 20.20 Uhr angesetzt. Organisiert wird das Festival vom Museumskomplex des Kreischgebietes mit Unterstützung des Kreisrats Bihor und der Stadtverwaltung Großwardein sowie in Zusammenarbeit mit mehreren Kultur- und Filmpartnern. *2026-10-21 · Arthur Glaser · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/preisgekroentes-kino-kommt-nach-grosswardein) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/preisgekroentes-kino-kommt-nach-grosswardein.md)* ## „Wir möchten im Dorf anpacken“ **Hermannstadt** – 3000 Stück Dachziegeln vom Patent Bohn 272 aus Kikinda im heutigen Serbien und früheren Jugoslawien waren für die Restaurierung eines Schuppens der Schmalspurbahn durch das Harbachtal/Mocănița Văii Hârtibaciului in Arad aufgetrieben und eingekauft worden: seit Sonntag, dem 27. September, steht er wieder wie neu an seinem Platz neben dem Stationshaus Cornățel, und 250 Stück Ziegeln wurden auch am Dach vom Haus Nummer 111 in Alzen/Alțîna verbaut, das es beinah genauso dringend nötig hatte. Zugverkehr natürlich verwaltet das kleine Bahnhofsgebäude längst nicht mehr, doch wohnt darin ein verarmtes Bauern-Ehepaar ungarischer Muttersprache aus dem Kreis Muresch, das sich vor 40 Jahren auf der Suche nach Arbeit und besserem Lebensunterhalt in den damals noch betont siebenbürgisch-sächsisch bewirtschafteten Dörfern des Harbachtals niedergelassen hatte. „2000 bis 2500 Stück Ziegeln insgesamt zählt das Dach“, errechnete Ștefan Vaida einige Tage vor Fertigstellung der Generalüberholung von Dachstuhl und -Haut durch die „Ambulanța pentru Monumente“, für die an erster Stelle zwar der Baudenkmal-Charakter des Bahnhofs zählte, wovon aber auch die ihn bewohnenden Hausleute profitieren. Ganze zwei Wochen dauerte die Restaurierung des symmetrischen Satteldachs, an der sich täglich bis zu zehn Freiwillige beteiligten und sämtliche 115 Jahre alten Ziegeln in nicht mehr gutem Zustand austauschten. „Von jetzt an wird es nochmal 115 Jahre halten“, versicherte Ștefan Vaida stolz, als eine der beiden Flächen fast vollständig ihr neuestes Aussehen inklusive frischen Balken, Sparren und Brettern über dem Giebel erhalten hatte. Das Gros der Kosten gestemmt hat die Yardi-Software-Gesellschaft, und für neues Holz in ausreichender Menge sorgte der Freundesverein der „Wusch“ – die regional sehr eifrigen „Prietenii Mocăniței“. „Wir möchten im Dorf anpacken“, führt Restaurator Ștefan Vaida ehrgeizig aus. Denn der Verein der Freiwilligen, die sich regelmäßig in ihrem 1906 erbauten Dorfhaus treffen, das am letzten September-Sonntag nach anstrengender Langzeitrestaurierung schlussendlich wieder eingeweiht wurde, will auch manche Fußwege, den alten Brunnen allein mit Betondeckel und ganz ohne Stube am Bahnhof, die siebenbürgisch-sächsische Mühle, zwei Brücken und sehr gerne auch den überdachten Treppenaufgang der Kirchenburg von Alzen gründlichst und fachgerecht wieder auf gebrauchsfertigen Zustand zurückführen. Mindestens diese fünf Vorhaben zählt Ștefan Vaida auf. Und die Hausleute, die den Bahnhof bewohnen? „In den 90er-Jahren waren sie die einzige ungarische Familie im Ort. Heute gibt es fünf.“ *2026-10-21 · Klaus Philippi · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/wir-moechten-im-dorf-anpacken) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/wir-moechten-im-dorf-anpacken.md)* ## „Der überlistete Wolf“ in den Klassenzimmern der Lenau-Schule **Temeswar** (ADZ) – „Der überlistete Wolf“ ist am Donnerstag, den 15. Oktober, in der Lenau-Schule angekommen. Die neue Vorstellung des Deutschen Staatstheaters Temeswar/Timișoara (DSTT) wurde gleich zwei Mal in den Klassenzimmern der „Nikolaus Lenau“-Schule aufgeführt. Dabei handelt es sich um ein Taschentheaterprojekt, das auf einem siebenbürgischen Volksmärchen basiert und Kindern gewidmet ist, die die deutsche Sprache lernen. Mit dieser Initiative möchte das DSTT das Theater den jungen Zuschauern näherbringen und die Schulklassen in Räume voller Geschichten, Spiel und Entdeckungen verwandeln. Die kleinen Zuschauer haben sich über die Aufführung gefreut, die lachten über die Streiche, denen der Wolf ausgesetzt wurde und tauchten in die Welt des Märchens ein. Ihre Reaktionen machten die beiden Vorstellungen zu energievollen und freundlichen Begegnungen. Damit wurde erneut bestätigt, dass das Theater unter anderem auch im Schulraum stattfinden kann. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Feen Fimi, gespielt von Enikö Blénessy, und Sibi, gespielt von Aida Olaru. Die beiden sind beste Freundinnen, geraten jedoch kurz vor Beginn der Vorstellung in einen Streit. Wer soll den Wolf spielen? Nachdem dieses Dilemma gelöst ist, kann die Geschichte beginnen. Sie handelt von einem hungrigen Wolf, der sich auf die Suche nach einer Mahlzeit macht. Der Wolf ist hungrig und macht sich auf die Suche nach Tieren, die er fangen und fressen kann. Ein Fohlen, einige Enten, Ferkel und andere Tiere kreuzen seinen Weg. Doch seine vermeintlichen Opfer erweisen sich als viel schlauer, als er erwartet hat. Mit schmeichelnden Worten und kleinen Tricks gelingt es ihnen immer wieder, den Wolf zu überlisten und ihm zu entkommen. Die Bühnenfassung stammt von Enikö Blénessy, die Projektleitung liegt bei Clemens Bechtel. Mit einer Dauer von etwa 35 Minuten ist die Aufführung für Kinder ab 3 Jahren empfohlen. Mit „Der überlistete Wolf“ setzt das Deutsche Staatstheater Temeswar seine Entwicklung von Bildungsprojekten fort, die künstlerisches Erleben und das Erlernen der deutschen Sprache verbinden und Kindern die Möglichkeit bieten, auf eine zugängliche und altersgerechte Weise mit dem Theater in Kontakt zu kommen. Das Projekt wurde 2026 vom ungarischen Ministerium für Kultur und Innovation finanziert und im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Staatstheater Temeswar, der Deutschen Bühne Ungarn in Szekszárd und dem Nationaltheater „Radu Stanca“ in Hermannstadt realisiert. Die nächsten Aufführungen finden am Freitag, dem 23. Oktober, um 10 Uhr und 12 Uhr in der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar statt. Um eine Vorstellung in Kindergärten oder Grundschulen zu buchen, können Lehrkräfte die Agentur des DSTT per E-Mail unter impresariat@dstt.ro oder telefonisch unter 0755056043 kontaktieren. *2026-10-21 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/der-ueberlistete-wolf-in-den-klassenzimmern-der-lenau-schule) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/der-ueberlistete-wolf-in-den-klassenzimmern-der-lenau-schule.md)* ## Zukunft der Medizin in Temeswar besprochen **Temeswar** – Bei der dreitägigen Veranstaltung UMAN – The Biennial diskutierten vom 15. bis 17. Oktober mehr als 90 Referenten aus dem In- und Ausland über medizinische Innovation, künstliche Intelligenz und die menschliche Dimension der Gesundheitsversorgung. Wie können Chirurgie und künstliche Intelligenz voneinander lernen? Welche Rolle spielt Literatur für die Beziehung zwischen Arzt und Patient? Und wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die erste Ausgabe von UMAN – The Biennial | Health Science & Human Futures in Temeswar/Timișoara. Die Veranstaltung brachte Ärzte, Forscher, Hochschullehrende, Technologiespezialisten, Vertreter der Wirtschaft und Kulturschaffende zusammen. Bei 18 Diskussionsrunden und wissenschaftlichen Sitzungen am 16. und 17. Oktober wurden insgesamt mehr als 1300 Teilnahmen verzeichnet. Veranstaltungsort war die Iulius Town Congress Hall. Das Programm umfasste Themen wie robotergestützte Chirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie und künstliche Intelligenz ebenso wie Fertilität, Endometriose, Präzisionsdiagnostik, Langlebigkeit, Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Versorgung kritisch kranker Patienten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie technologische Fortschritte mit der Verantwortung des medizinischen Personals und den Bedürfnissen der Patienten verbunden werden können. Initiator Dr. Adrian Bădescu, Gründer der MedLife-Medici’s-Kliniken, bezeichnete die erste Ausgabe als Auftakt zu einem interdisziplinären Austausch, der über das Format einer klassischen medizinischen Konferenz hinausgehen soll. Auch der wissenschaftliche Leiter der Biennale, Radu Prejbeanu, betonte die Bedeutung des Wissensaustauschs zwischen klinischer Praxis, Forschung und Technologie für die Ausbildung künftiger Ärztegenerationen. Eine besondere Rolle spielte die Verbindung von Medizin und Kultur. Unter dem Titel „UMAN UNSEEN“ standen am ersten Abend drei literarische Werke im Mittelpunkt: Der Tod des Iwan Iljitsch, Franken-stein und Schöne neue Welt. Die Gespräche sollten den Zusammenhang zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, Kunst und menschlicher Erfahrung beleuchten. Über die Veranstaltung hinaus soll eine Förderung für Studierende Impulse setzen. Im Rahmen des Stipendienprogramms „Bursa UMAN pentru Viziune“ („Das UMAN-Stipendium für Visionäre“) werden zwei Stipendien in Höhe von jeweils 1000 Euro vergeben. Studierende sind eingeladen, ihre Vorstellungen vom „Krankenhaus der Zukunft“ einzureichen. Bewerbungsschluss ist der 23. Oktober, die Ergebnisse sollen am 15. November bekannt gegeben werden. Die erste Ausgabe der Biennale für Medizinwissenschaften fand unter der Schirmherrschaft der Universität für Medizin und Pharmazeutik „Victor Babeș“ Temeswar sowie der West-Universität Temeswar statt. Die Veranstalter verstehen die Biennale als interdisziplinäre Plattform, die Medizin, Forschung, Technologie, Bildung und Kultur miteinander verbindet. *2026-10-21 · Andreea Oance · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/zukunft-der-medizin-in-temeswar-besprochen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/zukunft-der-medizin-in-temeswar-besprochen.md)* ## „Befreiung des Karasch-Flusses“ **Reschitza** – Die Mitglieder des Vereins WWF Romania gaben bekannt, dass sie über sämtliche Genehmigungen und Vorlaufstudien verfügen zur „Befreiung des Karasch-Flusses“. „Durch dieses Projekt werden 42 Flusskilometer von sämtlichen künstlich geschaffenen Hürden/Barrieren befreit und den Forellen der Weg zu allen ihren ursprünglichen Habitaten wieder eröffnet, die sie benötigen könnten, um sich wieder heimisch zu fühlen!“ Allerdings geht es den Umweltschützern nicht nur um Forellen (Salmo tutta) – die einen relativen wirtschaftlichen Nutzen als Speisefische haben. Mindestens drei weitere Fischarten, egal ob unter Schutz stehend oder nicht, sollen ein „befreites“ Habitat bekommen, was in deren Fall vor allem heißt: sich sauberer, sauerstoffreicher fließender Gewässer – hier: die Karasch – zu „erfreuen“, die nicht mehr verbaut sind. Das wirtschaftliche, auch angelsportliche Interesse, das diese Fischarten wecken – abgesehen vom Forellenfang und einem eventuell wieder beabsichtigten Aussetzen des Huchens, der hier einmal lebte (das Vorhaben wird bei der Forstamtsverwaltung in Reschitza diskutiert, ist aber noch ziemlich umstritten) – ist gering: die drei weiteren Fischarten erreichen Größen zwischen 8 und maximal 15 cm, sind stromlinienförmig langgestreckt, farblich kaum auffällig und sehr grätenreich. Dafür aber sind sie Stammgäste in (schnell und weniger schnell fließenden sauberen) Gewässern mit sandigem oder feinkieseligem Grund: der Steingreßling (Gobio uranoscopus, auch Romanogobio uranoscopus aus der Familie der karpfenartigen, die einzige beschuppte Gründlingsart), die Balkan-Barbe (Barbus balcanicus) und der Balkan-Goldsteinbeißer (Sabanejewia balcanica) aus der Familie der Cobitidae/Steinbeißer, der tagsüber im Sand oder feinkieseligen Grund vergraben lebt und nachts auf Futtersuche geht, indem er Sand und Feinkiesel vom Flussgrund „kaut“ und Nichtfutterhaltiges durch die Kiemen „aussondert“/„ausfiltert“. Alle von den Umweltschützern als „Befreiungsziele“ genannten Fischarten sind durch die anthropogenen Habitatveränderungen vergangener Jahre bedroht, manche sogar aus der Karasch verschwunden und sollen nun durch den Rückbau der menschlichen Verbauungen ihren ursprünglichen Lebensraum zurückerhalten und gegebenenfalls wiederangesiedelt werden. WWF Romania hat die Genehmigung erhalten, sämtliche „Barrieren“, die einmal – wohl in bester Absicht, weil meist auf Initiative der Forst- und Gewässerverwaltung – ins Flussbett gebaut wurden, einzureißen und dem Fluss seine ursprüngliche Konfiguration in etwa zurückzugeben. Dabei sind sich die Umweltschützer bewusst, dass „die Beseitigung der Hürden nicht automatisch die Forellen zurückbringen wird in die Karasch. Vor allem nicht über Nacht! Doch damit geben wir der Natur die Chance, Prozesse der Selbstheilung in Gang zu setzen. Ein `befreiter` Fluss muss allerdings sauber und geschützt bleiben, um seine neue Chance nutzen zu können. Das heißt: ohne Wilderei, mit Achtung für und Pflege der Habitate. Nur so wird die Forelle eine neue Chance im Flussbett der Karasch bekommen.