Gericht hebt Millionenauftrag für Aquapark auf

Großprojekt könnte erheblich verzögert werden

Neustadt/Klausenburg – Das Kreisgericht Klausenburg/Cluj hat den Vertrag über den Bau des geplanten Aquaparks in Neustadt/Baia Mare aufgehoben. Betroffen ist ein Bauauftrag im Wert von rund 122 Millionen Lei (etwa 24 Millionen Euro). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, könnte das Großprojekt jedoch erheblich verzögern.

Der Vertrag war Anfang Februar 2026 zwischen der Stadt Neustadt und einer Bietergemeinschaft unter der Führung des Unternehmens Oberhauser Invest abgeschlossen worden. Die Planungsarbeiten hatten be-reits begonnen. Gegen die Vergabe hatte jedoch die unterlegene Bietergemeinschaft MBS Group SRL aus Thorenburg/Turda gemeinsam mit Aria 9 SRL aus Großwardein/Oradea geklagt.

Das Gericht gab der Klage nun in erster Instanz statt und erklärte den Planungs- und Bauvertrag für nichtig. Darüber hinaus wurden sowohl die Stadt Neustadt als auch die beauftragte Bietergemeinschaft zu erheblichen Zahlungen verurteilt. Die Stadt soll insgesamt rund 1,23 Millionen Lei an Prozess- und Gerichtsgebühren übernehmen, die Auftragnehmer weitere rund 820.000 Lei.

Obwohl das Urteil noch angefochten werden kann, sind Teile der Zahlungsanordnungen bereits vollstreckbar. Die zuständigen Behörden wurden nach Gerichtsangaben bereits über die Entscheidung informiert.

Der Rechtsstreit begleitet das Vorhaben seit Beginn des Vergabeverfahrens. Die Ausschreibung zog sich über mehr als eineinhalb Jahre hin und war von mehreren Einsprüchen geprägt. Bereits im März hatte das Berufungsgericht Klausenburg eine Entscheidung des Rathauses zur Vergabe des Auftrags aufgehoben. Dennoch war der Bauvertrag auf Grundlage einer zuvor bestätigten Entscheidung des Nationalen Rates für Vergabebeschwerden unterzeichnet worden.

Für die Stadt ist die Gerichtsentscheidung ein schwerer Rückschlag. Der Aquapark gilt als eines der größten kommunalen Investitionsprojekte der vergangenen Jahre. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beläuft sich auf rund 152,7 Millionen Lei. Finanziert wird das Projekt über das Regionalprogramm Nordwest sowie aus Eigenmitteln der Stadt.

Geplant ist ein moderner Freizeitkomplex auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Freibads am Câmpul Tineretului. Vorgesehen sind Innen- und Außenbecken, Wasserrutschen, Wellness- und Gastronomiebereiche sowie großzügige Grün- und Sportanlagen. Im Sommer soll die Anlage bis zu 1500 Besucher aufnehmen können, im Winter rund 400. Ergänzend entsteht in unmittelbarer Nähe ein Parkhaus mit 268 Stellplätzen.