Bolojan: Keine Spritengpässe in den kommenden zwei Wochen

Internationale Konflikte lassen Treibstoffpreise in die Höhe schnellen

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Bukarest (ADZ) – Die Regierung rechnet trotz der angespannten Lage im Schwarzen Meer und Problemen beim Transport von kasachischem Erdöl in den kommenden zwei Wochen nicht mit Engpässen bei der Versorgung mit Treibstoff. Der Interims-Premier Ilie Bolojan sagte am Donnerstag, dass die Kriegssituation im Schwarzen Meer das Risiko für die Ölspediteure erhöhe und Drohnenangriffe die Lieferkapazitäten aus Kasachstan beeinträchtigt haben. Das Energieministerium habe deshalb mit den Unternehmen gesprochen, die in diesem Bereich tätig sind. Der Ölkonzern Rompetrol, der in der Raffinerie Petromidia vor allem Rohöl aus Kasachstan verarbeitet, suche nach zusätzlichen Transportmöglichkeiten, um den Betrieb auch im August unter normalen Bedingungen sicherzustellen. Ansonsten rechnet das Unternehmen im August mit einem Rückgang der Produktion um zehn bis 15 Prozent, sagte Bolojan.

Rund die Hälfte des in den rumänischen Raffinerien verarbeiteten Erdöls stammt aus Kasachstan. Das Öl gelangt nach Europa über das rund 1500 km lange Caspian Pipeline Consortium (CPC), das die Ölfelder im Westen Kasachstans mit dem Seehafen Noworossijsk in Russland verbindet. Das dortige CPC-Terminal hat nach einer Reihe wiederholter Angriffe auf Tanker im Schwarzen Meer die Annahme von Erdöl eingestellt. Die Entwicklung könnte damit die Versorgung der rumänischen Raffinerien beeinträchtigen, falls keine alternativen Transportwege gefunden werden.

An der Zapfsäule sind die Kraftstoffpreise sowohl für Benzin als auch für Diesel schon gestiegen. Der frühere Energieminister Bogdan Ivan (PSD) forderte unterdessen eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer und der Verbrauchsteuern auf Treibstoff. Nach Ansicht Ivans sollte das Parlament die geplanten Entlastungen in der für kommende Woche vorgesehenen Sondertagung verabschieden.