“ Und die anderen Fische mit. Machbarkeitsstudien und alle sonstigen – oft ausufernden – Genehmigungen sind fertig zur „Befreiung der Karasch“, die sich in einem Natura-2000-Areal befindet. Auch die nicht rückzahlpflichtige Finanzierung des Vorhabens – seitens der European Open Rivers Programme der Niederlande, eine Einrichtung, die eigens geschaffen wurde, um den Rückbau von verbauten fließenden Gewässern, inklusive Entfernung von „Barrieren“, zu finanzieren – steht. Einer künftigen „Konnektivität“ der Fischzüge sollte damit nichts mehr im Weg stehen. *2026-10-21 · Werner Kremm · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/befreiung-des-karasch-flusses) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/befreiung-des-karasch-flusses.md)* ## ASTRA-Filmfestival hat begonnen **Hermannstadt** – Am Samstag, den 17. Oktober, hat in Hermannstadt/Sibiu das 33. ASTRA-Filmfestival begonnen. Das beliebte Dokumentarfestival hat diesmal mehr als 200 Filme und Veranstaltungen im Programm: Neben den Filmvorführungen an mehreren Orten der Stadt werden Gespräche mit Filmschaffenden geboten. Die Themen im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals sind „Krieg“, „künstliche Intelligenz“, „transgenerationale Traumata“, „Zivilgesellschaft“ und „Beziehung zwischen Vätern und Söhnen“. Der Filmwettbewerb umfasst die Sektionen „Rumänien“, „Mittel- und Osteuropa“, „Neue Stimmen des Dokumentarfilms“ sowie „DocSchool“. Für Kinder und Jugendliche gibt es das Mini-Festival „Astra Film Junior“. Das Festivalprogramm geht bis einschließlich Sonntag, den 25. Oktober. Ein Ticket für eine Filmvorführung oder eine Podiumsdiskussion kostet 25 Lei, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Rentner zahlen 15 Lei. Mit dem ASTRA-Festival-Pass können zehn Veranstaltungen für 200 Lei besucht werden; der Pass ist übertragbar. Alle Informationen zum Festival sind zu finden unter [astrafilm.ro](https://astrafilm.ro/). *2026-10-21 · Aurelia Brecht · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/astra-filmfestival-hat-begonnen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/astra-filmfestival-hat-begonnen.md)* ## Was deutschen Pfarrern gefällt und Helikoptereltern dafür weniger **Hermannstadt** – Die Herbstausgabe der „Kirchlichen Blätter“ spiegelt erneut wider, wie lebendig und engagiert evangelisches kirchliches Leben in Rumänien ist. „Diese Ausgabe der `Kirchlichen Blätter` ist wie ein Erntekorb voller unterschiedlicher Früchte unseres kirchlichen Lebens“, fasst Bischof Reinhart Guib in seinem Editorial die Bandbreite der behandelten Themen zusammen. Einleitend nimmt Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli das Motto des vergangenen Jahres auf und versucht der Frage nachzugehen, ob und wie viel Demokratie Kirche vertragen kann und welches die damit einhergehende Wechselwirkung ist. Bevor er in fünf Punkten das Spannungsfeld untersucht, schreibt Zikeli: „Die Kirche als wesentliche Institution der christlichen Religion hat das Potential, Räume zu schaffen, wo Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen zusammenkommen, um jenseits aller Unterscheide gemeinsam zu resonieren. Insofern braucht Demokratie Religion – als Maßstab, als ethische Orientierung, als Ort der Wahrnehmung des Anderen und der Einübung von Empathie.“ Im Mittelpunkt der vorliegenden Ausgabe steht der Erfahrungsbericht des Dresdner Pfarrers und Oberkirchenrates i. R., Friedemann Oehme, der einen Sommer lang Gemeinden zwischen Kronstadt, Hermannstadt und Bistritz begleitet hat. Seine Beobachtungen über liturgische Beständigkeit, das Gemeindeleben und die verbindende Kraft des Gottesdienstes geben einen guten Einblick in die Realität kleiner Gemeinschaften. Ein weiterer Schwerpunkt ist das 20-jährige Jubiläum des Jugendwerks. Diakonin Cristina Arvay vergleicht die Anfänge ihrer Arbeit mit dem, was Jugendliche heute bewegt, berichtet von neuen Formaten, Helikoptereltern, Online-Bibelkreisen und einem „Hunger nach mehr“, der die Jugendarbeit prägt. Nicht uninteressant dürfte auch der Rechenschaftsbericht des Bischofsvikars und Bezirksdechanten Dr. Daniel Zikeli sein zur Lage des Kronstädter Bezirks, wobei die Kirchenmitgliedschaft – vor allem von Personen außerhalb Rumäniens – wohl wieder ein stark diskutiertes Thema sein wird, wie er feststellt. Restaurierungsprojekte – von Galt über Reps bis Meschen – zeigen, wie intensiv die Kirche an der Bewahrung ihres Kulturerbes arbeitet. Das Heft will die Vielfalt der unterschiedlichen Aktivitäten aufzeigen, wobei es natürlich nur um einen Ausschnitt geht, wenn etwa über das bereits 17. Brotbackseminar der Frauenarbeit berichtet wird, die Weiterbildung für Kuratoren und Presbyter, der außergewöhnliche Bläsergottesdienst in Petersberg, die Eindrücke der deutschen Studenten im Ökumenesemester, die Podiumsdiskussion um die Zukunft der Kirchenburgen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Stiftung Kirchenburgen oder um den neuen Leiter des Elimheims Klaus Göbbel und was er sich alles vorgenommen hat. Die Oktober-Ausgabe macht also deutlich: Kirche lebt vor allem durch Begegnung und viel Engagement. Die komplette Ausgabe in Farbe kann unter: www.evang.ro/fileadmin/kirchliche_blaetter/KB_Oktober_2026.pdf he-runtergeladen werden. *2026-10-21 · Roger Pârvu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/was-deutschen-pfarrern-gefaellt-und-helikoptereltern-dafuer-weniger) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/was-deutschen-pfarrern-gefaellt-und-helikoptereltern-dafuer-weniger.md)* ## Erstes Bücherwochenende in Sathmar ein voller Erfolg **Sathmar** – Rund 1000 Besucher kamen vom 15. bis zum 17. Oktober zum ersten Bücherwochenende ins Haus der Handwerker in Sathmar. Die Veranstaltung brachte Leser, Autoren, Verlage und Buchhandlungen zusammen und zeigte, dass das Interesse an Literatur und persönlichen Begegnungen mit Schriftstellern auch in der Region groß ist. Zu den Gästen gehörte der Schriftsteller Walter Übelhart aus Neustadt/Baia Mare, der über die Verwandlung literarischer Geschichten in Filme sprach. Fünf Verlage – Corint, Cuantic, Junimea, Crime Scene Press und der Verlag des Siebenbürgischen Museumsvereins (EME) – sowie die Buchhandlungen Cărturești und Gaudeamus beteiligten sich an der Premiere. Ihr Angebot reichte von klassischer und zeitgenössischer Literatur über historische Werke und Kinderbücher bis hin zu Science-Fiction, Krimis und Noir. Die Besucher konnten neue Titel entdecken, Sonderangebote nutzen und mit Vertretern der Verlage ins Gespräch kommen. Zu den Höhepunkten des Programms zählten die Begegnungen mit den Schriftstellern Stelian Tănase, Ovidiu Pecican, Krisztián Nyáry und Andrea Tompa. Buchvorstellungen und literarische Gespräche eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf Literatur, Geschichte und Gesellschaft. Auch die deutschsprachige Gemeinschaft der Region war auf der Buchmesse vertreten. Das Demokratische Forum der Deutschen in Nordsiebenbürgen präsentierte an einem eigenen Stand eine Auswahl seiner Veröffentlichungen. Das Angebot umfasste Bücher zur regionalen Geschichte und Kultur sowie weitere Publikationen, die das Leben und die Identität der Sathmarer Schwaben und der Rumäniendeutschen dokumentieren. Einen besonderen Akzent setzte der Schriftsteller Walter Übelhart aus Neustadt/Baia Mare. Im Gespräch mit Robert Lasz-lo, Leiter des Kreiskulturzentrums für die Bewahrung und Förderung der traditionellen Kultur Sathmar, widmete er sich der Frage, wie aus einem Buch ein Film entsteht und wie literarische Geschichten beim Wechsel auf die Leinwand eine neue Gestalt annehmen. Neben den Buchpräsentationen bot das Programm interaktive Workshops. Unter der Leitung von Koháriné Kabai Zsófia konnten die Teilnehmer die dekorative Bemalung von Buchschnittkanten kennenlernen. Die Restauratorin Gabriela Paul gab Einblicke in die Konservierung und Restaurierung alter Bücher. Auch Comics standen auf dem Programm und zeigten, wie vielfältig der Zugang zur Welt des Lesens sein kann. Die auswärtigen Gäste äußerten sich anerkennend über die Stadt Sathmar, die besondere Architektur des Hauses der Handwerker sowie die Gastfreundschaft der Sathmarer. Für viele bot das Bücherwochenende zugleich die Gelegenheit, die Stadt und ihre Kulturszene näher kennenzulernen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bürgermeisteramt Sathmar und dem Kulturzentrum „G. M. Zamfirescu“ in Zusammenarbeit mit dem Kreiskulturzentrum für die Bewahrung und Förderung der traditionellen Kultur Sathmar. Die erfolgreiche Premiere soll der Auftakt für eine neue jährliche Kulturveranstaltung sein. Die nächste Ausgabe des Bücherwochenendes ist für Oktober 2027 geplant. Die Organisatoren möchten künftig noch mehr Bücher, Autoren und kulturelle Begegnungen nach Sathmar bringen und damit die Stadt stärker auf der literarischen Landkarte Rumäniens verankern. *2026-10-21 · Gabriela Rist · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/erstes-buecherwochenende-in-sathmar-ein-voller-erfolg) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/erstes-buecherwochenende-in-sathmar-ein-voller-erfolg.md)* ## Investitur-Abstimmung: Tag der Wahrheit für Kabinett Niculescu *Update: Das Parlament hat der neuen Regierung mit einer Mehrheit von 280 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen, bei 58 Gegenstimmen. Der neue Premier Luca Niculescu erklärte, man mache sich sofort an die Arbeit, die erste Regierungssitzung ist für heute Abend angesetzt.