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            <title>adz.ro: Nachrichten</title>
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                        <title>Wort zum Sonntag: Menschen des Heiligen Geistes </title>
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						 Predigt zum Heimattag der Banater Schwaben in Ulm 2026  Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, das Fest des Geburtstags der Kirche, ist immer aber auch das Fest unserer Landsleute, das Fest der Landsmannschaft, bei dem wir uns aus vielen Orten aufmachen und hierher zusammenkommen und miteinander den Heimattag feiern, aber auch das Pfingstfest. Wir Banater Schwaben sind, man könnte so sagen, Menschen des Heiligen Geistes. Er führt uns zusammen...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><br /> Predigt zum Heimattag der Banater Schwaben in Ulm 2026<br /> <br /> Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, das Fest des Geburtstags der Kirche, ist immer aber auch das Fest unserer Landsleute, das Fest der Landsmannschaft, bei dem wir uns aus vielen Orten aufmachen und hierher zusammenkommen und miteinander den Heimattag feiern, aber auch das Pfingstfest. Wir Banater Schwaben sind, man könnte so sagen, Menschen des Heiligen Geistes. Er führt uns zusammen im Bewusstsein unserer Vergangenheit, unserer Traditionen, unserer Heimat. Er führt uns zusammen und stärkt uns. Pfingsten sind Menschen – das wollen und dürfen wir sein. Und so möchte ich dann auch fragen: Wessen Geistes Kind seid ihr? Was macht dieser Heilige Geist in jedem von uns ganz persönlich eigentlich aus?&nbsp;<br /> Hören wir auf das Pfingstereignis, also den Text, den wir in der ersten Lesung gehört haben, so brechen die Jünger mit der Kraft des Heiligen Geistes auf. Sie gehen aus ihrer Abschottung, aus ihrer Einsamkeit, aus ihrem Rückzug hinaus in die Welt und zu den Menschen hin. Der Geist des Aufbruchs ist in ihnen. Und diesen Geist, glaube ich, kennen wir alle nur zu gut. Der Geist des Aufbruchs steckt in uns Banater Schwaben und in uns Christen immer und immer wieder.<br /> <br /> Dafür sind wir durch Taufe und Firmung mit dem Heiligen Geist ausgestattet, dass wir die Kraft finden, immer wieder nach neuen Anfängen zu suchen, hinauszugehen und dieser Welt zu begegnen. Und dann ist es auch der Geist der Offenheit: Die Jünger gehen hinaus und begegnen den unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichster Herkunft. Und sie sprechen zu ihnen in der Sprache des Heiligen Geistes, in der Sprache der Liebe. Sie kommt bei jedem an und sie wird von jedem verstanden. Es ist der Geist der Begegnung, der Neues möglich macht, der im Miteinander etwas Neues schafft, nämlich eine Gemeinschaft, die über Grenzen weit hinausgeht.<br /> <br /> Es ist der Geist Gottes, der uns stärkt, der uns für unseren Lebensweg ausrüstet, so wie er die Jünger ausgerüstet hat. Der uns die Möglichkeit gibt, eine neue Welt zu bauen, so wie die Jünger mit der Botschaft Jesu Christi eine neue Welt gebaut haben. Was auf jeden Fall wichtig ist, es ist nicht der Geist des Hasses. Es ist nicht der Geist der Exklusivität. Es ist nicht der Geist, dass die einen besser sind als die anderen, dass die einen fremder sind als die anderen. Es ist der Geist, der uns alle gleich macht, der uns einlädt, uns allen gegenseitig auf Augenhöhe im Miteinander zu begegnen. Es ist der Geist, der uns lebendig macht – eine Lebendigkeit, die wir so wie bei diesem Heimattag feiern. Es ist der Geist Gottes, der uns heilig macht und der uns die Chance gibt, im Miteinander eine bessere Welt zu bauen.<br /> <br /> Wenn wir unser Erbe im Herzen mitnehmen, wenn wir uns unsere Traditionen bewahren, wenn wir im Geist der Landsmannschaft vereint bleiben und gemeinsam durch diese Zeit gehen, dann kann uns, unserer Geschichte, unserem Erbe, nichts und niemand irgendetwas anhaben, denn wir werden vom Geist unseres Gottes, der uns in die Zukunft führt, begleitet sein. Er begleitet uns und die Generationen, die mit uns und nach uns kommen werden. Das mag vielleicht alles anders aussehen als es die Alten einmal gekannt haben, aber auch die Welt der Jünger sah anders aus mit dem Pfingstfest und nach dem Pfingstfest als in den Tagen und Wochen und Jahren davor. Es ist nicht die Zeit, uns zurückzuziehen oder zu verschließen, sondern der Zeit, der Zukunft und dem Zeitgeist zu begegnen und mit ihnen zu arbeiten und zu gestalten, im Bewusstsein, dass wir niemals allein sind, sondern im Geist Gottes durch diese Zeit gehen.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 20:25:56 +0000</pubDate>
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                        <title>Mit „Mileu“-Deckchen sollen Jung und Alt verbunden werden</title>
                        <link>https://adz.news/meinung-und-bericht/artikel-meinung-und-bericht/artikel/mit-mileu-deckchen-sollen-jung-und-alt-verbunden-werden</link>
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						Die Leiterin der Bibliothek des Goethe-Instituts in Bukarest, Francesca Szöke, hat gemeinsam mit Cristina Zanfirescu ein wahrlich einzigartiges und nostalgisches Projekt in die kleine Bibliothek gebracht. Dabei geht es um die rumänischen Deckchen „Mileu“, die von Frauen vor allem in der kommunistischen Zeit in tagelanger Arbeit erstellt wurden, um die oft einfachen Wohnungen etwas zu schmücken. Nun verschönern einige davon bis zum Ende des Monats...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Leiterin der Bibliothek des Goethe-Instituts in Bukarest, Francesca Szöke, hat gemeinsam mit Cristina Zanfirescu ein wahrlich einzigartiges und nostalgisches Projekt in die kleine Bibliothek gebracht. Dabei geht es um die rumänischen Deckchen „Mileu“, die von Frauen vor allem in der kommunistischen Zeit in tagelanger Arbeit erstellt wurden, um die oft einfachen Wohnungen etwas zu schmücken. Nun verschönern einige davon bis zum Ende des Monats die Goethe-Bibliothek. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil des ambitionierten Projekts.&nbsp;</strong><br /> <br /> <strong>Alles fing an in Athen, im vergangenem Jahr. Dort wurde das Projekt „Common Crafts – Common Libraries“ von neun verschiedenen Goethe-Instituten in Südosteuropa gegründet. Bei diesem soll traditionelles Handwerk digitalisiert werden und in die Goethe-Bibliotheken Einzug finden.<br /> Danach war es an Francesca Szöke und ihrem Team, das Projekt in Bukarest umzusetzen. „Weil ich Handwerk mit Tradition verbinde und Tradition mit Familie, habe ich sofort an meine Mutter denken müssen“, so Szöke im ADZ-Gespräch. Und ihre Mutter hat immer, „in jeder Minute, die sie frei hatte“ Zierdeckchen, Mileus gehäkelt.&nbsp;</strong><br /> <br /> Die Idee war also geboren. Um sie aber richtig ins Laufen zu bringen, brauchte die viel beschäftigte Szöke noch Unterstützung – und fand diese in Cristina&nbsp; Zanfirescu. Diese war früher Teil des Goethe-Teams und arbeitet aktuell freischaffend in der Öffentlichkeitsarbeit für verschiedenste Kulturprojekte. Als sie von der Idee hörte, war sie direkt Feuer und Flamme. „Das Projekt hat mich entzückt! Ich habe sehr viele Freunde, deren Großmütter oder Mütter Mileus haben, an ihnen arbeiteten oder bastelten. Das Projekt hat mich gleich nostalgisch gemacht!“ Daher findet Zanfirescu das Projekt – das sich vor allem an Frauen ab 60 Jahren richtet – sehr wichtig. „Ich weiß, dass insbesondere in Rumänien viele ältere Menschen, die in Rente gehen, irgendwie aus der Gesellschaft verschwinden.“ Dagegen möchte sie mit dem Projekt angehen.<br /> <br /> <strong>Eine Ausstellung für die Künstlerinnen</strong><br /> <br /> Doch wie funktioniert dies nun genau? Schließlich hat das Projekt auch den etwas umständlichen Namen: „Mileu (Deckchen) 2.0.: Wenn Schnur auf Algorithmus trifft“.&nbsp;<br /> <br /> Zuerst gibt es eine Ausstellung, die vor Kurzem eröffnet wurde. Dabei werden ungefähr 25 Mileus in einem wunderbar dekoriertem Raum in der Bibliothek präsentiert. Die Deckchen sind bis zum Ende des Monats auch für alle Interessierten zu bestaunen. Sie stammen von elf älteren Damen, wie Szöke berichtet. „Diese haben die Deckchen entweder selbst gemacht oder geerbt“, so die Bibliotheksleiterin. Sie sind also eigentlich private Erbstücke, auf die die Künstler, beziehungsweise die Erben, sehr stolz sind.<br /> <br /> Denn früher hatten diese Deckchen in den kommunistischen Haushalten einen großen Wert, wie Zanfirescu erklärt. „Alle hatten dieselben Möbel; alle hatten fast nichts. Es war schwer, Möbel zu finden. Es gab kein Ikea. Für die Leute war es viel schwerer, sich ihr Haus oder ihre Wohnung zu verschönern. Und deshalb war Handarbeit ein großer Teil des alltäglichen Lebens. Das war auch eine gute Gelegenheit, nahestehende Menschen mit einem Geschenk glücklich zu machen“.&nbsp;<br /> <br /> Damit macht Zanfirescu auch eine wichtige Ebene des Projekts klar: Es geht zwar durchaus um die wirklich schönen Deckchen, aber auch um die Menschen, die diese erstellen. Denen ist ihre eigene Kunst natürlich durchaus wichtig. Deswegen füllte sich die Bibliothek des In-stitutes bei der Eröffnung der Ausstellung bis auf den letzten Platz.<br /> <br /> Während Szöke und Zanfirescu die Vernissage eröffneten, gab es auch ein Rahmenprogramm. Die Therapeutin Nora Neghină sprach über die Vorteile der Handarbeit für den Geist und die Schauspielerin Carmen Palca führte einen kleinen Theaterakt, inspiriert von den Balkantraditionen rund um den Kaffee und die informellen Praktiken der Kaffeesatzdeutung, auf. Im Anschluss gab es lange Gespräche zwischen allen Beteiligten.<br /> <br /> „Die Veranstaltung war entzückend!“, begeisterte sich Zanfirescu. „Man fühlte die Nostalgie der Teilnehmerinnen und das Wort, das am meisten erwähnt wurde, war Geduld. Die Seniorinnen meinten mit Stolz, dass man Geduld brauchte, um Mileu zu häkeln.