Mit einem Festkonzert im Zentralpark „Nicolae Titulescu“ feierte die Burzenländer Blaskapelle am 28. Juni ihr 35-jähriges Bestehen. Die Blechbläserinnen und -bläser traten in siebenbürgisch-sächsischen Trachten vor einem zahlreichen Publikum auf und begeisterten sowohl Blasmusik-Liebhaber aus der deutschen Gemeinschaft als auch Besucher aus der breiten Öffentlichkeit. Bei Polkas, Walzern und Märschen klatschten Zuhörer mit, ebenso bei den von Ernst Fleps für die Kapelle arrangierten Sätze. Klassische und moderne Lieder sorgten ebenfalls für gute Stimmung.
Die Musiker waren aus mehreren Ortschaften rund um Kronstadt für das Jubiläums-Konzert angereist – so wie jeden Mittwoch zu den Proben.
Die Gründung der Blaskapelle
Im Jahr 1991, bei der Gründung des Ensembles, hatte Ernst Fleps Bläser zusammengebracht, die aufgrund der massiven Auswanderung der Siebenbürger-Sachsen keine eigene Kapellen mehr in ihren Heimatorten hatten. So gingen damals 45 Musiker aus Brenndorf, Heldsdorf, Honigberg, Neustadt, Nussbach, Petersberg, Tartlau, Weidenbach, Wolkendorf und Zeiden gemeinsam ihrer Leidenschaft nach. Anfangs probten sie in Rosenau, 1992 erhielten sie jedoch einen festen Sitz im Forumsfestsaal (Gh. Baiulescu-Straße Nr. 2), wo sie auch heute noch proben.
Der erste offizielle Auftritt des Ensembles fand am 25. Mai 1991 beim Treffen der Kirchenchöre in Tartlau statt.
Mit der Zeit etablierte sich das Bläserensemble als wichtiger Kulturträger der rumäniendeutschen Gemeinschaft.
Von Anfang an dabei
Iosif Mich, Manager der Burzenländer Blaskapelle, ist der einzige, der seit der Gründung dabei ist. Anfang der 1990er Jahre war er der einzige Rumäne unter den Sachsen, heute gehören dem Ensemble nur noch zwei junge Vertreter der deutschen Minderheit an. Gemeinsam führen die Musikerinnen und Musiker die Tradition der sächsischen Blaskapellen fort, spielen bei bedeutenden Veranstaltungen des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt, ihr Träger und Schirmherr, aber auch über die Grenzen des Kreises hinaus bei Festlichkeiten der deutschen Gemeinschaft sowie bei rumänischen Festen. Ihr reiches Repertoire präsentierten sie bislang in mehreren Ortschaften des Landes sowie bei Auftritten in Deutschland, Dänemark oder Österreich. Sie wirken bei freudigen Anlässen mit, begleiten Menschen aber auch auf ihrem letzten Weg. Ende August spielen sie bei der Hochzeit der Tochter eines ehemaligen Musikers aus dem Ensemble, der jung verstorben ist. „Wenn die Blaskapelle spielt, hat sie das Gefühl, dass ihr Vater an dem wichtigen Tag ihres Lebens dabei ist“, sagt Mich.
Geteilte Leidenschaft
Auch heute noch ist der Manager mit Leib und Seele dabei, fährt gerne zu Konzerten und wirbt für die Blaskapelle. Für die Feier zum 35-jährigen Bestehen ist er mit seiner Frau durch das ganze Burzenland gefahren, um Dutzende Plakate aufzuhängen. Wie seine Kollegen auch, hält ihn die Leidenschaft für Musik bei der Blaskapelle engagiert.
Zudem hat für ihn die Beziehung zu Ernst Fleps eine große Bedeutung. „Für Herrn Fleps war ich so etwas wie ein Sohn. Ich habe sehr viel von ihm gelernt, darunter auch die Pünktlichkeit. Er hat mir seine Dirigentenstäbe hinterlassen, das bedeutet mir sehr viel”, sagt Mich, der vor seinem Umzug nach Kronstadt, 1989, in der Militärblaskapelle in Sathmar Trompete spielte.
Noch zwei Dirigenten
Nach dem Ableben des Gründers der Blaskapelle, im Jahr 2009, übernahm Vasile Glăvan, ehemaliger Zugposaunist des Orchesters der Kronstädter Oper die künstlerische Leitung des Ensembles. Elf Jahre später, als er in Ruhestand ging, übergab er die künstlerische Leitung an Liviu Săvuță, Waldhornist und assoziierter Professor an der Musikfakultät in Kronstadt, der dieses Amt derzeit ausübt.
Bei früheren Jubiläen nahm die Burzenländer Blaskapelle eine Kassette und eine CD auf. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums entstand ein Video, das als bleibende Erinnerung dienen wird. Es ist auf Youtube unter dem Titel „35 de ani O SINGURĂ PASIUNE!“ zu finden.





