Herkulesbad – Seit August schwelen Wald- und Buschfeuer und Schwelbrände im Naturreservat Domogled – Cerna-Tal bei Herkulesbad, in zu Fuß kaum zugänglichen Räumen, und bisher konnten die Feuerherde nicht gelöscht werden, die vor allem der dort endemisch vorkommenden Schwarzkiefer – ein Relikt aus der letzten Eiszeit – hart zusetzen. Wiederholte Appelle der Präfektur Karasch-Severin – Präfekt Cristian Gâfu (PNL) hat aus der Bekämpfung der Vegetationsbrände (und der Identifizierung der Brandstifter, sofern es Verdacht auf Brandstiftung gibt) eine vorrangige Aufgabe gemacht – fanden nun Gehör und seit Dienstag sind zwei für Brandschutz und –bekämpfung ausgestattete Helikopter in Herkulesbad im Einsatz. Sämtliche drei Brandschutz-Helikopter des Generalinspektorats der Luftfahrt des Innenministeriums waren im vergangenen Sommer (z. T. zeitgleich) in der Werkstatt für Wartungsarbeiten.
Inzwischen bot sich der ehemalige Kreisratsvorsitzende von Karasch-Severin, der einflussreiche Unternehmer Romeo Dunca, öffentlich an, mit seiner Hubschrauberflotte „binnen Stunden der Brandherde Herr zu werden“, „wenn mir das Generalinspektorat für Luftfahrt IGAv die entsprechenden Ausstattungen zur Brandbekämpfung zur Verfügung stellt“. Seine Firma habe Erfahrung in Brandbekämpfung in Portugal gesammelt, wo seine Hubschrauber, gegen Bezahlung (7000 Euro die Stunde, gab Dunca an, kostete es, je Hubschrauber und Vier-Mann-Besatzung), effizient Vegetationsbrände in schwer zugänglichen Zonen gelöscht hätten. Für Herkulesbad wolle er es gratis tun, braucht dazu allerdings die geforderten Ausstattungen, die standardisiert sind für jeden Helikoptertypus.
Die Meldung, dass IGAv nun Hubschrauber (es gibt insgesamt drei, die Rumänien mit Ausstattungen zum Feuerlöschen besitzt) nach Herkulesbad zur Brandbekämpfung auf die Gipfel des Kalksteinmassivs des Domogled abkommandiert hat, überschnitt sich zwar mit jener, dass Dunca als Privatmann und Unternehmer seine Gratis-Hilfe angeboten hat, trotzdem bleibt die zeitliche Nähe der beiden Meldungen nachdenkenswert ...
Inzwischen – die ersten Brandherde im Naturschutzgebiet Domogled – Cerna-Tal wurden Anfang August gemeldet – sind auf den Bergeshöhen oberhalb Herkulesbad geschätzt fast 400 Hektar Wald und Buschwerk abgebrannt, darunter auch in diesem Jahr wieder Exemplare der unter striktem Schutz stehenden Schwarzkiefer (Pinus nigra). Seit vergangenem Wochenende sind mehrere der Schwelbrände plötzlich wieder aufgeflammt und man konnte weithin das Licht der Feuer und die weißen Rauchfahnen sehen, die beim Brand einer Schwarzkiefer aufsteigen. Daraufhin reagierte IGAv, nachdem Präfekt Gâfu noch einmal einen dringenden Hilferuf an die Luftfahrt-Leitstelle richtete.
Fakt ist nämlich, dass die zahlreichen mobilen Löschteams, die im Einsatz sind, an manche der Brand- und Schwelbrandherde wegen des Unzugänglichkeit des Geländes einfach nicht zum Löschen herankommen. Auch ist es meist unmöglich, vegetationsfreie Schneisen zu schlagen, die ein Fortfressen des Feuers/der Feuer verhindern könnten. Das geht nun schon seit gut zwei Monaten so. Obwohl der eine der drei vorhandenen IGAv-Helikopter des Innenministeriums MAI bereits im Juli im Banater Bergland stationiert wurde und Einsätze zur Brandlöschung flog. Allerdings fasst sein Reservoir nur etwa 800 Liter Wasser und ein Hubschrauber kann bis zu 75 Löschwasser-Abwürfe pro Tag tätigen – was im Fall der Brände in Naturschutzgebiet Domogled – Cerna-Tal offensichtlich nicht ausgereicht hat.
Der Einsatz der Helikopter, die diese Woche versuchen, die Brände im Naturschutzgebiet Domogled – Cerna-Tal unter Kontrolle zu bekommen, werden vom Katastrophenschutz ISU Semenic koordiniert. Einer der Helikopter – derjenige, der seit Juli dort abwechselnd im Einsatz ist, gehört zur Reserve rescEU des EU-Mechanismus für Zivilschutz, der in Rumänien stationiert ist.
