Der Somesch führt immer weniger Wasser

Pegelstand in Sathmar sinkt deutlich – Abfluss beträgt weniger als ein Drittel des üblichen Wertes

Sathmar – Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen hinterlassen zunehmend sichtbare Spuren am Samisch/Someș auch im Kreis Sathmar/Satu Mare. Im Flussbett bei Sathmar kommen immer mehr Sandbänke und kleinere Inseln zum Vorschein, die normalerweise vom Wasser bedeckt sind. An einigen Stellen ist der Fluss mittlerweile so seicht, dass er beinahe zu Fuß überquert werden könnte.

Nach den jüngsten Messungen der Nationalen Wasserbehörde liegt der Wasserstand des Samisch in Sathmar derzeit bei minus 130 Zentimetern. Der Abfluss beträgt lediglich 20 Kubikmeter pro Sekunde. Damit liegt die Wassermenge deutlich unter dem für August üblichen Durchschnitt von 65,9 Kubikmetern pro Sekunde. Der Somesch führt derzeit somit weniger als ein Drittel der für diese Jahreszeit üblichen Wassermenge.

Der negative Pegelstand bedeutet dabei nicht, dass der Fluss ausgetrocknet ist. Die Wasserstände werden an den Messstationen nicht vom tiefsten Punkt des Flussbettes aus berechnet, sondern beziehen sich auf einen festgelegten Referenzpunkt, den sogenannten Nullpunkt des Pegels. Ein Wasserstand von minus 130 Zentimetern bedeutet daher, dass die Wasseroberfläche 130 Zentimeter unter diesem offiziellen Referenzwert liegt. Der Wert ist ein deutlicher Hinweis auf die anhaltende Trockenheit und den erheblichen Niederschlagsmangel.

Nach den Prognosen der Fachleute dürfte sich die Situation in den kommenden Tagen weiter verschärfen. Sollte es weiterhin keine nennenswerten Niederschläge geben, könnte der Wasserstand des Somesch bis zum 7. August auf minus 138 Zentimeter sinken. Gleichzeitig könnte der Abfluss auf lediglich 16 Kubikmeter pro Sekunde zurückgehen. Damit würde der Fluss nur noch rund ein Viertel der für August üblichen Wassermenge führen.

Auch mittel- und langfristig ist keine rasche Entspannung der Lage in Sicht. Nach der dreimonatigen Prognose des Nationalen Instituts für Hydrologie und Wasserwirtschaft (INHGA) werden die Abflussmengen in den Gewässern des Kreises Sathmar auch im August, September und Oktober deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen.

Für den Samisch und den Tur wird in den kommenden Monaten mit Abflussmengen von lediglich 30 bis 50 Prozent des langjährigen Durchschnitts gerechnet. Noch kritischer ist die Lage am Krasna/Crasna. Dort könnte der Abfluss in den kritischsten Bereich von weniger als 30 Prozent des üblichen Wertes sinken.

Die anhaltende Trockenheit stellt damit nicht nur eine sichtbare Veränderung des Landschaftsbildes dar, sondern entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die Wasserressourcen der Region.