--- title: "Arbeitslosenvermittlung als Altersproblem" url: "https://adz.news/artikel/artikel/arbeitslosenvermittlung-als-altersproblem" subtitle: "Die drei großen Problemgruppen der Arbeitslosen im Banater Bergland" author: "Werner Kremm" date: "2026-08-06" modified: "2026-08-05" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Arbeitslosenvermittlung als Altersproblem **Reschitza** – Etwas mehr als 3000 Arbeitslose gibt es gegenwärtig im Banater Bergland, die als statistisch relevant angeführt werden und laut Arbeitsamt auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sind. Laut Kreisagentur für Beschäftigung AJOFM Karasch-Severin lag die Arbeitslosigkeit Ende Juni (neuere Angaben gibt es noch keine) bei 3,52 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung (das waren genau 3239 Personen). 1141 Personen unter ihnen bezogen noch Arbeitslosenunterstützung, der Rest von 2098 Personen lag schon außerhalb der per Gesetz für Unterstützungsgeld Berechtigten (es waren also im Prinzip Landzeitarbeitslose). Verglichen mit dem Vormonat Mai 2026 sank die Zahl der Arbeitslosen um 64 Personen, die Zahl derer aber, die aus dem Sozialnetz herausgefallen sind, stieg um 16 Personen. AJOFM Karasch-Severin betont, dass die Arbeitslosigkeit nach wie vor eher ein Problem des ländlichen Raums ist. Im Juni lebten 1771 der registrierten Arbeitslosen im ländlichen Raum. Auf Arbeitssuche waren desgleichen mehr Männer als Frauen: 1714 gegenüber 1525, gibt das Arbeitsamt an. 932 der registrierten Arbeitslosen waren über 55 Jahre alt, 743 waren im Alter zwischen 40 und 49. Diejenigen Arbeitslosen, die das 50. Lebensjahr überschritten haben, seien traditionell am schwierigsten zu vermitteln, heißt es beim Arbeitsamt in Reschitza. Neben den Arbeitslosen des ländlichen Raums bilden sie die zweite große Problemgruppe. Die wenigsten Arbeitslosen hat AJOFM Karasch-Severin in der Altersgruppe 25-29 Jahre in seinen Übersichten: doch immerhin 162. Vom Standpunkt ihrer Ausbildung sind die meisten Arbeitslosen Absolventen des Gymnasiums (der verpflichtenden Achtklassenschule – 28,06 Prozent). Es folgen diejenigen, die überhaupt keine Schule besucht haben und die, die bloß vier Grundschulklassen absolviert haben (sie machen 25,5 Prozent aller Arbeitslosen aus). Rechnet man diese beiden Kategorien zusammen, kommt man auf 53,56 Prozent aller Arbeitslosen – die dritte große Problemgruppe – des Banater Berglands und unweigerlich zur Schlussfolgerung, dass Arbeitslosigkeit – zumindest, aber wohl nicht nur – im Banater Bergland zu großen Teilen eine Sache des (Aus-)Bildungsniveaus ist.