Ausschreibung zur Sanierung der Minda-Halle

Reschitza schafft sich ein zweites Kunst- und Eventzentrum aus einer alten Industriehalle

Reschitza – In etwa zwei Jahren dürfte es in Reschitza mit dem kargen Angebot an Orten für Event-Veranstaltungen ein Ende haben. Dann dürfte einerseits das Museum des Banater Montangebiets nach gründlicher Renovierung wieder voll benutzbar sein – ein moderner Bau, der einzige Museums-Neubau aus kommunistischer Zeit in Rumänien, des Architekten Șerban Antonescu), dann wird das neue Multifunktionszentrum am rechten Bersauufer endgültig Eingang gefunden haben ins öffentliche Bewusstsein und ins Veranstaltungswesen, dann wird die originell erneuerte und funktionsfähig gemachte Pittner-Schule (ein Werk der Architektin Ioana Mihăiescu) einen festen Platz im Kulturleben an der Bersau haben, und schließlich wird dann wohl auch die jetzt zum Umbau ausgeschriebene alte Industriehalle in der Minda, in der Reschitzaer Oberstadt/Deutsch-Reschitza, benutzbar sein als Multifunktionszentrum für Kunst und Kultur – all das neben einigen kleineren, bereits existierenden Veranstaltungsräumen.

Denn im Rahmen des „Regionalprogramms West 2021-2027 – Regionaler Eingriff New European Bauhaus“ ist man jetzt endlich auf der Zielgeraden angelangt: die Ausschreibung des Umbaus. Verfügbare Zeit dazu: 24 Monate. Dafür zur Verfügung stehendes Geld: 27,4 Millionen Lei, die Mehrwertsteuer nicht eingerechnet. Angebote zur Realisierung des spannenden Vorhabens können bis am 3. August eingereicht werden. Am 26. November soll der Zuschlag bekanntgegeben werden – wenn alles normal abläuft.

Dem jetzigen Augenblick sind seit 2018 diverse Vorbereitungsetappen vorausgegangen. Begonnen hat es mit der Festlegung des Schätzwerts des Geländes und der darauf stehenden „Immobilien“/ehemaligen Werksbauten. Das Gelände, wo die Halle steht, liegt im Engtal eines Baches, der in die Bersau mündet. Im Frühjahr 2019 genehmigte der Kommunalrat Reschitza den „Kauf“ des Geländes samt Halle. Die Anführungszeichen beim „Kauf“ meinen, dass es sich eigentlich um ein Kompensationsgeschäft handelte: das Stahlwerk TMK SA trat Gelände und Halle (13.106 plus 3938 qm) an die Stadt ab, die Stadt erließ dem Stahlwerk TMK SA im Gegenzug Steuerschulden und diverse nichtbeglichene Gebühren, sogenannte „historische Schulden“. Der Gesamtpreis war auf 253.600 Euro festgelegt, 136.400 Euro für das Gelände insgesamt, 117.200 Euro für die darauf stehenden Bauten. Die nächsten Schritte waren 2022 der Raumordnungsplan, 2024 die technischen Entwurfsarbeiten und Schätzungen, 2025 die Machbarkeitsstudie und im März dieses Jahres die Aktualisierung des Projekts und des Kostenvoranschlags und noch im selben Monat dieses Jahres die Finanzierungsgenehmigung seitens der Regionalentwicklungsagentur V West.

Das Modernisierungs- und Umbauprojekt umfasst: Umgestaltung des Umfelds der Halle, Schaffung neuer Zugänge inklusive Brücken über den Minda-Bach, Schaffung von Räumlichkeiten für den technischen und kreativen Unterricht (hier soll ein Teil der dualen Berufsschulausbildung der Reschitzaer Schulen und Betriebe stattfinden, auf Wunsch der Stadt auch Berufsausbildung in Künstlerateliers, etwa von Metallplastikern und Bildhauern, die mit Stein arbeiten), Ausstellungsraum, Sozialisierungsräume, Multifunktionsraum für diverse Aufführungen, Konferenzen und (Film-)Projektionen, Schulungsküche und Schulungsbistro/-café, Unterkünfte für Künstler und Gäste.

Das Grundprinzip des New European Bauhaus muss sichtbar beachtet werden, gemäß der drei Leitprinzipien: Ästhetik, Nachhaltigkeit, Inklusion. Den industriellen Traditionen von Reschitza und des Banater Montangebiets muss Rechnung getragen werden, bei Anwendung energetisch effizienter Lösungen und der Schaffung von Räumen, die Kreativität ermöglichen und der Gemeinschaft uneingeschränkten Zugang ermöglichen. 

In diesem Geist geht es beim Projekt Minda auch um Transparenz. Um Mitarbeit und volle Implizierung der Zivilgesellschaft. Darauf weist auch ein vor einiger Zeit (auch von der ADZ vermerktes) Kooperations-Memorandum hin, betreffs eines Integritätsparks zu den Investitionen, die im Raum der Minda-Halle anstehen.