--- title: "„Die Österreicher wissen einfach, wie man feiert!“" url: "https://adz.news/artikel/artikel/die-oesterreicher-wissen-einfach-wie-man-feiert" subtitle: "Die österreichische Botschaft beging den Nationaltag" author: "Valentin Brendler" date: "2026-10-29" modified: "2026-10-28" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # „Die Österreicher wissen einfach, wie man feiert!“ ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/rex_46db900bfd77_2_4ec8b48a9d60.jpg) *Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren beim Empfang zu Gast.* ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/rex_46db900bfd77_1_580f7dac39f7.jpg) *Die Botschafterin Ulla Krauss-Nussbaumer steht neben Mihai Coteț (PNL), Vizepräsident des rumänischen Senates, und Clara Staicu, Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten im rumänischen Außenministerium (von links). Fotos: Valentin Brendler* **Bukarest** – „Die Österreicher wissen einfach, wie man feiert“, sagte vor kurzem Andrei Popov, stellvertretender Direktor und verantwortlich für die Pressearbeit beim österreichischem Kulturforum. Er moderierte nämlich am vergangenem Montag den Empfang der österreichischen Botschaft anlässlich des Nationalfeiertags der Republik Österreich. Und mit seiner Aussage hatte er durchaus recht! Denn die Feier war nicht einfach nur ein kleiner Empfang für ausgewählte Gäste – die Botschaft organisierte wie jedes Jahr ein großes Fest, das dieses Jahr im JW Marriott Hotel in Bukarest stattfand. Dabei scheute die Botschaft offenbar keine Kosten: Es gab österreichisches Essen von Schnitzel über Brotzeit bis zu frischem Kaiserschmarrn und dazu waren über tausend Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur vor Ort. Eine offene Bar gab es natürlich auch. Im Vordergrund des Abends stand eindeutig das Feiern und das Genießen der österreichischen Kultur. Schon vor den ersten Reden spielten Musiker im Hotel klassische Musik, die natürlich aus Österreich stammte. Insgesamt wirkte alles perfekt organisiert, stimmig und einer österreichischen Feier würdig. Auch die Reden waren kurz gehalten – um wohl nicht zu langweilen und vom umfangreichem Buffet abzulenken – waren jedoch trotzdem stichhaltig und interessant. Im Vordergrund standen natürlich die Worte der Botschafterin Ulla Krauss-Nussbaumer. Diese waren jedoch nicht auf Deutsch, oder Englisch, sondern auf Rumänisch. Dies hatte sie vergangenes Jahr versprochen und am Montag eingelöst – was ihr nach der Rede einen besonders warmen Applaus des Publikums bescherte. Auf Rumänisch erinnerte sie dann an das Jahr 1955. Denn in diesem Jahr hat der österreichische Nationalrat am 26. Oktober (der Tag, wo auch heute noch gefeiert wird) die Neutralität beschlossen. „Dies bedeutet militärische Neutralität, aber nicht politische Gleichgültigkeit. Österreich steht für internationales Recht und Menschenrechte“, führte die Botschafterin dazu aus. Dazu bekräftigte sie unter anderem zwei klare politische Standpunkte von Österreich: Es ist laut ihr wichtig zusammen mit der EU Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen, damit der Aggressor den Angriffskrieg auf die Ukraine beendet und währenddessen soll die Ukraine unterstützt werden. Außerdem ging sie auf den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ein, der laut ihr nur diplomatisch und mit einer Zwei-Staaten-Lösung angegangen werden kann. Darüber hinaus lobte sie die tiefen Verwurzelungen – gerade in der Wirtschaft – zwischen Österreich und Rumänien. Sie würdigte zudem die Unterstützung der „deutschsprachigen Minderheit in Rumänien, die als wichtige Brücke zwischen Rumänien und Österreich fungiert“. Abschließend rief sie aus: „Trăiască prietenia dintre România și Austria!“ (Es lebe die Freundschaft zwischen Rumänien und Österreich!) Dies wünschte sich auch Mihai Coteț (PNL), Vizepräsident des rumänischen Senates, der ebenfalls eine kurze Rede hielt. Er lobte vor allem die jahrhundertelange Verbindung zwischen den beiden Ländern und endete seine Rede jedoch mit dem Satz: „Doch die wahre Stärke unserer Partnerschaft liegt nicht nur in dem, was wir gemeinsam erreicht haben, sondern auch in dem, was wir gemeinsam für künftige Generationen aufbauen können.“ Auch die letzte Rednerin, Clara Staicu, (Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten im rumänischen Außenministerium) schlug zumeist in dieselbe Kerbe. Sie hob den starken kulturellen und wirtschaftlichen Austausch und die politische Rolle Österreichs als Vermittler hervor. Dennoch erwähnte sie an einem Punkt eine weitere wichtige Perspektive. Nämlich die, wo nicht nur Österreich in Rumänien wichtig ist, sondern da, wo Rumänien für Österreich wichtig ist. Sie sagte: „Die vielleicht tiefste Verbindung zwischen unseren Ländern ist die rumänische Gemeinschaft in Österreich. Ihre Mitglieder leisten einen wertvollen Beitrag zu unseren Beziehungen sowie zur österreichischen Gesellschaft und Wirtschaft“. Anschließend eröffnete Andrei Popov das Buffet und die Gäste erfreuten sich am köstlichen österreichischem Essen und genossen den Abend.