Neue Perspektiven gegen Landflucht

Kriegsdorf/Sathmar – Die Abwanderung junger Menschen, eine alternde Bevölkerung und immer mehr leerstehende Gebäude stellen viele ländliche Gemeinden in Europa vor große Herausforderungen. Auch in der Region Sathmar/Satu Mare sind diese Entwicklungen spürbar. Mit dem internationalen Projekt RurALL soll nun ein neuer Weg eingeschlagen werden, um der Entvölkerung ländlicher Räume entgegenzuwirken.

Im Mittelpunkt steht dabei ein innovativer Ansatz: die sogenannte partizipative Governance. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass nachhaltige Lösungen nur dann entstehen können, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen – von den kommunalen Verwaltungen über Bürgerinnen und Bürger bis hin zu Unternehmen, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Fachleuten.

„Komplexe Probleme lassen sich nicht von einer einzigen Institution lösen“, lautet das Grundprinzip des Modells. Stattdessen sollen durch Dialog und aktive Beteiligung lokale Bedürfnisse besser erkannt und vorhandene Ressourcen gezielt genutzt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Nutzung verlassener oder ungenutzter Gebäude. Diese werden nicht nur als bauliche Herausforderung gesehen, sondern als Chance für die zukünftige Entwicklung der Gemeinden. Für die Gemeinde Kriegsdorf/Hodod im Kreis Sathmar sollen konkrete Modelle zur Sanierung und neuen Nutzung solcher Gebäude erarbeitet werden. Ziel ist es, neue Impulse für das Gemeindeleben zu schaffen und die Attraktivität der Region insbesondere für junge Menschen zu erhöhen.

Das Projekt RurALL wird im Rahmen des Donau-Regionalprogramms 2021–2027 gefördert und vereint insgesamt 14 Partner aus elf europäischen Ländern. Strategischer Partner der Gesellschaft für Interkommunale Entwicklung des Kreises Sathmar ist die Gemeinde Kriegsdorf.

Mit einem Gesamtbudget von knapp 2,6 Millionen Euro verfolgt das Projekt das Ziel, neue Instrumente für Planung, Management und Zusammenarbeit in ländlichen Gemeinden zu entwickeln.