--- title: "Großwardein reagiert auf Stromengpässe mit Sparmaßnahmen" url: "https://adz.news/artikel/artikel/grosswardein-reagiert-auf-stromengpaesse-mit-sparmassnahmen" author: "Arthur Glaser" date: "2026-08-06" modified: "2026-08-05" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Großwardein reagiert auf Stromengpässe mit Sparmaßnahmen **Großwardein** – Angesichts der Energiekrise in Rumänien hat die Stadtverwaltung von Großwardein/Oradea beschlossen, die Einschaltung der öffentlichen Straßenbeleuchtung um eine Stunde zu verschieben. Ziel ist es, den Stromverbrauch in dem Zeitraum zu senken, in dem das nationale Stromnetz am stärksten belastet ist. Ab dieser Woche wird die Straßenbeleuchtung daher erst um 22 Uhr statt wie bisher um 21 Uhr eingeschaltet. Die Maßnahme soll täglich rund 3,3 MWh Strom einsparen. Vor dem Hintergrund der angespannten Energiesituation in Rumänien und Europa, die durch die anhaltende Dürre, den niedrigen Wasserstand der Donau sowie ein Stromdefizit in der Zeit zwischen 19 und 23 Uhr verursacht wird, hat die Stadtverwaltung Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs beschlossen. Bürgermeister Florin Birta erklärte, dass die Entscheidung nach einer Analyse gemeinsam mit Fachleuten der Stadtverwaltung und Vertretern des Energieversorgers Electrica getroffen wurde. „Die Straßenbeleuchtung gehört zu den größten Stromverbrauchern der Stadt Großwardein. Pro Jahr verbrauchen wir mehr als 13.000 MWh, im August rund 30 MWh pro Tag. Jede Betriebsstunde der Straßenbeleuchtung entspricht einem Verbrauch von etwa 3,3 MWh. Deshalb haben wir beschlossen, während der Energiekrise die Einschaltung um eine Stunde zu verschieben und so den Verbrauch genau in dem Zeitraum zu senken, in dem das nationale Stromnetz am stärksten belastet ist“, sagte Bürgermeister Florin Birta. Normalerweise wird die Straßenbeleuchtung gegen 21 Uhr eingeschaltet und nach 6 Uhr morgens wieder ausgeschaltet. Künftig erfolgt das Einschalten gegen 22 Uhr. Die Umstellung wird schrittweise umgesetzt, da die Anpassung sämtlicher Steuerungspunkte mehrere Tage in Anspruch nimmt. „Nicht alle Schaltstellen können an einem einzigen Tag umgestellt werden. In den kommenden zwei bis drei Tagen werden die Mitarbeiter von Electrica die notwendigen Änderungen vornehmen. Bis dahin bitten wir die Bürger um Geduld, falls die Beleuchtung in einzelnen Stadtteilen noch zur gewohnten Zeit eingeschaltet wird. Mit dieser Maßnahme leisten auch wir einen Beitrag zur Verringerung des Stromverbrauchs in einer kritischen Phase für das gesamte Energiesystem“, so der Bürgermeister. Darüber hinaus will die Stadtverwaltung auch die Wirtschaft in die Energiesparmaßnahmen einbeziehen. Die Agentur für lokale Entwicklung Großwardein wird Gespräche mit Unternehmen im Industriepark und weiteren Betrieben führen, um Möglichkeiten zu finden, energieintensive Prozesse möglichst außerhalb der Spitzenlastzeit zwischen 19 und 23 Uhr durchzuführen. Zudem soll die lokale Stromerzeugung erhöht werden. Nach Angaben von Bürgermeister Florin Birta produziert die Fernwärmegesellschaft Termoficare Großwardein seit Dienstag, dem 4. August, rund 50 MWh elektrische Energie. Davon entfallen 18 MWh auf die drei Motoren der Anlage 7 und 32 MWh auf die Turbine des Heizkraftwerks. Die Anlagen laufen täglich zwischen 18.00 und 2.00 Uhr, der erzeugte Strom wird in das nationale Stromnetz eingespeist. Nach Angaben der Wassergesellschaft Compania de Apă Großwardein gibt es derzeit keine Probleme bei der Trinkwasserversorgung in der Stadt oder im Versorgungsgebiet. Dennoch werden die Bürger aufgerufen, Wasser sparsam zu verwenden und Verschwendung während der anhaltenden Dürre zu vermeiden. Bürgermeister Florin Birta appellierte zudem an die Bevölkerung, den Stromverbrauch in den Abendstunden zwischen 19 und 23 Uhr möglichst zu reduzieren: „Jede einzelne Maßnahme zählt und kann dazu beitragen, diese schwierige Zeit gemeinsam gut zu bewältigen.“