“<br /> <br /> <strong>Von traditioneller Kunst in digitale Sphären</strong><br /> <br /> All das war jedoch nur der Anfang des Projekts, so was wie eine kleine Werbung, wie Szöke es beschrieb. Denn im Zentrum stehen Workshops, die nun stattfinden werden (10. Juni, 17. Juni und 1. Juli). Bei diesen treffen interessierte ältere Damen, die Mileus erstellen, auf drei Studierende von der Bukarester Kunstuniversität (UnArte) und auf drei IT-Spezialisten.&nbsp;<br /> <br /> Bei den Sitzungen sollen die Älteren den Jungen zeigen, wie man die Deckchen häkelt und währenddessen soll dies von den IT-Experten digitalisiert werden, so Zanfirescu. Sowohl die Deckchen, als auch die präzisen Handbewegungen der Künstlerinnen, als auch die Geschichten, die dabei ausgetauscht werden, sollen auf einer Internetseite verewigt werden. Diese bleibt vorerst jedoch privat, damit die Geschichten der Beteiligten nicht direkt veröffentlicht werden. Ob sie noch öffentlich werden, wird die Zukunft zeigen.<br /> <br /> <strong>Ein Stammtisch soll entstehen</strong><br /> <br /> Das Wichtigste ist Szöke und Zanfirescu jedoch der zwischenmenschliche Kontakt. Beide möchten, dass sich nach dem Projekt ein Stammtisch entwickelt, von Jung und Alt, die Mileus häkeln, miteinander sprechen und die Goethe-Bibliothek als einen Zufluchts- und Gemeinschaftsort erleben. „Gemeinsam sprechen und häkeln ist schließlich eine gesunde Aktivität!“, ist sich Szöke sicher.<br /> <br /> Dem stimmt auch Zanfirescu zu: „Man hat mir schon jetzt das Feedback gegeben, dass die Teilnehmer sehr glücklich sind, am Projekt teilzunehmen. Es sind viele Seniorinnen in ganz Rumänien, die jetzt keine Familie mehr haben und sehr einsam sind und sie haben mir gesagt, dass dieses Projekt ihnen einen Zweck im Leben gibt“.<br /> <br /> Interessierte, die an den Workshops und am Stammtisch teilnehmen wollen oder in irgendeiner Form zum Projekt beitragen wollen, können sich auf Deutsch und Rumänisch bei Zanfirescu unter der E-Mail cristina.zanfirescu@protonmail.com melden.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 03:04:00 +0000</pubDate>
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                        <title>Fotografie ist eine Frage des Vertrauens</title>
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						In einer Welt, in der Fotografie oft nur noch eine reflexartige Geste mit dem Handy zu sein scheint und Bilder in Sekundenschnelle im endlosen Strom der sozialen Medien verschwinden, gibt es Menschen, die versuchen, der Fotografie ihre ursprüngliche, tiefgreifende Bedeutung zurückzugeben: die der Erinnerung, der Begegnung und des lebendigen Dokuments einer Gemeinschaft. Einer von ihnen ist Flavius Neamciuc (38), ein Fotograf aus...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einer Welt, in der Fotografie oft nur noch eine reflexartige Geste mit dem Handy zu sein scheint und Bilder in Sekundenschnelle im endlosen Strom der sozialen Medien verschwinden, gibt es Menschen, die versuchen, der Fotografie ihre ursprüngliche, tiefgreifende Bedeutung zurückzugeben: die der Erinnerung, der Begegnung und des lebendigen Dokuments einer Gemeinschaft. Einer von ihnen ist Flavius Neamciuc (38), ein Fotograf aus Temeswar/Timișoara, der in Berlin lebt und immer wieder mit Projekten zurückkehrt, die die klassischen Grenzen des Bildes sprengen und die Fotografie in einen Raum des Dialogs verwandeln.<br /> <br /> Das jüngste und vielleicht persönlichste dieser Projekte ist „The Living Room“ (Deutsch: „Das Wohnzimmer“), ein Pop-up-Studio, das sich nun schon drei Sommer lang in der Bega-Stadt in ein riesiges Wohnzimmer der Kreativität verwandelt. Es ist nicht nur ein Ort, an dem Menschen fotografiert werden. Es ist ein Raum, in dem Menschen einander kennenlernen, zusammensitzen und reden, kreativ sein können, Kunst aus einer anderen Perspektive betrachten und, vielleicht am wichtigsten, sich mit ihrem eigenen Bild wohlfühlen.</strong></p>
<p>Für den gebürtigen Arader Flavius Neamciuc begann die Beziehung zur Fotografie mit Erinnerungen aus Familienalben. Er spricht nicht von Technologie oder Hochleistungskameras, wenn er erklärt, warum er diesen Weg eingeschlagen hat, sondern von den Fotografien seiner Großeltern und Eltern, die er als wahre „Geschichtsbücher“ betrachtete. In alten Bildern entdeckte er Details über Menschen, über ihre Lebensweise, über die Welt, die vor seiner Zeit existierte. Genau diese dokumentarische Kraft der Fotografie ließ ihn verstehen, dass ein Bild zum Zeugnis einer Epoche werden kann. „Wir können manche Dinge genau so visualisieren, wie sie in einem bestimmten Moment geschehen sind“, sagt er. Hier liegt der Ursprung seiner Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Kamera – einem Verhältnis, das seiner Meinung nach viel zerbrechlicher ist, als es scheint.<br /> <br /> Flavius &nbsp;Neamciuc hatte in seiner Erfahrung mit kommerziellen Projekten und Werbekampagnen beobachtet, dass Menschen ein Fotostudio angespannt und steif betraten, eingeschüchtert von künstlichem Licht und dem Gedanken, „richtig posieren“ zu müssen. Die Frage, die ihm daraufhin in den Sinn kam, war einfach: Wo fühlen wir uns eigentlich entspannt? Die Antwort: Zuhause, im Wohnzimmer.<br /> <br /> So entstand die Idee von „The Living Room“ – ein Raum, der keinem klassischen Studio ähnelt, sondern einem großen, gemütlichen Zuhause, in dem Fotografieren ganz natürlich geschieht, zwischen Gesprächen, Kaffee und Treffen mit Freunden.<br /> <br /> Das Projekt startete im November 2023 in den FABER-Hallen in Temeswar und fungiert als temporärer, vielseitiger und immersiver Raum. Hauptmerkmale des Projekts: Auf rund 300 Quadratmeter erstreckt sich das erweiterte Wohnzimmer, das sorgfältig ausgewählte Möbel, ikonische Objekte, Design- und Modemagazine, Musikbereiche, Gesprächsecken, Kunstinstallationen und sogar ein als Designobjekt ausgestelltes Auto umfasst. „Ich liebe es, mein Haus zu dekorieren. Ich fühle mich gern zu Hause wohl. Deshalb haben wir versucht, einen Raum zu schaffen, in dem sich auch andere wohlfühlen“, erklärt der Fotograf.<br /> <br /> <strong>Hybridkonzept aus Pop-up-Fotostudio und Kulturraum</strong><br /> <br /> „The Livingroom“ bietet eine organische und warme Atmosphäre, in der Flavius Neamciuc professionelle Fotoshootings (insbeson-dere für Porträts) durchführt. Des Weiteren ist das Studio auch ein kultureller Treffpunkt und ein Ort der Begegnung: Das Projekt verbindet Fotografie mit anderen urbanen und künstlerischen Erlebnissen. Die Förderung lokaler Handwerkskunst steht für Flavius Neamciuc im Mittelpunkt. Kurz gesagt, das Projekt versteht sich als „Manifest der menschlichen Begegnung und Kreativität“ – ein Ort, an dem Atmosphäre, Licht, Kaffee und charaktervolle Möbelstücke zusammenwirken, um unvergessliche Erinnerungen und Bilder zu schaffen.<br /> <br /> Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Projekt zu einer echten Plattform für die Gemeinschaft. Die Menschen kamen nicht nur zum Fotografieren, sondern auch für Gespräche, Workshops, Filmvorführungen, spontane Treffen oder einfach, um in einem geschützten Raum ihren Kaffee zu trinken.<br /> <br /> Die vielleicht wichtigste Veränderung ergab sich aus dem Feedback derer, die den Raum betreten hatten. Nach einer der Ausgaben bemerkte ein Freund, dass die Besucher „nicht genug mit dem Wohnzimmer interagierten“. Diese Beobachtung veränderte die nächste Ausgabe grundlegend. Es entstanden Spielbereiche, Musikecken, Gesprächstische und Zeitschriften, in denen man in Ruhe stöbern konnte. Der Raum wandelte sich immer weniger zu einem Studio und immer mehr zu einem lebendigen Organismus.&nbsp;<br /> <br /> Besucher sind somit eingeladen, die Objekte nicht nur anzusehen, sondern sie auch zu benutzen, darauf zu sitzen und sie in ihre persönliche Erfahrung zu integrieren. „Wir wollten nicht einfach nur Werke ausstellen. Wir wollten, dass die Menschen mit den Werken dieser Kreativen interagieren“, sagt Flavius.<br /> <br /> Eine der besonderen Kooperationen im „The Living Room“ ist die mit Paula „Dunia“ Aldescu und ihrem Projekt „Poartă&nbsp;riduri“ („Trage Falten“), das die Akzeptanz des Alterns und die natürliche Schönheit von Frauen fördert. In „The Living Room“ fotografiert Flavius bereits seit einigen Jahren &nbsp;die sogenannten „Musen“ des Projekts in einem Umfeld, das den starren Druck konventioneller Fotoshootings aufhebt.<br /> <br /> <strong>Fotografie ist eine Vertrauensbeziehung</strong><br /> <br /> „Es ist mir eine Ehre, dass Menschen mir ihr Bild anvertrauen“, gesteht er. In einer Zeit, die von Filtern, künstlicher Perfektion und unerreichbaren Schönheitsidealen geprägt ist, spricht der Fotograf über das Bedürfnis nach Akzeptanz und die Kraft authentischer Bilder. „Manchmal sind wir nicht perfekt, aber wir sind schön.“<br /> <br /> Diese Philosophie durchzieht das gesamte Projekt „The Living Room“: Verletzlichkeit wird nicht versteckt, sondern ist auf natürliche Weise in das künstlerische Erlebnis integriert.<br /> <br /> Temeswar und Berlin – zwei Welten, die sich gegenseitig beeinflussen. Flavius Neamciuc, der seit einigen Jahren in Berlin lebt, spricht von der deutschen Hauptstadt als einer Stadt, die seine Sicht auf Kunst und Gemeinschaft grundlegend verändert hat. Berlin, sagt er, zwingt Künstler dazu, sich zu öffnen und ihren Horizont zu erweitern. Es ist ein Raum, in dem vielfältige Ausdrucksformen koexistieren und sich ergänzen und das Publikum nicht vom künstlerischen Akt ausgeschlossen wird. Mit „The Living Room“ versuchte er, diese Offenheit nach Temeswar zu bringen.<br /> <br /> Gleichzeitig bleibt Temeswar die Stadt, der er sich tief verbunden fühlt. Er betrachtet sie mit Zuneigung, aber auch mit Klarheit. Er ist überzeugt, dass die Stadt ein enormes, noch nicht voll ausgeschöpftes Potenzial besitzt und sieht in Gemeinschaftsprojekten wie „The Living Room“ eine Möglichkeit, diese kulturelle Entwicklung zu beschleunigen.