Grindeanu stellt neue Regierung bis Ende August in Aussicht

PSD-Chef schließt Schulterschluss mit der AUR vorerst weiter aus

PSD-Chef Sorin Grindeanu | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – PSD-Chef Sorin Grindeanu gibt sich zurzeit optimistisch in puncto Beilegung der andauernden Regierungskrise: Er rechne damit, dass ein neues Kabinett bis Mitte oder spätestens Ende August in Amt und Würden sein werde, sagte Grindeanu dem Nachrichtensender Antena 3. Dem PSD-Chef zufolge dürfte es höchstwahrscheinlich zu einer Minderheitsregierung seiner Partei kommen – er sei überzeugt, dass die PSD als immerhin stärkste Kraft im Parlament auch ohne PNL und USR eine Mehrheit hinter sich bringen könne, weswegen man auch den Regierungsauftrag für sich beansprucht habe. Sollte dies wider allen Erwartens nicht gelingen, habe seine Partei kein Problem damit, sich vorgezogenen Neuwahlen zu stellen, behauptete Grindeanu.

Einen Schulterschluss mit der rechtspopulistischen AUR schloss der PSD-Vorsitzende wegen angeblicher Glaubwürdigkeitsprobleme der AUR-Führung vorerst aus: Weder Parteichef George Simion noch dessen erster Stellvertreter Dan Dungaciu hätten das wiederholte Eindringen russischer Drohnen in den rumänischen Luftraum je angesprochen, geschweige denn kritisiert – dieses ihr Schweigen spreche Bände und disqualifiziere sie, erklärte Grindeanu. 

Erwartungsgemäß schoss der PSD-Chef auch bei dieser Gelegenheit aus vollen Rohren gegen die PNL und USR, die er als wahre „Pest“, genauer gesagt als „Hashtag-Pest“ bezeichnete. Vor allem die USR habe in den letzten Monaten nichts Besseres zu tun gehabt, als fortwährend gegen die PSD zu stänkern – doch würden dadurch weder Spritpreise noch Lebenskosten der Bürger sinken. PNL und USR hätten einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie keine Lösungen für die Belange der Menschen parat hätten, deren Leben wegen der „Usurpatoren“ bloß schwerer geworden sei, so Grindeanu.