Großsanktnikolaus – In Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare soll der erste mit europäischen Mitteln geförderte Aquapark im Banat entstehen. Das Projekt wird von der Stadt, dem Kreisrat Temesch und über das von der Regionalen Entwicklungsagentur West verwaltete Programm Regio Vest vorbereitet. Die Investition wird auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. Der Vorsitzende des Kreisrats Temesch, Alfred Simonis (PSD), bezeichnete das Vorhaben als strategisch wichtig für den Kreis und zugleich als langjähriges Projekt der Stadt Großsanktnikolaus. Die Entscheidung für den Standort sei unter anderem wegen der dort vorhandenen Thermalwasservorkommen gefallen. Diese seien eine Voraussetzung, um eine Finanzierung über ADR Vest beantragen zu können. Nach Angaben von Simonis ist das Projekt bereits weit fortgeschritten. Die Stadt Großsanktnikolaus habe nicht nur eine Machbarkeitsstudie, sondern ein fertiges technisches Projekt vorgelegt.
Damit könne die Finanzierung beantragt und anschließend die Ausschreibung für den Bau gestartet werden. Im Kreis Temesch sei dies derzeit das einzige Vorhaben dieser Art in einem ausreichend fortgeschrittenen Stadium, sagte Simonis.
Die geschätzten Kosten liegen bei etwa 40 Millionen Euro. Simonis rechnet jedoch damit, dass der Preis nach der Ausschreibung sinken könnte. Nach seiner Einschätzung könnte die endgültige Investitionssumme bei höchstens 35 Millionen Euro liegen. Rund 10 bis 11,5 Millionen Euro sollen aus europäischen Mitteln über ADR Vest kommen. Der Rest soll von der Stadt Großsanktnikolaus und dem Kreisrat Temesch getragen werden. Von der lokalen Kofinanzierung sollen 55 Prozent auf die Stadt und 45 Prozent auf den Kreisrat entfallen.
Bürgermeister Dănuț Groza erklärte, die Stadt arbeite seit mehreren Jahren an der Idee eines Aquaparks. Nach Investitionen in Straßen, Gehwege, Schulen, Kindergärten und Krankenhausinfrastruktur wolle Großsanktnikolaus nun einen weiteren Entwicklungsschritt setzen und Wochenendtourismus in der Region fördern. Ursprünglich habe man gehofft, bis zu 98 Prozent der Kosten aus EU-Mitteln decken zu können. Wegen europäischer Wettbewerbsregeln sei die Förderung jedoch auf 30 Prozent beziehungsweise höchstens 11,5 Millionen Euro begrenzt.
Der Aquapark soll ganzjährig geöffnet sein. Vorgesehen sind Innen- und Außenbecken, ein Thermalbecken, Außen- und Innenrutschen, Kinderbereiche, mehrere Jacuzzi-Bereiche, ein Spa- und Wellnessbereich sowie ein Restaurant. Ein Teil der Becken soll im Sommer offen genutzt und im Winter durch eine verglaste Konstruktion geschlossen werden können. Außerdem ist ein Becken geplant, von dem Besucher auch in der kalten Jahreszeit direkt in einen Außenwasserbereich gelangen können. Für die Sommersaison wird mit einer Kapazität von rund 1000 Personen gerechnet, außerhalb der Saison mit etwa 300 Besuchern. Zum Projekt gehören auch fast 400 Parkplätze, die mit Photovoltaikmodulen überdacht werden sollen. Die Anlage soll auf rund vier Hektar entstehen. Das Grundstück der Stadt umfasst insgesamt etwa 6,5 Hektar, sodass spätere Erweiterungen möglich wären.
Nach Angaben von Bürgermeister Groza müssen nun der Stadtrat von Großsanktnikolaus und der Kreisrat Temesch die Projektwerte, den Partnerschaftsvertrag und die Finanzierungsanteile genehmigen. Danach könne die Ausschreibung gestartet werden. Die Bauzeit wird auf zwei Jahre geschätzt.