<br /> <br /> <strong>Fotografie als Lebensart</strong><br /> <br /> Obwohl Flavius rund 20 Jahre Erfahrung hat, spricht er von Fotografie eher als einer Erweiterung seiner Persönlichkeit denn als einem Beruf. Seine Kamera begleitet ihn fast ständig. Nicht etwa, weil er Angst hat, einen spektakulären Moment zu verpassen, sondern weil die Fotografie für ihn zu einer Art geworden ist, die Welt zu beobachten und zu verstehen.<br /> <br /> „Meine Fotografie ist meine Realität, gefiltert durch meine Art, sie zu verstehen“, sagt er. Ein Großteil seiner Bilder wird nie veröffentlicht. Es sind Fotografien für ihn selbst – Be-obachtungsübungen, emotionale Momentaufnahmen, Versuche, das einzufangen, was er in einem bestimmten Augenblick fühlt. Seiner Meinung nach liegt der Unterschied zwischen Fotografen nicht in der Ausrüstung oder Technik, sondern in der Authentizität. Sein Rat an junge Fotografen ist überraschend einfach: „Seid einfach ihr selbst.“<br /> <br /> <strong>„The Living Room“ aktuell</strong><br /> <br /> Das Projekt „The Living Room“ &nbsp;beginnt 2026, lokale Grenzen zu überschreiten und kulturelle Brücken zwischen verschiedenen Gemeinschaften zu schlagen. Aktuell findet in Temeswar zwischen dem 6. und 21. Juni eine neue Ausgabe bei FABER statt. Eine weitere Ausgabe soll in diesem Sommer auch in Berlin organisiert werden.&nbsp;<br /> <br /> Darüber hinaus könnte „The Living Room“ auch mobil werden, stellt sich der Fotograf Flavius Neamciuc vor. Eine der Ideen, die noch diskutiert werden, ist, das Konzept auf einen öffentlichen Platz in Temeswar zu verlegen – den urbanen Raum für einige Tage in ein für alle offenes Wohnzimmer zu verwandeln.&nbsp;<br /> <br /> Vielleicht liegt genau darin der Schlüssel zum gesamten Projekt: im Wunsch, Kunst zugänglich, menschlich und vertraut zu machen. Kein exklusiver Raum, kein einschüchterndes Studio, keine kalte Galerie, sondern ein Wohnzimmer, in dem Menschen sich begegnen, diskutieren, kreativ sind und einander wiedererkennen. Und für Flavius Neamciuc scheint dies die ideale Definition von Fotografie zu sein: nicht nur ein Bild, sondern eine Gemeinschaft.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <title>Tradition, Partnerschaften und gelebte kulturelle Identität</title>
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						Ein Wochenende voller Begegnungen, Traditionen und kultureller Entdeckungen erlebten einige Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums aus Temeswar/Timișoara bei den Deutschen Kulturtagen in Schäßburg/Sighișoara, die vom Deutschen Forum in Schäßburg unter Beteiligung der HOG Schäßburg organisiert wurden. Nach Schäßburg waren die Schüler in Begleitung ihrer Lehrkräfte Adrian Balog (Biologie) und Diana Darvasi (Erdkunde) gereist. Vermittelt wurde die...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Wochenende voller Begegnungen, Traditionen und kultureller Entdeckungen erlebten einige Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums aus Temeswar/Timișoara bei den Deutschen Kulturtagen in Schäßburg/Sighișoara, die vom Deutschen Forum in Schäßburg unter Beteiligung der HOG Schäßburg organisiert wurden. Nach Schäßburg waren die Schüler in Begleitung ihrer Lehrkräfte Adrian Balog (Biologie) und Diana Darvasi (Erdkunde) gereist. Vermittelt wurde die Teilnahme vom Kulturverein „Pusta“ aus Tschanad/Cenad unter der Leitung von Lucian Oprea (Petrea).</strong></p>
<p>Unter dem Motto „Kultur am Berg – Vergangenheit trifft Gegenwart“ versammelten die Deutschen Kulturtage Jugendliche, Lehrkräfte und Vertreter der deutschen Gemeinschaft zu einem vielseitigen Programm, das Geschichte, Traditionen und den interkulturellen Dialog in den Mittelpunkt stellte. Ein besonderer Höhepunkt war bereits am Freitag die Unterzeichnung einer Bildungspartnerschaft zwischen dem Nikolaus-Lenau-Lyzeum aus Temeswar und dem Jo-seph-Haltrich-Lyzeum aus Schäßburg. Die Vereinbarung sieht gemeinsame Aktivitäten auf verschiedenen Schulstufen vor und soll die Werte, Traditionen und Identität der deutschen Minderheit nachhaltig fördern.<br /> <br /> „Der Besuch in Schäßburg ist das Ergebnis eines gemeinsam entwickelten Programms der beiden Lyzeen ‚Johann Haltrich‘ und ‚Nikolaus Lenau‘, mit Unterstützung des Deutschen Forums und des Kulturvereins ‚Pusta‘. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Werte und Identität der deutschen Minderheit zu bewahren und weiterzugeben“, betonte der Vorsitzende des Kulturvereins „Pusta“.<br /> <br /> Auch die Gastgeber hoben die Bedeutung der neuen Zusammenarbeit hervor. „Wir freuen uns, die Schülerinnen und Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums bei uns zu haben. Solche Begegnungen stärken die Verbindung zwischen unseren Gemeinschaften und zeigen, wie lebendig die deutsche Kultur in Rumänien bleibt“, erklärte Schulleiterin Ana Pușcaș. Die Jugendlichen seien jene Generation, die diese Traditionen weitertrage, während die Partnerschaft der beiden Schulen eine Investition in die Zukunft darstelle.<br /> <br /> Der Samstag stand ganz im Zeichen von Geschichte, Musik und kulturellem Austausch. Nach der feierlichen Eröffnung vor dem Deutschen Forum in Schäßburg fanden in der Aula der traditionsreichen Bergschule historische Vorträge, Gesprächsrunden und musikalische Darbietungen statt. Die Schüler erhielten dabei Einblicke in die Geschichte der Burg Schäßburg und in das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen. Anschließend stand ein „Kultursommerrichttag“ mit traditionellen Spielen, Tänzen und deutscher Volksmusik auf dem Programm.<br /> <br /> Auch für die Jugendlichen selbst hinterließ das Wochenende bleibende Eindrücke. „Es war unglaublich interessant zu sehen, wie weit die deutsche Kultur in Rumänien reicht und wie lebendig sie hier nach wie vor ist. Auch der Besuch der Bergschule hat mich sehr beeindruckt – sie ist einfach wunderschön“, berichtete die Lenau-Schülerin Daria Mo]i aus der zehnten Klasse.&nbsp; Ihr Mitschüler David Sesuriac zeigte sich von der historischen Kulisse begeistert: „Mir hat die mittelalterliche Atmosphäre in Schäßburg sehr gut gefallen, ebenso die wunderschönen alten Gebäude. Die Kulturtage waren interessant, und ich habe neue Dinge über die Traditionen der Siebenbürger Sachsen erfahren.<br /> <br /> Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche. Den feierlichen Abschluss bildete ein Trachtenumzug auf dem Burgplatz. Begleitet von der Blaskapelle des Deutschen Forums präsentierten die teilnehmenden Gruppen traditionelle Trachten und Tänze. Tanzensembles aus Hermannstadt/Sibiu, Mühlbach/Sebeș, Sächsisch-Regen/Reghin und Schäßburg boten ein farbenfrohes Bild der Vielfalt deutscher Kultur in Rumänien.<br /> <br /> Besonders eindrucksvoll war für viele Teilnehmende die Begegnung mit Jugendlichen aus anderen Regionen des Landes. „Auf dieser Reise hatte ich die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen, die andere Traditionen und Kulturen haben als wir im Banat“, erzählte die Lenau-Schülerin Paula Petrea. Die Offenheit und Gastfreundschaft der Gastgeber hätten sie nachhaltig beeindruckt. „Alle Momente, die ich in der wunderschönen Stadt Schäßburg zusammen mit meinen Klassenkollegen und Lehrern erlebt habe, werden für mich eine ewige Nostalgie bleiben.“<br /> <br /> Auch Biologielehrer Adrian Balog zog eine positive Bilanz: „Dieses Wochenende hat gezeigt, wie wertvoll die Begegnungen zwischen unseren Gemeinschaften sind. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Traditionen, Menschen und Geschichten kennenzulernen, die der deutschen Kultur in Rumänien Identität verleihen. Die Partnerschaft zwischen unseren Lyzeen ist nicht nur eine formelle Zusammenarbeit, sondern ein echter Raum für persönliches Wachstum.“</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 05:42:00 +0000</pubDate>
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                        <title>Randbemerkungen: Politik, drei Paradoxien </title>
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						Präsident Dans Verhandlungen mit den Parlamentsparteien zur Bildung einer regierungsfähigen Mehrheit haben klargemacht: Rumänien hat keinen politischen Machtfaktor, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Der Verdacht: die Parteispitzen haben gar keine Ahnung, was politische Verantwortung ist. Dass Macht nur um den Preis politischer Verantwortlichkeit ausgeübt werden kann. Kein politischer Führer dieses Augenblicks ist bereit, den...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Präsident Dans Verhandlungen mit den Parlamentsparteien zur Bildung einer regierungsfähigen Mehrheit haben klargemacht: Rumänien hat keinen politischen Machtfaktor, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Der Verdacht: die Parteispitzen haben gar keine Ahnung, was politische Verantwortung ist. Dass Macht nur um den Preis politischer Verantwortlichkeit ausgeübt werden kann. Kein politischer Führer dieses Augenblicks ist bereit, den politischen Preis der Verantwortungspflicht zu zahlen: Stimmenverlust. So vermeiden sie es instinktiv, Kompromisse zu schließen, Allianzen einzugehen.<br /> <br /> Daraus entsteht Paradox Nr. 1: Jede der Parteien, die der Präsident nach Cotroceni einlud, fiebert nach Macht. Keine der Parteien ist bereit, Macht samt politischer Verantwortung zu übernehmen. Vorgeschoben werden nicht Ideologien – die haben Rumäniens Parteien gar nicht! – sondern Emotionen. Als Grundlage einer Kultur der Exklusion. Jede der konsultierten Parteien schließt irgendwie alle anderen aus. Ausnahme (vielleicht...): PNL und USR. So verbauen sie die Wege zu Kompromissen und Allianzen durch Vetos, rote Linien und Abgrenzungen voneinander. Politik besteht nicht mehr im Aushandeln des fürs Land besten Wegs, auch durch Kompromisse, sondern in Konfrontation, Anschwärzung und Erniedrigung des Gegners. Politik wurde zum Appell an die Emotion, zuungunsten der Ratio, des Wohlüberlegten. So wird selbst die Idee des Regierens allmählich weichgekloppt. Das Misstrauen in Regierende und Parteien steigt. Raum für Extreme wird geöffnet, wenn die Faktenwahrheit von der ausgelösten Emotion überstülpt wird. Voraussetzung ist ein politisch unterentwickeltes, dem kritischen Denken fremdes „Publikum“. Das haben die Parteien in Rumänien in Fülle.