In der neuen, von Diana Wiedra und Hubert Thurnhofer 2025 in der Wiener Anima-incognita - Edition herausgegebenen österreichischen Anthologie „Zeit zum Leben“ sind auch zwei aus dem Banat stammende Autoren vertreten: die in Hockenheim lebende Renate Done und der seit 1974 in Wien ansässige Hans Dama, geboren in Großsanktnikolaus.
Interessant die Tatsache, dass die aus Perjamosch stammende Renate Done erst 2025 einen Debutband in rumänischer...
Ein struppiger Teddy, der zwischen ausgebombten Wohnblocks am Seil einer gerissenen Schaukel baumelt. Ein derber Soldatenstiefel, am Schnürsenkel ein Löffel festgeknotet. Ein Blick durch den Schlitz zwischen mannshohen Sandsäcken – auf eine goldglänzende Kirchturmkuppel. Und dann direkt in ein Kanonenrohr. Manche Fotos, fast alle grau in grau – Kriegsgrau, Ukrainegrau – zeigen neonblaue Rahmen. Fenster der Zeitlosigkeit, motiviert Alfred...
Die Gemälde des 1936 in Brenndorf/Bod geborenen, 1983 nach Deutschland ausgewanderten siebenbürgischen Künstlers Reinhardt Schuster kann man vom 20. März bis zum 26. Mai im Begegnungs- und Kulturzentrum „Friedrich Teutsch“ in Hermannstadt/Sibiu bewundern. Die Vernissage der Ausstellung „Memento“ findet am 20. März um 12.00 Uhr im Terrassensaal des Teutsch-Hauses, Fleischergasse (str. Mitropoliei 30) statt. Die Einführung hält Dr. Irmgard Sedler,...
Für die, die Dr. Hermann Fabini nicht kennen, rechterhand eine Kurzfassung. Wie hatte ich ihn kennengelernt? Dazu muß ich weiter ausholen: Im Oktober 1979, auf meiner Reise zum DAAD-Stipendium in Rumänien, machte ich auf Empfehlung einer exilierten Schäßburgerin, einer inzwischen „Bamberger Bekannten”, bei Prof. Hermann Baier in Schäßburg/Sighișoara Halt. Er war der „Vorzeigedeutsche“ in der rumänischen Nationalversammlung. Dessen Tochter Lupi,...
Ich schaue nach oben. Unter der großen Kuppel ist in den Stein auf Latein gemeißelt: „Ich, freier Herr, baute diese Kapelle 1881 im Gedenken an meine geliebte Frau Apollonia.“ Wen berührt dieses ferne Echo von Liebe und Leid heute noch? Aus den Erzählungen meiner Kindheit kenne ich die Geschichte. In der Krypta unter der Kapelle liegen mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter zusammen. Fast zwei Jahrhunderte sind vergangen, seit die Frau und...
Es gibt Romane, die erzählen eine Geschichte. Und es gibt Romane, die erzählen eine Lage. „Zerrissenheit“ gehört zur zweiten, selteneren Gattung: Er ist kein bequemes Gefährt, das den Leser von A nach B bringt, sondern ein nervös zitternder Textkorpus, der ansetzt, die Risse der Gegenwart erfahrbar zu machen – im Privaten wie im Historischen, im leidenschaftlichen Begehren wie in den Archiven, im Traum wie in der nackten Realität. Der Titel ist...
Die meisten Menschen werden wahrscheinlich nur einen Bukarester Bahnhof kennen: Den „Gara de Nord“, der Nordbahnhof. Eigentlich müsste der Bahnhof heutzutage eher „Gara de Vest“ heißen, da die Stadt immer weiter gewachsen ist und er nicht mehr wirklich im Norden der Stadt liegt. So oder so lässt der Name noch andere Schlüsse zu: Wenn es einen „Gara de Nord“ gibt, müsste es dann nicht auch einen „Gara de Sud“, „Gara de Est“ und einen „Gara de...
„Es gab einen Punkt, an dem wir uns gegenseitig nicht mehr in die Augen sehen konnten“, bekennt Siegfried Jagendorf vor dem Staatsanwalt. Über vieles hatte man im Ghetto Moghilev in Transnistrien hinwegsehen können – und müssen! – um die Gemeinschaft, die eigene Familie, das eigene nackte Leben zu schützen. Dreimal waren Listen zur Deportation von Tausenden Juden aus Moghilev in die Todeslager Scazineți und Pecioara erstellt worden. Gefordert...