--- title: "Endlich ein Rundumblick mehr auf die größte Universitäts-Stadt Siebenbürgens" url: "https://adz.news/artikel/artikel/endlich-ein-rundumblick-mehr-auf-die-groesste-universitaets-stadt-siebenbuergens" author: "Klaus Philippi" date: "2026-10-17" modified: "2026-10-16" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Endlich ein Rundumblick mehr auf die größte Universitäts-Stadt Siebenbürgens ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/Stiftung_Plan_B_Klausenburg_Galerie.jpg) *Bis auf diesen Aussichtspunkt sind nur erstaunlich wenige Stufen zu zählen. Foto: Klaus Philippi* **Klausenburg** – Viele zentrale Orte, von wo aus das Dächermeer und aus ihm herausragende Kirchturmspitzen der Innenstadt sich in der vollen Breite überblicken lassen, gibt es nicht zwischen dem von Naturwissenschaftler Alexandru Borza gestifteten Botanischen Garten und dem Burgberg, auf dem einst Vordenker Stefan Ludwig Roth hingerichtet wurde. Freitag jedoch, am 18. September, wurde im 215 Jahre alten Bogdánffy-Haus auf der Avram-Iancu-Straße an ihrer Ecke zur Republicii-Gasse die glänzend moderne Galerie der „Plan-B“-Stiftung eingeweiht, und der baulich seit jeher mit derselben Immobilie verbundene Schusterturm der mittelalterlichen Stadtmauer ist von Adrian Ghenie, Mihai Pop, Claudiu Șugar und Mircea Pinte als Gründer-Quartett natürlich kein wenig außen vor gelassen worden: Er kann ab sofort unentgeltlich bestiegen werden, gehört zum selben Zentrum für Kunst und Kultur, das hier von der Banca Transilvania als Hauptsponsorin beträchtlich gefördert wird, und eröffnet ein Panorama auf die Altstadt von Klausenburg/Cluj, das bei Kaiserwetter sicherlich ausgekostet zu werden verdient. Am Nachmittag und Abend der Vernissage sollen das neue Kunstlokal so viele Gäste gleichzeitig aufgesucht haben, dass jegliche individuelle Fortbewegung darin erheblich zur Geduldsprobe ausartete, wissen Einheimische zu erzählen, die sich gerne vom Sog der neugierigen Menschenmasse locken ließen. Im Kellerraum, Erdgeschoss sowie dem Stockwerk vom Bogdánffy-Haus und in der Etage des Turms der Schuster-Zunft kann sich noch bis zum vorletzten Sonntag im November die nicht überraschend „Inaugurare“ benannte Sammel-Ausstellung sehen lassen. Sie zeigt Arbeiten von 32 Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit, deren Herkunft sich mit dem kosmopolitischen Klausenburg deckt: denn das, womit die „Plan-B“-Stiftung ihre Agenda hier freischaltet, ist nebst Rumänien auch in Schweden, in den Niederlanden, im Iran, in Frankreich, Italien, Belgien, England, Israel, Dänemark, in den USA, in Australien, in Russland und in Deutschland entstanden. Samstag und Sonntag stehen die Galerie, ihr kleiner Hof und der helle Schusterturm von 11 bis 18 Uhr offen, freitags von 14 bis 21 Uhr, und von dienstags bis donnerstags zwischen 12 und 19 Uhr. Montag ist Ruhetag. Anfang Dezember folgt die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern des 2000 in Paris verstorbenen Zeichners, Malers und Architekten Horia Bernea.