--- title: "Stärkere Anerkennung von Medien in Minderheitensprachen gefordert" url: "https://adz.news/artikel/artikel/staerkere-anerkennung-von-medien-in-minderheitensprachen-gefordert" subtitle: "MIDAS-Präsident im Europäischen Parlament" author: "MIDAS" date: "2026-10-14" modified: "2026-10-13" category: "Startseite" language: "de" site: "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" --- # Stärkere Anerkennung von Medien in Minderheitensprachen gefordert ![](https://adz.news/fileadmin/user_upload/Photo_1.jpg) **Martxelo Otamendi, Präsident von MIDAS, der Europäischen Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- und Regionalsprachen, sprach am Donnerstag, 8. Oktober 2026, vor der Interfraktionellen Arbeitsgruppe für traditionelle Minderheiten, nationale Gemeinschaften und Sprachen des Europäischen Parlaments in Straßburg. Dabei ging er auf die Herausforderungen ein, mit denen Medien in Minderheiten- und Regionalsprachen in ganz Europa konfrontiert sind, und forderte eine stärkere Anerkennung auf EU-Ebene.** In der vom Europaabgeordneten Loránt Vincze geleiteten Sitzung betonte Otamendi die Bedeutung der Medien in Minderheitensprachen für professionellen Journalismus: „Ohne professionelle Medien gibt es keine Demokratie, und ohne Demokratie gibt es keine professionellen Medien.“ Über die Nachrichtenberichterstattung hinaus tragen diese Medien auch zum Erhalt von Minderheitensprachen bei. Mit Blick auf die Notwendigkeit europäischer Unterstützung warf Otamendi eine grundsätzliche Frage auf: „Was für ein Europa wollen wir? Eines, das geeint und zugleich vielfältig ist, das Pluralität und Unterschiede garantiert? Oder eines, das geeint und homogenisiert ist und versucht, diejenigen zu verdrängen, die anders sind?“ In seiner Rede skizzierte Otamendi zwei Prioritäten für die europäische Politik. Erstens forderte er, Medien in Minderheiten- und Regionalsprachen ausdrücklich in der Medien- und Förderpolitik der EU zu berücksichtigen. Angesichts der Unterschiede bei der öffentlichen Förderung von Minderheitenmedien zwischen den EU-Mitgliedstaaten regte er an, dass die EU gemeinsame Standards festlegen könnte. Medien in Minderheitensprachen sollten als integraler Bestandteil der europäischen Medienvielfalt anerkannt werden, anstatt in Förderprogrammen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die zweite Priorität betraf die digitale Transformation, insbesondere die künstliche Intelligenz. Otamendi warnte, dass „KI-Systeme dazu neigen, große Sprachen und dominante sprachliche Kontexte zu bevorzugen“, und betonte die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass auch kleinere Sprachgemeinschaften bei der Entwicklung neuer Technologien berücksichtigt werden. Zugleich verwies er auf den möglichen Beitrag von Minderheitenmedien als Anbieter zuverlässiger, professionell erstellter Inhalte in Sprachen, die bislang nur unzureichend von KI-Systemen berücksichtigt werden. Im anschließenden Austausch mit den Mitgliedern der Interfraktionellen Arbeitsgruppe bekräftigte Otamendi, wie wichtig es sei, die enge Verbindung zwischen Medien in Minderheitensprachen und den Gemeinschaften, für die sie berichten, aufrechtzuerhalten. „Wir sind Zeitungen für unsere Gemeinschaften“, erklärte er und unterstrich damit die besondere Beziehung zwischen Minderheitenzeitungen und ihrer Leserschaft. Auch der Vorsitzende der Interfraktionellen Arbeitsgruppe, Loránt Vincze, hob die Bedeutung von Zeitungen in Minderheitensprachen hervor. Für sprachliche Minderheiten seien sie oftmals eine der wenigen Möglichkeiten, ihre Sprachen im öffentlichen Leben sichtbar zu machen. Otamendi stellte außerdem die Arbeit von MIDAS vor. Die Vereinigung umfasst derzeit 29 Medien aus zwölf Staaten und 13 Sprachgemeinschaften. Abschließend erklärte er die Bereitschaft von MIDAS, die Erfahrungen und Fachkenntnisse der Vereinigung in die Arbeit des Europäischen Parlaments und der EU einzubringen, insbesondere bei Fragen der Medienvielfalt, der sprachlichen Vielfalt und der Zukunft des Journalismus in Minderheitensprachen. (MIDAS)