--- title: "MBM vor Renovierungsabschluss" url: "https://adz.news/artikel/artikel/mbm-vor-renovierungsabschluss" subtitle: "Kreisrat Karasch-Severin finanziert weitere ursprünglich nicht vorgesehene Arbeiten" author: "Werner Kremm" date: "2026-07-28" modified: "2026-07-28" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # MBM vor Renovierungsabschluss ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/MBM.png) **Reschitza** – Das Museum des Banater Montangebiets (MBM – Muzeul Banatului Montan), eine der vorzeigewürdigen kulturellen Einrichtungen des Banater Berglands (nicht nur als Immobilie, sondern vor allem durch die kulturellen Initiativen), steht vor dem Abschluss umfassender Renovierungs- und Wärmedämmungsarbeiten. Auf seiner jüngsten Tagung hat der Kreisrat von 2025 nicht ausgegebenen Geldern eine weitere Bezuschussung des Vorhabens in Höhe von 270.000 Lei beschlossen, mit denen Arbeiten finanziert werden sollen, die im ursprünglichen Renovierungsvorhaben nicht einkalkuliert waren. Das (ursprünglich so genannte) Kreismuseum Karasch-Severin war 1987 eingeweiht worden und blieb der einzige Museumsneubau auf dem Gebiet Rumäniens, der in der Ceaușescu-Zeit entstand. Der Architekt, der den Bau entworfen hatte, Șerban Antonescu, ein Bukarester, hatte sich vom Konzept des New Yorker Guggenheim-Museums inspirieren lassen und einen Bau geschaffen, der um einen vertikalen Kern – Liftschacht und Treppenhaus – die Ausstellungsräume fächerförmig und sich über mehrere Etagen hochschraubend gruppiert, wobei sämtliche Ausstellungsräume ihrerseits rund um eine Art Binnen-Atrium gruppiert sind und mittels schiefer Ebenen verbunden werden – ergo: Besucher müssen beim Museumsbesuch keine einzige Treppe hochsteigen, um vom – ebenfalls teilweise für Ausstellungen genutzten – Kellerraum bis unters Flachdach der vierten Etage zu gelangen. Mit diesem Konzept entstand auch ein akustisch sehr interessanter riesiger Klangraum, der in der Tat wiederholt auch für (Blas- und Schlag-Instrument- sowie Chor-) Konzerte genutzt wurde. Das schöne und auch vom Publikum geschätzte architektonische Konzept hatte aber schon in der Bauphase einen fundamentalen Haken: die Baumaterialien, ausschließlich inländischer Produktion (das war in den Baujahren 1982-1987 unumgänglich, weil es in diesem Bereich kaum Importe gab), entsprachen nicht dem hochmodernen und wohldurchdachten Konzept des Architekten, der (ebenso wie der Baumeister, der die Arbeiten konkret durchführte – ein Banater Schwabe aus dem Raum Detta) sich damals wie danach wiederholt darüber beklagte. Letztendlich hatte der Bau Probleme mit der thermischen Isolation (Hauptproblem: die Metallrahmen, die das viele Glas fassten, das wegen tagsüber verpflichtender Stromersparnis – aber auch aus Gründen der Lichtführung im Innenraum – eingebaut wurde, sowie das Kondenswasser, das sich vor allem in der kalten Jahreszeit bildete), mit der Abdichtung der Flachdächer (genau wie auch die Wohnblocks mit Flachdach, die damals gebaut wurden …), mit der Instandhaltung und Pflege des reichlich als Bodenbelag genutzten Ruskitza-Marmors, mit der Qualität der Strom- und Wasserleitungen usw. Mit den gelegentlichen kleineren Reparaturen ließ sich diesen Problemen jedoch nicht dauerhaft beikommen. Der verstorbene langjährige Direktor des MBM, Dr. Dumitru Țeicu, Mediävist und Archäologe, der unmittelbar nach 1989 auf Betreiben der beiden landesweit bekannten Historiker Dr. Valeriu Leu und Prof. Dr. Rudolf Gräf die Leitung des Museums übernommen hatte, sprach in diesem Zusammenhang stets verächtlich von „Flickarbeit“. So musste – erstmals seit der Einweihung des MBM im Jahr 1987 – eine umfassende Generalsanierung in Angriff genommen werden, um die baulichen Probleme des Vorzeigebaus endgültig zu beheben. Unter der Leitung der engagierten heutigen Direktorin Dr. Livia Magina wurden die Arbeiten durchgeführt, die sich nun ihrem Abschluss nähern. Dieser, mit Abnahmeprozedere und Neueinweihung ist für rund um den 31. August anberaumt. Die Sanierungs- und Wärmedämmungsarbeiten haben mehr als ein Jahr gedauert und beinhalteten Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten innen wie außen. Ganze Bauteile – etwa Fenster und Kippfenster als Oberlicht – wurden ausgetauscht, die Hydroisolation wurde komplett erneuert und mit heutigen Materialien ersetzt, Wärmepumpen wurden eingebaut sowie eine Photovoltaikanlage montiert. Mit der Generalreparatur wird auch ein geringerer Energieverbrauch anvisiert. Das gesamte Vorhaben ist mittels EU-Geldern über PNRR verwirklicht worden. Die vom Kreisrat bewilligten zusätzlichen Mittel fließen in die Bezahlung der Neugestaltung der Außenanlage samt Parkplätzen sowie für eine Videoanlage, die der Diebstahlsicherung dienen soll. Auch wird die Internet-Infrastruktur des MBM damit weiter verbessert.