* **Bukarest** (ADZ) – Für den designierten Premier Luca Niculescu (parteilos) und sein Techno-PSD-Minderheitskabinett schlägt am Dienstag die Stunde der Wahrheit: Das Parlament will nach den vorausgegangenen Anhörungen der Minister-Kandidaten in den zuständigen Ausschüssen am Nachmittag auf einer Plenumssitzung darüber abstimmen, ob es dem 55-Jährigen und seiner Ministerriege das Vertrauen ausspricht oder verweigert. Das Abstimmungsergebnis gilt als absehbar, da Niculescu es als erster der insgesamt vier von Präsident Nicușor Dan designierten Regierungschefs geschafft hat, eine Mehrheit hinter sich zu bringen: Dank der Stimmen der PSD, PNL, des UDMR, der Minderheiten-Fraktion und der ultrarechten Splitterfraktion UPR kann die neue Regierung darauf hoffen, mit über 270 Stimmen bestätigt zu werden – weit mehr als die nötigen 233. Vor der Abstimmung im Parlament waren die Liberalen eine bilaterale Vereinbarung mit dem designierten Premierminister eingegangen: Wie PNL-Chef Ilie Bolojan den Medien anschließend erläuterte, machen die Liberalen eine Duldung des neuen Kabinetts von strikter Haushaltsdisziplin und der Einhaltung des Defizitziels abhängig – im Gegenzug sei man bereit, bis März 2027 keinen Misstrauensantrag gegen die Regierung Niculescu einzubringen. Der designierte Regierungschef selbst bat seine Kabinettsmitglieder bereits vor der Investitur-Abstimmung zu einer ersten informellen Sitzung. Seine Minister ließ Niculescu dabei wissen, dass man „zum Erfolg verdammt“ sei und ihnen allen eine „schwierige Zeit“ bevorstehe, da viele bisher immer wieder auf die lange Bank geschobenen Probleme nunmehr in Angriff genommen werden müssten und die Bürger zu Recht „Lösungen“ erwarten würden. *2026-10-20 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/investitur-abstimmung-tag-der-wahrheit-fuer-kabinett-niculescu) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/investitur-abstimmung-tag-der-wahrheit-fuer-kabinett-niculescu.md)* ## UDMR schließt Pakt mit Niculescu **Bukarest** (ADZ) – Der UDMR hat mit dem designierten Ministerpräsidenten Luca Niculescu eine Unterstützungsvereinbarung geschlossen. Die Partei will zwar nicht der neuen Regierung angehören, stellt sich aber hinter bestimmte politische Ziele. Dabei geht um ein Haushaltsdefizit im vereinbarten Rahmen und die Einhaltung der finanziellen Verpflichtungen. Zudem sollen die Rechte der ethnischen Minderheiten sowie die entsprechenden Bestimmungen im Bildungswesen gewahrt bleiben und eine ausgewogene Finanzierung der Kommunen und der öffentlichen Investitionen im Nachtragshaushalt sichergestellt werden, so UDMR-Chef Hunor Kelemen. Dass seine Partei nicht in die neue Regierung eintritt, hänge auch mit dem Misstrauensvotum zusammen, mit dem PSD und AUR im Mai die damalige Regierung zu Fall gebracht hatten, der auch der UDMR angehörte. „Wir wurden von PSD und AUR entlassen, aus dem Amt gedrängt“, sagte Kelemen am Montagabend im Sender TVR 1. Vor drei Wochen habe der UDMR noch für eine Regierung aus PNL, USR und UDMR unter Führung von Mureșan geworben. Es sei moralisch nahezu unmöglich gewesen, innerhalb von drei Wochen von einem politischen Lager ins andere zu wechseln. *2026-10-20 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/udmr-schliesst-pakt-mit-niculescu) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/udmr-schliesst-pakt-mit-niculescu.md)* ## Liberale stellen knallharte Opposition in Aussicht **Bukarest** (ADZ) – PNL-Vize Alexandru Muraru hat der PSD die „härteste und streitbarste Opposition der letzten Jahrzehnte“ in Aussicht gestellt: Die Liberalen seien entschlossen, „jeden Beschluss, jede Ernennung und jeden ausgegebenen Leu“ unter die Lupe zu nehmen, um „Betrug und Missbrauch samt Schuldigen“ an den Pranger stellen zu können – die PSD habe nachzuvollziehen, dass Regierungsverantwortung „nicht hinter geschlossenen Türen ausgehandelt“ werde, so Muraru. Der Chef des PNL-Verbands Jassy, der sich zunächst gegen eine Bestätigung des PSD-Minderheitskabinetts ausgesprochen hatte, warf den Sozialdemokraten offen vor, durch ihre fortwährend abgelehnten Reformen das Vertrauen der Bürger in Fortschritt untergraben zu haben. Vor jeder Wahl habe die PSD eine „neue Chance“ beansprucht und danach stets gleich gehandelt – sie habe Klientelismus, Verschwendung und Ausbau von Privilegien gefördert sowie alle Reformen abgeschmettert, die die eigenen Kontrollmechanismen gefährden würden. Doch könne das Land es sich nicht länger leisten, die Kosten für das politische Überleben der PSD zu schultern, hob Muraru hervor. Dem liberalen Politiker zufolge wird sich seine Partei ab sofort darum bemühen, eine „massive politische Alternative“ aufzubauen – der Gang in die Opposition bedeute für die PNL nämlich sowohl den endgültigen Bruch mit der PSD als auch eine Chance auf Abhärtung durch „Konsequenz und Kompetenz“. Vor allem aber ziehe man in diesen Kampf, um die PSD daran zu hindern, „ganz Rumänien zu vereinnahmen“, sagte Muraru. Die Bürger ersuchte der PNL-Vize, sich trotz allen Frusts nicht „in die Arme von Demagogen zu werfen, die zwar die Rettung des Landes versprechen, in Wahrheit jedoch dessen Freiheit und europäische Zukunft gefährden“. *2026-10-20 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/liberale-stellen-knallharte-opposition-in-aussicht) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/liberale-stellen-knallharte-opposition-in-aussicht.md)* ## Premierminister zieht Bilanz nach 15 Monaten: Defizite wurden gesenkt, Reformen jedoch verzögert **Bukarest** (ADZ) – Der geschäftsführende Ministerpräsident Ilie Bolojan hat am Vortag der parlamentarischen Abstimmung Rechenschaft über seine Amtszeit an der Spitze der Regierung abgelegt. Er sehe Rumänien nun auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung, nachdem er ein Land mit einem Rekorddefizit und einem großen Vertrauensverlust übernommen habe, erklärte er in seiner Bilanz vor Journalisten in Bukarest. Seine Regierung habe ohne Lügen und Populismus gearbeitet und öffentliche Gelder verantwortungsvoll eingesetzt. Bei der Amtsübernahme im Juni vergangenen Jahres lag das Haushaltsdefizit bei 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Wachstum beruhte vor allem auf kreditfinanziertem Konsum, der Wiederaufbauplan PNRR steckte fest und Rumänien drohte der Verlust europäischer Fördermittel. Zudem habe die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit bestanden. Höhere Steuern, darunter die Mehrwertsteuer, seien deshalb unvermeidlich gewesen. Bolojan räumte ein, dass seine Maßnahmen den Lebensstandard vieler Familien belastet hätten. Die Menschen spürten die Folgen bei Preisen, Löhnen und Renten. Zugleich verwies er auf Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung. In den ersten acht Monaten 2026 betrug das Defizit rund 78 Milliarden Lei, nach über 102 Milliarden Lei im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Investitionen stiegen von 82 auf 107 Milliarden Lei. Die Personalausgaben sanken um mehr als vier Milliarden Lei auf 122 Milliarden Lei. Rumänien habe eine Herabstufung durch die Ratingagenturen vermieden. Bolojan warf der PSD vor, Reformprojekte verzögert und die Regierung sabotiert zu haben. Geplant waren unter anderem Einsparungen in der Verwaltung, weniger Sonderrechte, Leistungskriterien für Staatsunternehmen, mehr Digitalisierung und eine Reform der Sonderrenten für Richter und Staatsanwälte. Die Verwaltungsreform sei erst im Februar dieses Jahres vorangekommen. Bolojan betonte, sein Vorgehen habe sich gegen Verschwendung und ungerechtfertigte Privilegien gerichtet, nicht gegen Beschäftigte, die ihre Arbeit ordentlich erledigten. *2026-10-20 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/premierminister-zieht-bilanz-nach-15-monaten-defizite-wurden-gesenkt-reformen-jedoch-verzoegert) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/premierminister-zieht-bilanz-nach-15-monaten-defizite-wurden-gesenkt-reformen-jedoch-verzoegert.md)* ## Aussicht auf Ende der Regierungskrise beschert Börse dritte Gewinnwoche in Folge Dass der zuletzt vom rumänischen Präsidenten designierte Premierminister Luca Niculescu auch die Stimmen der Liberalen Partei PNL gesichert zu haben scheint, dürfte den Aktienmarkt in der vergangenen Woche beflügelt haben. Die Vertrauensabstimmung ist für Dienstag, den 20. Oktober, angesetzt. Nach einem Plus von 2,2 Prozent und einem von 2,8 Prozent in den beiden Vorwochen legten die fünf wichtigsten Indizes diesmal im Durchschnitt knapp 4 Prozent zu. Dabei begann die Woche verhalten: Am Montag gab der Hauptindex BET erst einmal um 0,44 Prozent nach, danach legte er vier Tage lang zu. Wochengewinner war indes der Energiewerte-Index BET-NG mit einem Plus von 5,85 Prozent (151,04 Punkte), er schloss bei 2734,03 Punkten. Ihm folgte der BETPlus mit einem Wochenplus von 4,08 Prozent oder 197,49 Punkten auf 5034,58 Zähler; er übersprang am Donnerstag die 5000-Punkte-Marke. Knapp dahinter lag der in Zusammenarbeit mit der Wiener Börse berechnete Index ROTX, der 4,06 Prozent (3066,17 Punkte) zulegte und bei 78.654,85 Punkten schloss. Der Hauptindex BET legte auf Wochensicht 3,91 Prozent zu, das entspricht 1307,27 Punkten. Bei einem Schlussstand von 34.707,72 Punkten übertraf auch dieser eine Schwelle in der vergangenen Woche. Der Finanzwerte-Index BET-FI war das Schlusslicht mit nur 2,03 Prozent Wochenzuwachs (2281,35 Punkte). Er schloss am Freitag bei 114.885,43 Punkten. **Weniger Umsatz, mehr Wochengewinner** Der Aktienumsatz der vergangenen Woche betrug 390,27 Millionen Lei, gut 10 Prozent weniger als in der Vorwoche (435 Millionen Lei). Spitzentag war dabei der Donnerstag mit 120,51 Millionen Lei, am schwächsten fiel der Dienstag mit 57,66 Millionen Lei aus. An der Spitze der Umsatzrangliste stand wie gewohnt die Banca Transilvania S.A. (TLV, 35,98 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 105,61 Millionen Lei, gut 27 Prozent des Wochenumsatzes. Der Kurs legte auf Wochensicht 1,58 Prozent zu. Auf Platz zwei kam der Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. (SNP, 1,311 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit 40,62 Millionen Lei, im folgte der Erdgaserzeuger S.N.G.N. Romgaz S.A. (SNG, 18,78 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) mit 38,85 Millionen Lei. Beide Energiewerte legten kräftig zu, OMV Petrom um 6,24 Prozent und Romgaz um 6,58 Prozent. Größter unter den 62 Gewinnern der vergangenen Woche war der Raffineriebetreiber Rompetrol Rafinare S.A. (RRC, 0,456 Lei, ISIN ROPTRMACNOR5), dessen Aktie 62,86 Prozent zulegte. Bis Mittwoch hatte sie drei Sitzungen in Folge zweistellig gewonnen. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert dieser Aktie mehr als verfünffacht. Mit Abstand folgten das Bauunternehmen COMCM S.A. Constanța (CMCM, 0,342 Lei, ISIN ROCMCMACNOR0) mit plus 16,33 Prozent auf Wochensicht und der Elektroanlagenbauer Compania Energopetrol S.A. (ENP, 0,915 Lei, ISIN ROENPCACNOR7) mit 14,38 Prozent. Neue 52-Wochen-Hochs erreichten, neben dem genannten Raffineriebetreiber Rompetrol Rafinare S.A., der Elektroanlagenbauer Grupul Industrial Electrocontact S.A. (ECT, 0,071 Lei, ISIN ROELBOACNOR6) und der Kunststoffverarbeiter Promateris S.A. (PPL, 7,9 Lei, ISIN ROPRLAACNOR7). Größter Verlierer der Woche waren das Bauunternehmen Societatea de Construcții Napoca S.A. (NAPO, 1,79 Lei, ISIN RONAPOACNOR0) mit einem Kursrückgang von 13,94 Prozent und der Hotelbetreiber SIF Hoteluri S.A. (CAOR, 1,6 Lei, ISIN ROCAORACNOR9) mit einem Minus von 13,04 Prozent, sowie der Maschinenbauer UAMT S.A. (UAM, 0,3 Lei, ISIN ROUAMTACNOR1) mit minus 12,79 Prozent. Diese fielen damit auf ein neues 52-Wochen-Tief. **Kapitalisierung peilt wieder 700 Milliarden an** Die Marktkapitalisierung stieg auf Wochensicht um 22,96 Milliarden Lei oder 3,41 Prozent und lag am vergangenen Freitag bei 697,12 Milliarden Lei. Im Wochendurchschnitt waren alle gehandelten Unternehmen 686,46 Milliarden Lei wert, ein Anstieg von 0,7 Prozent zum Durchschnitt von 681,92 Milliarden Lei in der Vorwoche. **Devisen** Der Leu konnte auch in der vergangenen Woche sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem US-Dollar durchsetzen. Die europäische Gemeinschaftswährung gab auf Wochensicht 0,0046 Lei oder 0,09 Prozent nach, damit drückte der Leu den Euro in der zweiten Woche in Folge. So gelangte der Euro deutlich unter die 5,35-Lei-Marke, die sie in der Vorwoche erstmals überschritten hatte. Deutlicher wurde der Leu gegenüber dem US-Dollar: Hatte die nordamerikanische Leitwährung am Dienstag vergangener Woche noch bei 4,7748 Lei notiert, verlor er auf Wochensicht 0,0182 Lei oder 0,38 Prozent und rutschte unter die 4,75-Lei-Marke. Der Euro ging gestern bei 5,3368 Lei, der US-Dollar bei 4,7430 Lei in die neue Woche. --- *Die hier dargestellten Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Sie stellen keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Keine der hier enthaltenen Informationen begründet in keinem Land und gegenüber keiner Person eine Aufforderung, ein Angebot oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Der Autor haftet nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von der Benutzung der hier dargestellten Mitteilungen entstehen können. Alle Werte entstammen der letzten vor Redaktionsschluss abgeschlossenen Handelssitzung.