Grünes Licht für Magnesium-Abbau im Dobra-Tal

Hermannstadt – In einer Zeit, wo der Zugang zu Rohstoffen von zentraler Wichtigkeit geworden ist – richtungsweisend ist zum Beispiel die EU-Verordnung über kritische Rohstoffe (CRMA), ergänzt durch den RESourceEU-Aktionsplan – kommen aus dem Großraum Hermannstadt/Sibiu erfreuliche Nachrichten: Das Unternehmen Mineral Proiect Invest S.A. (MPI), das sich gänzlich in rumänischem Besitz befindet, hat am 3. September die Konzessionslizenz für den Abbau von Magnesitvorkommen im Gebiet Dobra-Tal im Kreis Hermannstadt in der Nähe der Ortschaft Rășinari erhalten. Es handelt sich um das Projekt „MPI Magnesium“, das vom Unternehmen als das erste integrierte Magnesium-Industrieprojekt in der Europäischen Union bezeichnet wird, das bereits ein so fortgeschrittenes Stadium erreicht hat – es sieht nicht nur die Gewinnung der Ressource vor, sondern auch deren Verarbeitung in Rumänien –, dass die Wertschöpfung im Land verbleibt.

Die Lagerstätte verfügt über Ressourcen, die auf über 50 Millionen Tonnen geschätzt werden. Die Gesamtinvestitionen des in mehreren Phasen entwickelten Projekts werden 400 Millionen Euro übersteigen. „Europa braucht nicht nur Zugang zu Ressourcen, sondern auch die Fähigkeit, diese innerhalb der Europäischen Union in Industrieprodukte zu verwandeln. Das ist die Logik des MPI-Magnesium-Projekts: Abbau, Verarbeitung und Wertschöpfung in Rumänien. Die Abbaulizenz ist ein wesentlicher Schritt für den Übergang von der identifizierten Ressource zu den nächsten Entwicklungsphasen dieses Industrieprojekts“, erklärte Petru Văduva, Vizepräsident von Mineral Proiect Invest S.A in einer Pressemitteilung.

Das geförderte Erz wird direkt am Abbauort einer Vorzerkleinerung unterzogen und anschließend zur Verarbeitungsanlage, die noch gebaut werden soll, in Săliște transportiert, wo es zu hochreinen Produkten verarbeitet wird: Magnesiumhydroxid, das als Flammschutzmittel in der Kabel-, Kunststoff- und Bauindus-trie eingesetzt wird, sowie hochreines Magnesiumoxid, das in der Metallurgie und bei feuerfesten Materialien Verwendung findet. Das Unternehmen gibt an, dass der technologische Prozess in späteren Phasen auch auf die Produktion von metallischem Magnesium ausgeweitet werden könnte.

In einem Interview für die Lokalpublikation www.turnulsfatului.ro erklärte Andrei Degeratu, Leiter von Mineral Proiect Invest S.A., dass mit dem effektiven Abbau in der ersten Jahreshälfte 2028 begonnen werden soll. Das Werk in Săliște stellt die industrielle Phase des Projekts dar und wird parallel zur Bergbau- und Logistikinfrastruktur im Dobra-Tal ausgebaut. Das derzeitige industrielle Konzept sieht in der ersten Phase eine Verarbeitungskapazität von etwa 100.000 Tonnen Erz pro Jahr vor. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Betriebsdauer von etwa 30 bis 50 Jahren aus, abhängig vom Tempo des Ausbaus der industriellen Kapazitäten, den tatsächlich geförderten Mengen und der weiteren Entwicklung des Projekts in den nächsten Phasen.

Die geplante Investition in Höhe von über 400 Millionen Euro entspricht dem geschätzten Gesamtwert für die vollständige Umsetzung des Projekts. Die Finanzierungsstruktur ist als Mischfinanzierung konzipiert, die Eigenkapital, Bankfinanzierung und öffentliche Finanzierungsinstrumente umfasst, darunter auch europäische Fördermechanismen für Projekte im Bereich kritischer Rohstoffe.

Das Projekt sieht bereits in der Entwicklungsphase einen Plan für die Stilllegung, Renaturierung und Umnutzung des Steinbruchgeländes vor. Nach Beendigung des Abbaus sind Maßnahmen zur Stabilisierung der Böschungen, die Neugestaltung und Begrünung der Flächen, die Wiederaufforstung bestimmter Bereiche, die Instandsetzung der Betriebswege sowie die Überwachung des Gebiets nach Einstellung des Betriebs vorgesehen. Das Tagebaugelände soll nach Ablauf der Abbauphase saniert und wieder in die Landschaft integriert werden.