Neuer 30-Millionen-Euro-Kredit bei der EBWE

Temeswar – Die Temeswarer Kommunalverwaltung will einen weiteren Kredit in Höhe von 30 Millionen Euro bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) aufnehmen. Gemeinsam mit bereits zugesagten EU-Fördermitteln von mehr als 100 Millionen Euro soll das Geld in mehrere große Infrastrukturprojekte fließen. Ein entsprechender Beschlussentwurf wurde dem Stadtrat vorgelegt.

Elf Millionen Euro aus dem neuen Kredit sind für den Bau einer Straßen- und einer Fußgängerbrücke sowie für die Anlage eines neuen Boulevards vorgesehen. Dieser soll die Baader-Straße mit der Kreuzung J. H. Pestalozzi/Corneliu Coposu verbinden. Damit soll der zweite Verkehrsring im Osten Temeswars vervollständigt und eine neue Nord-Süd-Verbindung geschaffen werden, die das Stadtzentrum entlastet. Für das Vorhaben hat die Stadt zusätzlich 77,9 Millionen Lei EU-Gelder eingeworben.

Weitere elf Millionen Euro sollen in die sogenannte „Grüne Magistrale“ an der Schager Straße fließen. Auf einer Länge von knapp drei Kilometern sind unter anderem die Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung, neue öffentliche Räume, Geh- und Radwege sowie Fahrspuren zur Bevorzugung des öffentlichen Nahverkehrs vorgesehen. Für dieses Projekt stehen zusätzlich 97,3 Millionen Lei EU-Mittel zur Verfügung.

Die restlichen acht Millionen Euro des EBWE-Kredits sollen nicht förderfähige Ausgaben zweier bereits laufender Großprojekte abdecken. Dabei handelt es sich um die Stadterneuerung rund um den Trajansplatz in der Fabrikstadt sowie um die Sanierung von 27 Kilometern des Temeswarer Fernwärme-Hauptnetzes. Für die Neugestaltung des Trajan-Viertels wurden 63,4 Millionen Lei EU-Mittel bereitgestellt. Die Modernisierung des Fernwärmenetzes wird zudem mit rund 248,8 Millionen Lei aus dem Modernisierungsfonds über das rumänische Energieministerium unterstützt.

Seit 2021 hat die Stadt Temeswar bereits zwei rückzahlpflichtige Finanzierungsvereinbarungen mit der EBWE für größere Investitionsvorhaben abgeschlossen. Anfang 2026 lag der Verschuldungsgrad der Stadtverwaltung nach eigenen Angaben bei 5,5 Prozent der jährlichen Einnahmen. Der Beschlussentwurf über die neue Kreditvereinbarung muss vom Temeswarer Stadtrat genehmigt werden.