Der „Rolf-Bossert-Gedächtnispreis“, der seit 2020 anlässlich der „Deutschen Literaturtage in Reschitza“ verliehen wird und von einer fünfköpfigen Jury nach langer, mühevoller Lese-, Wertungs- und Vergleicharbeit der Einsendungen per unanfechtbarer Mehrheitsentscheidung bestimmt wird, entwickelt sich zu einer Prestigesache. Die bisherigen Preisträger – Alexander Estis (2020), Britta Lübbers (2021), Bastian Kienitz (2022), Christian T. Klein...
Alle, die, wie Rolf Bossert, unbegrenztes Vertrauen in die Macht der Poesie haben, können sich heute uneingeschränkt mit unserem diesjährigen Preisträger Tobias Pagel über den Rolf-Bossert-Gedächtnispreis freuen. Freuen, dass es diesen Preis gibt, dass wir an einen virtuosen, für immer jungen Dichter erinnern, und heute einen ebenso virtuosen, immer noch jungen Dichter mit diesem Preis ehren.
(der seine Idee zur Stiftung des Rolf-Bossert-Gedächtnispreises vor acht Jahren, während der 28. Ausgabe der „Deutschen Literaturtage in Reschitza“, vor versammeltem Auditorium begründete. Spontan wurde damals auch die erste Jury nominiert und der nicht stimmberechtigte Sekretär dieser Jury bestellt: Seither ist es, im Dienste einer Jury in wechselnder Besetzung, der Hauptorganisator der „Reschitzaer Literaturtage“, Erwin Josef Țigla. Dieser...
Sehr geehrte Damen und Herren, dass ich hier stehen darf – „auf den Treppen des Winds“? „Im Auge des Sturms“? – in jedem Fall hier und heute als diesjähriger Preisträger des siebten Rolf-Bossert-Gedächtnispreises, erfordert zunächst vor allem zahlreichen Menschen und Institutionen zu danken: Hellmut Seiler, dem Initiator des Rolf-Bossert-Gedächtnispreis, bester Freund von Rolf Bossert und Überbringer der guten Nachricht per Telefon. Erwin...
1903 verließ der junge Bildhauer, der gerade erst sein Studium an der Kunstakademie Bukarest beendet hatte, sein rumänisches Heimatland und brach zu einem Fußmarsch mit Zwischenstationen in Wien, München und Langres nach Paris auf, das er völlig erschöpft genau am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli 1904, erreichte. Constantin Brâncu{i, 1876, in Hobi]a, im ländlichen Rumänien als Sohn einer einfachen Bauernfamilie zur Welt gekommen,...
Der Frühling gehört zu den am stärksten symbolisch aufgeladenen Jahreszeiten in der deutschen Literatur. Seit der frühen Neuzeit steht er für Erneuerung, Hoffnung, Liebe und das Erwachen der Natur – und nicht zuletzt auch des Menschen selbst. In Gedichten, Dramen und Prosatexten wird der Frühling immer wieder als Gegenbild zu Erstarrung, Winter und existenzieller Bedrängnis inszeniert. Naturerwachen und Harmonie: Goethe Eine der bekanntesten...
In der neuen, von Diana Wiedra und Hubert Thurnhofer 2025 in der Wiener Anima-incognita - Edition herausgegebenen österreichischen Anthologie „Zeit zum Leben“ sind auch zwei aus dem Banat stammende Autoren vertreten: die in Hockenheim lebende Renate Done und der seit 1974 in Wien ansässige Hans Dama, geboren in Großsanktnikolaus.
Interessant die Tatsache, dass die aus Perjamosch stammende Renate Done erst 2025 einen Debutband in rumänischer...
Ein struppiger Teddy, der zwischen ausgebombten Wohnblocks am Seil einer gerissenen Schaukel baumelt. Ein derber Soldatenstiefel, am Schnürsenkel ein Löffel festgeknotet. Ein Blick durch den Schlitz zwischen mannshohen Sandsäcken – auf eine goldglänzende Kirchturmkuppel. Und dann direkt in ein Kanonenrohr. Manche Fotos, fast alle grau in grau – Kriegsgrau, Ukrainegrau – zeigen neonblaue Rahmen. Fenster der Zeitlosigkeit, motiviert Alfred...