Bukarest (ADZ) – Der Fraktionschef der rechtspopulistischen AUR im Senat, Petrișor Peiu, vermutet hinter der aller Wahrscheinlichkeit nach zum Scheitern verurteilten Designierung des liberalen Europaabgeordneten Siegfried Mureșan zum Regierungschef einen von Staatspräsident Nicușor Dan und der PSD-Spitze gemeinsam ausgeheckten Plan: Nachdem Mureșan und dessen Kabinett erwartungsgemäß im Parlament gescheitert seien, werde Dan keineswegs vorgezogene Neuwahlen ansetzen, obwohl die Verfassung es ihm nach zwei gescheiterten Regierungsbildungsversuchen erlaube, sondern den Regierungsauftrag ein weiteres Mal vergeben – und zwar an PSD-Chef Sorin Grindeanu, der sodann mit seinem Kabinett mithilfe des UDMR und mehrerer Splitterfraktionen vom Parlament mehrheitlich bestätigt werde. Die Chancen auf vorgezogene Neuwahlen lägen seiner Meinung nach bei „Null“, da der Staatschef der PSD helfen werde, die Macht erneut zu übernehmen, sagte Peiu dem Nachrichtensender Digi 24.
Bezüglich eventueller Verhandlungen des designierten Premierministers mit seiner Partei betonte der AUR-Fraktionschef, dass Mureșan geradezu „masochistisch veranlagt“ sein müsste, um bei der AUR in der Hoffnung auf Unterstützung bzw. Stimmen anzuklopfen – man würde sich in einem derartigen Fall nicht einmal bemühen, „durch den Türspion zu gucken“, stellte Peiu klar.
Ihrerseits wollte die PSD am Montag auf einer Sitzung des Parteivorstands entscheiden, ob sie Siegfried Mureșan unterstützen will oder nicht. Allerdings hatten die PSD-Spitzen den 44-jährigen liberalen Politiker gleich nach dessen Designierung zum Premier einen „Verräter“ geschimpft, der dem Land die EU-Mittel streichen lassen wolle – der Beschluss des PSD-Vorstands ist daher durchaus absehbar.
