--- title: "Digitale Unterstützung für angehende Lehrkräfte" url: "https://adz.news/artikel/artikel/digitale-unterstuetzung-fuer-angehende-lehrkraefte" subtitle: "Lenau-Lyzeum als Partner an europäischem Bildungsprojekt beteiligt" author: "Raluca Nelepcu" date: "2026-10-29" modified: "2026-10-28" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Digitale Unterstützung für angehende Lehrkräfte ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/rex_f0deb771e088_1_9f381697d5da.jpg) *Schulleiter Daniel Urlea bei der Präsentation des Bildungsprojekts Foto: Nikolaus-Lenau-Lyzeum* **Temeswar** – Wie lässt sich eine Unterrichtsstunde möglichst gut planen? Worauf sollten angehende Lehrkräfte achten, wenn sie erfahrenen Kollegen beim Unterrichten über die Schulter schauen? Und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Mentoren und Berufseinsteigern verbessert werden? Antworten auf diese Fragen bietet die neue EduMento-App, die anlässlich des 20. Internationalen Banater Lehrertags in Temeswar/Timișoara vorgestellt wurde. Im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung im Karl-Singer-Saal des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses präsentierte der Direktor des Nikolaus-Lenau-Lyzeums, Daniel Urlea, das europäische Bildungsprojekt, an dem auch die deutsche Schule in Temeswar beteiligt ist. Die kostenlose, im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ entwickelte Anwendung soll insbe- sondere die Ausbildung und berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften unterstützen. Dabei steht die Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Mentoren und sogenannten Mentees, also angehenden oder noch wenig erfahrenen Lehrkräften, im Mittelpunkt. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über guten Unterricht mit den praktischen Erfahrungen aus dem Schulalltag zu verbinden. Das Projekt mit dem offiziellen Titel „EduMento – Educational Mentoring“ startete am 1. November 2023 und geht am Samstag, dem 31. Oktober, zu Ende. Koordiniert wurde es von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Daran beteiligen sich Bildungseinrichtungen aus sieben europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Griechenland, Italien und Portugal. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Nikolaus-Lenau-Lyzeum in Temeswar, das gemeinsam mit dem Mediascher Zentrum für Lehrerfortbildung Rumänien vertritt. Zu den weiteren Partnern gehören unter anderem die Private Pädagogische Universität Linz, das Schulamt München, die Regierung von Oberbayern sowie deutsche Schulen in Athen, Lissabon und Rom und ein Gymnasium in Krakau. Seitens des Lenau-Lyzeums sind Schulleiter Daniel Urlea und Physiklehrerin Helene Wolf in das Projekt eingebunden. Die Beteiligung der Temeswarer Schule ermöglicht es, Erfahrungen aus dem deutschsprachigen Unterricht in Rumänien in ein internationales Netzwerk einzubringen und zugleich von den pädagogischen Ansätzen der europäischen Partner zu profitieren. Im Laufe des Projekts wurden digitale Werkzeuge entwickelt und an den Partnerschulen anhand von Unterrichtshospitationen erprobt. Projekttreffen fanden unter anderem im November 2024 in Rom, im März 2025 in Krakau, im Oktober 2025 in Lissabon und in diesem Jahr in Athen statt. Die Rückmeldungen aus der schulischen Praxis flossen in die Weiterentwicklung der Anwendung ein. Doch was kann die EduMento-App konkret? Die Anwendung, die über einen Internetbrowser genutzt wird, stellt drei zentrale Werkzeuge zur Verfügung. Das erste umfasst 34 wissenschaftlich fundierte Analysebögen, mit deren Hilfe unterschiedliche Aspekte der Unterrichtsqualität untersucht werden können. Dazu gehören beispielsweise die Schülerorientierung, eine klare Unterrichtsstruktur, das Zeitmanagement und die Sprache der Lehrkraft. Das zweite Werkzeug bietet insgesamt 209 Beobachtungsaufträge. Sie sollen angehenden Lehrkräften helfen, den Unterricht erfahrener Kollegen gezielt zu beobachten. Dabei geht es unter anderem um die Motivation der Schüler, die Vermittlung von Wissen, die Unterrichtsgestaltung und das Verhalten der Lehrkraft. Hinzu kommt ein digitales Planungstool, mit dem Unterrichtsstunden in einzelne Phasen gegliedert und Lernziele, Aufgaben sowie benötigte Materialien festgelegt werden können. Ein wesentlicher Vorteil der Anwendung liegt in der direkten Zusammenarbeit zwischen Mentor und Mentee. Beide können Unterrichtsplanungen, Beobachtungen und Kommentare austauschen. So kann beispielsweise ein angehender Lehrer eine Unterrichtsstunde vorbereiten und seinen Entwurf an den Mentor schicken. Dieser überprüft die Planung, ergänzt Hinweise und gibt sie zurück. Nach der Unterrichtsstunde können beide ihre Beobachtungen miteinander vergleichen und gemeinsam überlegen, was bereits gut funktioniert hat und wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, junge Lehrkräfte zu beurteilen oder zu kritisieren, sondern sie zur Reflexion über ihren eigenen Unterricht anzuregen und ihre berufliche Entwicklung gezielt zu unterstützen. Ergänzt wird die App durch einen Moodle-Kurs mit wissenschaftlich fundierten Informationen über Unterrichtsqualität und Mentoring. Videos und Selbsttests sollen die theoretischen Grundlagen verständlich vermitteln. Die Arbeitssprache des europäischen Projekts ist Deutsch. Die Anwendung ist jedoch mehrsprachig angelegt und steht bereits neben Deutsch auch auf Rumänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Griechisch und Portugiesisch kostenlos zur Verfügung. Damit können nicht nur die beteiligten Partnerschulen, sondern auch andere Bildungseinrichtungen von den Projektergebnissen profitieren. Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.mzl.lmu.de/edumento/de/ abrufbar.