Der deutsche Titel klingt so unglaublich unpassend. Es muss nicht immer alles Deutsch sein. Besonders, wenn es sich um einen Film von Charlie Kaufmann handelt. Dafür wusste der Filmschreiber, wie immens wichtig das Zitat aus Alexander Popes Gedicht „Eloisa to Abelard“ für den Filmtitel ist.
Eternal Sunshine of the Spotless Mind ist ein ungewöhnlicher Liebesfilm. Ein Film, der sich über die Hollywoodklischees hinauswagt. Nein, am Ende kriegen sie sich nicht. Nein, es ist nicht immer alles eitler Sonnenschein. In „Eternal Sunshine“ sind die glücklichen Tage zusammen längst vorbei. Statt dessen geht der Film auf das brüchige Danach ein, wenn die Beziehung gescheitert ist, wenn man als Mann oder als Frau alleine dasteht und die Person, die man geliebt hat, nichts mehr von einem wissen möchte. Was tun, wenn die Welt plötzlich Kopf steht und wenn alles, was von der Beziehung bleibt, eine schmerzliche Erinnerung und ein gebrochenes Herz ist.
Kaufmann appelliert an die Science Fiction und sagt „Weg damit“. Wieso nicht einfach einen Apparat erfinden, der Erinnerungen löscht? Es klingt so unglaublich einfach und brilliant: Wenn die Beziehung scheitert, sollte man sie einfach aus dem Gedächtnis ausradieren.
Doch hier schon stellen sich Fragen: Was passiert, wenn man sich dann erneut in die gleiche Person verliebt? Was passiert, wenn man wieder die gleichen Fehler begeht? Sollte man überhaupt eine gescheiterte Beziehung einfach so vergessen, als wäre es nicht der Rede wert?
So wunderbar philosophisch kann „Eternal Sunshine“ sein, ohne den Anspruch zu erheben. Und führt dabei zwei große Stars in ungewöhnlichen Rollen zusammen. Jim Carrey liefert als der introvertierte Joel Barish eine der größten schauspielerischen Leistungen seiner Karriere. Hier haben wir es mit einem Jim Carrey zu tun, der keine Fratzen schneidet, der keine Karikaturen spielt. In „Eternal Sunshine“ spielt er eine für ihn atypische Rolle: Er ist schüchtern, grimmig und verschlossen. Verrückt darf Kate Winslet als Clementine Kruczynski sein. Und die Chemie zwischen Carrey und Winslet passt einfach. Nach dem Abspann möchte man am liebsten „Fortsetzung“ schreien. Weil die beiden Schauspieler sich perfekt ergänzen und für diese Rollen wie geschaffen sind.
Allerdings würde eine Fortsetzung den grandiosen Schluß dieses Films ruinieren. Eine Zusammenfassung des Films muss wegfallen, denn dafür würde der Platz nicht ausreichen. Man könnte ihn als einen Film über Verstand versus Herz resümieren. Doch damit tut man „Eternal Sunshine“ keinen Gefallen. Es ist ein Film über viele Dinge. Es ist für manche unkonventionelle Science-fiction, für andere eine nachvollziehbare Liebesgeschichte. „Eternal Sunshine“ ist für jeden was anderes. So wie es sich halt für einen guten Film schickt.
