Großwardein – Die Arbeitslosigkeit im Kreis Bihor ist im August leicht gestiegen. Ende des Monats waren bei der Arbeitsagentur des Kreises insgesamt 5028 Menschen als arbeitslos registriert, darunter 2663 Frauen. Die Arbeitslosenquote lag bei 2,12 Prozent und damit 0,06 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats.
Damit bleibt die Arbeitslosigkeit im Kreis zwar auf vergleichsweise niedrigem Niveau, gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt leicht eingetrübt hat.
Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt deutliche Unterschiede. Die größte Gruppe bilden Menschen im Alter von über 55 Jahren: 1310 Arbeitslose gehören zu dieser Altersgruppe. Es folgen 1209 Personen zwischen 40 und 49 Jahren sowie 826 Arbeitslose im Alter von 30 bis 39 Jahren. Jünger als 30 Jahre sind dagegen 920 der registrierten Arbeitslosen. Davon sind 603 unter 25 Jahre alt und 317 zwischen 25 und 29 Jahre.
Die Zahlen zeigen damit eine auffällige Konzentration der Arbeitslosigkeit auf die älteren Altersgruppen. Mehr als die Hälfte der registrierten Arbeitslosen ist 40 Jahre oder älter.
Auch beim Wohnort gibt es ein deutliches Gefälle: 3596 Arbeitslose stammen aus dem ländlichen Raum, während 1432 in Städten leben.
Von den insgesamt 5028 registrierten Arbeitslosen beziehen 2100 Personen Arbeitslosengeld, 2663 sind als nicht leistungsbeziehende Arbeitslose registriert.
Besonders auffällig ist die Bildungsstruktur. Den größten Anteil stellen Arbeitslose mit Grundschulbildung – sie machen 33 Prozent aller registrierten Arbeitslosen aus. Weitere 25 Prozent verfügen über einen mittleren Schulabschluss.
21 Prozent haben einen gymnasialen beziehungsweise lyzealen Abschluss, elf Prozent eine Berufsausbildung. Lediglich acht Prozent der Arbeitslosen verfügen über einen Hochschulabschluss. Zwei Prozent haben eine postsekundäre Ausbildung abgeschlossen.
Auch die sogenannte Beschäftigungsfähigkeit gibt Anlass zur Sorge. Nach der von der Arbeitsagentur vorgenommenen Einstufung gelten 52 Prozent der registrierten Arbeitslosen als mittelschwer vermittelbar. Weitere 44 Prozent werden als schwer vermittelbar eingestuft.
Drei Prozent gelten sogar als sehr schwer vermittelbar. Lediglich ein Prozent der registrierten Arbeitslosen wird als leicht vermittelbar eingestuft.
Die AJOFM Bihor weist darauf hin, dass diese Einteilung im Rahmen der sogenannten Profilierung vorgenommen wird. Dabei wird anhand verschiedener Kriterien eingeschätzt, wie hoch die Chancen einer Person auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sind.
Trotz des leichten Anstiegs bleibt die Arbeitslosenquote im Kreis Bihor mit 2,12 Prozent relativ niedrig.
Dennoch zeigen die Zahlen strukturelle Probleme: Vor allem ältere Menschen sowie Personen mit geringer schulischer oder beruflicher Qualifikation haben es schwer, eine neue Beschäftigung zu finden.
