Ausschreibung für Stromlieferungen

Reschitza – Die Reschitzaer Gesellschaft für Nahverkehr TUR hat auf der Nationalen Ausschreibungsplattform SEAP eine Ausschreibung geschaltet, bei der es um die Versorgung des Reschitzaer Nahverkehrs mit Strom geht. TUR Reschitza bietet für 12 Monate 2.408.419,48 Lei, mehrwertsteuerbefreit und schätzt, damit seinen Stromverbrauch von jährlich 20,496 MWh Niedrigspannung und 2.911,069 MWh Mittelhochspannung zu decken.

„Angesichts der Liberalisierung des Marktes der Elektroenergie“, schreibt TUR in der Präsentation und Aufschlüsselung der Rechengrundlage des Angebots, „sind wir von einem Preismittel ausgegangen, mit dem der Durchschnittsverbrauch geschätzt wird. Der betrug 820,00 Lei die Megawattstunde (MWh), ohne die Mehrwertsteuer für die Mittel-Hochspannung und von 1.041,32 Lei pro MWh die Niedrigstromspannung. Selbstverständlich bekommt den Zuschlag, wer den günstigsten/geringsten Preis für die Stromlieferung anbieten kann.“ 

TUR Reschitza hat auf Stadtgebiet fünf Übernahmeanlagen/Trafos für den Strom, mit dem E-Busse und die Straßenbahnen gespeist werden, die z.T. auch eine (geringe) Eigenversorgung einspeisen (45 bzw. 100 Watt), produziert mittels kleinen Photovoltaikanlagen in deren Nähe. Den Zuschlag bekommt jener Anbieter, der für 12 Monate (mit einer möglichen Verlängerung um vier Monate) die nötigen Stromlieferungen garantiert. Die Angebote müssen bis am 31. Juli vorgelegt werden, die Stromlieferungen müss(t)en am 1. September starten. An diesem Startdatum melden bereits jetzt all jene ihre Zweifel an, die die Langsamkeit der Ausschreibungsprozedere und die Unart der nachträglichen Anzweiflung der Zuschläge bis hin zu Gerichtsverfahren kennen. Außerdem: Schon in der Ausschreibung ist die Verzögerung des Beginns der Stromlieferungen enthalten: Letzter Termin für die Vorlage der Angebote ist der 31. Juli, der Zuschlag wird am 23. Oktober verkündet... Vielleicht ist auch deswegen festgeschrieben worden, dass die Stromlieferungen bis am 31. Dezember 2027 gesichert sein sollen.

Übrigens sind bereits zwei Ausschreibungen ins Leere gelaufen, eine im September 2025 (TUR bot 3 Millionen Lei), eine Im Januar 2026 (2,5 Millionen Lei).

Wenn der großangelegte Photovoltaikpark der Stadt voll ans Netz geht, müsste eigentlich die Stromversorgung sowohl des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt, als auch sämtlicher Institutionen, die vom Rathaus Reschitza verwaltet werden, aber auch die öffentliche Straßenbeleuchtung damit voll und ganz, ja mit einigem an Lieferungen ans Landesverbundnetz (lies: Geld-Rückflüssen), gelöst werden. Denn der Photovoltaikpark der Stadt ist für 10.800 MWh pro Jahr angelegt. Die stadtverwalteten Institutionen (allen voran Bildungseinrichtungen/Schulen und die Straßenbeleuchtung) verbrauchten 2022 pro Jahr 5387 MWh, die E-Busse und Straßenbahnen des Nahverkehrs aufgerundet 3500 MWh, die von der Stadt verwalteten Ladestationen für E-Autos weitere 1248 MWh – kurz gerechnet blieben also rund 750 MWh noch frei verfügbar . Sinn und Zweck der Investition für die Anlage des Photovoltaikparks der Stadt war ja genau das, hatte man zum gegebenen Zeitpunkt den Bürgern erklärt.