Bukarest (ADZ) – Nach dem Abschuss gleich dreier in den rumänischen Luftraum eingedrungener Drohnen innerhalb von 48 Stunden hat Altpräsident Traian Băsescu den Behörden empfohlen, Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags zu beantragen. Der Artikel sieht Beratungen mit den Verbündeten vor, wenn sich ein NATO-Staat von außen gefährdet sieht.
Im Gespräch mit dem Nachrichtensender Digi 24 gab das frühere Staatsoberhaupt zu bedenken, dass die jüngsten Drohnen-Vorfälle kein Zufall, sondern eine „Provokation“ Russlands sind. Offenkundig werde die Bereitschafts- und Verteidigungsfähigkeit unseres Landes getestet – als Nächstes müsse wohl nicht mehr mit einzelnen Drohnen, sondern mit ganzen Schwärmen gerechnet werden, warnte Băsescu. Demnach müsse Rumänien die NATO-Partner umgehend über seine Verteidigungskapazitäten in Kenntnis setzen, desgleichen auch über eventuelle Fähigkeitslücken, da die jüngsten Ereignisse auf eine mögliche Eskalation hindeuten würden.
Der ehemalige Staatschef verwies zudem ausdrücklich auch auf Artikel 3 des NATO-Vertrags, der die Mitgliedstaaten zur Selbsthilfe verpflichtet – jeder NATO-Staat müsse Vorkehrungen treffen, um seine Verteidigungsfähigkeit und militärische Bereitschaft eigenständig zu sichern. Entsprechend habe sich auch Rumänien vorzubereiten – und zwar mit allen Mitteln, die dem Land zur Verfügung stünden, notfalls sogar mit Knüppeln, sagte Băsescu.
Das Verteidigungsministerium gab indes am Montag bekannt, dass eine weitere Drohne kurzweilig bei Sulina in den rumänischen Luftraum eingedrungen ist. Man habe zwei F16-Kampfjets aufsteigen lassen, doch habe die Drohne letztlich in Richtung Ukraine abgedreht, wo es wenig später zu Explosionen gekommen sei, teilte das Ressort mit.





