Kultur

Vom Bildnis der Baronin Frachon entwickelte er seine „Schlummernde Muse“

1903 verließ der junge Bildhauer, der gerade erst sein Studium an der Kunstakademie Bukarest beendet hatte, sein rumänisches Heimatland und brach zu einem Fußmarsch mit Zwischenstationen in Wien, München und Langres nach Paris auf, das er völlig erschöpft genau am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli 1904, erreichte. Constantin Brâncu{i, 1876, in Hobi]a, im ländlichen Rumänien als Sohn einer einfachen Bauernfamilie zur Welt gekommen,...

[mehr]

Der Frühling als Verheißung: Positive Deutungen in der deutschen Literatur

Der Frühling gehört zu den am stärksten symbolisch aufgeladenen Jahreszeiten in der deutschen Literatur. Seit der frühen Neuzeit steht er für Erneuerung, Hoffnung, Liebe und das Erwachen der Natur – und nicht zuletzt auch des Menschen selbst. In Gedichten, Dramen und Prosatexten wird der Frühling immer wieder als Gegenbild zu Erstarrung, Winter und existenzieller Bedrängnis inszeniert. Naturerwachen und Harmonie: Goethe Eine der bekanntesten...

[mehr]

Banater in Österreichischen Literatur-Anthologien

In der neuen, von Diana Wiedra und Hubert Thurnhofer 2025 in der Wiener Anima-incognita - Edition herausgegebenen österreichischen Anthologie „Zeit zum Leben“ sind auch zwei aus dem Banat stammende Autoren vertreten: die in Hockenheim lebende Renate Done und der seit 1974 in Wien ansässige Hans Dama, geboren in Großsanktnikolaus.

Interessant die Tatsache, dass die aus Perjamosch stammende Renate Done erst 2025 einen Debutband in rumänischer...

[mehr]

„Was der Krieg auch zerstört, er kann die Zärtlichkeit nicht annullieren“

Ein struppiger Teddy, der zwischen ausgebombten Wohnblocks am Seil einer gerissenen Schaukel baumelt. Ein derber Soldatenstiefel, am Schnürsenkel ein Löffel festgeknotet. Ein Blick durch den Schlitz zwischen mannshohen Sandsäcken – auf eine goldglänzende Kirchturmkuppel. Und dann direkt in ein Kanonenrohr. Manche Fotos, fast alle grau in grau – Kriegsgrau, Ukrainegrau – zeigen neonblaue Rahmen. Fenster der Zeitlosigkeit, motiviert Alfred...

[mehr]

Gemälde von Reinhardt Schuster

Die Gemälde des 1936 in Brenndorf/Bod geborenen, 1983 nach Deutschland ausgewanderten siebenbürgischen Künstlers Reinhardt Schuster kann man vom 20. März bis zum 26. Mai im Begegnungs- und Kulturzentrum „Friedrich Teutsch“ in Hermannstadt/Sibiu bewundern. Die Vernissage der Ausstellung „Memento“ findet am 20. März um 12.00 Uhr im Terrassensaal des Teutsch-Hauses, Fleischergasse (str. Mitropoliei 30) statt. Die Einführung hält Dr. Irmgard Sedler,...

[mehr]

Reise in die Vergangenheit

Für die, die Dr. Hermann Fabini nicht kennen, rechterhand eine Kurzfassung.  Wie hatte ich ihn kennengelernt? Dazu muß ich weiter ausholen: Im Oktober 1979, auf meiner Reise zum DAAD-Stipendium in Rumänien, machte ich auf Empfehlung einer exilierten Schäßburgerin, einer inzwischen „Bamberger Bekannten”, bei Prof. Hermann Baier in Schäßburg/Sighișoara Halt. Er war der „Vorzeigedeutsche“ in der rumänischen Nationalversammlung. Dessen Tochter Lupi,...

[mehr]

Der Schädel meiner Urgroßmutter

Ich schaue nach oben. Unter der großen Kuppel ist in den Stein auf Latein gemeißelt: „Ich, freier Herr, baute diese Kapelle 1881 im Gedenken an meine geliebte Frau Apollonia.“ Wen berührt dieses ferne Echo von Liebe und Leid heute noch? Aus den Erzählungen meiner Kindheit kenne ich die Geschichte. In der Krypta unter der Kapelle liegen mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter zusammen. Fast zwei Jahrhunderte sind vergangen, seit die Frau und...

[mehr]

Im Riss der Geschichte

Es gibt Romane, die erzählen eine Geschichte. Und es gibt Romane, die erzählen eine Lage. „Zerrissenheit“ gehört zur zweiten, selteneren Gattung: Er ist kein bequemes Gefährt, das den Leser von A nach B bringt, sondern ein nervös zitternder Textkorpus, der ansetzt, die Risse der Gegenwart erfahrbar zu machen – im Privaten wie im Historischen, im leidenschaftlichen Begehren wie in den Archiven, im Traum wie in der nackten Realität. Der Titel ist...

[mehr]