--- title: "Konservierung des Bergfriedhofs" url: "https://adz.news/artikel/artikel/konservierung-des-bergfriedhofs" subtitle: "13 Freiwillige aus 12 Staaten sind an der Rettung des Kulturerbes beteiligt" date: "2026-08-13" modified: "2026-08-12" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Konservierung des Bergfriedhofs ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/freiwillige12.jpg) *Die Freiwilligen bei den Instandhaltungsarbeiten am Friedhof. Fotos: Pfarramt Schäßburg* ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/treppen12.jpg) **Schäßburg** – Unter dem Titel „Historische Friedhöfe, kollektives Gedächtnis und der Erhalt des verschwindenden Kulturerbes“ fand am Dienstagnachmittag, dem 11. August, im Deutsch-Rumänischen Kulturzentrum im Schäßburger Haus mit dem Hirschgeweih eine Präsentation statt. Vorgestellt wurden Beispiele von zum Teil verlassenen Friedhöfen aus mehreren Ländern, eingeladen hatten zur Veranstaltung Dr. Bert Ludwig, der Vorsitzende der European Heritage Volunteers, der evangelische Stadtpfarrer Dr. Hans Bruno Fröhlich und Alfred Theil, der Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Schäßburg e.V. (HOG). Der Anlass: Zwischen dem 3. und 15. August nehmen 13 junge Freiwillige aus 12 Ländern im Rahmen eines Projektes Konservierungs- und Dokumentationsarbeiten am Bergfriedhof vor. Die 13 Freiwilligen kommen u.a. aus Italien, Brasilien, Kanada, Griechenland, Albanien, Jordanien, den USA und Polen. Es sind Studierende, darunter der Architektur und Archäologie, so Stadtpfarrer Dr. Fröhlich. Die meisten haben bereits an anderen Vorhaben zur Rettung von bedrohten Kulturdenkmälern in unterschiedlichen Stadien des Verfalls teilgenommen. Das internationale Team wird von Lorenzo Bianco (Italien) und Ruba Al-Khrishni, einer Palästinenserin aus Jordanien, die in Budapest studiert, koordiniert. Durchgeführt werden zu etwa 50 Prozent Instandsetzungsarbeiten. Unter anderem wurde wuchernde Vegetation entfernt, ein Zaun sowie Treppen hergerichtet und die Gräber entlang des Hauptwegs geputzt. Rund die Hälfte der Arbeit betrifft die Dokumentierung der wertvollen Gräber und der Anlage sowie der Gemeinschaft, der sie gehört. Wie das Ergebnis des Projektes aussehen könnte, stellten sechs der Freiwilligen am Dienstagnachmittag vor. Das Publikum erhielt Informationen und sah Bilder zum Beispiel von einem Friedhof der Beduinen in Jordanien, einem Friedhof der Kosaken in Russland oder der letzten Ruhestätte von Sudetendeutschen in Tschechien. An den meisten der Kulturerbe-Stätten erfolgen mehrjährige Einsätze. In Schäßburg sind die European Heritage Volunteers heuer zum ersten Mal, ihr Projekt soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Der Bergfriedhof liegt am Burg- oder Schulberg neben der Bergkirche und gehört – wie die gesamte Burganlage – zum UNESCO-Weltkulturerbe an, weshalb seine Besichtigung auch in Reiseführern anempfohlen wird. Besucht wird er folglich nicht nur von jenen, die ihre Lieben hier zur letzten Ruhe gebettet haben, sondern auch zahlreichen Touristen. Infolge der starken Schrumpfung der evangelischen Gemeinde A.B. ist die Zahl derer, die die Gräber und Anlage instand halten können sehr gering. Mit rund 2000 Grabstellen ist der Bergfriedhof der Hauptfriedhof der evangelischen Gemeinschaft. Die ältesten Grabsteine stammen aus dem 18. Jahrhundert, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert befanden sich auf der Bergkuppe bereits etwa 1300 Grabstellen. Zu den Persönlichkeiten, die hier begraben wurden, gehören Dr. Josef Bacon (1857-1941), Arzt und Heimatforscher, der sich für den Bau der Wasserleitungen und Lebensmittelkontrollen sowie den Bau eines Epidemiespitals und Ambulatoriums für Tuberkulose-Kranke einsetzte, der Pädagoge Heinz Brandsch (1889-1953), der Schriftsteller Michael Albert (1836-1893), die Maler Ludwig Schuller (1826-1906), Betty Schuller (1860-1904) und Karl Brandsch (1900-1978) oder die Dichterin Ursula Bedners (1920-2005). Mit ihrem Einsatz möchten die jungen Freiwilligen nicht nur dringend notwendige Instandhaltungsarbeiten durchführen, sondern den Friedhof auch als Kulturerbe ins Augenmerk der kommenden Generationen und der internationalen Fachwelt bringen.