Dokumentationszentrum in der Kirche

Sanktmartin – Die Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sanktmartin lädt für Sonntag, den 26. Juli, zu einem großen Treffen in die Arader Gemeinde ein. Im Mittelpunkt steht die feierliche Eröffnung eines Dokumentationszentrums, das auf der Empore der römisch-katholischen Ortskirche eingerichtet wurde. Es soll die Geschichte der deutschen Gemeinschaft von Sanktmartin bewahren und insbesondere Nachfahren ausgewanderter Familien über ihre Herkunft informieren.

Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem Trachtenaufmarsch von der ehemaligen Schule zur Kirche. Nach Angaben des HOG-Vorsitzenden Bernhard Fackelmann haben sich dafür rund 50 Trachtenpaare aus Neuarad, Sanktmartin und anderen Banater Ortschaften angemeldet. In der Kirche werden Generalvikar Msgr. Johann Dirschl aus Temeswar, Erzdechant Király aus Arad, der für Sanktmartin aus Doroban]i zuständige Pfarrer Máté Loránd sowie der Heimatpfarrer Adam Possmayer erwartet. Überhaupt soll eine ganze Busreisegruppe aus Deutschland zu diesem Anlass anreisen.

Im Anschluss an die Heilige Messe wird das neue Dokumentationszentrum eingeweiht. Dort werden unter anderem erhalten gebliebene historische Unterlagen, die „Historia Domus“, die Sanktmartiner Vereinsfahne, ein Puppenpaar in Sanktmartiner Tracht, Ahnen- und Heimatbücher sowie eine Kopie des sogenannten Sanktmartiner Dürer-Bildes gezeigt. Besucher sollen damit Einblick in die rund 300-jährige Orts- und Siedlungsgeschichte erhalten. Josef Burger, Vorsitzender des Kirchenrates, soll Besucher künftig durch die Sammlung führen.

Nach der Einweihung ziehen die Teilnehmer zum Friedhof. Dort wird bei einer Kranzniederlegung der verstorbenen Sanktmartiner gedacht. Anschließend geht es zum renovierten Kulturheim, dem ehemaligen Kino, wo das gemeinsame Mittagessen stattfindet. Die Banater Musikanten aus Temeswar begleiten das Treffen musikalisch. Die Trachtengruppe „Banat-JA“ des Deutschen Forums in Arad gestaltet das Kulturprogramm mit Banater Volkstänzen. Am Nachmittag besteht Gelegenheit, das Dokumentationszentrum zu besichtigen und den Heimatort zu erkunden. Ab 18 Uhr wird das Abendessen serviert. Danach lädt die Walter-Rieger-Band zum Tanz ein. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Dokumentationszentrum wolle die HOG eine dauerhafte Anlaufstelle für frühere Bewohner und deren Nachkommen schaffen, erklärte Bernhard Fackelmann. Viele Sanktmartiner Familien leben heute in Deutschland, Österreich, Nord- und Südamerika. Gerade jüngere Generationen verfügten häufig nur noch über wenige Informationen zu ihren Vorfahren und zum Leben im einst deutsch geprägten Dorf. Das Museum solle deshalb nicht nur Erinnerungsstücke zeigen, sondern Geschichte und Familienbiografien auch für kommende Generationen zugänglich machen.