* *2026-10-20 · Markus Kleininger · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/aussicht-auf-ende-der-regierungskrise-beschert-boerse-dritte-gewinnwoche-in-folge) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/aussicht-auf-ende-der-regierungskrise-beschert-boerse-dritte-gewinnwoche-in-folge.md)* ## Weihnachtsmarkt öffnet Ende November **Sathmar** – In Sathmar/Satu Mare laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit an: Am 27. November öffnet der Weihnachtsmarkt 2026 auf dem Freiheitsplatz (Piața Libertății). Bis zum 4. Januar 2027 soll sich das Stadtzentrum in einen Treffpunkt für Einheimische und Besucher verwandeln, an dem traditionelle Spezialitäten, Süßwaren, Kunsthandwerk und saisonale Geschenkideen angeboten werden. Für die diesjährige Ausgabe sind insgesamt 30 Verkaufsstände vorgesehen. Sie stehen Herstellern und Händlern traditioneller Lebensmittel, Süßigkeiten und weiterer weihnachtlicher Produkte zur Verfügung. Auch Volkskunsthandwerker und weitere Kunstschaffende können ihre Kreationen, Souvenirs und handgefertigten Geschenkartikel präsentieren. Der Weihnachtsmarkt bietet lokalen Erzeugern, Händlern und Kunsthandwerkern die Möglichkeit, ihre Produkte während der umsatzstarken Vorweihnachtszeit einem breiten Publikum vorzustellen. Interessierte Aussteller müssen ihre Bewerbung ausschließlich online einreichen. Die Bewerbungsfrist endet am 20. Oktober um 16 Uhr. Die eingegangenen Anträge werden bis zum 27. Oktober geprüft. Anschließend erhalten die Bewerber die Entscheidung per E-Mail. *2026-10-20 · Arthur Glaser · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/weihnachtsmarkt-oeffnet-ende-november) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/weihnachtsmarkt-oeffnet-ende-november.md)* ## Doppelte Buchvorstellung zur Geschichte Mittel- und Osteuropas **Hermannstadt** – Der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde Hermannstadt, das Brukenthalmuseum und das Forschungsinstitut für Geisteswissenschaften Hermannstadt laden am Mittwoch den 21. Oktober um 17.30 Uhr in das Brukenthal-Museum zur Präsentation zweier kürzlich im Verlag De Gruyter erschienener Bände ein. Beide Bücher wurden in der Reihe Studies of Early Modern Christianity in Central Europe veröffentlicht. Der erste Band „The Urban Space: Patterns of Mobility and Cultural Transfer in Late Medieval Europe (1200–1500)“, herausgegeben von Adinel C. Dincă und Ulrich A. Wien, ist dem Historiker Konrad G. Gündisch anlässlich seines 75. Geburtstags gewidmet. Er vereint eine Reihe wissenschaftlicher Beiträge, die im Rahmen eines gleichnamigen internationalen Symposiums, das im Juli 2023 in Heltau und Michelsberg stattfand, vorgestellt wurden. Die Beiträge untersuchen die Mobilität von Menschen, Ideen und Objekten, kirchliche Netzwerke und Rechtspraktiken sowie die Rolle städtischer Gemeinschaften bei der Aushandlung von Wandel, Identität und Kontinuität. Der zweite Band „The Báthory Moment: Statecraft, Religion, Society, and Culture in Central Europe“, herausgegeben von Julia Derzsi, Henning P. Jürgens, Maciej Ptaszynski und Ulrich A. Wien, beleuchtet die Herrschaft Stephan Báthorys in Siebenbürgen und im polnisch-litauischen Commonwealth neu. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen politischer Herrschaft, Militärwesen, kirchlichen Institutionen, Justiz, Finanzen, Diplomatie und Gelehrsamkeit. Die Beiträge eröffnen neue Perspektiven auf die konfessionelle Vielfalt sowie auf die politischen und kulturellen Beziehungen in Mittel- und Osteu-ropa in der Frühen Neuzeit. Der Band vereint Beiträge, die im Rahmen einer Reihe von drei internationalen Symposien vorgestellt wurden, die im September 2022 in Budapest, im Juni 2023 in Warschau und im Oktober 2023 in Hermannstadt stattfanden. Über die beiden Bände diskutieren Raluca Teodorescu, Rudolf Gräf und Liviu Cîmpeanu im Gespräch mit den Herausgebern Ulrich A. Wien, Adinel C. Dincă und Julia Derzsi. *2026-10-20 · Roger Pârvu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/doppelte-buchvorstellung-zur-geschichte-mittel-und-osteuropas) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/doppelte-buchvorstellung-zur-geschichte-mittel-und-osteuropas.md)* ## Streit um Stadt-Umland-Bahn in Temeswar **Temeswar** – Kaum hat Temeswar grünes Licht für die Planung einer Stadt-Umland-Bahn erhalten, gibt es Streit um die Zuständigkeiten. Der Temescher Kreisratsvorsitzende Alfred Simonis (PSD) wirft der Stadtverwaltung vor, den Kreisrat entgegen früheren Absprachen aus dem Projekt ausgeschlossen zu haben. Zugleich warnt er vor erheblichen Finanzierungsproblemen. Die geplante Bahnverbindung könnte nach seiner Schätzung bis zu einer Milliarde Euro kosten. Simonis erklärte, zu Beginn seiner Amtszeit habe man sich mit der damaligen Rathausführung auf eine Zusammenarbeit zwischen Stadt, Kreisrat und Verkehrsministerium verständigt. Ziel sei gewesen, die erforderlichen Machbarkeitsstudien rechtzeitig vorzubereiten, um Fördermittel aus dem nächsten EU-Finanzrahmen beantragen zu können. In der vorherigen Förderperiode habe Temeswar solche Möglichkeiten verpasst, weil die notwendigen Unterlagen nicht vorgelegen hätten. Stattdessen habe das Bürgermeisteramt eine Zusammenarbeit mit der staatlichen Bahngesellschaft CFR ohne Beteiligung des Kreises vorangetrieben. Simonis brachte diese Entscheidung mit der zwi-schenzeitlichen Führung des Verkehrsministeriums durch einen USR-Politiker in Verbindung. Er kritisierte, dass parteipolitische Interessen offenbar schwerer wiegen als die Zusammenarbeit bei einem für die gesamte Region wichtigen Infrastrukturprojekt. Der Kreisratsvorsitzende hält den Alleingang auch aus praktischen Gründen für problematisch. Die geplante Bahn soll über weite Strecken außerhalb des Temeswarer Stadtgebiets verlaufen. Für bestimmte Bauabschnitte seien zudem Genehmigungen des Kreises erforderlich. Hinzu komme die Finanzierung. Selbst bei einer hohen europäischen Förderung könnten die Eigenanteile beträchtlich ausfallen. Die betroffenen Umlandgemeinden würden solche Summen kaum allein aufbringen können und letztlich Unterstützung des Kreisrats benötigen, argumentierte Simonis. Er forderte deshalb eine Rückkehr zur gemeinsamen Planung. Sollte das Verkehrsministerium künftig von einem PSD-Politiker geführt werden, werde er sich nicht dafür einsetzen, die Stadtverwaltung aus dem Projekt zu drängen, versicherte er. Entscheidend sei, dass die Beteiligten rechtzeitig eine tragfähige Lösung für die Finanzierung und Umsetzung fänden. Die Stadt hatte bereits Ende Mai grundsätzlich die Zusammenarbeit mit CFR beschlossen. Im Juli folgte eine erste Zustimmung des Verkehrsministeriums. Anfang Oktober ermächtigte das Ministerium die Bahngesellschaft schließlich, eine Vereinbarung mit der Stadt zur Vorbereitung des Projekts abzuschließen. Das Bürgermeisteramt will die technischen Unterlagen und die Machbarkeitsstudie zunächst auf eigene Kosten erstellen lassen. Die geplante Stadt-Umland-Bahn soll bestehende Bahnstrecken nutzen und durch neue Abschnitte ergänzt werden. Vorgesehen ist unter anderem eine Verbindung vom Bereich des Flughafens quer durch Temeswar bis zum Einkaufszentrum Shopping City. Von dort soll die Strecke über Chișoda, Girok/Giroc, Rudicica und Neumoschnitza/Moșnița Nouă zur Industriezone an der Stan-Vidrighin-Straße führen. Weitere Umlandorte sollen angebunden werden. Das Netz soll mit Straßenbahnen, Bussen und Trolleybussen verknüpft werden. *2026-10-20 · Dan Cărămidariu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/streit-um-stadt-umland-bahn-in-temeswar) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/streit-um-stadt-umland-bahn-in-temeswar.md)* ## Neustadt leitet Enteignungsverfahren für größten Markt ein **Neustadt** – Die Stadtverwaltung von Neustadt/Baia Mare hat das Enteignungsverfahren für Gebäude und andere bauliche Anlagen auf dem Markt Piața Izvoare eingeleitet. Der größte Agrar- und Lebensmittelmarkt der Stadt soll saniert und modernisiert werden. Voraussetzung für die Finanzierung des Vorhabens ist, dass das Grundstück frei von Belastungen und Bebauung ist. Der entsprechende Beschluss des Stadtrats wurde am 28. September 2026 gefasst. Die Enteignung erfolgt aus Gründen des öffentlichen Interesses. Die Gesamtentschädigung für die von der Enteignung betroffenen Immobilien beläuft sich auf 5.673.538,20 Lei. Die Höhe wurde auf Grundlage eines Gutachtens eines beauftragten, zugelassenen Sachverständigen festgelegt. Das Geld wird auf zwei Unternehmen aufgeteilt. Den größten Anteil erhält die Firma Piața Aliment SA: Für insgesamt 46 Gebäude und bauliche Anlagen wurden Entschädigungen in Höhe von 5.307.538,20 Lei festgesetzt. Das zweite begünstigte Unternehmen ist Selmont Food. Die Firma besitzt auf dem Marktgelände eine Fleischerei mit einer Fläche von 80 Quadratmetern. Dafür ist eine Entschädigung von 366.000 Lei vorgesehen. *2026-10-20 · Arthur Glaser · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/neustadt-leitet-enteignungsverfahren-fuer-groessten-markt-ein) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/neustadt-leitet-enteignungsverfahren-fuer-groessten-markt-ein.md)* ## Karansebesch – Lugosch hinkt weiter nach **Temeswar**/**Karansebesch** – Der „Abschnitt I“ der Transbanater Eisenbahnlinie (Arad – Temeswar – Lugosch – Karansebesch) hinkt laut jüngstem Kommuniqué der Abteilung CFR Infrastructură der staatlichen Eisenbahnverwaltung CFR SA weiterhin in Baurhythmus und physischem Fertigstellen den anderen drei Bauabschnitten zwischen Arad und Lugosch nach – obwohl auch dort im vergangenen Spätsommer keine umwerfenden Fortschritte erzielt wurden, wenn man sich vor Augen hält, dass die Umbau- und umfassenden Modernisierungs- sowie teilweisen Gleisverdoppelungs-Arbeiten im letzten Jahresquartal 2028 abgeschlossen werden sollen. Laut Infrastrukturabteilung von CFR ist nach wie vor der am weitesten fortgeschrittene Abschnitt die Nr.II – Temeswar-Ostbahnhof – Lugosch – wo man bei 84,93 Prozent des Bausolls angelangt ist. Dem gegen-über steht man zwischen dem Bahnhof Lugosch und Karansebesch (Bauabschnitt I) erst bei kümmerlichen 15,07 Prozent des Vorhabens, was heißt, dass in den Monaten August-September 2026 – CFR Infrastructură vermeldet neuerdings alle zwei Monate den Baufortschritt bei diesem Vorhaben – zwischen Karansebesch und Lugosch ein Baufortschritt von bloß 0,22 Prozent erzielt wurde. Schlussfolgernd muss also festgestellt werden, dass auf dem Bauabschnitt I nicht nur insgesamt der geringste Prozentsatz des Gesamtvorhabens realisiert wurde, sondern dass faktisch hier einfach auch am langsamsten gearbeitet wird – egal, welche Gründe es dafür gibt. Denn auf dem Bauabschnitt II Lugosch – Temeswar-Ostbahnhof wurden 1,13 Prozentpunkte des Vorhabens realisiert und man ist von 83,80 Prozentpunkten am 1. August bei insgesamt 84,93 Prozentpunkten am 30. September angelangt, beim Abschnitt Temeswar-Ostbahnhof – Temeswar-Rangierbahnhof Ronatz steht man mit 28,01 Prozent auch nicht gerade glänzend da (Baufortschritt: 0,70 Prozentpunkte) und auf dem Bauabschnitt IV Temeswar-Rangierbahnhof Ronatz – Arad sind 0,94 Prozentpunkte des Vorhabens zusätzlich realisiert worden, so dass man bei 36,63 Prozent stand. Damit gibt CFR Infrastructură in diesem Kommuniqué zu, dass man insgesamt bei diesem wichtigen Bauvorhaben bei rund 47 Prozent – also noch nicht einmal der Hälfte – des „physischen Ausführungsstadiums“ angekommen ist. Und dass der durchschnittliche Baufortschritt bei 0,85 Prozentpunkten je zwei Monate/60 Kalendertage liegt. Laut derselben Selbsteinschätzung sei das „ein moderater Baurhythmus, mit bemerkenswerten Unterschieden auf den einzelnen