--- title: "Wintergetreideernte gut, Saatflächen verringert" url: "https://adz.news/artikel/artikel/wintergetreideernte-gut-saatflaechen-verringert" subtitle: "Die Auswirkungen der Langzeitdürre kommen erst mit der Herbsternte zum Tragen" author: "Werner Kremm" date: "2026-08-26" modified: "2026-08-25" category: "Kultur" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Wintergetreideernte gut, Saatflächen verringert **Reschitza** – Laut einer Mitteilung der Präfektur Karasch-Severin in Reschitza, die sich auf Angaben der Kreisdirektion für Landwirtschaft beruft, sind auf der Ebene des Banater Berglands im laufenden Landwirtschaftsjahr mit 61.493 Hektar um 477 Hektar Feld weniger bebaut worden, als vor einem Jahr seitens der Kreisdirektion für Landwirtschaft mitgeteilt wurde. Große Flächenverluste gab es beim (seit mehreren Jahren am dürreanfälligsten) Mais (ein Minus von 1649 Hektar), bei Weizen (minus 1540 Hektar) und im (ebenfalls von der Dürre hart betroffenen) Sojaanbau (1109 Hektar weniger wurden kultiviert). Teilkompensiert wurden diese Anbauverzichte durch Gersteanbau (um 810 Hektar mehr als 2025), bei dem im ganzen Banat zur domininierenden Nutzpflanze voranschreitenden Raps (plus 1240 Hektar) und bei der unter den gegenwärtigen Dürreverhältnissen bei frühzeitigem Anbau und wohlüberlegter Sortenwahl oft zu den Gewinnern zählenden Sonnenblume (ein Plus von 2218 Hektar). Die bisher (Stichtag: 31. Juli, in den Angaben der Kreisdirektion für Landwirtschaft) eingefahrene Ernte gilt, laut derselben Quelle, als gut. Die Rede ist von einem durchschnittlichen Hektarertrag von 7135 Kilogramm bei Gerste (das waren ganze 1,35 Tonnen mehr als im Vorjahr), von 5825 kg/ha bei Triticalen (ein Plus von 0,985 Tonnen gegenüber 2025), beim Weizen von 6732 kg/ha (entspricht einem Plus von 0,954 kg/ha), von 4502 Kilo pro Hektar beim Raps (um 865 Kilogramm mehr als ein Jahr zuvor) sowie von 3000 Kilogramm Braugerste pro Hektar (um 348 Kilo mehr als 2025). Beim Hafer, dessen Ernte zum Stichtag erst auf 37 der 348 bebauten Hektar abgeschlossen war, zeichnete sich hingegen eine schwächere Ernte als 2025 ab: 2432 kg pro Hektar, um 259 Kilogramm weniger. Vergleicht man die jährlich schrumpfende kultivierte landwirtschaftliche Fläche des Banater Berglands – 2026: 61.493 Hektar – mit der statistisch vorhandenen landwirtschaftlich kultivierbaren Fläche – wir reden von 127.048 Hektar, und auch das sind um 2849 Hektar weniger als es statistisch gesehen noch im Jahr zuvor waren – dann fehlen politisch-soziologisch-wirtschaftliche Erklärungen für dieses Zusammenschrumpfen der Landwirtschaftsflächen im Banater Bergland. Zumindest werden diese weder von der Kreisdirektion für Landwirtschaft (über dem Standpunkt privat geäußerten Vermutungen hinweg) noch von der Präfektur geliefert. Aber vielleicht fordert sie auch niemand ein. Interessant ist, dass das Verhältnis kultivierter landwirtschaftlich nutzbarer Flächen zu denen, die Brachland geblieben sind, gleich geblieben ist: 48 Prozent bebaute Flächen zu 52 Prozent Brachland. Das hügelige und bergige Banater Bergland verfügt neben den landwirtschaftlich kultivierbaren aktuell 127.048 Hektar auch über 166.415 Hektar Naturwiesen (um 915 Hektar mehr als 2025), über 77.816 Hektar Heuwiesen (eine Schrumpfung um 270 Hektar), über 11.326 Hektar Obstfarmen (in unterschiedlichem Pflegezustand) und Baumschulen, über 735 Hektar Weingärten und Rebschulen sowie über 56 Hektar, die mit Fruchtsträuchern diverser Art bepflanzt sind. Als „produktive landwirtschaftliche Gesamtfläche“ werden 2026 im Banater Bergland 383.396 Hektar offiziell angegeben, das sind um 2206 Hektar weniger als 2025 und wiederum um 1087 Hektar weniger als 2024. Eine der optimistisch stimmenden Erklärungen für das stetige Schrumpfen der „produktiven landwirtschaftlichen Gesamtfläche“ ist das hohe Interesse von Energieunternehmen und Investoren im Energiebereich für die meteorologischen Besonderheiten des südlichen Banater Berglands, mit vielen dominierenden lokalen Winden und zahlreichen ganztägig der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Hanglagen. Sie locken Investoren für großflächig angelegte Wind- und Solarkraftanlagen an. Auch viele der Gemeinden dieses Raums wittern eine ihnen gefällige zusätzliche Einnahmequelle, ohne viel an Eigeninitiative mobilisieren zu müssen... Von ökologischen Bedenken gegenüber großflächig angelegten Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken war da noch nie die Rede.