--- title: "Dominic Fritz will politisch aktiv bleiben" url: "https://adz.news/artikel/artikel/dominic-fritz-will-politisch-aktiv-bleiben" subtitle: "Bürgermeister stellt Team für Zeit nach seinem Amtsende vor" author: "Dan Cărămidariu" date: "2026-09-29" modified: "2026-09-28" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Dominic Fritz will politisch aktiv bleiben Temeswar – Wenige Tage vor dem erwarteten Ende seines Bürgermeistermandats hat Dominic Fritz (USR) angekündigt, politisch aktiv zu bleiben und die Auseinandersetzung nicht aufzugeben. Bei der USR-Veranstaltung „Revoluția continuă“ sagte Fritz am Sonntag in Temeswar, seine Rede sei kein Abschied. Zugleich stellte er das Team vor, das nach seinem Ausscheiden die Arbeit im Temeswarer Rathaus fortführen soll: Vizebürgermeister Ruben Lațcău, Vizebürgermeisterin Paula Romocean und City-Manager Matei Creiveanu. Fritz verband den bevorstehenden Mandatsverlust mit einem politischen Angriff auf PSD und AUR. Sein Amt ende nicht, weil die Temeswarer ihre Meinung geändert hätten, sondern infolge einer politischen Entscheidung, erklärte er. Man habe sein Bürgermeistermandat beenden können, nicht aber seine Mission. Vor seinen Anhängern zog Fritz zugleich eine Zwischenbilanz seiner sechs Jahre an der Spitze der Temeswarer Stadtverwaltung. Seine Verwaltung habe nicht alles erreicht, was sie sich vorgenommen habe. Es habe Fehler gegeben, manche Projekte seien zu langsam vorangekommen. Entscheidend sei aus seiner Sicht jedoch, dass Temeswar gezeigt habe, dass Verwaltung auch anders funktionieren könne. Ein zentraler Teil der Veranstaltung war der Blick auf die Zeit nach Fritz. Der Bürgermeister betonte, Lațcău, Romocean und Creiveanu seien nicht nur Mitarbeiter, sondern Teil eines eingespielten Führungsteams. Man habe die politische und administrative Linie gemeinsam entwickelt. Deshalb habe er keinen Zweifel da-ran, dass die Arbeit im Rathaus weitergeführt werde. Lațcău nannte als eines seiner wichtigsten Projekte den Abschluss des vierten Stadtrings im Westen Temeswars, einschließlich der Solventul-Brücke. Die Unterführung sei weitgehend fertiggestellt, der Bau der Brücke solle in Kürze beginnen. Romocean verwies auf die Digitalisierung der Verwaltung. Diese sei nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Transparenz und der Gleichbehandlung der Bürger. Creiveanu bezeichnete die Rückgewinnung des öffentlichen Raums als zentrales Anliegen. Straßen, Gebäude, Parks und andere öffentliche Flächen sollten der Allgemeinheit zurückgegeben werden, wenn sie illegal vereinnahmt worden seien. Er erinnerte zudem an die finanzielle Lage, die das neue Führungsteam nach dem Amtsantritt vorgefunden habe. Die Stadt habe damals erhebliche unbezahlte Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten gehabt; eine der schwierigsten Aufgaben sei gewesen, das Vertrauen in die Verwaltung wieder aufzubauen. Fritz griff auch mehrere Episoden aus der Zusammenarbeit mit seinem Team auf. Über Creiveanu sagte er, dieser habe während eines Vorfalls mit AUR-Anhängern im Rathaus persönlich verhindert, dass die Gruppe weiter in das Gebäude vordrang. Lațcău sprach über den Kampf gegen Korruption in der Verwaltung und über Schlüsselpersonen, die Geld, Einfluss und Entscheidungen miteinander verbinden könnten. Romocean schilderte eine Begegnung mit einem jungen Temeswarer, der im Ausland studiere und sich wünsche, in eine europäische Stadt zurückkehren zu können. Auf nationaler Ebene formulierte Fritz das Ziel der USR, an einer Regierung ohne PSD und ohne AUR mitzuwirken. Die Partei wolle politische Macht nicht um der Ämter willen, sondern für öffentliche Projekte, sagte er. Als Beispiele nannte er bessere Schulen und Krankenhäuser, eine effizientere Verwaltung, Städte, in denen junge Menschen bleiben oder zurückkehren wollen, und die Verankerung Rumäniens im europäischen Raum. Zum Abschluss rief Fritz seine Unterstützer auf, sich nicht aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Enttäuschung dürfe nicht in Zynismus umschlagen. Temeswar habe bereits gezeigt, dass Veränderung möglich sei, sagte Fritz. Nun sei Rumänien an der Reihe.