Baustellen“. Das Projekt sieht für den Abschnitt durchs Banater Hügelland eine Gleisverdoppelung auf 31,69 km (von den insgesamt 39,56 km des gesamten Streckenabschnitts Karansebesch-Lugosch) vor, Umbauarbeiten an vier der sechs Bahnhöfe dieser Strecke (hauptsächlich aber des Bahnhofs Karansebesch, der auch einen Neubau – ein Instandhaltungsgebäude – erhält und eine Überführung über das gesamte Gleisnetz), der Bau von zwölf neuen Brücken und 49 kleineren Überquerungen von Bächen, einer Hochbrücke vor dem Bahnhof von Lugosch (an der Kreisstraße DJ 584, Richtung Ebendorf/Știuca). Erneuert wird auch das gesamte Si-gnal- und Lenksystem der Eisenbahnstrecke, das den neuesten EU-Regelungen/Einrichtungen (System ERTMS – ETCS Niveau 2 und GSM-R) angepasst wird. Für den Bauabschnitt I Karansebesch – Lugosch sind mehrwertsteuerfreie Kosten von 1,34 Milliarden Lei eingeplant. Der Bauvertrag wurde im Dezember 2023 zwischen CFR Infrastructură und einer „Railsworks“ genannten Assoziierung zwischen Alstom Transport (Assoziierungsleader) und Arcada Company SA unterzeichnet, während das Supervising von TPF Inginerie übernommen wurde. Zu den Bremsfaktoren beim Neubau dieser Strecke gehören u.a. die zahlreichen archäologischen Ausgrabungen und Rettungsgrabungen, die verpflichtender Bestandteil jedes Bauvorhabens sind. *2026-10-20 · Werner Kremm · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/karansebesch-lugosch-hinkt-weiter-nach) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/karansebesch-lugosch-hinkt-weiter-nach.md)* ## Stadionstreit zwischen Simonis, Fritz und Bolojan **Temeswar** – Der Streit um den Neubau des Dan-Păltinișanu-Stadions in Temeswar hat eine neue politische Auseinandersetzung ausgelöst. Der Temescher Kreisratsvorsitzende Alfred Simonis (PSD) wirft dem früheren Bürgermeister Dominic Fritz (USR) vor, die Freigabe des Stadionprojekts durch die Regierung verzögert zu haben. Interimspremier Ilie Bolojan (PNL) und Fritz weisen die Anschuldigungen zurück. Ausgangspunkt war eine Pressekonferenz am Freitag, bei der Simonis behauptete, Bolojan habe bereits bei seinem Temeswar-Besuch am 16. Mai die Freigabe des Stadionprojekts ankündigen wollen. Nach einem Gespräch im Rathaus sei er jedoch davon abgekommen. Der Kreisratsvorsitzende berief sich auf Zeugen, die den Verlauf der Unterredung bestätigen könnten, nannte aber keine Namen. Bolojan widersprach noch am selben Tag. Niemand habe ihn jemals aufgefordert, ein Projekt für Temeswar zu blockieren. Die Darstellung sei eine Lüge. Die Freigabe des Stadionbaus sei erfolgt, als die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung gestanden hätten. Fritz reagierte am Samstag mit scharfer Kritik. Simonis wolle sich offenbar als alleiniger Förderer des Stadions darstellen und könne nicht akzeptieren, dass die Freigabe von einer Regierung unter Beteiligung von PNL, USR und UDMR bekannt gegeben worden sei. Die Geschichte über eine angebliche Intervention im Rathaus sei erfunden. Er selbst habe den Neubau stets unterstützt, auch gegenüber dem Regierungschef. Zudem habe sich die Stadtverwaltung bereit erklärt, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Als Beispiel für die Investitionen seiner Amtszeit verwies Fritz auf die neu errichtete Arena „Eroii Timișoarei“, die kurz vor der Fertigstellung steht. Simonis bezweifelte daraufhin die Erklärung Bolojans, wonach die Finanzierung erst im August gesichert gewesen sei. Zwischen dem Besuch des Regierungschefs im Mai und der Ankündigung seien lediglich drei Monate vergangen. Die staatlichen Mittel seien ohnehin erst für 2028 und 2029 vorgesehen, während der Kreisrat Temesch die Bauarbeiten zunächst mindestens ein bis zwei Jahre lang finanzieren müsse. Der PSD-Politiker vermutet, dass Bolojan mit der Bekanntgabe gewartet habe, bis die Rechtsstreitigkeiten um das geplante Stadion in Großwardein/Oradea im August beendet gewesen seien. So habe er beide Vorhaben gemeinsam ankündigen können. Belege für diese Darstellung legte Simonis nicht vor. Auch Fritz’ Haltung zum Stadionneubau stellte der Kreisratsvorsitzende infrage. Nach sechs Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung gebe sich der frühere Bürgermeister plötzlich als überzeugter Unterstützer des Projekts aus, obwohl er früher wegen der hohen Kosten Vorbehalte geäußert habe. Zwischen öffentlichen Unterstützungserklärungen und einem konkreten Beitrag zur Umsetzung bestehe ein Unterschied, so Simonis. *2026-10-20 · Dan Cărămidariu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/stadionstreit-zwischen-simonis-fritz-und-bolojan) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/stadionstreit-zwischen-simonis-fritz-und-bolojan.md)* ## Kreative Gemeinsamkeit, erfrischende Diskussionen **Für zwei Tage durfte ich eine von ihnen sein: den Siebenbürger Sächsinnen. Ihnen unter die Haut schlüpfen in ihrer Traditionsverbundenheit, ihrer historisch verankerten inneren Stärke, ihrer heutigen Vielfalt zwischen Beruf, Familie und Ehrenamt im Verband, ihrer Loyalität zu den siebenbürgischen Wurzeln und einer gelegentlichen Zerrissenheit zwischen der Ursprungsidentität und den Herausforderungen des (meist) bundesdeutschen Alltags...** Es begann mit Lachen und Scherzen und Geschichtenerzählen in einem Saal mit Tischen in U-Form in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Heiligenhof“, Bad Kissingen: Auftakt am ersten Abend der Tagung war die Lesung aus meinem Glossenbuch, die diesen lockeren Austausch angeregt hatte. Denn viele der Teilnehmerinnen kennen diese kleinen „Kulturschocks“ in umgekehrter Richtung: Nicht wie ich als Einwanderin nach Rumänien, sondern nach dem Ankommen aus Siebenbürgen im damals noch recht befremdenden Deutschland. War dieser ausgelassene Abend Türöffner für die lebhaften, offenen Diskussionen in den folgenden Tagen? Oder war es die besondere Energie, die entsteht, wenn Frauen (und wenige Männer, die sich harmonisch einfügten) sich gegenseitig schwungvoll empowern? Neben neuer Kraft für den Alltag gab es vieles mitzunehmen: Nicht nur „zwei Kilo mehr!“, wie jemand vorwitzig auf diese Frage dazwischenrief... Auch neue Impulse, Geistesblitze, Herzenswärme, Ideen. **Kreativer Funkenflug** „Frauen zwischen Tradition und Moderne: Die Rolle der siebenbürgisch-sächsischen Frau im Wandel der Zeit“ nannte sich das Seminar, zu dem das Frauenreferat des Verbandes der Siebenbürger Sachsen vom 25. bis 27. September eingeladen hatte. Was mag man sich darunter vorstellen? Wer nimmt an so etwas teil? Was steckt hinter allgemein gehaltenen Vortragstiteln wie: „Rollenbilder der siebenbürgisch-sächsischen Frau früher und heute“, Beitrag der rührigen Karin Roth, Kreisgruppenvorsitzende von Herten im Verband der Siebenbürger Sachsen, „Zwischen Hermannstadt und Heilbronn – Frauenleben im Spannungsfeld von Kirche, Tradition und Neubeginn“ der sprachgewaltigen Pfarrerin und Dekanin Birgit Hamrich (Hessen), oder „Waren die Frauen in Siebenbürgen emanzipiert? Sind sie es heute?“ von Ingwelde Juchum, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen? Wie schafft man es als Organisatorin des Seminars, wie Gerlinde Zurl-Theil (Referat für Frauen, Familie und Aussiedlerbetreuung im Verband), die Vortragenden so zu kombinieren, dass theoretisch Gehaltvolles und praktisch Alltägliches kurzweilig ineinan-derfließen und wir uns mit Fragen und Gedanken nur so überflügeln? Dass lebhafte Diskussionen aktuelle Problemfelder nicht nur streifen, sondern tatsächlich erhellen und man ein wenig klüger nach Hause fährt? Wissenschaftlich gehaltvoll wurde es mit Prof. Angelika Schaser zum Thema „Die deutsche Frauenbewegung und die siebenbürgisch-sächsischen Frauen zu Beginn der 20. Jahrhunderts“ und mit dem gut dokumentierten Vortrag von Herta Daniel (Ehrenvorsitzende des Verbands) „Weshalb waren/sind die Wege der Frauen zur Gleichstellung, zur politischen Teilhabe und Mitwirkung so steinig?“. Den lockeren Schluss am Sonntag lieferten Ruth Istvan, Siebenbürgen-Immigrantin, die lebhaft aus ihrem beruflichen Alltag und Umfeld in Holzmengen/Hosman berichtete, und meine eigene Präsentation zum Thema „Siebenbürgen, Kreativraum für Frauen“, basierend auf Reportagen und Interviews mit starken Frauen vor Ort. Dazwischen: Ein Workshop mit Doris Hutter (Beisitzerin im Bundesvorstand) über Kultur- und Frauenarbeit im Verband; ein Abend mit sächsischen Liedern und humorvollen Geschichten mit Angelika Meltzer und Doris Hutter; eine Stadtführung durch das geschichtsträchtige Bad Kissingen mit Heiligenhofleiter Gustav Binder im historischen Kostüm – und viele Stunden herzliche Gemeinsamkeit bei Sprudelwasser und Wein. Wie schafft man es jetzt, dies alles repräsentativ zusammenzufassen? Gar nicht – das muss man schon selbst erleben! Hier nur ein paar Streiflichter, Highlights und Gedankenblitze – zum Nachdenken und zum Lustmachen für eine Teilnahme in der Zukunft, denn das Frauenseminar wird alle zwei Jahre veranstaltet. **Die kontroverse Trachtendiskussion** Man mag es kaum glauben, aber es ist ein Punkt, der auch heute noch emotionell belegt kontrovers diskutiert wird: Wie trägt man die sächsische Tracht, was ist falsch, was ist richtig, zu welcher Gelegenheit und vor allem – wer darf sie tragen? Denn Tracht ist immer noch Identifikationselement, selbst für die Sächsinnen in Deutschland – oder dort erst recht? Ist es korrekt, wenn eine geschiedene Frau auf einem Stadt-Event zum Thema Trachten auf Bitte des Veranstalters den Borten (Zeichen unverheirateter konfirmierter Sächsinnen) vorführt? Darf man als Nicht-Sächsin aus Sympathie Tracht tragen? Darf man Trachtenelemente aus dem Kontext reißen: das Hemd zur Jeans, den Männergürtel zum Damenkleid? Letzteres tat eine in Norwegen lebende Siebenbürgerin, und es sah nicht nur schick aus, wie die Erzählende gestand, es war auch der Gürtel ihres verstorbenen Vaters… Können Trachtenelemente im Alltag nicht auch Erkennungszeichen sein? Wie will man verhindern, dass ein japanischer Tourist sich eine sächsiche Tracht kauft und damit herumläuft? Muss man, will man das bekritteln? Einen gewissen Konsens gab es darin, dass Nicht-Sachsen Tracht tragen dürfen, wenn sie an einem entsprechenden Event teilnehmen, wie etwa die rumänischen Mitglieder deutscher Tanzgruppen. Oder, dass auf Paraden vollständige und möglichst korrekte Trachten getragen werden sollten. Worte wie „Trachtenpolizei“ und „Trachtenberatung“ fielen. Und auch die Frage, wie man das aussterbende Wissen um korrekte Trachten – vielleicht in einer Trachtendatenbank – retten könne. Allerdings müsse man der sächsischen Jugend außerhalb solcher Events einen – wohldefinierten! – „Korridor der Freiheit“ zugestehen, sonst verlieren sie das Interesse an der Tracht. Wollen wir die Jugend mit der Diskussion um die Absatzhöhe verprellen, hieß es? Denn die Wissenschaft habe gezeigt: Wenn Tracht keinen Platz mehr im Alltag findet, geht sie verloren. Doch sei ein Konsens, wie dies geschehen soll, vonnöten. Zum Tragen einzelner aus dem Kontext gerissener Trachtenelemente hieß es allgemein: „Wir sind noch nicht so weit.“ **Was war, was ist, was bleibt?** Interessant auch die Frage, wie Traditionen weitergepflegt werden sollen. Wie viel darf man verändern, der Zeit und den Bedürfnissen des Alltags anpassen? Ein Beispiel: Statt des traditionellen Katharinenballs veranstaltet eine Kreisgruppe mit überwältigendem Erfolg jedes Jahr „Kathis Frühstück“. Handarbeit, schon immer beliebt, erlebt einen Aufschwung: Weil sächsische Trachten keine Fabrikware sind, hat so manche Frau mit dem Nähen und Sticken begonnen. In Kreisgruppen werden kreative Tätigkeiten gepflegt und finden Zuspruch: Sei es, das Quilten oder das Bemalen von Ostereiern, nach alten Mustern und Techniken, aber hier auch mit künstlerischer Freiheit. Ruth Istvan erzählt von der „Șezatoare“ (Spinnstube) in ihrer Region: Abwechselnd trifft man sich zu Gesprächen und kreativen Tätigkeiten bei einem der Teilnehmer zu Hause, spricht über Erfahrungen, Pläne, Ideen – und weil die zugezogenen Ausländer einbezogen sind, auf Englisch! Doris Hutter zitiert zum Thema Bewahren und Erhalten erklärend Altbischof Christoph Klein: „Es geht nicht um die Erben, es geht um das Erbe.