Durchbruch am A1-Tunnel Margina-Holdea

Lückenschluss soll nächstes Jahr fertig sein

Temeswar – Ein wichtiger Meilenstein beim Bau des noch fehlenden Abschnitts der Autobahn A1 zwischen Margina und Holdea ist erreicht worden: Am Freitag, dem 18. September, wurde auch die letzte Röhre des zweiten Tunnels durchbrochen. Damit sind sämtliche Tunnelröhren des rund zehn Kilometer langen Autobahnabschnitts durch den Berg vorgetrieben. Der Gesamtfortschritt der Arbeiten liegt inzwischen bei mehr als 75 Prozent, teilte die Nationale Gesellschaft für die Verwaltung der Straßeninfrastruktur (CNAIR) mit.

Besondere Bedeutung kommt dem zweiten Tunnel zu. Seine beiden Röhren sind fast 2000 bzw. mehr als 1800 Meter lang. Damit handelt es sich laut CNAIR um den längsten bislang in Rumänien gebauten Autobahntunnel. Für den Vortrieb waren rund zwei Jahre notwendig. Die Arbeiten liefen rund um die Uhr an insgesamt zehn Arbeitsfronten, rund 900 Beschäftigte waren daran beteiligt.

„Die schwierigste Etappe dieser Baustelle ist heute zu Ende gegangen“, erklärte CNAIR-Generaldirektor Cristian Pistol. Der Tunneldurchbruch sei ein entscheidender Schritt für die Fertigstellung der Autobahnverbindung Lugosch/Lugoj – Diemrich/ Deva.

Mit dem Durchbruch sind die Arbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen. Parallel wird die Betoninnenschale der Tunnelröhren eingebaut. Nach Angaben der Straßeninfrastrukturgesellschaft kommen die Arbeiten dabei täglich um rund 20 Meter voran. Gleichzeitig werden auf Brücken und Viadukten Träger montiert und auf mehreren Abschnitten bereits erste Asphaltschichten aufgetragen.

Die Betonarbeiten in den Tunnelröhren sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Anschließend folgen Einbau und Tests der Sicherheits- und technischen Anlagen. CNAIR-Chef Pistol geht davon aus, dass der Abschnitt in der ersten Hälfte des kommenden Jahres für den Verkehr freigegeben werden kann. Damit wäre die A1 zwischen Nadlak/Nădlac an der rumänisch-ungarischen Grenze und Boița südlich von Hermannstadt/Sibiu auf einer Strecke von mehr als 360 Kilometern ohne Unterbrechung befahrbar.

Der Abschnitt Margina – Holdea gilt seit Jahren als eine der wichtigsten noch fehlenden Verbindungen der A1. Die weniger als zehn Kilometer lange Strecke unterbricht seit rund einem Jahrzehnt die ansonsten weitgehend durchgehende Autobahnverbindung in Westrumänien. Der Vertrag für Planung und Bau wurde im Herbst 2022 unterzeichnet und hat einen Wert von rund 1,82 Milliarden Lei ohne Mehrwertsteuer. Vorgesehen waren elf Monate für die Planung und 34 Monate für die Ausführung der Arbeiten.

Ursprünglich wurde das Projekt über den Nationalen Plan für Wiederaufbau und Resilienz (PNRR) finanziert. Da die für diese Finanzierung vorgesehene Fertigstellungsfrist nicht eingehalten werden konnte, soll das Vorhaben nun mit Mitteln aus dem Staatshaushalt zu Ende geführt werden.

Der Baufortschritt hat sich insbesondere in den vergangenen Monaten deutlich beschleunigt. Ende Juli 2025, als die erste Röhre des ersten Tunnels durchbrochen wurde, lag der Stand der Arbeiten noch bei knapp 30 Prozent. Nach dem Durchbruch der zweiten Röhre im November waren es rund 44 Prozent, Mitte Dezember etwa 50 Prozent und im Mai rund 60 Prozent. Inzwischen sind nach Angaben der Straßeninfrastrukturgesellschaft mehr als drei Viertel des Projekts fertiggestellt.