Bukarest (ADZ) – Schon zum vierten Mal verbietet das Bürgermeisteramt in Großwardein/Oradea den Aufmarsch der LGBTQIA+-Community im Zentrum der Stadt am 25. Juli. Der am Ort ansässige Verein ARK und der landesweite Verband ACCEPT wittern Homophobie und wollen die Parade dennoch veranstalten. Die Stadtverwaltung berufe sich schriftlich auf die „guten Sitten“ als Hauptgrund für das Verbot „unseres Marsches, unseres Rechts auf freie Versammlung“ und bestätige die institutionalisierte Homophobie und die direkte Diskriminierung, so ARK. Victor Ciobotaru, geschäftsführender Direktor von ACCEPT, hält es für beschämend, dass sich Bürgermeister Florin Birta (PNL) Argumenten bedient, die vor 25 Jahren von Verfechtern der Strafbarkeit von Homosexualität genannt wurden. Die tendenziöse Begründung widerspreche allen europäischen Menschenrechtsstandards, fügte er an. Der Fall hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Michael O’Flaherty, Menschenrechtskommissar des Europarats, äußerte bereits im Vorfeld Besorgnis über Berichte, dass der „Oradea Pride March “ auch dieses Jahr verhindert werden könnte.
Das Recht auf Versammlungsfreiheit stehe allen zu und die Behörden sollten „mit den Organisatoren im Dialog stehen, eine sichere und angemessene Route ermöglichen und die Teilnehmer schützen“, so O’Flaherty. Ähnlich gelagerte Appelle zugunsten der Veranstaltung kamen von Peter Drenth vom Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats, der Europäischen Grünen Partei und Europaabgeordneten der Fraktion Grüne/EFA.