&nbsp;<br /> <br /> Im öffentlichen Diskurs unterscheiden sich die Parteien kaum (noch). „Das Volk“ – „poporul“, „die Rumänen“ – „românii“ (kategorisch mit Ausschluss aller Minderheiten!), „nationales Interesse“ – „interes național”, „Verantwortung” - „responsabilitate“ werden gebetsmühlenartig totgedroschen. Moralische und identitäre Positionierungen werden reziprok streitig gemacht. Betreffs Lösungsansätzen auf finanziell-politischer und ökonomischer Ebene herrscht Stille.<br /> <br /> Je lauter „poporul”/„românii” beschworen werden, umso ferner ist die Politik dem konkreten Leben der Beschworenen. Das ist Paradox Nr. 2. Zwischen Politik und Realleben in diesem Land klafft ein Abgrund. Keiner der politischen Führer vermochte bisher, für Normal-/Realbürger zum Sprachrohr zu werden. Wie vor 130 Jahren, herrscht noch immer der Boulevard-Politiker(-Clown), wie ihn der wahre Nationaldichter der Rumänen, der Grieche Ion Luca Caragiale, porträtierte. Für diese Normalbürger, die Wählerschaft, produzieren die rumänischen Politik-Cowns (unter ihnen hervorragende Grimassenschneider wie PSD-Chef Grindeanu) ihre täglichen, auf Emotionsauslösung abzielenden Spektakel. Spielen Konflikte vor, maskieren damit inhärente Kooperations-Unfähigkeit. Vergessen, dass man Konflikte überlebt, Unfähigkeit zur Kooperation nie.<br /> <br /> Der Kult der Konfrontation, gespielt oder reell, untergräbt die Demokratie, deren Ziel das Schaffen gemeinsamer wirtschaftlicher, finanzieller, sozial-politischer Lösungen ist. Das Überzeugen des Gegners – Implizitziel der Politik – wird ignoriert, zugunsten der (emotionalen) Verführung der Wählerschaft. Aufgebaut werden Bilder, schöner Schein, der Widerhall möglicher Taten: es gilt, was scheint – nicht was ist.<br /> <br /> Das größte der Paradoxa (3) ist die Aufgabe des Präsidenten: Er muß eine Lösung fínden im Käfig dieser hartschädligen Parteirecken, wo jede Partei ihre Identität definiert durch Verweigerung und Vonsichweisung aller anderen. Statt Politiker muss Dan Psychologe sein. Zu raten wäre ihm, diejenigen auszuwählen, die Macht als Verantwortung verstehen.&nbsp;<br /> <br /> Der Rest ergäbe sich von selbst.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 03:37:00 +0000</pubDate>
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                        <title>Endlich geschafft!</title>
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						Im Mai wurde an zahlreichen Schulen in Rumänien das Deutsche Sprachdiplom verliehen. So auch am Liceul Teoretic Onisifor Ghibu in Hermannstadt/Sibiu. Die Schule blickt auf eine lange Tradition mit dem „DSD” zurück und hat bereits hunderte, wenn nicht tausende erfolgreiche Diplomandinnen und Diplomanden hervorgebracht. Seit 25 Jahren erwerben hier Schülerinnen und Schüler ihr Deutschdiplom, das ihnen die Türen zu Universitäten im deutschsprachigen...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Mai wurde an zahlreichen Schulen in Rumänien das Deutsche Sprachdiplom verliehen. So auch am Liceul Teoretic Onisifor Ghibu in Hermannstadt/Sibiu. Die Schule blickt auf eine lange Tradition mit dem „DSD” zurück und hat bereits hunderte, wenn nicht tausende erfolgreiche Diplomandinnen und Diplomanden hervorgebracht. Seit 25 Jahren erwerben hier Schülerinnen und Schüler ihr Deutschdiplom, das ihnen die Türen zu Universitäten im deutschsprachigen Raum öffnet. Wir haben drei von ihnen gebeten, über ihre Erfahrungen zu berichten. Wie war der Prüfungsweg für sie? Was hat sie dabei geprägt? Was erhoffen sie sich von ihrem Einsatz? Drei Stimmen, drei Eindrücke, drei Wege zum Deutschen Sprachdiplom.</strong></p>
<hr />
<p><strong>Aller Anfang ist schwer: Mein Weg mit Deutsch...</strong><br /> <br /> Mein Weg mit Deutsch war nicht einfach und am Anfang hatte ich auch gar keine Lust zum Lernen oder Lesen. Deswegen habe ich zu Hause oft im Internet nach Zusammenfassungen von Büchern gesucht, die wir im Unterricht lesen sollten. Als die Lehrerin die Hausaufgabe in meinem Heft sehen wollte, hatte ich mein Heft an diesem Tag versehentlich vergessen. Doch eines Tages entschloss ich mich dann tatsächlich doch, das Buch zu lesen, das wir lesen sollten, und bemerkte schnell, wie interessant deutsche Bücher, beziehungsweise deutsche Literatur sein kann. Als wir dann mit den DSD-Vorbereitungen anfingen, wurde es noch einmal um einiges interessanter, aber natürlich auch schwerer.<br /> <br /> Zum Glück haben wir eine tolle Deutschlehrerin, die uns auf alles vorbereitet hat, und uns den Mut gegeben hat, den wir brauchten, um die DSD-Prüfungen zu meistern. Ein großes Lob geht an unsere Lehrerin, denn ohne sie hätten wir es nicht geschafft!<br /> <br /> <strong>Matthias Palkowski</strong></p>
<hr />
<p><strong>Mit viel Ausdauer und Übung: Meine Vorbereitung auf das DSD-II-Diplom</strong><br /> <br /> Wenn wir im DSD-Prüfungssaal sitzen, geht es um vier Stunden: Vier Stunden, in denen wirklich alles zählt. Doch was man in diesen wenigen Stunden nicht sieht, ist die Vorbereitung, die Wochen und Monate der Arbeit, der Mühe.<br /> <br /> Wir haben alle unser Bestes gegeben und hart gearbeitet, um das Diplom zu bekommen. Wir haben viel geschrieben, gesprochen, gelesen und immer und immer wieder Hörtexte gehört – geübt haben wir bis zum Geht-nicht-mehr! Ja, wir waren deswegen sogar mal in den Ferien in der Schule! Aber was sich für manche wie Folter anhört und sie stattdessen vermutlich lieber die Inquisition am Hals hätten, war für uns eine große Hilfe.<br /> <br /> In diesen Stunden in der Schule haben wir mehrmals unsere „Mündliche Kommunikation“ vorgetragen, um die Aufregung los zu werden und uns am Tag des Vortrages nicht wie ein Lamm auf der&nbsp; Schlachtbank zu fühlen. Die „MK“ ist ein wichtiger Teil der DSD-Prüfung, auf den man gut vorbereitet sein muss. Unsere tolle Lehrerin hat uns wirklich sehr dabei geholfen, die Aufregung loszuwerden.<br /> <br /> Apropos Lehrerinnen: Ohne sie wäre all dies nicht möglich gewesen. Sie haben uns in der gesamten Zeit der Vorbereitung den Rücken gestärkt. Sie waren unsere persönlichen Coaches, und mit persönlichen Coaches meine ich nicht Liegestütze-Coaches, sondern Leitfaden-Coaches. Sie haben uns das beigebracht, was am wichtigsten ist: nämlich selbstständiges und kritisches Denken.<br /> <br /> Und obwohl ich mir sicher bin, dass meine Mitschüler die Wörter „Leitfaden“ und „Redemittel“ jetzt nicht mehr hören können, will ich hier trotzdem schreiben, dass sich die Stunden der Vorbereitung, der Debatten und Argumentationen, der Hörtexte und Präsentationen, wirklich für uns gelohnt haben.<br /> <br /> Am Tag der Diplom-Übergabe wussten wir, dass all das bleibt: Diesen Meilenstein konnten wir nehmen, dank der intensiven Vorbereitung vorab. Deswegen halten wir unser Diplom nun in den Händen. Wir haben es uns hart erarbeitet. Und vielleicht hatten wir auch ein wenig Glück.<br /> <br /> <strong>Gabriela Ucean</strong></p>
<hr />
<p><strong>Meine Zukunft mit dem Deutschen Sprachdiplom: Endlich geschafft!</strong><br /> <br /> Den Tag, an dem wir ENDLICH mit dem DSD II abschließen konnten, habe ich lange herbeigesehnt: Es war ein echt langer und anstrengender Weg, aber wir haben es geschafft!<br /> <br /> Ich bewundere wirklich jeden einzelnen meiner Mitschülerinnen und Mitschüler, die von kleinauf eine so komplexe Sprache wie Deutsch gelernt haben, um später mehr Chancen und Freiheiten genießen zu können. Denn mit dem DSD II haben wir die Möglichkeit, im deutschsprachigen Raum zu studieren, zu arbeiten und uns eine Karriere aufzubauen.<br /> <br /> Das Diplom ermöglicht es uns, über die Sprache neue Menschen kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen. Und wer weiß – vielleicht führt es einige von uns sogar irgendwann einmal nach Deutschland, nach Österreich oder in die Schweiz. Viele neue Türen öffnen sich für uns und das ist nur der Anfang.<br /> <br /> Allen, die sich nicht sicher sind, ob sie das Deutsche Sprachdiplom ablegen sollen, möchte ich sagen: Habt keine Angst, einen neuen Schritt zu wagen. Wenn etwas schief geht, gilt der Satz: Aus Fehlern lernt man. Und ich sag euch eins, wer die deutsche Grammatik überlebt hat, übersteht fast alles im Leben.<br /> <br /> Zum Schluss möchte ich unseren Lehrerinnen danken. Vielen Dank für Ihre Geduld und Unterstützung, denn ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Dankeschön!<br /> <br /> <strong>Iris Vasiu&nbsp;</strong></p>
<hr />
<p><em>Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) ist das Programm der Bundesrepublik Deutschland für Deutsch als Fremdsprache im Ausland. Die Durchführung des Programms liegt bei der Kultusministerkonferenz, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) setzt diese Arbeit im Ausland praktisch um. Bestandteile der Prüfung sind „Leseverstehen”, „Hörverstehen”, „Schriftliche Kommunikation” und „Mündliche Kommunikation”. Das Diplom kann in drei Stufen abgelegt werden: Mit der ersten Stufe (DSD I) oder der ersten Stufe für berufliche Schulen (DSD I PRO) verfügen Schülerinnen und Schüler über Deutschkenntnisse auf der Stufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Das DSD II attestiert das Niveau B1/C1 des Referenzrahmens und befähigt zu einem Studium an einer Hochschule in Deutschland, in Österreich und der Schweiz.&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 02:55:00 +0000</pubDate>
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                        <title>Kultur, Jugend und Tradition im Dialog</title>
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						Unter dem Motto „Die Wurzeln nicht vergessen“ fandenvom 22. bis 24. Mai die Sathmarer Deutschen Kulturtage statt. Die dreitägige Veranstaltungsreihe umfasste Programme für alle Altersstufen, darunter eine Buchpräsentation, ein Kinderfest, ein Festprogramm mit der Beteiligung aller Generationen der Sathmarer Schwaben, Jugendprojekte über Kunst und Medien sowie eine Ausstellung.