“ **Historische Frauenrolle in Gesellschaft und Kirche** Tradition gibt Halt, Orientierung und schafft Gemeinschaft. Sie kann aber auch ausgrenzen, gibt Birgit Hamrich zu bedenken. Ordnung gab Heimat, aber sie verteilte zugleich Macht. Besonders schwer war es früher für selbstbewusste sächsische Frauen, die ihren eigenen Weg gingen und sich ständig erklären mussten, warum sie sich „nicht anpassen konnten“. Sie wurden zwar respektiert, oft bewundert, aber nicht gemocht – und vor allem ständig beargwöhnt. Ein Beispiel ist Dr. Annemarie Schnell aus Kronstadt (1903-1984), verwitwete Juristin, in Wolkendorf lebend – sie trug Hosen, fuhr Ski und ließ sich für Englischstunden in Eiern bezahlen. Weil sie nicht kochen konnte? Auch Schaser äußert sich zum Thema Trachten: sie legten gesellschaftliche Unterschiede fest und waren Instrument der sozialen Kontrolle. Und sie erwähnt eine aus heutiger Sicht bizarre Erscheinung: das erst 1926 abgeschaffte „Lehrerinnenzölibat“, demzufolge nur unverheiratete Lehrerinnen unterrichten durften. Eine augenscheinliche Ungerechtigkeit, die aber auch einen sozialen Aspekt hatte: So sollte die Tätigkeit den Frauen, die z.B. aufgrund von körperlichen Gebrechen keine Chance auf Heirat (und damit Versorgung) hatten, ein Einkommen sichern. Herta Daniel durchsuchte das Lexikon der Siebenbürger Sachsen auf Einträge von Männern und Frauen: 1993 waren es 33 Männer und nur sieben Frauen, in den Folgejahren bleibt das Ungleichgewicht. Lässt historische Ungleichheiten Revue passieren: Im Mittelalter galt der Mann als Sinnbild des Guten, die Frau als Verkörperung der Sünde. Den Ruf einer Frau bestimmte ihr Sexualverhalten, was für den Mann nicht galt. Bis 1270 hatten Frauen, egal welchen Alters, zwingend einen Geschlechtervormund: erst den Vater, dann den Ehemann. Und weil die Sachsen „Acker mit Acker“ verheiratenen, achtete man nicht immer auf Kompatibilität beim Alter der Brautleute: Mädchen wurden oft extrem jung vergeben. Hamrich verweist auf Bibelstellen, die die gleichberechtigte Rolle der Frauen belegen: „Das Christentum hat nicht als Männerverein begonnen.“ Auch in der evangelischen Kirche sei ein Einfluss seitens Frauen institutionell vorgesehen: Im Presbyterium, unter den „Fürsorgefrauen“, die das soziale Netz zusammenhielten. **Wie die Verbandsarbeit verbessern?** Doris Hutter rief die Mitglieder des Verband der Siebenbürger Sachsen zur Ideenfindung für eine bessere Verbandsarbeit auf. Weil lokale Gruppen immer kleiner würden, könne man sich für die Organisation von Veranstaltungen zu regionalen Verbänden zusammenschließen oder aber sich mit Banater Schwaben zusammentun. Als neues Phänomen beschreibt sie, dass junge Leute mehr Online-Veranstaltungen und kürzere Tagungen einforderten. Manchmal fiele der Vorwurf, siebenbürgisches Verbandsleben sei nur „Trachtenaufmarsch und Blasmusik“, andererseits wollten sich immer weniger Mitglieder terminlich verbindlich festlegen, was die Planung komplexer Events erschwere. Auch der Spagat zwischen Alltag und Ehrenamt sei herausfordernd, ebenso die Nachwuchsfrage. Andererseits ging aus den Kreisen der ehrenamtlich Engagierten hervor, dass Begegnungen, gemeinsame Aktivität, die Freude auf den Gesichtern der Beteiligten und positives Feedback immer noch Motivationsfaktoren für die Verbandsarbeit sind. **Breite Entfaltungs-möglichkeiten** Was haben wir von der Tagung mitgenommen, außer den Folgen allzu guter Verpflegung oder der Erkenntnis, dass man sich in jedem Alter ausgelassen wie auf einem Schulausflug fühlen kann? Vielleicht die Schlussfolgerung, dass Frauen auch heute oft Brückenbauer und Netzwerker sind. Dass siebenbürgische Traditionen noch gelebt werden, sich aber auch verändern. Dass die Breite an Entfaltungsmöglichkeiten für die siebenbürgisch-sächsische Frau zunimmt, weil Traditionen auch Ressourcen und Ansatzpunkt für Neues sein können. Dass Siebenbürgen sich verändert, die Gemeinschaft inklusiver und internationaler wird, aber trotzdem nicht alles Sächsische untergeht – im Gegenteil, es liefert die Basis für den kreativen Wandel. Und dass es starke Frauen gibt, in der Vergangenheit wie heute, die ermutigen und beflügeln – so manche mitten in unserer Runde. *2026-10-20 · Nina May · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/kreative-gemeinsamkeit-erfrischende-diskussionen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/kreative-gemeinsamkeit-erfrischende-diskussionen.md)* ## Rumänische F16-Piloten schossen Drohnen über Schwarzem Meer ab **Sulina/Bukarest** (ADZ) – Zwei F16-Kampfjet-Piloten der rumänischen Luftwaffe haben am Wochenende nach Angaben von Interims-Verteidigungsminister Radu Miruță (USR) zwei Drohnen russischer Bauart, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren, etwa 20 Kilometer östlich und südöstlich von Sulina über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Dem Ressortminister zufolge starteten die beiden Kampfjets vom Luftwaffenstützpunkt Borcea, nachdem Radarsysteme „eine Gruppe von Luftzielen etwa 120 Kilometer östlich der Schlangeninsel“ entdeckt hatten. Miruță veröffentlichte auch einige Cockpit-Fotos von den Abschüssen und gab zudem bekannt, dass es sich um Angriffsdrohnen mit Düsenantrieb, aller Wahrscheinlichkeit nach vom Typ Geran 4, gehandelt habe – es sei für die rumänische Luftwaffe ein Novum gewesen, strahlengetriebene Drohnen abzuschießen. Der Abschuss der beiden Kampfdrohnen erfolgte, nachdem es seit Juli sowohl vor der rumänischen als auch bulgarischen Schwarzmeerküste insgesamt zehn Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gegeben hatte – sechs hatten Schiffen in den rumänischen, vier in den bulgarischen Hoheitsgewässern gegolten. Drei der getroffenen Handelsschiffe sanken – dabei kamen 13 Seeleute ums Leben, während weitere 19 als vermisst gelten. Wegen der zunehmenden russischen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer, durch die Russland die auf dem Seeweg erfolgenden ukrainischen Getreideexporte sabotieren will, waren Präsident Nicușor Dan und der bulgarische Regierungschef Rumen Radew erst letzte Tage in Brüssel am Rande des EU-Gipfels mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammengetroffen, um die immer prekärere Sicherheitslage im Schwarzen Meer sowie Maßnahmen zum Schutz der EU-Außengrenzen zu besprechen. *2026-10-19 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/rumaenische-f16-piloten-schossen-drohnen-ueber-schwarzem-meer-ab) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/rumaenische-f16-piloten-schossen-drohnen-ueber-schwarzem-meer-ab.md)* ## PNL-Vize Turcan: Neue Regierung wird eine „der nationalen Schande“ **Bukarest** (ADZ) – Die erweiterte PNL-Führung hat am Wochenende schweren Herzens beschlossen, der Techno-PSD-Minderheitsregierung des designierten Premierministers Luca Niculescu auf der Dienstagnachmittag anstehenden Investitur-Abstimmung das Vertrauen auszusprechen. Man stehe in der Pflicht, dem Land zu einer voll handlungsfähigen Regierung zu verhelfen – unter anderen Umständen würde man nämlich ein Kabinett mit einer derart strittigen Zusammensetzung niemals absegnen, stellte PNL-Chef Ilie Bolojan klar. Seinen parteifreien Amtsnachfolger warnte der Noch-Regierungschef zudem ausdrücklich, dass die größte Bedrohung für dessen Kabinett faktisch die PSD selbst darstelle, die nur allzu oft beliebe, eigene Regierungen abzusegnen. Nicht zu guter Letzt kündigte Bolojan an, dass die Liberalen am Dienstag gleich nach Bestätigung der neuen Regierung den Gang in die Opposition antreten – alle liberalen Amtsträger würden noch am gleichen Tag ihre Ämter niederlegen. In der PNL ist die Empörung über die Zusammensetzung des Kabinetts Niculescu zurzeit groß, nachdem der designierte Regierungschef alle Personalverschläge der PSD sang- und klanglos abgenickt hatte – entsprechend wird nun mit Marian Neacsu erstmals ein vorbestrafter Politiker Innenminister und mit Daniel Zamfir ein aggressiver Wirtschaftsnationalist Ressortminister. PNL-Vizechefin Raluca Turcan bezeichnete die neue Regierung unumwunden als eine „der nationalen Schande“. Auch der frühere PNL- und Regierungschef Ludovic Orban verriss das neue Kabinett: Der parteifreie Premier Luca Niculescu werde über keinerlei Autorität verfügen, sondern bloß eine „Strohpuppe“ sein – das Sagen hätten de facto nämlich PSD-Chef Sorin Grindeanu und Präsident Nicușor Dan, so Orban. *2026-10-19 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/pnl-vize-turcan-neue-regierung-wird-eine-der-nationalen-schande) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/pnl-vize-turcan-neue-regierung-wird-eine-der-nationalen-schande.md)* ## PNL muss 2,8 Mio. Euro an den Staat zurückzahlen **Bukarest** (ADZ) – Die Nationalliberale Partei (PNL) muss über 14 Millionen Lei aus der Präsidentschaftswahlkampagne von Nicolae Ciucă im Jahr 2024 an den Staat zurückzahlen. Der Oberste Gerichtshof wies am Donnerstag, dem 15. Oktober, die Berufung der Partei gegen die entsprechende Entscheidung der Ständigen Wahlbehörde (AEP) endgültig ab. Im Dezember 2024 hatte die AEP der PNL mehr als 17,6 Millionen Lei für den Wahlkampf erstattet. Eine spätere Prüfung ergab jedoch, dass Ausgaben in Höhe von mehr als 14 Millionen Lei – umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro – bereits aus staatlichen Zuschüssen an die Partei überwiesen worden waren. Eine erneute Erstattung war deshalb nicht zulässig. Die PNL hatte gegen die Entscheidung der Wahlbehörde geklagt, scheiterte damit aber in allen Instanzen. PNL-Chef Ilie Bolojan kündigte an, dass die Partei ihre Schulden in der kommenden Zeit begleichen werde. Es sei eine Frage der Normalität, bei der es schlicht darum gehe, wieder glaubwürdig zu sein“, erklärte er bei B1TV. Er habe die Partei Ende 2024 am Schluss eines Wahljahres übernommen, in dem viel Geld ausgegeben wurde. Daher habe die PNL Schulden angehäuft, die sie nun schrittweise zurückzuzahlen gedenke, so Bolojan sinngemäß. *2026-10-19 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/pnl-muss-28-mio-euro-an-den-staat-zurueckzahlen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/pnl-muss-28-mio-euro-an-den-staat-zurueckzahlen.md)* ## Behörden untersuchen Wahlannullierung **Bukarest** (ADZ) – Die Generalstaatsanwaltschaft hat im Juli ein Strafverfahren zu den Umständen der Annullierung der Präsidentschaftswahl im Dezember 2024 eingeleitet. Anlass sind mehr als 600 Anzeigen, die offenbar von Vertretern des Vereins für Freiheit und soziale Gleichheit (ALES) erstattet wurden. Die Ermittlungen laufen zunächst gegen Unbekannt. Die Anzeigen werfen mehreren Verantwortlichen unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Amtsmissbrauch, die Behinderung der Ausübung des Wahlrechts und ungerechtfertigte Strafverfolgung vor. Auch Straftaten gegen die Menschlichkeit werden genannt. Im Mittelpunkt stehen Personen, die für die Annullierung des ersten Wahlgangs verantwortlich gemacht werden. Der Verein erklärte zudem auf Facebook, eine weitere Strafanzeige gegen Staatsanwälte, Mitarbeiter und Beamte der Generalstaatsanwaltschaft eingereicht zu haben. Sie sollen dazu beigetragen haben, die 600 Anzeigen lediglich als Verwaltungsvorgänge zu registrieren und zu behandeln. *2026-10-19 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/behoerden-untersuchen-wahlannullierung) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/behoerden-untersuchen-wahlannullierung.md)* ## AUR-Politiker erhält seltsame Drohung **Bukarest** (ADZ) – Marius Lulea, Mitgründer der