--- title: "Schlägt der PSD-Straßenbauhai wieder zu?" url: "https://adz.news/artikel/artikel/schlaegt-der-psd-strassenbauhai-wieder-zu" subtitle: "Nötiges, doch umstrittenes (Kreis-)Straßensanierungsprojekt im Banater Bergland" author: "Werner Kremm" date: "2026-09-09" modified: "2026-09-09" category: "Lokales" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Schlägt der PSD-Straßenbauhai wieder zu? **Reschitza** – Insider des Banater Berglands haben kaum Zweifel, wer den nächsten Zuschlag – von „nur“ 2.910.063,65 Lei (die Summe wurde ohne Mehrwertsteuer angegeben) – für die Sanierung der Kreisstraße DJ 571C nach Roman-Tschiklowa, Ilidia – und die beiden „Künstlergemeinden“ im Nera-Tal, Socolari und Potoc, bekommt: Unter ihnen besteht kaum ein Zweifel, dass der Karansebescher Straßenbauunternehmer Ion Bejeriță, ein wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung von zehneinhalb Millionen Euro und Geldwäscherei fast zwölf Jahre durch die Instanzen gezerrter „Geschäftsmann“, Ex-PSD-Vize im Banater Bergland und angeblich über die Zeiten ausdauernder Vertrauter von PSD-Landeschef Sorin Grindeanu (als Straßenbauunternehmer tut die nahe Bekanntschaft mit einem aktiven oder Ex-Transportminister manchmal wohl Wunder betreffs Mittelzuteilung …) begünstigt wird. Von diesem Ion Bejeriță (er taucht auch als Gast der umstrittenen „Nordis“-Flüge, neben Grindeanu, Ex-PSD-Chef Ciolacu, dem Temescher Alfred Simonis und vielen jungen und mit hohen Posten versehenen Damen – mit schwindelerregendem multiplem Einkommen aus Verwaltungsratsposten in staatlichen Firmen – nach Nizza und zurück auf...), Fahrer eines Rolls Royce Wraith, den er, heißt es, um 300.000 Euro kaufte, erwartet man über seine Firma ERC Vest (früher Emiliano Vest – die ADZ berichtete öfter darüber) wohl auch beim Kreisrat Karasch-Severin das auf alle Fälle „günstigste“ Angebot, seit die Ausschreibung zu Beginn dieser Woche auf der nationalen Ausschreibungsplattform SEAP veröffentlicht wurde. Nicht umsonst trat kurz nach der Ausschreibung Kreisratschef Silviu Hurduzeu (als Karansebescher, ein Busen- und Schulfreund von Sorin Grindeanu auch mit Bejeriță nicht nur wegen der nämlichen Parteimitgliedschaft bestens bekannt) und behauptete, dass der Kreisrat für diese knapp 18 Kilometer lange Straße „trotz vieler Zurückhaltungen“ das Geld zur Verfügung stellt, damit wenigstens im kommenden Jahr die Straße endlich in Ordnung sein wird. Eine altruistisch-populistische Stellungnahme à la Hurduzeu. Man wird kommende Woche, am 16. September, dem Zieltermin für die Abgabe der Angebote, sehen, wie die Sache ausgeht. Die Evaluierung der Angebote ist bis zum 31. Dezember vorgesehen, danach kann mit der Sanierung begonnen werden – wenn und wann es denn der Winter 2026-2027 erlauben wird. Immerhin: die künftigen Nutznießer der total kaputtgefahrenen Straße freut es, auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung dieser Kreisstraße von der sozial-kulturellen (viele prominente Banater – Temeswarer – Künstler der Stunde nutzen die Straße) weit überwogen wird. Für die eigentliche Sanierung ist laut Angebot eine knappe Frist angegeben: 45 Tage. Insgesamt 13.458 Quadratmeter Straße – Löcher und „Aufwölbungen“, Unebenheiten (rumänisch: „burdușiri“) sind zu glätten, wonach die noch vorhandene Asphaltschicht, abgekratzt und aufgearbeitet, neuvergossen wird. Etwas komisch klingt bei der Ausschreibung die Beschreibung der Straßenbreite; die Kreisstraße bestehe aus einer „variablen Breite 4,00/5,50/6,00 m“ und einer „Länge von 17.637 Metern“, ausgehend vom Ortsrand von Orawitza. Zudem gehört zur Sanierung die Entfernung der Verbuschungen und Verwucherungen am Straßenrand (5336 Quadratmeter unmittelbar am Straßenrand und 18.149 Quadratmeter als Sichtschutz Richtung Umfeld der Straße – die Frage ist nur: wer misst das alles so genau aus bei der Abnahme?), die Säuberung der Gräben am Straßenrand zur Regen- und Schneewasserführung. Interessant ist auch die „Präzisierung“ betreffs der „Dauer des Vertrags“: „Bis zur vollen und entsprechenden Erfüllung der Verpflichtungen beider Seiten.“ Genauer: „Wenn der Vertragspartner der Auffassung ist, dass er sämtliche vertraglichen Verpflichtungen erfüllt und alle vertraglich vorgesehenen Arbeiten durchgeführt hat, wird er die mitunterzeichnende Vertragsbehörde darüber in Kenntnis setzen. Diese wird prüfen, ob alle Vertragsverpflichtungen erfüllt wurden.“ Die Abnahme soll dann in zwei Etappen erfolgen: Etappe 1: bei Fertigstellung der Sanierung; Etappe 2: 12 Monate nach Beendigung der Sanierung, denn für so lange ist die Garantiefrist angesetzt.