Freitagabend fanden sich zahlreiche Gäste aus Sathmar, Schüler,...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter dem Motto „Die Wurzeln nicht vergessen“ fandenvom 22. bis 24. Mai die Sathmarer Deutschen Kulturtage statt. Die dreitägige Veranstaltungsreihe umfasste Programme für alle Altersstufen, darunter eine Buchpräsentation, ein Kinderfest, ein Festprogramm mit der Beteiligung aller Generationen der Sathmarer Schwaben, Jugendprojekte über Kunst und Medien sowie eine Ausstellung.</strong></p>
<p>Freitagabend fanden sich zahlreiche Gäste aus Sathmar, Schüler, Lehrer und Forumsmitglieder im Wendelin-Fuhrmann-Saal zur festlichen Eröffnung der Kulturtage ein. Zu den Gästen zählten auch Christel Ungar, Redakteurin der deutschen Akzente-Sendung des TVR1 und Siegfried Thiel, Chefredakteur der Banater Zeitung mit seiner Ehefrau Rodica Thiel sowie Bürgermeister sathmarschwäbischer Ortschaften. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit vokalsymphonischen Werken in Darbietung des Air-Chors des DFD Sathmar, dirigiert von Musiklehrerin Maria Schmidt und begleitet am Klavier von Dorka Kozma, Schülerin des Kunstlyzeums. Die Anwesenden wurden von Josef Hölzli, Vorsitzender des Regionalforums Nordsiebenbürgen, begrüßt. In seiner Rede hob der Vorsitzende die Vielfalt des kulturellen Erbes der Sathmarer Schwaben hervor und zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme vor allem der jungen Generation an den Kulturtagen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die vier Mitglieder der Jugendgruppe Sathmarland – Eric Czumbil, Rafael Czumbil, Florian Galiger und Hanna Galiger in Anerkennung ihres wichtigen Beitrags zur Förderung der Sathmarer Schwaben geehrt. Die Laudatio lasen Judith Gozner, stellvertretende Vorsitzende des DFD Sathmar und Henriette Bencze-Schlachter, Vorstandsmitglied des DFD Sathmar vor. „Alle vier sind Schüler des Deutschen Theoretischen Lyzeums Johann Ettinger, aktive Mitglieder der Jugendorganisation Gemeinsam und gehören zum festen Kern der Tanzgruppe Gemeinsam. Mit viel Einsatz und Kreativität haben sie Aufnahmen von schwäbischen Dörfern und Veranstaltungen gemacht und Interviews geführt. Alle diese Aufnahmen sind auf dem von ihnen gegründeten YouTube-Kanal „Schwäbisches Sathmarland“ zu finden, der unter anderem Einblicke in schwäbische Musik, Tanz, Trachten, Rezepte sowie das Leben und die Bräuche der Schwaben bietet. Dadurch bewahren sie Erinnerungen, Geschichten und Bräuche für die kommenden Generationen“, heißt es in der Laudatio. Mit Jugendlichen veranstaltete das ifa bereits im Vorfeld der Kulturtage ein Kunstlabor. Der Workshop wurde von der jungen Malerin Szilvia Knecht mit Unterstützung von Elisa Vaughan, ifa-Kulturmanagerin beim Deutschen Forum, geleitet. Die Jugendlichen, Schüler des Ettinger-Lyzeums, präsentierten selbst ihre Werke über die schwäbischen Sagen aus Nordsiebenbürgen. Anschließend fand die Vernissage der Künstlerin statt. Ausgestellt wurden vor allem Landschaftsgemälde, inspiriert von ihrem Heimatdorf Fienen/Foieni, aber auch ein Porträt ihres Mentors, des Malers und Grafikers Stefan Gnandt. Musikalisch wurde das Event auch von dem Musikensemble Karoler Trio umrahmt, das Volkslieder in sathmarschwäbischer Mundart vortrug. Am Samstagvormittag veranstalteten Freiwillige der Jugendorganisation Gemeinsam für die Allerkleinsten – Kindergarten- und Grundschulkinder – das Kinderfest. Vor allem der Keramik-Workshop war unter den Kleinen beliebt, aber auch das Gesichtsbemalen, das Basteln von Freundschaftsbändern sowie fliegende Schmetterlinge und der Volkstanzworkshop waren gut besucht. Anschließend durften die Kinder ihre Geschicklichkeit bei verschiedenen Spielen beweisen. Dafür gab es Preise wie Plüschtiere und Seifenblasen für alle.<br /> Am Samstagnachmittag präsentierte Siegfried Thiel, Chefredakteur der Banater Zeitung sein neues Buch „Das Banater Kulturerbe heute – Kirchweih im Banat. Religiöse und weltliche Perspektiven“ im Wendelin-Fuhrmann-Saal vor einem interessierten Publikum aus DFD-Vorstandsmitgliedern, Schülern und Lehrern. Musikalisch wurde die Präsentation von der Gesang- und Tanzvorstellung der Kinder – und Jugendtanzgruppe des Ettinger-Lyzeums und der Jugendorganisation Gemeinsam untermalt. Das Festprogramm der diesjährigen Deutschen Kulturtage begann am Abend im Haus der Handwerker mit dem Heimatlied der Sathmarer Schwaben in Darbietung des Schwäbischen Männerchors Großkarol-Petrifeld-Sathmar, geleitet von Musiklehrer Johann Vezer und Zoltan Hodrea. Die Anwesenden begrüßten Ingrid Steinbinder, Vorsitzende der Jugendorganisation Gemeinsam und Stefan Kaiser, Vorsitzender des Stadtforums Sathmar. „Wir von Gemeinsam glauben, dass Tradition nicht nur bewahrt, sondern auch gelebt werden muss. Durch unsere Aktivitäten, Freiwilligenarbeit, Kulturprojekte und das Engagement der Jugendlichen möchten wir zeigen, dass die deutsche Identität in Sathmar eine Zukunft hat“, sagte Ingrid Steinbinder, Vorsitzende der DJS Gemeinsam in ihrer Begrüßungsrede. Stefan Kaiser, Vorsitzender des Stadtforums Sathmar, betonte in seiner Rede die Brückenrolle der Kultur zwischen Vergangenheit und Zukunft und die Bewahrung der Werte und Traditionen der deutschen Gemeinschaft. An dem Programm beteiligten sich außerdem der Air-Chor des DFD Sathmar, begleitet vom Streichquartett der Dinu-Lipatti-Philharmonie, der Canticum-Chor des Ettinger-Lyzeums, die Gute-Laune-Volkstanzgruppe, die Kinder- und Jugendtanzgruppe des Ettinger-Lyzeums und der DJS Gemeinsam, die Pilzchen-Gruppe des Kindergartens Nr.9 mit Volkstänzen, die Jugendtheatergruppe „Die Spinnstube“ sowie Mark Silaghi, Schüler des Nationalkollegs Kölcsey Ferenc mit einem Gedicht. Gedichte von Christel Ungar rezitierten Bernadett Lupcsa und Rebeka Szilagyi. Ein Höhepunkt des Festprogramms war die Verleihung der Goldenen Ehrennadel des Regionalforums Nordsiebenbürgen an Christel Ungar, Dichterin und Redakteurin der deutschen Akzente-Sendung des TVR1 als Anerkennung ihrer unermüdlichen Unterstützung bei der medialen Aufarbeitung und Förderung der kulturellen Werte, Traditionen und Bräuche der Sathmarer Schwaben. Die Laudatio für sie hielt Josef Hölzli, Vorsitzender des Regionalforums Nordsiebenbürgen.Christel Ungar gebühre Dank und Anerkennung vor allem für die Förderung der Traditionen und Bräuche, der kulturellen und jugendbezogenen Aktivitäten, des Bildungswesens sowie des alltäglichen Lebens der Sathmarer Schwaben, so Hölzli. „Wir danken ihr ebenso für die zahlreichen wertvollen Beiträge, die sie im Laufe der Jahre geschaffen hat – darunter die unmittelbar nach der Revolution entstandenen Interviews mit Sathmarer Schwaben, ebenso wie ihre Dokumentarfilme über unsere kulturellen Veranstaltungen.“ Der Vorsitzende des Regionalforums hob in seiner Rede auch das Engagement von Christel Ungar im Bereich der kulturellen und literarischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen aus Sathmar hervor. Im Rahmen des Festprogramms fand auch die Präsentation der Ergebnisse des ifa-Foto-Workshops statt, der von dem Fotografen Fabian Ritter für achtzehn Schülern des Ettinger-Lyzeums gehalten wurde. Im Vorfeld der Kulturtage fand auch ein Radio-Workshop des JuRa-Teams mit Schülern des Ettinger-Lyzeums statt. Die Ergebnisse kann man nächsten Samstag gegen 17 Uhr im Rahmen der Sendung&nbsp; DeutschExpress im City-Radio hören. Die dreitägige Veranstaltungsreihe endete mit dem Festgottesdienst in deutscher Sprache am Sonntagvormittag in der Kalvarienkirche.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 05:30:27 +0000</pubDate>
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                        <title>Wort zum Sonntag: Menschen des Heiligen Geistes </title>
