Die Gemälde des 1936 in Brenndorf/Bod geborenen, 1983 nach Deutschland ausgewanderten siebenbürgischen Künstlers Reinhardt Schuster kann man vom 20. März bis zum 26. Mai im Begegnungs- und Kulturzentrum „Friedrich Teutsch“ in Hermannstadt/Sibiu bewundern. Die Vernissage der Ausstellung „Memento“ findet am 20. März um 12.00 Uhr im Terrassensaal des Teutsch-Hauses, Fleischergasse (str. Mitropoliei 30) statt. Die Einführung hält Dr. Irmgard Sedler,...
Für die, die Dr. Hermann Fabini nicht kennen, rechterhand eine Kurzfassung. Wie hatte ich ihn kennengelernt? Dazu muß ich weiter ausholen: Im Oktober 1979, auf meiner Reise zum DAAD-Stipendium in Rumänien, machte ich auf Empfehlung einer exilierten Schäßburgerin, einer inzwischen „Bamberger Bekannten”, bei Prof. Hermann Baier in Schäßburg/Sighișoara Halt. Er war der „Vorzeigedeutsche“ in der rumänischen Nationalversammlung. Dessen Tochter Lupi,...
Ich schaue nach oben. Unter der großen Kuppel ist in den Stein auf Latein gemeißelt: „Ich, freier Herr, baute diese Kapelle 1881 im Gedenken an meine geliebte Frau Apollonia.“ Wen berührt dieses ferne Echo von Liebe und Leid heute noch? Aus den Erzählungen meiner Kindheit kenne ich die Geschichte. In der Krypta unter der Kapelle liegen mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter zusammen. Fast zwei Jahrhunderte sind vergangen, seit die Frau und...
Es gibt Romane, die erzählen eine Geschichte. Und es gibt Romane, die erzählen eine Lage. „Zerrissenheit“ gehört zur zweiten, selteneren Gattung: Er ist kein bequemes Gefährt, das den Leser von A nach B bringt, sondern ein nervös zitternder Textkorpus, der ansetzt, die Risse der Gegenwart erfahrbar zu machen – im Privaten wie im Historischen, im leidenschaftlichen Begehren wie in den Archiven, im Traum wie in der nackten Realität. Der Titel ist...
Die meisten Menschen werden wahrscheinlich nur einen Bukarester Bahnhof kennen: Den „Gara de Nord“, der Nordbahnhof. Eigentlich müsste der Bahnhof heutzutage eher „Gara de Vest“ heißen, da die Stadt immer weiter gewachsen ist und er nicht mehr wirklich im Norden der Stadt liegt. So oder so lässt der Name noch andere Schlüsse zu: Wenn es einen „Gara de Nord“ gibt, müsste es dann nicht auch einen „Gara de Sud“, „Gara de Est“ und einen „Gara de...
„Es gab einen Punkt, an dem wir uns gegenseitig nicht mehr in die Augen sehen konnten“, bekennt Siegfried Jagendorf vor dem Staatsanwalt. Über vieles hatte man im Ghetto Moghilev in Transnistrien hinwegsehen können – und müssen! – um die Gemeinschaft, die eigene Familie, das eigene nackte Leben zu schützen. Dreimal waren Listen zur Deportation von Tausenden Juden aus Moghilev in die Todeslager Scazineți und Pecioara erstellt worden. Gefordert...
Nono, 15, eigentlich Veronika, ist auf der Suche. Nicht nur nach ihrem persönlichen Stil, den sie mutig erprobt: Mal ein Griff in Mamas (verbotenen) Kleiderschrank, die Sachen kann sie, hochschwanger, im Moment ohnehin nicht tragen, mal ein unüberlegter Spontankauf im Skaterladen, doch ein Skatergirl ist sie dann doch nicht, wie auch der nette Sven, der dort arbeitet und ihr Herz höher hüpfen lässt, schnell bemerken muss. Nicht nur nach einem...
Fortsetzung vom letzten Freitag „Zwischen ‚Selbsthilfe‘ und ‚Fremdsteuerung‘“ Mehrere Buchbeiträge gehen komplexen Netzwerken nach, die staatliche, kirchliche und verbandliche Basisstrukturen nutzten und materiell, ideologisch und personell „betreuten“. Eine „Scharnierposition“ kam hochrangigen Gesandten Deutschlands in Bukarest zu, was man insgesamt im heutigen Berlin lange auch nicht wahrhaben wollte, bis vor ca. 15 Jahren eine dafür...