Sathmar – Die anhaltende Hitze und Trockenheit stellen den Kreis Sathmar/Satu Mare vor zunehmende Herausforderungen. Angesichts der angespannten Lage berief Präfekt Tamás Altfatter den Kreisausschuss für Notfallsituationen zu einer außerordentlichen Sitzung ein. Dabei wurden insbesondere die Sicherheit der öffentlichen Versorgung sowie die Einsatzbereitschaft der zuständigen Notfalldienste überprüft.
In den meisten der 65 Verwaltungseinheiten des Kreises funktioniert die Trinkwasserversorgung weiterhin problemlos. In sieben Gemeinden – Bârsău, Culciu, Mittelhamrod/Homorodu de Mijloc, Racșa, Turț, Valea Vinului und Vama – kommt es jedoch zu Einschränkungen. In den besonders betroffenen Ortschaften Bârsău und Cărășeu hat das regionale Wasserversorgungsunternehmen Apaserv die Trinkwasserversorgung mit Tankwagen übernommen. An den übrigen betroffenen Standorten kontrollieren die lokalen Behörden gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen fortlaufend die Netze.
Sathmar verfügt dabei über einen wichtigen Vorteil: Ein Großteil der Ortschaften wird über das Grundwasservorkommen entlang des Samisch/Someș versorgt. Diese Wasserressource ist deutlich weniger anfällig für lang anhaltende Trockenperioden als Oberflächengewässer.
Besonders deutlich zeigen sich die Folgen der Trockenheit am Călinești-Oaș-See. Dort kam es in den vergangenen Tagen zu einem massenhaften Fischsterben. Messungen der Wasserbehörde des Kreises Sathmar ergaben, dass die Ursache ein drastischer Sauerstoffmangel im Wasser war. Die drei Wasserläufe, die den See speisen, führen derzeit zusammen lediglich 248 Liter Wasser pro Sekunde – der niedrigste Wert, der für diesen Zeitraum bislang gemessen wurde.
Durch die geringe Wasserzufuhr erwärmte sich das Wasser unter der anhaltenden Hitze stark.
Gleichzeitig sank der Gehalt an gelöstem Sauerstoff unter den für das Überleben der Wasserorganismen erforderlichen Wert.
Auch an den übrigen Fließgewässern des Kreises ist die Situation angespannt. Der Samisch führt derzeit nur noch 17,20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Die Krasna/Crasna erreicht bei Domănești 176 Liter pro Sekunde, die Tur bei Micula 620 Liter pro Sekunde. Mehrere kleinere Bäche, darunter Lechința, Tarna, Turț, Măriuș, Măgura und der Bach bei Pomi, sind bereits vollständig ausgetrocknet oder führen nur noch einzelne Wasserstellen.
Die Stromversorgung ist dank früherer Investitionen in die Infrastruktur derzeit stabil. Wegen der hohen Belastung durch die Hitze beobachten die Behörden den Verbrauch großer Abnehmer jedoch laufend.
Sollte sich die Situation weiter verschärfen, könnte der Stromverbrauch von Unternehmen vorübergehend eingeschränkt werden, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Auch das Gesundheitswesen verzeichnet eine höhere Belastung. Beim Rettungsdienst des Kreises Sathmar und in der Notaufnahme gehen derzeit mehr Anfragen im Zusammenhang mit der Hitze ein.
Besonders ältere Menschen und chronisch Kranke sind von Kreislaufproblemen und anderen hitzebedingten Beschwerden betroffen. Durch eine verstärkte Bereitschaft und zusätzliche Dienste konnte die Situation bislang bewältigt werden.
Die anhaltende Trockenheit erhöht zudem die Wald- und Flächenbrandgefahr. Nach Angaben der Katastrophenschutzinspektion des Kreises Sathmar wurden bereits Personen identifiziert und mit Geldstrafen belegt, die für Stoppelfeldbrände verantwortlich waren. Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, während der Trockenperiode auf das Verbrennen von Pflanzen- und Gartenabfällen zu verzichten.
Präfekt Tamás Altfatter betonte, dass die derzeitige Hitzewelle insbesondere ältere und empfindlichere Versorgungssysteme vor eine große Belastungsprobe stelle. Wo Probleme aufgetreten seien, hätten die zuständigen staatlichen Einrichtungen rasch eingegriffen. Langfristig brauche es jedoch eine kreisweite Entwicklungsstrategie, um die Trinkwassernetze miteinander zu verbinden und zu modernisieren.
Zugleich rief der Präfekt die Bevölkerung dazu auf, angesichts der schwindenden natürlichen Wasserreserven verantwortungsvoll und sparsam mit Trinkwasser umzugehen.