Partei AUR, hat am Sonntag die Polizei eingeschaltet, nachdem Unbekannte einen Schweinskopf vor seinem Hauseingang in der Gemeinde Otopeni nahe Bukarest abgelegt hatten. Er wertet die Tat als Morddrohung und sorgt sich um die Sicherheit seiner Frau und seiner fünf Kinder. Die Polizei ermittelt. „Niemand darf wegen seiner Ansichten eingeschüchtert werden, und die Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar“, sagte Lulea dem Nachrichtenportal G4Media. Laut der Polizei des Kreises Ilfov meldete er auch einen Vorfall wenige Tage zuvor. Damals habe er in der Nähe seines Hauses ein Plakat mit einer bedrohlichen Figur entdeckt. Ähnliche Aufkleber wurden laut Lulea gegen Kritiker von AUR-Chef George Simion eingesetzt. Zwischen Lulea und der Parteiführung schwelt seit Monaten ein öffentlicher Konflikt. Simion deutete die Vorfälle anders. Die AUR werde auch nach „Schlagzeilen, Inszenierungen und Schweineköpfen“ nicht nach Auftrag abstimmen, schrieb er am Sonntagabend auf Facebook. *2026-10-19 · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/aur-politiker-erhaelt-seltsame-drohung) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/aur-politiker-erhaelt-seltsame-drohung.md)* ## Wo die Wege zusammenlaufen, beginnt die Zukunft mit einem Schritt **Am Ende sind es nur wenige hundert Meter bergauf. Der eigentliche Weg aber beginnt weit früher, in mehreren evangelischen Gemeinden des Hermannstädter Bezirks, dort, wo Menschen gesegnet und als Pilger auf ihren Weg geschickt wurden. Manche kamen aus Nachbarorten, andere von weiter her. Gruppen brachen getrennt auf, gingen oder fuhren über unterschiedliche Wege, mit unterschiedlichen Geschichten, Hoffnungen und Beweggründen. Erst am Fuße des Michelsberger Burgbergs vereinigten sich die einzelnen Pilgergruppen zu einer gemeinsamen Prozession. Von dort führte nur noch ein Weg: hinauf zur romanischen Basilika auf dem Berg.** Was am 27. September in Michelsberg/Cisnădioara geschah, war mehr als die Wiedereinweihung einer Kirche nach abgeschlossenen Bauarbeiten. Es war der Versuch, eine jahrhundertealte Erinnerung wieder in lebendige Praxis zu verwandeln. Der Einladung der evangelischen Kirchengemeinde war ein bemerkenswerter Satz vorangestellt worden: Die Basilika auf dem Berg sei ursprünglich eine Wallfahrtskirche gewesen, weit über die Region hinaus bedeutsam. Was man an diesem Sonntag feiere, sei keine Neuerfindung, sondern die Wiederaufnahme einer alten Tradition. In dieser Formulierung lag bereits das eigentliche Programm des Tages. Die Sanierung des Daches war Anlass. Die Wiedergewinnung eines geistlichen Ortes war das Ziel. Schon die Ankündigung machte deutlich, dass die Teilnehmer nicht als Besucher angesprochen wurden, sondern ausdrücklich als Pilger. Wer wollte, sollte den Weg möglichst zu Fuß zurücklegen. Wer nicht die gesamte Strecke gehen konnte, war eingeladen, zumindest das letzte Stück gemeinsam hinauf auf den Berg zu gehen. Selbst die Anreise war Teil des Konzepts. Der Weg sollte bewusst erlebt werden. Die Gemeinschaft sollte nicht erst am Ziel entstehen. Sie sollte auf dem Weg wachsen. An der Spitze des Pilgerzuges gingen Daniel Zikeli, Bischofsvikar der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Zoran Kezdi, Stadtpfarrer von Heltau und Ortspfarrer von Michelsberg, Michael Reger aus Kerz, der ehemalige Michelsberger Ortspfarrer Stefan Cosoroabă, Dr. Stefan Tobler sowie der orthodoxe Ortspfarrer Radu Tănase. Schon dieses gemeinsame Vorangehen machte sichtbar, worum es an diesem Tag ging: um mehr als die Wiedereinweihung eines Bauwerks, nämlich um die Erfahrung von Gemeinschaft über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinweg. Oben auf dem Berg hat sie gute und schlechte Zeiten überdauert. Die romanische Basilika über dem Silberbachtal, klein gegen den Himmel, stark und fest in der Erinnerung und der Gegenwart verankert. Seit mehr als achthundert Jahren begleitet sie die Geschichte des Ortes und seiner Menschen. Sie zählt zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten Siebenbürgens. Bereits um das Jahr 1200 entstanden, war sie über Jahrhunderte Wallfahrtsort, Wehrkirche und geistliches Zentrum zugleich. Die verblassten Weihekreuze an den Innenwänden erinnern noch heute daran, dass Menschen hier bereits beteten, als viele der heutigen Dörfer Siebenbürgens erst im Entstehen begriffen waren. Aus den verschiedenen Wegen wurde ein gemeinsamer Weg. Aus den einzelnen Gemeinden wurde eine Gemeinschaft. Immer wieder kehrte das Motiv des Unterwegsseins in den Ansprachen der Geistlichen zurück. Die Pilger trugen ihre Erfahrungen, ihre Dankbarkeit, ihre Sorgen und ihre Bitten mit auf den Berg. Der Michaelistag erhielt dabei eine erstaunlich existenzielle Deutung. Es ging nicht um heroische Stärke, sondern um die Erfahrung menschlicher Begrenztheit. Die Tage werden kürzer, die Kräfte lassen nach, die Natur beginnt loszulassen. Solche Zeiten gebe es auch im Leben der Menschen, hieß es in der Ansprache, die Stefan Cosoroabă vor dem Aufbruch in der Dorfkirche hielt. Christlicher Glaube bedeute nicht, immer stark sein zu müssen, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott auch dort gegenwärtig bleibt, wo die eigenen Kräfte an Grenzen stoßen. Passend wirkten diese Gedanken angesichts der Geschichte, die hinter der Wiedereinweihung stand. Denn auch die Basilika selbst war an ihre Grenzen gekommen. Noch wenige Wochen zuvor war der Berg eine Baustelle gewesen. Restauratoren, Ingenieure, Architekten, Handwerker und Freiwillige arbeiteten unter dem Motto „Ein Dach für den Heiligen Michael“ an der Rettung des gefährdeten Kirchendaches. Mehr als einhundertfünfzig Menschen waren nach Angaben der Organisatoren an dem Projekt beteiligt. Wo Fahrzeuge nicht eingesetzt werden konnten, entstanden Menschenketten. Schweres Material flog per Hubschrauber auf den Berg. Ermöglicht wurde dies auch durch die Unterstützung der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung und von Dr. Hans-Christian Habermann. Noch wenige Wochen zuvor hatten Restauratoren, Ingenieure, Architekten, Handwerker und Freiwillige auf dem Michelsberg gearbeitet. Unter dem Motto „Ein Dach für den Heiligen Michael“ hatte der Rumänische Verband der Restauratoren historischer Denkmäler eine groß angelegte Rettungsaktion organisiert und feierte durch diesen Einsatz sein 35-jähriges Jubiläum. Ziel war die Sicherung der historischen Dachkonstruktion und der Schutz der ursprünglichen Bausubstanz vor weiteren Schäden. Die Michelsberger Kirchengemeinde vergaß deshalb in ihren Danksagungen nicht jene Institutionen und Personen, die den Einsatz ermöglicht oder maßgeblich unterstützt hatten. Hinter den sichtbaren Arbeiten am Dach standen zahlreiche unsichtbare Entscheidungen, Förderungen und Hilfen, ohne die die Rettungsaktion kaum denkbar gewesen wäre. Gerade deshalb war die Wie-dereinweihung mehr als eine Bauabnahme. Sie war die Feier eines Gemeinschaftswerks. In den Grußworten und Danksagungen tauchte immer wieder dasselbe Motiv auf: Niemand habe gefragt, was er für seinen Einsatz bekomme. Fast alle hätten dieselbe Frage gestellt: „Wie kann ich helfen?“ Genau diese Erfahrung schilderte Gabriel Tischer in seinem Rückblick auf das Projekt. Man habe ein Dach reparieren wollen und am Ende weit mehr aufgebaut als nur ein Bauwerk. Aus einer technischen Aufgabe sei etwas Größeres entstanden: eine Gemeinschaft von Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. Auch die Michelsberger Kirchengemeinde sieht die Geschichte in diesem Licht. Für Zoran Kezdi war die große Zahl der Pilger aus dem gesamten Hermannstädter Bezirk nicht bloß ein erfreulicher Besucherzustrom. Wichtig war etwas anderes. Menschen aus unterschiedlichen Gemeinden kamen zusammen. Sogar orthodoxe Einwohner Michelsbergs schlossen sich dem Pilgerzug an. Die alte Wallfahrtstradition wurde nicht nur erinnert, sondern tatsächlich wieder praktiziert. Der Pilgergottesdienst nehme diese Tradition nach Jahrhunderten wieder auf. Zugleich kündigte er an, dass die Gemeinde das Fest künftig jährlich am Sonntag vor Michaelis feiern wolle. Auch Michael Henning, Kurator der Kirchengemeinde, spricht nicht von einem abgeschlossenen Erfolg, sondern von einem Versuch. Die Basilika solle wieder zu einer Pilgerstätte werden, wie sie es einst gewesen sei. Er spricht nicht vom Erfolg einer neuen Tradition. Er spricht von einer Hoffnung. „Man sagt ja, wenn man etwas dreimal macht, dann wird es zur Tradition“, erklärte er. Ob sich die Pilgerreise nach Michelsberg etablieren werde, könne heute niemand wissen. Tradition, so könnte man seine Worte zusammenfassen, entsteht nicht durch Programme oder Beschlüsse. Sie entsteht dadurch, dass Menschen wiederkommen. Darin liegt vielleicht die Stärke dieser Initiative. Sie beansprucht keine historische Wiederherstellung. Niemand behauptet, eine über Jahrhunderte unterbrochene Tradition einfach fortsetzen zu können. Tradition entsteht eben nicht auf dem Papier. Sie entsteht in der Wiederholung. Durch Schritte, die immer wieder gegangen werden. Durch Erinnerungen, die sich in Erfahrungen verwandeln. Genau deshalb war auch das gemeinsame Picknick am Ende des Tages mehr als eine organisatorische Beigabe. Nach dem Gottesdienst, den Grußworten und der Eröffnung der Ausstellung zur Baugeschichte Michelsbergs und zur Dachsanierung blieben die Menschen auf dem Burgplateau zusammen. Die Gespräche setzten sich fort. Der geistliche Weg ging in gemeinschaftliche Begegnung über. Der Pilgerweg endete nicht mit dem Erreichen des Ziels. Er setzte sich in den Beziehungen fort, die an diesem Tag neu geknüpft oder vertieft wurden. Vielleicht liegt darin die eigentliche Bedeutung dieses Tages. Die Dachsanierung rettete ein Gebäude. Die Wiedereinweihung gab der Kirche ihre liturgische Funktion zurück. Die Wallfahrt aber versuchte etwas noch Schwierigeres: einem historischen Ort eine weitere Zukunft zu geben. Ob daraus tatsächlich eine neue alte Tradition wird, weiß heute niemand. Als sich der Pilgerzug den Hang hinauf bewegte, wurde jedoch für einige Stunden sichtbar, was Michelsberg über Jahrhunderte gewesen ist: nicht nur eine Kirche aus Stein, sondern ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem Wege zusammenlaufen. Ob an diesem Sonntag auch eine Tradition neu begonnen hat, wird erst die Zukunft zeigen. Der erste Schritt jedenfalls ist getan. *2026-10-18 · Roger Pârvu · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/wo-die-wege-zusammenlaufen-beginnt-die-zukunft-mit-einem-schritt) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/wo-die-wege-zusammenlaufen-beginnt-die-zukunft-mit-einem-schritt.md)* ## Wort zum Sonntag: Die Gottesmutter ergänzt selbst unsere kleinsten Opfer Am 1. Oktober jährte sich die Gründung der Schönstätter Marienschwestern zum hundertsten Mal. Während sie anfangs nur gelegentlich in unsere Diözesen kamen, sind sie seit 2019 dauerhaft präsent und haben ein Schönstattzentrum in Temeswar. Was bedeutet es, Schönstätter Marienschwester zu sein? Die Zeugnisse einer von ihnen berühren zutiefst: „Es bedeutet, eine lebendige Gegenwart Mariens zu sein. Wir möchten unser Leben zu einer Hingabe machen, damit sie auch in unserer Zeit weiterhin an unserer Seite gehen kann. Wir stellen ihr unsere Füße zur Verfügung, damit sie an der Seite jedes Menschen und jeder Gemeinschaft gehen kann, die unserer Sorge anvertraut ist. Wir geben ihr unsere Hände, damit sie weiterhin eine Kultur gestalten kann, die das Antlitz einer Familie trägt. Wir schenken ihr unsere Herzen, damit niemand gezwungen ist, in einem luftleeren Raum zu leben, sondern jeder Schutz, Geborgenheit und das Gefühl der Zugehörigkeit finden kann.