Herkulesbad: Bahnhofs- Renovierungsbeginn fast möglich

Es fehlt ein Superviser und anscheinen lockt die dafür vorgesehene Summe auch niemand

Herkulesbad – Die Infrastrukturabteilung des Eisenbahn-Staatskonzerns CFR SA hat auf ihrer Facebook-Seite eine Serie Architekturzeichnungen veröffentlicht, die zeigen sollen, wie der historische Bahnhof von Herkulesbad einmal aussehen wird, wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein werden. Da auch wir in der ADZ bereits mehrmals über dieses Vorhaben berichtet haben, soll hier nicht noch einmal näher auch die Zukunftsvision der Bauplaner und der Büromenschen von CFR Infrastructură eingegangen werden und auch nicht die von derselben Institution wiederholte kurzgefasste Geschichte des zwischen 1878/1886 entstandenen Bauwerks im Stil eines Brocken Pavillions (Mariä-Theresianischer Zeit) eingegangen werden. Nur soviel: der Bahnhof steht auf der Liste der Geschichtsdenkmäler Rumäniens, klassifiziert in Gruppe A, kodifiziert als CS-II-m-A-11025.

Virtuell also, als „rendering“, ist die Renovierung und der teilweise Um-, teilweise Rückbau des historischen Bahnhofs (mit dem im kommunistischer Zeit einiges an Schindluder getrieben wurde – siehe vor allem das geschmacklose proletkultistische Mosaik im Warteraum!) fertig.

Immerhin erinnert CFR Infrastructură mit seinem „Rendering“ (rumänisch: „randare“, was die Veröffentlichung des virtuellen Zukunftsaussehens eines Vorhabens meint) daran, dass an dem Projekt noch irgendjemand arbeitet... Und dass damit bestätigt wird, was auf der Junitagung dieses Jahres des Präfekturkollegiums in Reschitza im trockenen bürokratischen Rumänisch (ins Deutsche übersetzt) so formuliert wurde: „Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kulturministerium, der Kreisdirektion für Kultur Karasch-Severin, der CFR SA und den anderen implizierten Partnern besteht die Gewissheit, dass dieses Denkmal von nationaler Bedeutung der Gemeinschaft rückerstattet wird, in seinem wahren Wert und Glanz!“

Der Bahnhof Herkulesbad wurde 2019 (!) im Rahmen eines Großprojekts der staatlichen Eisenbahnen CFR SA ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt durch die Ankündigung der „Modernisierung/Sanierung von 47 Eisenbahn-Bahnhöfen Rumäniens“. Neuerlich erinnerte zwischendurch CFR Infrastructură ans Projekt des Bahnhofs Herkulesbad, indirekt, mit der Ankündigung, dass die Strecke Drobeta Turnu Severin – Herkulesbad – Karansebesch zwischen Februar 2027 und Februar 2032 vollständig gesperrt sein wird, wegen Komplett-Umbauarbeiten – die irgendwann beginnen werden.

Von den 2019 erwähnten 47 Bahnhöfen liegen bloß drei auf dem Verwaltungsgebiet der Eisenbahnregionale Temeswar: Herkulesbad, Orschowa und Petroschen. Das Vorhaben wird ursprünglich ko-finanziert vom EU-Fonds für Regionalentwicklung durch das Operativprogramm Große Infrastrukturvorhaben 2014-2020. Doch es hapert an allem, vor allem am Interesse spezialisierter Unternehmungen an derlei Vorhaben – stets brauchte es mehrere Anläufe zu den Ausschreibungen, bis sich ein Durchführungsunternehmen herauskristallisierte. Das trifft auch auf Herkulesbad zu. Erst Januar 2024 stand mit GDO MOV Impex Baia Mare und GLB TRANSARK Bukarest des Duo der Bauausführer und Projektenten fest, mit denen erst im August 2024 der Ausführungsvertrag unterzeichnet wurde. Das Renovierungsvorhaben kostet – in erster Instanz/Schätzung – 17 Millionen Lei. Und das Geld kommt inzwischen vom Operativprogramm Transportwesen 2021-2027. Vorgesehen sind neun Monate für die Entwurfsarbeiten – das  „Rendering“ signalisiert: das ist erledigt – 17 Monate die Bauausführung. Alles bei einer geforderten Garantiezeit fürs Vorhaben von 60 Monaten. Aber mit der Arbeit kann nicht begonnen werden.

Die Eisenbahnregionale SRCF Temeswar hatte am 1. September 2025 ein Gesuch ans Transportministerium gesandt, aufgrund dessen letzteres am 10. Februar 2026 (man achte auf die Promptheit der Reaktion des vielbeschäftigten Ministeriums!) die Baugenehmigung ausfolgte, deren Gültigkeit (vor- und umsichtigerweise) bis zum Datum der Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls der fertigen Arbeiten vorgesehen ist, mit der Bedingung, „dass die Arbeiten vor dem 9. Februar 2027 aufgenommen werden“ (...). Letztere  Bedingtheit steht damit im Zusammenhang, dass – wie bereits mehrmals gemeldet – auch bis zu Stunde sich keine Firma für das Supervising der Arbeiten gefunden hat – eine Pflicht bei EU-finanzierten Projekten. Die erste Ausschreibung dafür war im April 2025 gestartet worden. Niemand war bisher an den „Peanuts“ interessiert, die dafür vorgesehen sind. Doch auch darüber ist in der ADZ bereits berichtet worden.