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						 Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, das Fest des Geburtstags der Kirche, ist immer aber auch das Fest unserer Landsleute, das Fest der Landsmannschaft, bei dem wir uns aus vielen Orten aufmachen und hierher zusammenkommen und miteinander den Heimattag feiern, aber auch das Pfingstfest. Wir Banater Schwaben sind, man könnte so sagen, Menschen des Heiligen Geistes. Er führt uns zusammen im Bewusstsein unserer Vergangenheit, unserer...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><br /> Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, das Fest des Geburtstags der Kirche, ist immer aber auch das Fest unserer Landsleute, das Fest der Landsmannschaft, bei dem wir uns aus vielen Orten aufmachen und hierher zusammenkommen und miteinander den Heimattag feiern, aber auch das Pfingstfest. Wir Banater Schwaben sind, man könnte so sagen, Menschen des Heiligen Geistes. Er führt uns zusammen im Bewusstsein unserer Vergangenheit, unserer Traditionen, unserer Heimat. Er führt uns zusammen und stärkt uns. Pfingsten sind Menschen – das wollen und dürfen wir sein. Und so möchte ich dann auch fragen: Wessen Geistes Kind seid ihr? Was macht dieser Heilige Geist in jedem von uns ganz persönlich eigentlich aus?&nbsp;<br /> <br /> Hören wir auf das Pfingstereignis, also den Text, den wir in der ersten Lesung gehört haben, so brechen die Jünger mit der Kraft des Heiligen Geistes auf. Sie gehen aus ihrer Abschottung, aus ihrer Einsamkeit, aus ihrem Rückzug hinaus in die Welt und zu den Menschen hin. Der Geist des Aufbruchs ist in ihnen. Und diesen Geist, glaube ich, kennen wir alle nur zu gut. Der Geist des Aufbruchs steckt in uns Banater Schwaben und in uns Christen immer und immer wieder.<br /> Dafür sind wir durch Taufe und Firmung mit dem Heiligen Geist ausgestattet, dass wir die Kraft finden, immer wieder nach neuen Anfängen zu suchen, hinauszugehen und dieser Welt zu begegnen. Und dann ist es auch der Geist der Offenheit: Die Jünger gehen hinaus und begegnen den unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichster Herkunft. Und sie sprechen zu ihnen in der Sprache des Heiligen Geistes, in der Sprache der Liebe. Sie kommt bei jedem an und sie wird von jedem verstanden. Es ist der Geist der Begegnung, der Neues möglich macht, der im Miteinander etwas Neues schafft, nämlich eine Gemeinschaft, die über Grenzen weit hinausgeht.<br /> <br /> Es ist der Geist Gottes, der uns stärkt, der uns für unseren Lebensweg ausrüstet, so wie er die Jünger ausgerüstet hat. Der uns die Möglichkeit gibt, eine neue Welt zu bauen, so wie die Jünger mit der Botschaft Jesu Christi eine neue Welt gebaut haben. Was auf jeden Fall wichtig ist, es ist nicht der Geist des Hasses. Es ist nicht der Geist der Exklusivität. Es ist nicht der Geist, dass die einen besser sind als die anderen, dass die einen fremder sind als die anderen. Es ist der Geist, der uns alle gleich macht, der uns einlädt, uns allen gegenseitig auf Augenhöhe im Miteinander zu begegnen. Es ist der Geist, der uns lebendig macht – eine Lebendigkeit, die wir so wie bei diesem Heimattag feiern. Es ist der Geist Gottes, der uns heilig macht und der uns die Chance gibt, im Miteinander eine bessere Welt zu bauen.<br /> <br /> Wenn wir unser Erbe im Herzen mitnehmen, wenn wir uns unsere Traditionen bewahren, wenn wir im Geist der Landsmannschaft vereint bleiben und gemeinsam durch diese Zeit gehen, dann kann uns, unserer Geschichte, unserem Erbe, nichts und niemand irgendetwas anhaben, denn wir werden vom Geist unseres Gottes, der uns in die Zukunft führt, begleitet sein. Er begleitet uns und die Generationen, die mit uns und nach uns kommen werden. Das mag vielleicht alles anders aussehen als es die Alten einmal gekannt haben, aber auch die Welt der Jünger sah anders aus mit dem Pfingstfest und nach dem Pfingstfest als in den Tagen und Wochen und Jahren davor. Es ist nicht die Zeit, uns zurückzuziehen oder zu verschließen, sondern der Zeit, der Zukunft und dem Zeitgeist zu begegnen und mit ihnen zu arbeiten und zu gestalten, im Bewusstsein, dass wir niemals allein sind, sondern im Geist Gottes durch diese Zeit gehen.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                        
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			<pubDate>Sun, 31 May 2026 03:01:04 +0000</pubDate>
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                        <title>Gehirntraining beginnt im Alltag</title>
                        <link>https://adz.news/meinung-und-bericht/artikel-meinung-und-bericht/artikel/gehirntraining-beginnt-im-alltag</link>
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						Vergessene Namen, verlegter Schlüsselbund oder der Moment, in dem einem ein Wort „auf der Zunge liegt“ – viele Menschen deuten solche Situationen schnell als Zeichen des Älterwerdens. Tatsächlich verändert sich die geistige Leistungsfähigkeit im Laufe des Lebens. Lange Zeit glaubte die Wissenschaft, dass sich das Gehirn ab einem bestimmten Alter kaum noch verändern kann. Inzwischen weiß man jedoch, dass unser Denkorgan erstaunlich anpassungsfähig...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergessene Namen, verlegter Schlüsselbund oder der Moment, in dem einem ein Wort „auf der Zunge liegt“ – viele Menschen deuten solche Situationen schnell als Zeichen des Älterwerdens. Tatsächlich verändert sich die geistige Leistungsfähigkeit im Laufe des Lebens. Lange Zeit glaubte die Wissenschaft, dass sich das Gehirn ab einem bestimmten Alter kaum noch verändern kann. Inzwischen weiß man jedoch, dass unser Denkorgan erstaunlich anpassungsfähig bleibt. Neue Verbindungen zwischen Nervenzellen können auch im hohen Alter entstehen. Entscheidend ist vor allem, wie aktiv wir unser Gehirn im Alltag nutzen.</strong></p>
<p>Die moderne Gehirnforschung zeichnet ein deutlich optimistischeres Bild: Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter lern- und anpassungsfähig.<br /> <br /> Dieser Grundsatz wird unter dem Begriff Neuroplastizität zusammengefasst. Er beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen, Lernen und Wiederholung ständig neu zu organisieren. Nervenzellen bilden neue Verbindungen, bestehende Netzwerke werden gestärkt oder abgeschwächt – abhängig davon, wie wir unser Gehirn nutzen. Das bedeutet: Geistige Fitness ist kein fixer Zustand, der im Alter zwangsläufig verloren geht. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines lebenslangen Prozesses. Entscheidend ist nicht ein einzelnes „Training“, sondern ein aktiver Lebensstil, der Körper und Geist regelmäßig fordert.<br /> <br /> <strong>Bewegung als&nbsp;Motor für geistige Leistungsfähigkeit</strong><br /> <br /> Körperliche Aktivität zählt zu den wirksamsten Faktoren für ein gesundes Gehirn. Wer sich bewegt, fördert die Durchblutung und verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Nervenzellen. Gleichzeitig werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Konzentration, Stimmung und Lernfähigkeit positiv beeinflussen.<br /> <br /> Besonders wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit. Schon tägliche Spaziergänge von 20 bis 30 Minuten können langfristig einen Unterschied machen. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um kontinuierliche Aktivität im Alltag.<br /> Noch effektiver sind Bewegungsformen, die mehrere Sinne gleichzeitig ansprechen. Tanzen etwa verbindet Musik, Rhythmus, Koordination und Gedächtnisleistung. Das Gehirn muss Bewegungsabläufe speichern, abrufen und ständig anpassen – eine ideale Kombination für geistige Aktivierung.<br /> <br /> Auch alltägliche Bewegungen spielen eine Rolle: Treppensteigen statt Aufzug, kurze Wege zu Fuß oder leichte Gymnastikübungen zwischendurch. All diese kleinen Impulse summieren sich und wirken langfristig wie ein natürliches Training für das Gehirn.<br /> <br /> <strong>Lesen als tägliches Training für Sprache und Denken</strong><br /> <br /> Lesen gehört zu den einfachsten, aber zugleich wirkungsvollsten Möglichkeiten, geistig aktiv zu bleiben. Beim Lesen werden nicht nur Informationen aufgenommen – das Gehirn verarbeitet sie, verknüpft Inhalte, erinnert sich an Zusammenhänge und erzeugt innere Bilder.<br /> <br /> Besonders wertvoll ist eine gewisse Vielfalt. Romane fördern die Vorstellungskraft und emotionale Intelligenz, da man sich in Figuren hineinversetzt. Sachtexte hingegen erweitern Wissen und trainieren das logische Denken. Zeitungsartikel helfen zusätzlich, den Bezug zur aktuellen Welt zu behalten und Informationen einzuordnen.<br /> <br /> Wichtig ist dabei weniger die Länge der Lektüre als ihre Regelmäßigkeit. Schon 10 bis 15 Minuten täglich reichen aus, um das Gehirn kontinuierlich zu aktivieren. Entscheidend ist die Gewohnheit, sich immer wieder bewusst auf Inhalte zu konzentrieren, statt nur oberflächlich zu konsumieren.<br /> <br /> <strong>Neues Lernen stärkt Anpassungsfähigkeit des Gehirns</strong><br /> <br /> Routine erleichtert den Alltag, kann aber langfristig dazu führen, dass das Gehirn weniger gefordert wird. Neue Eindrücke hingegen aktivieren unterschiedliche Hirnregionen und fördern die Bildung neuer Verbindungen zwischen Nervenzellen.<br /> <br /> Dabei müssen es keine großen Veränderungen sein. Schon kleine Abweichungen im Alltag wirken stimulierend: ein neuer Weg zum Einkaufen, ein ungewohntes Rezept oder das bewusste Erinnern von Einkaufslisten ohne Notizen.<br /> <br /> Besonders stark wirkt sich jedoch bewusstes Lernen aus. Das Erlernen einer neuen Sprache, eines Musikinstruments oder digitaler Fähigkeiten fordert Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Problemlösungsfähigkeit gleichzeitig. Gerade im höheren Alter kann das zusätzlich motivierend sein, weil Lernfortschritte oft sehr bewusst wahrgenommen werden.