“ Der Gründer der Schönstattbewegung, Pater Kentenich, hat durch das Liebesbündnis die Wahrheit vertieft, das das durch Untreue der Menschen gestörte Verhältnis zu Gott wiederherstellen soll. Aufgabeder Gottesmutter ist, die Menschen zu einem neuen Bündnis mit Christus und Gott zu führen – einem ewigen, in dem die Menschen Gott treu bleiben. Die Gottesmutter sieht unsere heutige Welt, wie die Flut der Sünde alles zu überdecken droht. Sie ruft uns auf, eine Arche zu bauen wie zur Zeit Noahs. Damals rettete die Arche das Leben. Das Bündnis, das die Gottesmutter heute mit den Schönstättern schließt, ist eine Arche der Treue. Für uns ist sie ein sicherer Lebensraum inmitten der Sündenflut unserer Zeit, ein Ort, an dem wir in Verbundenheit mit ihr in Treue leben können. Dafür gibt es sechs Forderungen der Gottesmutter, die unserer eigenen Formung und Erziehung dienen. Die erste Forderung lautet: „Beweist zunächst, dass ihr mich wirklich liebt und dass es euch ernst ist“, in der zweiten heißt es: „Ich verlange von euch, dass ihr euch heiligt.“ Nach der Lehre Pater Kentenichs ist die Welt wie ein Lager. Zwischen Stacheldraht und grellen Scheinwerfern der Wachtürme müssen wir unseren Schutzraum errichten. Die dritte Forderung ist: „Hebt die Anforderungen, die ihr an euch selbst stellt, auf die höchste Stufe.“ Z.B: Ich verrichte meine Arbeit so gewissenhaft wie möglich. Ich gehe keine Kompromisse ein, wenn es um meine hohen Ideale geht, verbunden mit der vierten Anforderung:„die treue – und immer treuere – Erfüllung der Pflicht“. So bleiben wir unseren Idealen treu, selbst wenn die Treue zu Gott und zum Nächsten Leiden mit sichbringt. Fünftens braucht es „ein glühendes Gebetsleben“, denn ohne Unterlass zu beten, wird uns immer wieder neu stärken. Die sechste Erwartung unserer Mutter ist: „Vermehrt daher eifrig das Gnadenkapital!“ Wir müssen all unsere Anstrengungen und Opfer in das Gnadenkapital einbringen, damit die Gottesmutter sie nach ihrem Willen verwenden kann. Diesem Gedanken liegt die Vorstellung zugrunde, dass jede Anstrengung, jedes Opfer und jedes Leiden zu einem Mittel des Segens werden kann. Die Dreimal Wunderbare Mutter und Königin von Schönstatt sammelt diese Opfer. Wenn sie Jesus um etwas bittet, dürfen wir vertrauen, dass wir es empfangen. Die Gottesmutter ergänzt selbst unsere kleinsten Opfer und schenkt uns Kraft, Taten zu vollbringen, die unsere Grenzen übersteigen. *(Auszug Predigt zum Jubiläum der Schönstätter-Marienschwestern in Maria Radna, 17. 10. 2026)* *2026-10-18 · Domherr Janos Kapor, Pfarrer in Chișineu Criș · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/wort-zum-sonntag-die-gottesmutter-ergaenzt-selbst-unsere-kleinsten-opfer) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/wort-zum-sonntag-die-gottesmutter-ergaenzt-selbst-unsere-kleinsten-opfer.md)* ## Radautz – eine Stadt an der Schnittstelle verschiedener Kulturen **Wer Radautz/Rădăuți besucht, fährt meist nicht allein wegen der Stadt hierher. Die Kleinstadt im Norden des Kreises Suceava liegt abseits der großen touristischen Ströme, zugleich aber mitten in einer der geschichtsträchtigsten Landschaften Rumäniens. Von hier sind es nur wenige Kilometer zu den Klöstern Sucevița und Putna, nach Marginea mit seiner berühmten schwarzen Keramik und in die Wälder des Buchenlands. Doch Radautz selbst lohnt einen Aufenthalt. Denn nur wenige Orte der Region erzählen auf so engem Raum von der wechselvollen Geschichte der Moldau und der Bukowina.** Radautz wirkt wie eine ruhige rumänische Provinzstadt mit breiten Straßen, Parks und niedrigen Häusern. Erst beim genaueren Hinsehen treten die verschiedenen Schichten her-vor: orthodoxe Kirchen und ein katholischer Sakralbau, ein jüdischer Tempel, ein traditionsreiches Gymnasium, österreichisch geprägte Architektur und Denkmäler moldauischer Fürsten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1392. Die Geschichte des Ortes reicht jedoch weiter zurück. Untrennbar verbunden ist der Ort mit Bogdan I., dem Gründer des mittelalterlichen Fürstentums Moldau. Sein Name begegnet dem Besucher schon wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt – und zwar nicht nur auf Straßenschildern. **Eine Stadt für den zweiten Blick** Die zweitgrößte Stadt des Kreises Suceava ist kein Ort, den man unbedingt an einem Nachmittag „abhaken“ muss. Seine Besonderheit erschließt sich eher beim Spaziergang. Vom Zentralpark mit der orthodoxen Kathedrale führen kurze Wege zu historischen Gebäuden, der jüdischen Synagoge, dem ethnografischen Museum und weiter zur katholischen Kirche und nach Bogdana. Zwischendurch begegnet man Cafés, Geschäften und dem alltäglichen Leben einer rumänischen Kleinstadt. Gerade diese Mischung macht den Reiz aus. Der Ort überzeugt als historisches Mosaik. Hier beginnt die Geschichte mit den moldauischen Fürsten, setzt sich unter den Habsburgern fort, führt zu Deutschen, Juden, Polen und Ukrainern und reicht bis zur heutigen rumänischen Bukowina. Wer von Radautz aus weiterfährt, sucht meist die berühmten Klöster. Wer sich jedoch etwas Zeit für die Stadt nimmt, entdeckt einen Ort, der selbst ein Stück Bukowina ist. **Wo die Moldau ihren Anfang nahm** Die Kirche „Sfântul Nicolae“ des Klosters Bogdana gehört zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten der Moldau. Ihre Entstehung wird mit Bogdan I. verbunden, der im 14. Jahrhundert als Begründer des unabhängigen moldauischen Fürstentums gilt. Die Kirche wurde zugleich zur Grablege der ersten moldauischen Herrscher. Wer durch das Tor des Klosterareals tritt, verlässt für einen Moment das moderne Radautz. Hinter den Mauern steht ein Bau, dessen Geschichte bis in die Frühzeit des moldauischen Staates reicht. Die schlichte Außenarchitektur täuscht dabei über die Bedeutung des Ortes hinweg. Bogdana war nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein Symbol der politischen Entstehung Moldaus. Die Verbindung zwischen Radautz und den moldauischen Fürsten begegnet Besucherinnen und Besuchern wenige hundert Meter weiter erneut: Das Reiterstandbild von Bogdan I. erinnert im Stadtgebiet an jenen Herrscher, dessen Name untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. Doch die Stadt ist weit mehr als eine mittelalterliche Fürstenstadt. Einen großen Teil seines heutigen Charakters erhielt der Ort erst Jahrhunderte später. **Die Bukowina der Habsburger** 1775 kam die Bukowina unter österreichische Herrschaft. Damit begann für Radautz eine neue Epoche. Die Stadt entwickelte sich zu einem Verwaltungs-, Handels- und Bildungszentrum. Menschen verschiedener Herkunft ließen sich hier nieder: Rumänen, Deutsche, Juden, Polen und Ukrainer prägten gemeinsam das gesellschaftliche Leben. Besonders deutlich wird die habsburgische Vergangenheit an der „Herghelia Rădăuți“, dem staatlichen Gestüt. Es wurde 1792 unter österreichischer Herrschaft gegründet und diente zunächst vor allem der Pferdezucht für militärische Zwecke. Die Geschichte des Gestüts ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden und erinnert daran, dass die Bukowina einst eine wichtige Grenzregion des Habsburgerreiches war. Auch das traditionsreiche Colegiul Național „Eudoxiu Hurmuzachi“ erzählt von dieser Epoche. Das historische Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Gymnasium nahm 1872 den Unterricht auf – zunächst in deutscher Sprache. Erst später wurde das rumänische Bildungswesen zum bestimmenden Faktor. Für Besucher ist das Gebäude damit mehr als eine Schule. Es steht exemplarisch für eine Zeit, in der Deutsch in Radautz eine wichtige Sprache von Verwaltung, Bildung und Bürgertum war. **Faszinierende Wandmalereien** Nur wenige Städte können ihre Geschichte so deutlich anhand ihrer Gotteshäuser ablesen. Neben der mittelalterlichen orthodoxen Bogdana-Kirche steht die römisch-katholische Kirche „Geburt der Heiligen Jungfrau Maria“ für eine andere Bevölkerungsgruppe der historischen Bukowina. Von außen erscheint sie schlicht. Doch beim Betreten überwältigt sie den Betrachtenden mit farbenfrohen Malereien, die einen fesseln. Die Kirche entstand im frühen 19. Jahrhundert und erinnert an die katholische und deutschsprachige Bevölkerung, die während der habsburgischen Herrschaft in die Region kam. Zusammen mit dem alten Gymnasium, dem Gestüt und den Spuren österreichischer Verwaltung bildet sie ein Gegengewicht zum Bild der Bukowina als ausschließlich rumänisch-orthodox geprägten Kulturlandschaft. **Das Erbe des jüdischen Lebens** Noch eindringlicher wird diese multikulturelle Vergangenheit beim Großen Jüdischen Tempel. Das imposante Gebäude wurde 1883 eingeweiht. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete die jüdische Bevölkerung einen bedeutenden Teil der Stadtgesellschaft. Zeitweise lebten mehrere Tausend Juden in Radautz. Sie waren Händler, Handwerker, Unternehmer, Ärzte und Angehörige freier Berufe. Es gab Geschäfte, Vereine, Schulen und religiöse Einrichtungen. Die jüdische Gemeinde war ein integraler Bestandteil des städtischen Lebens. Heute erinnert der Tempel an eine Welt, die durch den Holocaust weitgehend ausgelöscht wurde. Wer vor dem Gebäude steht, sieht deshalb nicht nur ein historisches Bauwerk. Er steht zugleich vor einem Zeugnis der verschwundenen jüdischen Bukowina. **Ein Stück Bukowina im Museum** Wer verstehen möchte, wie die Menschen in dieser Region tatsächlich lebten, sollte anschließend das Ethnografische Museum „Samuil Și Eugenia Ioneț“ besuchen. Das Museum im Stadtzentrum bewahrt traditionelle Kleidung, Keramik, Werkzeuge, Haushaltsgegenstände, religiöse Objekte und zahlreiche Zeugnisse des ländlichen Lebens. Die Sammlung entstand aus der Sammelleidenschaft des Lehrerehepaars Samuil und Eugenia Ioneț. Offiziell wurde das Museum 1934 eröffnet. Hier wird die Bukowina weniger als politische Landschaft denn als Lebenswelt sichtbar: Bauernhäuser, Handwerk, Trachten, Holz, Wolle und Ton erzählen von einer Kultur, die über Generationen weitergegeben wurde. Ein besonders schönes Bindeglied zwischen Museum und Gegenwart findet sich wenige Kilometer außerhalb der Stadt. **Schwarze Keramik** In Marginea, rund zehn Kilometer von Radautz entfernt, wird bis heute die berühmte schwarze Keramik hergestellt. Die Gefäße erhalten ihre charakteristische dunkle Farbe durch ein spezielles Brennverfahren und werden traditionell ohne Glasur gefertigt. Marginea eignet sich deshalb hervorragend als kurzer Abstecher. Besucher können Töpfern bei der Arbeit zusehen und Keramik direkt bei den Werkstätten erwerben. **Zu den Klöstern der Bukowina** Radautz eignet sich zugleich als Ausgangspunkt für eine Tour zu einigen der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster Rumäniens. Das Kloster Sucevița liegt etwa 20 Kilometer entfernt. Seine Kirche, die Ende des 16. Jahrhunderts entstand, ist von einer nahezu vollständig erhaltenen Außenmalerei umgeben. Die Darstellungen machen Sucevița zu einem der großen Kunstdenkmäler der Bukowina. Noch stärker mit der rumänischen Nationalgeschichte verbunden ist Putna. Das Kloster wurde im 15. Jahrhundert von Stefan dem Großen gegründet. Der Fürst, der in der rumänischen Erinnerung zu den bedeutendsten Herrschern des Landes zählt, wurde hier 1504 beigesetzt. Putna ist deshalb zugleich Kloster, Pilgerort und nationales Erinnerungszentrum. Auch Arbore gehört zu den bemalten Klöstern der Region. Wer weiter nach Süden fährt, kann schließlich Voroneț erreichen, dessen intensiv leuchtendes „Voroneț-Blau“ zu den bekanntesten Motiven der Bukowina gehört. Sucevița, Arbore und Voroneț sind außerdem Teil des UNESCO-Weltkulturerbe Rumäniens. Radautz liegt an einer Schnittstelle: Die Stadt selbst erzählt die politische und gesellschaftliche Geschichte der Region, während die Klöster ihre religiöse und künstlerische Tradition bewahren. *2026-10-18 · Arthur Glaser · [HTML](https://adz.news/artikel/artikel/radautz-eine-stadt-an-der-schnittstelle-verschiedener-kulturen) · [Markdown](https://adz.news/artikel/artikel/radautz-eine-stadt-an-der-schnittstelle-verschiedener-kulturen.md)*