--- title: "Brandrodungs-Täter sollen Löscharbeiten bezahlen" url: "https://adz.news/artikel/artikel/brandrodungs-taeter-sollen-loescharbeiten-bezahlen" subtitle: "Der Karasch-Severiner Präfekt Cristian Gâfu will eine entsprechende Gesetzesnovellierung anstoßen" author: "Werner Kremm" date: "2026-08-28" modified: "2026-08-27" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Brandrodungs-Täter sollen Löscharbeiten bezahlen **Reschitza** – Präfekt Cristian Gâfu zog in diesen Tagen im Rahmen einer Pressekonferenz eine provisorische Bilanz der bisherigen Einsätze der Feuerwehr des Katastrophenschutzes zu Löscharbeiten im Brand geratener/gesteckter privater oder in öffentlichem Besitz befindlicher Felder. Und er erklärte sich äußerst unzufrieden, einerseits mit den hohen Kosten, die durch die bisher 164 Einsätze ausgelöst wurden, andrerseits durch den extrem geringen Aufdeckungsgrad bei den Brandstiftern und drittens von der extrem hohen Zahl der Flächenbrände – 160 von 164 – die zweifelsohne durch Brandstiftung ausgelöst wurden – und das trotz jahrelanger Kampagnen zur Aufklärung der Bergbauern, wie schädlich dieses Vorgehen erst mal für den Boden und seine nützlichen Lebewesen in den obersten „lebendigen“ Bodenschichten ist. „Enttäuschend war es für mich vor allem, dass von den bisherigen 164 Brandherden und Flächenbränden nur nachweisbar vier durch Zufälle ausgelöst worden sind“, sagte der Präfekt. „Ich habe bereits zweimal von der (Kreis-)Agentur für Zahlungen in der Landwirtschaft (der EU-Zahlstelle), APIA, einen Übersichtsbericht betreffs der Gegenmaßnahmen eingefordert, die sie im Lauf von 2025 getroffen haben.“ Dazu sei gesagt, dass die mit EU-Geldern arbeitende APIA verpflichtet ist, brandgerodete Flächen – zum Unterschied von mit mechanischen oder sonstigen Mitteln unkraut- und verbuschungsfrei gehaltenen Flächen – nicht mit den üblichen EU-Subventionen zu fördern, ergo, dass APIA auch eine gute (theoretische: die beste) Übersicht zu solchen Flächen haben müsste. Der Präfekt Cristian Gâfu: „Ich habe tatsächlich zwei Berichte von APIA zu sehen bekommen. Aus beiden Berichten geht rein nichts hervor. Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn, für den Anfang, zumindest in zehn Prozent der Brandrodungen von Naturweiden im vergangenen Jahr Gegenmaßnahmen getroffen worden wären...“ Präfekt Cristian Gâfu ist der Meinung, dass die Grundvoraussetzung für das Eindämmen der unter den Bergbauern festgefahrenen einzigen Lösung Brandrodung für die „Säuberung“ der Wiesen und Weiden des Berglands die Sauberhaltung der Flächen ist. (Was damit beginnen kann, dass der Hirte nicht den ganzen Tag, sinnierend auf seinen Stab gestützt, leeren Blicks in die Ferne „blickt“, sondern am Ende des Stabs ein scharfes einfaches Eisengerät hat und das Unkraut laufend aussticht – wie es in manchen Ländern mit viel weniger Schafzuchttradition als Rumänien, gang und gäbe ist...). „Stünde weniger Unkraut auf den ungepflegten Wiesen und Weiden, gäbe es weniger Flächenbrände durch Brandrodung“, so die einfache Schlussfolgerung des Präfekten. „Ich werde Ende kommender Woche mit APIA-Direktor Dumitru Stepanescu ein Gespräch führen müssen. Daraufhin werde ich APIA Zentral und das Ministerium für Landwirtschaft informieren. Und wenn sich die Dinge wenigstens teilweise gelegt haben, schicke ich ans Ministerium für Innere Angelegenheiten MAI einen Novellierungsvorschlag der einschlägigen Gesetzgebung. Hauptinhalt: Der/die Besitzer der brandgerodeten Fläche(n) muss die Kosten des Löscheinsatzes tragen!“ Der Hintergedanke da-bei: den Dorfgemeinschaften der Bergbauern sind in den allermeisten Fällen die Brandstifter bekannt. Doch es gilt die Omertŕ. Außerdem: wenn sie zur Kasse gebeten werden, werden sie zum Eifer animiert, eventuell unbekannte Täter – Brandstifter – zu finden und zu überführen. Mit Geldforderungen zur Folgenbekämpfung könnte man am ehesten eine seit Jahrhunderten auf Brandrodung eingeschworene Gemeinschaft davon abbringen oder wenigstens in ihr Überlegungen auslösen, ob die Brandrodung letztendlich „billiger“ sein könnte als Sauberhaltung der Flächen durch Arbeit. Präfekt Cristian Gâfu: „Mein Eindruck ist, nur auf diese Weise werden wir je diesem Übel Herr. Denn wir müssen der Realität in die Augen blicken: wenn die Wiesen und Weiden sauber sind – wozu ist dann noch deren Säuberung ausdrücklich durch Brandrodung nötig?“ Präventionsmaßnahmen können bereits im anstehenden Herbst und im kommenden Frühjar starten. Am bestem mit der Gesetzesnovellierung.