Temeswar – Der Dirigent Mihnea Ignat soll neuer Direktor der Rumänischen Nationaloper Temeswar werden. Er setzte sich in dem vom Kulturministerium organisierten Auswahlverfahren mit der Abschlussnote 8,60 gegen vier Mitbewerber durch. Für sein Managementkonzept erhielt Ignat die Note 8, bei der Präsentation vor der Kommission wurde er mit 9,20 bewertet, heißt es in der Pressemitteilung des Hauses Ende letzter Woche.
Auf den weiteren Plätzen folgten Interimsintendantin Mihaela Marcu mit 8,51, der Tenor Bogdan Zaharia mit 8,31, die Mezzosopranistin Aura Twarowska mit 8,16. Morel-Marius Negru, Violinist im Orchester der Rumänischen Nationaloper Iași und Kulturmanager, belegte mit der Abschlussnote 8,06 den fünften Platz. Alle fünf Kandidaten hatten für ihre schriftlichen Managementprojekte die Note 8 erhalten; ausschlaggebend war somit das anschließende Interview.
Ignat kündigte an, das Verhältnis innerhalb der Institution auf Transparenz, Respekt und Vertrauen aufzubauen und ein Repertoire zu entwickeln, das der Tradition des Hauses gerecht werde. Ziel sei eine offene und inklusive Oper, die nicht nur im Theatersaal präsent sei, sondern auch Menschen in der Gemeinschaft erreiche, für die kulturelle Angebote bislang schwer zugänglich seien.
Der in Craiova geborene Mihnea Ignat ist seit 2020 Erster Dirigent der Rumänischen Nationaloper Temeswar. Zuvor war er unter anderem Chefdirigent der Philharmonie Sarajevo, Musikdirektor des Sinfonieorchesters von Elche in Spanien und ständiger Gastdirigent der Nationaloper Bukarest. Zudem leitete er das Philharmonische Orchester der Universität Alicante und war stellvertretender Dirigent des Nationalen Sinfonieorchesters der Dominikanischen Republik.
Nach Abschluss des Verfahrens soll der 46-jährige Ignat die Leitung der Temeswarer Oper für fünf Jahre übernehmen. Seit Februar war die Direktorenstelle unbesetzt, zuletzt führte Mihaela Marcu die Institution kommissarisch. Zuvor hatte Cristian Rudic die Oper sieben Jahre lang geleitet. Er trat zurück, nachdem gegen ihn in einem Verfahren der Antikorruptionsbehörde DNA wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch ermittelt worden war.





