Neustadt – Alarm in der medizinischen Versorgung im Kreis Maramuresch/Maramureș: Rund 85 Hausärzte fehlen derzeit. Besonders dramatisch ist die Lage in neun Gemeinden, die weder über einen Hausarzt noch über eine medizinische Außenstelle verfügen. Betroffen sind Băiuț, Băsești, Asuaju de Sus, Oarța de Jos, Groși, Groșii Țibleșului, Băița de sub Codru, Ciocotiș und Someș-Uileac. Insgesamt gelten 49 Gemeinden als unterversorgt.
Im Kreis arbeiten derzeit 197 Hausärzte, benötigt würden 282. Auf dem Land werden lediglich rund 69 Prozent des errechneten Bedarfs abgedeckt. Gleichzeitig verschärft sich die Situation durch den Altersdurchschnitt: 90 Ärzte könnten bereits in den Ruhestand gehen, 54 sind älter als 70 Jahre.
Die Krankenversicherungskasse CAS Maramuresch will deshalb bis 2030 gezielt gegensteuern. Vorgesehen sind finanzielle Anreize für Ärzte, die sich auf dem Land niederlassen: In besonders stark unterversorgten Gemeinden kann das Einkommen unter bestimmten Voraussetzungen um bis zu 100 Prozent erhöht werden. Gemeinden sollen zudem bei Praxisräumen, Wohnraum, Miete, Fahrtkosten und Ausstattung unterstützen.
Geplant sind außerdem neue Außenstellen, Mentoring für junge Ärzte und ein vertrauliches Nachfolgeprogramm für Praxen, deren Inhaber in den kommenden Jahren ausscheiden könnten. Das Ziel für 2030 ist klar: Keine Gemeinde mit kritischem Ärztemangel soll ohne eine konkrete Versorgungslösung bleiben – sei es durch eine eigene Praxis, eine funktionierende Außenstelle oder eine befristete Übergangsversorgung.
