--- title: "Wirtschaftsdialog zwischen Unternehmen aus Kreis Temesch und Recklinghausen" url: "https://adz.news/artikel/artikel/wirtschaftsdialog-zwischen-unternehmen-aus-kreis-temesch-und-recklinghausen" author: "Andreea Oance" date: "2026-09-19" modified: "2026-09-18" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Wirtschaftsdialog zwischen Unternehmen aus Kreis Temesch und Recklinghausen **Temeswar** - Die Industrie- und Handelskammer Temesch/Timiș (CCIA Timiș) hat einen neuen Wirtschaftsdialog zwischen Unternehmen aus dem westrumänischen Verwaltungskreis und aus Recklinghausen, Deutschland, organisiert. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Suche nach konkreten Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit und die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Regionen. Die deutsche Wirtschaftsdelegation wurde von Silke Ehrbar-Wulfen, Erster Beigeordneter und Finanzdezernentin der Stadt Recklinghausen, geleitet. Ihr gehörten Vertreter von 17 deutschen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an, darunter Handel, industrielle Anlagen, industrielle Kühltechnik, Spirituosenproduktion, Fleischverarbeitung, alternative Medizin, Software und IT sowie Unternehmensberatung. Empfangen wurde die Delegation von Darius Georgiu, stellvertretender Vorsitzender der Temescher IHK. Am Treffen nahmen außerdem Vertreter von neun Temeswarer Unternehmen sowie die Vorsitzenden der IHK-Sektionen für Elektro und IT sowie Handel, Tourismus und Dienstleistungen teil. Georgiu verwies auf die Bedeutung der deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen und zog zugleich Parallelen zwischen der Entwicklung von Recklinghausen und Temeswar. Beide Regionen hätten tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen erlebt und ihre Wirtschaftsstrukturen an neue Rahmenbedingungen angepasst. Während sich Recklinghausen nach dem Niedergang des Bergbaus zunehmend auf Dienstleistungen, Handel und grüne Technologien ausgerichtet habe, habe sich Kreis Temesch und die Stadt Temeswar von einer traditionellen Industrieregion zu einer diversifizierten Wirtschaft mit Schwerpunkten in IT&C, Automotive, Dienstleistungen, Innovation und Technologie entwickelt. Im weiteren Verlauf stellte Mihaela Tomescu, Generaldirektorin der CCIAT, das wirtschaftliche Potenzial des Kreises und seine Wettbewerbsvorteile vor. Dabei ging sie insbesondere auf die geografisch günstige Lage Temeswars, die hochqualifizierten Arbeitskräfte, die wirtschaftliche Stabilität sowie auf vorrangige Investitionsbereiche und die Möglichkeiten für ausländische Investoren ein. Silke Ehrbar-Wulfen präsentierte anschließend die Erfahrungen Recklinghausens mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel infolge des Niedergangs des Bergbaus und der Einstellung der Kohleförderung. Dabei hob sie die Widerstandsfähigkeit der lokalen Wirtschaft und die wichtige Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen für die finanzielle Stabilität der Stadt hervor. Trotz der gegenwärtigen wirtschaftlichen He-rausforderungen in Deutschland sei es Recklinghausen gelungen, stabile Einnahmen aus lokalen Steuern zu sichern. Als einen wesentlichen Grund nannte Ehrbar-Wulfen das solide Netzwerk kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich zunehmend auf Zukunftsbranchen ausgerichtet haben. Dazu gehören nach ihren Angaben unter anderem erneuerbare Energien, IT, Sicherheitstechnologien, Gastronomie und Veranstaltungsmanagement. Der wirtschaftliche Wandel beider Regionen bietet damit zahlreiche Anknüpfungspunkte für einen weiteren Austausch zwischen Unternehmen aus Kreis Temesch und Recklinghausen.