Bukarest (ADZ) – Der zum Rebellen-Flügel gehörende Klausenburger Kreisratschef Alin Tișe hat die Gründung einer „liberalkonservativen Plattform“ innerhalb der PNL bekanntgegeben und alle Liberalen, die „Progressismus und Neomarxismus ablehnen“, ersucht, diese nach Kräften zu unterstützen. Die PNL habe ihre „wahre Identität“, nämlich die liberalkonservative, wieder zu finden, er selbst fühle sich nicht länger durch die aktuelle Parteiführung repräsentiert, schrieb Tișe bei Facebook. Kernanliegen der neuen Plattform ist eine „Kompromissbereitschaft“ der Liberalen, mit der PSD dem „nationalen Interesse“ zuliebe eine weitere Koalition einzugehen.
Der gleichfalls zu den liberalen Rebellen gehörende EU-Abgeordnete Rareș Bogdan betonte, dass man der PNL keineswegs den Rücken kehren oder eine neue Partei gründen wolle, sondern einzig einen „freien Ideenaustausch“ anstrebe. Auch der im Parlament kläglich gescheiterte designierte Premier Adrian Veștea teilte mit, sich der neuen konservativen Plattform innerhalb der PNL anzuschließen – diese sei „gegen niemanden gerichtet“ und wolle bloß die Partei an sich als auch deren doktrinäre Identität festigen, behauptete Veștea.
Zur neuen Plattform befragt, sagte die liberale Interims-Vizepremierministerin Oana Gheorghiu, der Vorstoß sei offenbar als „eine Art Test“ gedacht – Alin Tișe wolle wohl testen, ob die Bewegung Chancen habe, in den liberalen Reihen an Zulauf zu gewinnen. PNL-Vize Alexandru Muraru warf den Rebellen derweil vor, innerhalb der Partei „AUR- und PSD-nahe Gruppen und Grüppchen“ ins Leben zu rufen. Da in der PNL der Zuspruch für die Parteispitze bei 94 Prozent liege, liege das wahre Problem der Rebellen „vielmehr im Fakt, dass sie fast niemanden umstimmen konnten“.