<br /> <br /> Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn auch im Alter in der Lage ist, neue neuronale Netzwerke aufzubauen – ein direkter Ausdruck der Neuroplastizität.<br /> <br /> <strong>Soziale Kontakte fördern unser Denkorgan</strong><br /> <br /> Der Mensch ist ein soziales Wesen – und genau das nutzt auch das Gehirn. Gespräche sind komplexe geistige Prozesse: Wir hören zu, verarbeiten Informationen, reagieren emotional und formulieren eigene Gedanken.<br /> <br /> Regelmäßiger sozialer Austausch trainiert deshalb mehrere kognitive Fähigkeiten gleichzeitig. Sprache, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und emotionale Verarbeitung werden ständig aktiviert.<br /> <br /> Einsamkeit hingegen kann sich negativ auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken. Studien zeigen, dass Menschen mit wenigen sozialen Kontakten häufiger über Konzentrationsprobleme und geistige Ermüdung berichten.<br /> <br /> Deshalb sind stabile soziale Beziehungen ein wichtiger Schutzfaktor für das Gehirn. Das können Familie, Freundeskreise, Vereine oder ehrenamtliche Tätigkeiten sein. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Spieleabende oder Diskussionen tragen dazu bei, geistig aktiv zu bleiben.<br /> <br /> <strong>Schlaf – die unsichtbare Regenerationsphase</strong><br /> <br /> Schlaf ist weit mehr als Ruhe. Während der Nacht arbeitet das Gehirn intensiv weiter: Informationen werden sortiert, Erinnerungen gefestigt und unwichtige Eindrücke aussortiert.<br /> <br /> Wer dauerhaft schlecht schläft, bemerkt oft Folgen im Alltag: geringere Konzentration, verlangsamtes Denken und erhöhte Vergesslichkeit. Besonders im Alter verändert sich der Schlafrhythmus häufig, was diese Effekte verstärken kann.<br /> <br /> Hilfreich sind regelmäßige Schlafzeiten, feste Abendrituale und eine ruhige Schlafumgebung. Auch der Verzicht auf digitale Geräte kurz vor dem Schlafengehen kann die Schlafqualität verbessern.<br /> <br /> Man kann sagen: Schlaf ist eine Art „unsichtbares Gedächtnistraining“, das jeden Tag im Hintergrund abläuft und für geistige Stabilität sorgt.<br /> <br /> <strong>Ernährung für ein leistungsfähiges Gehirn</strong><br /> <br /> Das Gehirn benötigt kontinuierlich Energie und Nährstoffe, um optimal zu funktionieren. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt diese Prozesse entscheidend.<br /> <br /> Besonders empfehlenswert ist eine Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen und hochwertigen Fetten. Diese liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren, die für die Funktion der Nervenzellen essenziell sind.<br /> <br /> Auch ausreichendes Trinken spielt eine große Rolle. Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel kann die Konzentrationsfähigkeit deutlich reduzieren.<br /> <br /> Weniger günstig wirken stark verarbeitete Lebensmittel, hoher Zuckerkonsum oder übermäßiger Alkohol. Sie können langfristig Stoffwechselprozesse im Gehirn beeinträchtigen und die geistige Leistungsfähigkeit reduzieren.<br /> <br /> <strong>Stressabbau und mentale Ruhe als Schutzfaktor</strong><br /> <br /> Dauerhafter Stress gehört zu den größten Belastungsfaktoren für das Gehirn. Er beeinträchtigt Konzentration, Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung. Deshalb sind bewusste Erholungsphasen im Alltag besonders wichtig. Das können kurze Spaziergänge, ruhige Musik, Gartenarbeit oder einfache Atemübungen sein.<br /> <br /> Auch kleine Pausen während des Tages helfen dem Gehirn, Informationen zu verarbeiten und neue Energie zu sammeln. Wichtig ist nicht die Dauer, sondern die Regelmäßigkeit dieser Erholungsmomente. Ein ausgeglichener Alltag mit aktiven und ruhigen Phasen trägt entscheidend dazu bei, geistig leistungsfähig zu bleiben.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Meinung und Bericht</category>
                            
                        
                        
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			<pubDate>Sat, 30 May 2026 03:00:00 +0000</pubDate>
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                        <title>„Ich bin einer der letzten großen Zeitungsleser“</title>
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						„Ich bin einer der letzten großen Zeitungsleser“, gesteht Siebo Janssen – und meint damit auch die ADZ. Diese liest der langjährige Politikberater, Uni-Lehrbeauftragte und Demokratiereferent, geboren in Köln, derzeit in Bonn und Esens (Ostfriesland) lebend,&amp;nbsp; neben der Süddeutschen, der FAZ, der NZZ und der New York Times regelmäßig. Und als er dieses Frühjahr erstmals in Rumänien war – auf der 29. Internationalen Tagung der Kronstädter...
					
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                        <content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ich bin einer der letzten großen Zeitungsleser“, gesteht Siebo Janssen – und meint damit auch die ADZ. Diese liest der langjährige Politikberater, Uni-Lehrbeauftragte und Demokratiereferent, geboren in Köln, derzeit in Bonn und Esens (Ostfriesland) lebend,&nbsp; neben der Süddeutschen, der FAZ, der NZZ und der New York Times regelmäßig. Und als er dieses Frühjahr erstmals in Rumänien war – auf der 29. Internationalen Tagung der Kronstädter Germanistik –, kam ihm die Idee, gelegentlich für die ADZ zu schreiben. Denn Janssen interessiert sich neben seinen Hauptschwerpunkten Demokratieentwicklung in Europa und Aufklärung über die Gefahren für die Demokratie auch für Minderheitenthemen. Nicht zuletzt, weil sein Vater der ostfriesischen Minderheit entstammte. Welche&nbsp; Tendenzen er derzeit besorgt beobachtet, erklärt er im Telefongespräch mit ADZ-Chefredakteurin Nina May.</strong></p>
<p><strong>Herr Janssen, wie kam es dazu, dass Sie zu einer Germanistiktagung nach Kronstadt eingeladen wurden?</strong></p>
<p>2003 hatten wir an der Uni Bochum am Nachrichteninstitut für Deutschlandforschung ein Studienprogramm mit Austausch von Doktoranden aus Osteuropa und zehn&nbsp; Jahre später ein Nachfolgeprojekt, in dem ich im wissenschaftlichen Beirat war. Die damalige Stipendiatin Delia Cotârlea, die damals noch ganz jung war, ist heute Professorin – und so hat sie mich gefragt, ob ich Interesse an der Konferenz hätte. Da ging es auch um Minderheitenpolitik in europäischen Kontext und wir hatten eine sehr schöne Diskussion mit Thomas [indilariu (Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen an der Regierung Rumäniens, DRI), die hat Spaß gemacht, weil der das auch sehr witzig gemacht hat – und sehr engagiert.</p>
<p><strong>Es war Ihr erster Rumänienbesuch – welchen Eindruck hatten Sie insgesamt?</strong></p>
<p>Ich will auf jeden Fall wiederkommen nach Kronstadt! Aber auch von Bukarest, wo ich noch zwei Tage verbracht habe, war ich ganz angetan.</p>
<p><strong>Sie haben mir zur Einstimmung auf unser Gespräch einen beeindruckenden Lebenslauf zugesandt: Uni-Lehrbeauftragter, Politberater, Mitglied in Think Tanks... Was ist Ihr beruflicher Hauptschwerpunkt?&nbsp;</strong></p>
<p>Da gibt es drei: Ich habe eine akademische Karriere begonnen, war als Lehrbeauftragter an verschiedenen Unis, meist mit vier bis sechs Jahresverträgen, das ist die erste Tätigkeit. Zweitens mache ich Politikberatung, schwerpunktmäßig für die Konrad Adenauer Stiftung, die Friedrich Ebert Stiftung und die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit, bin aber auch für den Kreis Aurich&nbsp; tätig als Demokratiereferent. Da mache ich Seminare für Verwaltungsangestellte, Kommunalpolizei usw. über Demokratie in Europa. Der dritte Bereich ist dann die klassische politische Erwachsenenbildung, da fragt mich eine Stiftung, ein Verein oder eine Schule an und will einen Vortrag zu Europa, Demokratieentwicklung oder Rechtspopulismus. Was sind die Gefahren? Wie entwickelt sich der Rechtspopulismus in Europa? Ist das ein nationales oder ein globales Phänomen?</p>
<p><strong>Wie sehen Sie das Phänomen Rechtspopulismus?</strong></p>
<p>Ich bin gerade in Nordfriesland, das war immer eine Hochburg der Sozialdemokraten, so 50 bis 60 Prozent haben SPD gewählt, aber mittlerweile sind rund 25 Prozent AfD-Wähler. Das sind die gleichen Leute, die früher SPD gewählt haben.&nbsp;<br /> <br /> Das haben wir übrigens auch in Kronstadt thematisiert, dass die Rechtspopulisten in Rumänien bei über 30 Prozent liegen... Wenn ich in den Niederlanden oder in Frankreich bin, lese ich dort über gewalttätige Proteste gegen Asylsucher. Es ist erschreckend, aber das ist die Tendenz, die man überall in Europa sieht. Und die der EU noch sehr zu schaffen machen wird!<br /> <br /> In Deutschland müssen die Flüchtlinge eigentlich mehr Angst haben vor den Deutschen als umgekehrt, obwohl es einige unschöne Attentate gab. Sie müssten mal die Bundestags- oder Landtagsreden von den AfD-Abgeordneten hören, die versuchen nicht, zu deeskalieren, sondern zu radikalisieren. Das führt immer wieder dazu, dass gegen Asylbewerber demonstriert wird, dass Scheiben von Asylbewerberheimen eingeschmissen werden und andersdenkende Kommunalpolitiker sich nicht mehr trauen, zu kandidieren, weil sie Angst haben.&nbsp;<br /> <br /> Die großen Anschlagswellen begannen in Deutschland Anfang der 1990er Jahre und gingen über zehn Jahre. Viele bei uns sagen, die NSU (Anm: Nationalsozialistischer Untergrund, eine neonazistische terroristische Vereinigung, die um 1999 zur Ermordung von Menschen mit Migrationshintergrund gebildet wurde) ist nicht richtig aufgeklärt worden und man hätte nur die ausführenden Täter gekriegt, nicht aber die, die das alles geplant haben. Da gibt es nach wie vor viele Ungereimtheiten, bis heute. Ich hab mir jetzt die Protokolle des NSU-Untersuchungsausschusses von der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt...</p>
<p><strong>Wie kam es dazu aus Ihrer Sicht – und wie wird das weitergehen?</strong><br /> <br /> Ich denke, dass es tatsächlich stärker wird. Das hat verschiedene Ursachen. Eine ist sicherlich, dass die Menschen die positive Idee von Zukunft verloren haben. Sie glauben, dass die ökonomische, soziale und politische Entwicklung in den nächsten Jahren negativ fortschreiten wird. Da gibt es drei Sorten Wähler: Erstens, die Trotzwähler, die sagen, ich will jetzt mal ein Zeichen des Protestes setzen, damit sie sehen, dass sie nicht alles mit uns machen können. Die zweite Gruppe sind die, die wirklich am System zweifeln, aber noch nicht außerhalb stehen. Die im Prinzip aus Enttäuschung – arbeitslos geworden oder andere schlechte Erfahrung – sich zurückgesetzt fühlen und ab da mit dem System gebrochen haben. Die dritte ist die immer größer werdende Gruppe der Überzeugungstäter, die die Ideologie glauben. Die erste Gruppe zurückzuholen ist die Aufgabe der demokratischen Politik. Bei der zweiten ist das schwieriger und bei der dritten unmöglich.</p>
<p><strong>Wie kam es zu der Entwicklung dieser dritten Gruppe, wo doch das Bildungssystem in Deutschland stark auf die Aufarbeitung der Geschichte setzt?</strong></p>
<p>Ja, ich weiß das auch noch aus meiner Schulzeit, ich habe vor ca. 35 Jahren Abi gemacht, wir hatten intensiv den Nazismus behandelt, das ist richtig – und wichtig. Aber ich hatte auch Eltern, die das noch selber erlebt haben und erzählt haben. Heute lernen die jungen Leute in der Schule, dass sechs Millionen Juden umgebracht wurden, aber das ist eine Zahl. Den Schrecken dahinter können sie sich nicht mehr vorstellen. Hinzu kommt, dass die Zeitzeugen aussterben. Einer der letzten, Albrecht Weinberg, ist jetzt leider auch mit 101 Jahren gestorben. Letztes Jahr ist Margot Friedländer gestorben, auch 101 Jahre.</p>
<p><strong>Aber es gibt gute Jugendbücher oder bewegende Filme, die man im Unterricht verwenden kann, die sich an jedes Intelligenzniveau richten und Empathie vermitteln.</strong></p>
<p>Ja, aber die Lehrer sagen, es ist immer etwas anderes, wenn Schüler Zeitzeugen gegenüberstehen und auch Fragen stellen können. Lebendigkeit ist ein starkes Moment, um Menschen mitzunehmen.<br /> <br /> Und wenn in bestimmten Milieus eher bildungsferne Schichten auf die Hauptschule gehen, dann bekommen die dort nur ein Minimum an historischer Bildung. Ich kenne Lehrer, die sagen, ich mache keinen Unterricht mehr, sondern „social Engineering“, ich versuche, den Laden zusammenzuhalten. Und oft haben die Eltern auch kein Interesse. Das führt dann dazu, dass das mal gehört, aber nicht verinnerlicht wurde.<br /> <br /> Ich habe gerade eine Rundfrage an alle Schulformen vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen gerichtet und gefragt, ob sie Interesse an Demokratieaufklärung haben. Von 20 Schulen haben nur drei überhaupt geantwortet, zwei überlegen für das nächste Schuljahr, dann sind die Wahlen aber vorbei...<br /> <br /> Das hat aber auch damit zu tun, dass die Lehrkräfte einen strengen Zeitplan haben. Sie sagen dann, „Ihr Workshop ist nicht prüfungsrelevant“. Gerade an Gymnasien ist das ein Problem, weil da Zentral-abitur stattfindet, da hat man für jedes vorgegebene Thema eine bestimmte Anzahl von Stunden und wenn was fehlt, müssen das die Lehrer in der Freizeit machen oder die Schüler selbst nacharbeiten.</p>
<p><strong>Inwiefern halten Sie Zeitung für ein geeignetes Medium, aufzuklären?</strong></p>
<p>Ich bin einer der letzten großen Zeitungsleser, ich habe tatsächlich noch fünf Zeitungen abonniert: die FAZ, die Süddeutsche, die NZZ, die New York Times und die ADZ. Und Le Monde kauf ich mir lose. Aber in meinem Freundeskreis bin ich der einzige, der regelmäßig Tageszeitung liest. Und meine Studenten sagen, wir kriegen das doch alles per Internet, wir gucken bei Google oder geben Begriffe in die KI ein. Ich halte Zeitung und die öffentlich rechtlichen Medien für die großen und wichtigen Informationsquellen, weil da Glaubwürdigkeit ist. Aber die Realität ist leider eine andere. In Deutschland kriege ich außer der Le Monde keine gedruckte ausländische Presse mehr. In Spanien, Italien und den Niederlanden gar keine. Traurig, wie das in der EU mit dem Zeitungssterben ist. Da werden wir ähnliche Erfahrungen machen wie in den USA, da gibt’s keine Zeitungen mehr.<br /> <br /> <strong>Wie sehen Sie die Rolle der sozialen Medien als Demokratiegefahr?</strong><br /> <br /> Die sozialen Medien an sich sind erst einmal neutral, aber die Leute, die dahinterstecken, vertreten bestimmte Ziele. Und wenn ich sehe, was Elon Musk oder Mark Zuckerberg oder Peter Thiel machen, dann sehe ich, dass die Interesse haben, die Demokratie abzubauen und damit werden die, ich nenn sie mal asozialen Medien, gefährlich für die Zukunft der Demokratie.&nbsp;<br /> <br /> Es müsste eigentlich darum gehen, ein positives Gegenmodell zu entwickeln, was ja versucht wird, es gibt z.B. Mastodon, aber insgesamt ist das alles viel zu schwach und die klassische politische Positionierung über soziale Medien wird im Moment&nbsp; ausgenutzt von Leuten, die die Demokratie zerstören wollen.<br /> Auch die AfD ist da massiv drin: bei Instagram oder TikTok kriegen die Jugendlichen Videos der AfD, die sich super jugendaffin darstellen kann, weil sie eine eigene Marketingabteilung hat. Da haben SPD, CDU, FDP oder Grüne ein Riesenproblem... Die AfD hat ihre mediale Strategie über zehn Jahre systematisch vorbereitet und ist darin sehr erfolgreich. Die Demokraten können es nicht so gut, weil sie sich nie damit beschäftigt haben.</p>
<p><strong>Sehen Sie auch eine Kooperation zwischen den antidemokratischen Kräften?</strong></p>
<p>Es gibt eine Zusammenarbeit der rechtspopulären radikalen Parteien in der EU. Es gibt auch gegenseitige Wahlkampfunterstützung. Es gibt mittlerweile eine breite Vernetzung auf nationaler wie EU-Ebene, das ist erschreckend. Und es geht sogar noch weiter: Wenn man Trump und die US-Administration anschaut – Stephen Miller, der strategische Berater von Trump, oder J.D. Vance&nbsp; – die haben Netzwerkverbindungen in rechtsextreme Parteien und Think Tanks in der EU. Das ist fast schon eine globale Initiative. Trump und Putin unterstützen Parteien in der EU, die die EU von innen heraus zerstören sollen.&nbsp;<br /> <br /> Und dabei verkaufen sie sich als die wahren Demokraten. Aber ihr Demokratiebegriff ist der einer Diktatur der Mehrheit, wo Minderheiten oder Leute mit anderen Ideen nichts mehr zu sagen haben. Insgesamt sehe ich die Minderheiten wegen Rechtsruck und Populismus stärker unter Druck geraten. Es gibt eine Tendenz, dass man die Minderheiten nicht mehr als konstituierenden Bestand eines Staates sehen will. Man will sie eingemeinden, homogenisieren.</p>
<p><strong>Apropos Minderheiten: Wie sind Sie auf die ADZ gestoßen?</strong></p>
<p>Ich habe mich durch mein Interesse an der ostfriesischen Kultur intensiv mit Minderheiten in der EU und dem politischen System der Benelux-Staaten beschäftigt. So bin ich irgendwann auch über die deutsche Minderheit in Rumänien gestolpert und wollte mehr darüber wissen, konnte aber kein Rumänisch.&nbsp;</p>
<p><em>Lesen Sie demnächst von Siebo Janssen die Rezension des Buches „Wer verteidigt Europa“ von Jana Puglierin.&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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			<pubDate>Sat, 30 May 2026 02:56:00 +0000</pubDate>
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